30k Night Light Run Augsburg – 7.8.2015

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30 Kilometer sind keine Kurzstrecke

Dem-Greppi-sein-Bericht ist schon fertig, mit fundiertem Insiderwissen zur Strecke.

Die nächste Premiere steht auf dem Programm: Der 30k NIGHT LIGHT RUN löst den Augsburger Friedensmarathon ab, der sich leider nicht etablieren konnte. Nach Augsburg (und nachts zurück?) fahren für 30 km? Andererseits ist die Distanz nochmal genau die richtige im Hinblick auf den Mauerweglauf. Und ich habe ohnehin ein freies Wochenende… Als Charly mich dann auch noch zum Übernachten einlädt – und ich intuitiv erahne, dass es mir bei ihm und Bascha sehr gut gehen wird 😉 – muss ich nicht lang überlegen. Auch die Restfamilie Greppi lerne ich dann endlich mal kennen 🙂 So wird das Rennen schnell zur Nebensache, hihi.

Die Sonne knallt erbarmungslos herein, und in der Innenstadt staut sich die Hitze. Dass der Lauf erst um 21 Uhr gestartet wird, nützt weniger als erhofft. Soviel Eiskaffee kannst Du gar nicht trinken, wie Du heut brauchen würdest.

Das Konzept des Laufs ist sehr nett: in 4 Runden zu je 7,5 Kilometern geht es kreuz und quer und sehr abwechslungsreich durch die Stadt, quasi an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Charly zeigt mir tagsüber schon ein paar davon, damit ich auch weiß wo ich bin. Wer keine 4 Runden laufen will oder kann, kann in jeder Runde mit Wertung aussteigen. So höre ich am Start sehr viele Teilnehmer, die sich darüber unterhalten, ob sie nun eine, zwei oder drei Runden laufen.

Nett sind auch die Mails, die wir im Vorfeld bekommen. Besonders die Info zur Zeitnahme hat mir gefallen, ich zitiere: „Bitte nicht die Startnr. bzw. den Chip „bearbeiten“. Glauben Sie mir, unter dem Schaumstoff ist der Chip. Bitte den Schaumstoff NICHT wegreißen.“ hihi. Das ist doch liebenswert.

Überhaupt hat sich die Orga wahnsinnig viel Mühe gegeben, möglichst an alles zu denken. Pünktlich geht es los über die Maximilianstraße, in deren Mitte ein großer Brunnen steht, um den sich später die Nachtschwärmer versammeln. Hier liegen Straßenbahnschienen kreuz und quer, und damit niemand sich verletzt, wurde über mehrere hundert Meter ein Kunstrasen verlegt. Übrigens in letzter Minute, denn die Straßenbahnen müssen ja tagsüber noch fahren können. Eine davon wird am oberen Ende der Begegnungsstrecke geparkt und dient als Wendemarke – das hat was :). Der Rasen wird von den Läufern aber eher gemieden, die Schienen darunter sind fast tückischer als wenn man sie sehen würde, erst in der zweiten Runde sind sie als Druckstellen erkennbar. Ein Paradebeispiel dafür, wie oft sich die tatsächlichen Anforderungen erst in der Praxis zeigen – sehr gut gemeint und gut gemacht, aber nicht wirklich zielführend.

Zurück über den Rathausplatz ist es schon recht dunkel und ich muss höllisch aufpassen mit dem Kopfsteinpflaster. Das gefühlt mindestens die Hälfte der Strecke verziert. Ich bin schnell losgelaufen, und schon nach 3 Kilometern merke ich, dass es mir überhaupt nicht gut geht. Es ist nicht die Wärme allein, sondern der fehlende Sauerstoff. Wahrscheinlich sind es heute extrem hohe Ozonwerte in der Stadt. Eine Temperaturanzeige gibt 35 Grad aus. Bei km 5 bin ich fertig wie ein Schnitzel, es kratzt im Hals und wenn ich so weiterrenne, gibt das Kreislauf. Also nehme ich ordentlich raus und erwäge eine Rennaufgabe. Das macht ja überhaupt keinen Sinn. Aber Rausgehen ist auch blöd. Zwei Runden mach ich auf jeden Fall. Charly und Kathi sind über alle Berge, Otto muss wegen einem alten Kriegsleiden raus und Jessi hat von Anfang an nur eine Runde geplant.

Die Spitze wird von 2 „Führungsradlern“ begleitet, die in extremem Karacho und ohne zu klingeln oder zu rufen durch das noch dichte Feld rasen – und das auf knatternden und schwerfäligen Rädern, die vorne mit einem breiten Korb ausgestattet sind. Zuerst denke ich, das sind zwei Idioten vom regionalen Pizzaservice, die sich einen gefährlichen Spaß erlauben – und dementsprechend gosche ich die auch an. Der eine erklärt „wir sollen die Spitze begleiten“ – und er klingt selbst auch nicht sonderlich erfreut. Ob er meine Entschuldigung noch hört, bekomme ich nicht mit. Dass DAS gutgeht, ist wirklich das reinste Wunder und sollte dringend anders gelöst werden.

In der zweiten Runde beschließe ich, dass ich höchstens noch eine dritte laufe. Es wird dann minimal kühler und besser mit der Luft, aber die Strecke wird auch leerer. An manchen Ecken ist es stockfinster und nicht gerade belebt. Stirnlampe wäre jetzt doch kein Fehler gewesen – ich hatte ja gedacht, in der Stadt ist es hell genug… Den Greppi sehe ich immer auf dem Begegnungsstück in der Max-straße, er ist nicht weit hinter mir. So beschließe ich, in der dritten Runde mal auf ihn zu warten, und trödle an den VPs immer ziemlich lange herum. Das ist hier übrigens auch toll gemacht, es gibt 4 oder 5 VPs pro Runde, alle mit Wasser, einige auch mit ISO und fester Nahrung. Greppi lässt auch schon die Ohren hängen und will es mit der dritten Runde gut sein lassen. Seine Frauen stehen da und feuern uns an.

Dann finden wir es irgendwie doch schade und beschließen, die 4. Runde ganz gemütlich zusammen abzuschleichen. Das ist dann nochmal recht nett 🙂 aber frag mich nicht, wie lange wir da unterwegs sind. An der VP am Steigenberger „Drei Mohren“ in bester Lage gibt es jetzt Cola. So eine vornehme VP hab ich auch noch nie erlebt, mit richtigen Kellnern im langen Schurz. Sehr sehr schön und natürlich eine gute Marketingaktion – wie ich immer so gern sage, man muss die Möglichkeiten auch ERKENNEN. Die letzte Runde zieht sich nochmal, mit 3:13 kommen wir am Ende ins Ziel. Die anderen sitzen auf einer Bierbank direkt im Zieleinlauf, die Hocketse auf dem Rathausplatz ist noch gut gefüllt. Bernie vermeldet, dass es jetzt, gegen 1 Uhr, immer noch 30 Grad hat. Allen hat der Lauf gefallen, und wie toll ist es jetzt, die Wärme im Sitzen noch zu genießen  🙂

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich „Ozon“ schonmal in der Vehemenz erlebt habe. Nachts habe ich Kopfschmerzen, Husten und Krämpfe und mir ist irgendwie schlecht. Das war schon grenzwertig. Wollen wir mal hoffen, dass es nächstes Jahr nicht ganz so heiß wird, der Lauf an sich ist nämlich echt prima und lohnt sich 🙂 Naja, an der Zielverpflegung lässt sich sicher noch was machen… 🙂

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6 Antworten zu 30k Night Light Run Augsburg – 7.8.2015

  1. laufenlassen schreibt:

    Die Bilder machen schon echt Lust. Ich freu mich auf den Bericht!

  2. Greppi schreibt:

    Kati, hat echt Spaß gemacht mit Dir, auch wenn ich furchtbar platt war … Danke Dir, für Deine Begleitung auf den letzten Kilometern … ohne Dich wäre ich wohl nach der Dritten ausgestiegen!!

  3. Konstantin schreibt:

    Danke für den tollen Bericht und die Bilder! Obwohl wir mitgelaufen sind, ist es dennoch schön zu lesen, was drum herum passierte 🙂

  4. Sigrid schreibt:

    Hallo Kati, schöner Bericht, konnte ganz entspannt nachlesen, wie ihr geschwitzt habt.
    Darf ich deinen Bericht verlinken, ich kenne jemand, der auch dabei war.
    Gruß Sigrid

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