Donautalmarathon Tuttlingen – 28.5.2017

www.runundfun.de

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so. hot.

Eine 8, schattenfrei, zweimal. Ich weiß von diesem Lauf nix mehr, außer dass es H-E-I-S-S war. Und irgendwann war ich einfach nur noch platt. Juhu, endlich Sommer 🙂 🙂 🙂

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Halbmarathon Ensingen – 13.5.2017

http://tsv-ensingen.de/

jeder Lauf ist ein Geschenk… auch ein HM in 2:19 mit Gehpausen ab km 11 und der Gewissheit, ohne diese ins Gebüsch zu speiben 🙂 Highlight: Die Siegerin entschuldigt sich für’s Überrunden… Dieser Sport lehrt einen wirklich Demut *lach*

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Trollinger Marathon – 7.5.2017

www.trollinger-marathon.de

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Wenn die Startnummer Programm ist. Nicht.

Ein verregneter Trolli, irgendwie trüb und trostlos, aber mit Jochen als Begleiter und ganz vielen anderen Freunden trotzdem schön. Auch wenn das abschließende Abhocken im Stadion leider ausgefallen ist. – breaking4:30 hat nicht geklappt, aber 4:34 ist auch ok.

18320876_1360392697362767_4261990267548971352_o 🙂

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Schönbuch Trophy – 30.4.2017

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zur Website HIER ENTLANG

WO  TRAIL  DRAUFSTEHT,  IST  (JETZT)  AUCH  TRAIL  DRIN  !!!

Die Erstauflage der Trophy 2015 war ja einer der schönsten Läufe überhaupt. Einfach ein wunderschöner Feld-Wald-und-Wiesen-Marathon mit ein paar kleineren Pfaden und Anstiegen, anstrengend, aber dank vieler Waldautobahnen für mich gut zu laufen. Die Trailfreaks meckerten, denen war natürlich zu wenig Dreck und Stolperfallen. Legendär an dieser Stelle auch die erstmalige Erwähnung von Ameisenknochen. Wogegen die Trophy 2016 uns ihr Janusgesicht zeigte: tagelanger Regen hatte die Böden durchweicht, die Trailfreaks hüpften begeistert durch kilometerlange Schlammlachen, ich stapfte grimmig hinterher und suchte meine Schlappen. Traillaufen ist nunmal halt so gar nicht meins. Und ich KANN das auch nicht. Basta.

Also: Abwarten und bei schönem Wetter nachmelden. Weil ich manchmal aber auch einfach Glück habe, schenkt Kerstin mir kurzfristig ihren Start. Und so muss ich heute früh auch wirklich aufstehen, obwohl ich das gar nicht will, weil ich bis nachts zugucken musste, wie Herr Klitschko verhauen wird. Üble Sache.

Das Wetter: Viel Regen und sogar ein wenig Schnee die letzten Tage, Temperaturen zurück im spaßfreien Bereich. 3 Grad am Morgen lassen die prognostizierten 18 wie einen Wetterwitz erscheinen, und so bin ich gleich mal zu warm angezogen. Die Kandidaten: Mit Doppelaxel, Andi, Manfred und Kläusle die üblichen Allround-Läufer, aus der Hardcore-Trailfraktion kenne ich nur Nadia und Annette. Das übliche Bild: Dünne Modellathleten im Salomon-Gewand und die Damen bewaffnet bis an die Zähne. Ich im 9 Jahre alten Finishershirt des Mannheim-Marathons. Ich habe Angst. Monica kann natürlich auch Trail, ist klar – soll ich es gleich sagen: 2. Platz mit einer großartigen Zeit. Als ich sie auf der Begegnungsstrecke treffe wirkt sie so entspannt, als würde sie gerade zum Bäcker joggen. Dem-Daniel-seinen-Bericht finden wir demnächst auf trailrunning.de

Gut ist, dass der Maraton nun doch wieder ein Marathon ist – ursprünglich wurde er auf 40 km verkürzt, was aber für allgemeinen Unmut sorgte. Im Nachhinein glaube ich, dass das nur ein sehr kluges Ablenkungsmanöver war, denn in der ganzen Aufregung überlas man doch gerne die diskreten Hinweise im Stile von „jetzt mit mehr Trailanteil“ oder „geänderte Streckenführung“. Ich tendiere ja gerne dazu, sowas dann auch gar nicht wissen zu wollen. Habe ich im letzten Jahr den ersten CutOff lässig und den zweiten mit 8 Minuten grad noch so geschafft, müsste ich mir sonst ja Gedanken machen, ob ich das bei „mehr Trailanteil“ und „nicht so wirklich gut vorbereitet“ überhaupt schaffe. Mach ich aber nicht. Wohl rechne ich aber aus, dass ich einen 7:30er-Schnitt laufen muss, um den CutOff bei km 26,8 zu schaffen. Axel winkt ab. 7:30 – pf. Für Arme. Naja, im Gelände??? achwas, wird schon kein richtiger Trail sein. Daniel hat sich die Streckenpläne angeschaut und berichtet, dass wir zweimal dieselbe Runde laufen, beim zweitenmal eben verkürzt. Sowas macht mir im Normalfall ja nix, aber wenn da wirklich „mehr Trailanteil“ ist, dann wird es mit der Motivation für die zweite Schleife echt haarig – zumal dann auch noch rauskommt, dass der Cutoff direkt im Ziel auf dem Marktplatz stattfindet. Wir müssen tatsächlich dieses ganze Treppengedöns erstmal runter und dann wieder rauf, das ist echt hart.

Und so habe ich das Dilemma des Laufs bereits erörtert, bevor der erste Meter überhaupt gelaufen ist. CutOff schaffen oder nicht, das ist heut die Gretchenfrage. Und los dann mal.

Schon auf dem ersten Kilometer renne ich mich in den Bereich der Schnappatmung und bin froh, dass auf den Treppenstufen Stau ist. Nützt aber nix, denn irgendwie geht es gleich gnadenlos zur Sache. Immer bergauf, wenn auch nicht sehr steil. Keine geliebten Waldautobahnen, sondern Waldpfade – ihres Zeichens auch als Trails bekannt. Zwar schon laufbare Trails, aber eben solche, die Konzentration erfordern und/oder in die Oberschenkel gehen, und auf denen ich sehr langsam bin. Die Lunge pfeift, die Muskulatur brennt, ich bin schlapp und müde und überhaupt ist mal wieder nicht mein Tag. Axel ist weg, die anderen sowieso, auch wenn noch fremde Läufer um uns rum sind, auch solche, die auf der 26er-Strecke sind. Nach 5 Kilometern absolutem Masochismus habe ich die Gesamtpace von 8:15 auf 7:35 gedrückt — und um die Story abzukürzen, egal was da noch kommt, sehr viel weiter runter bringe ich sie auch nicht. Manfred und ich überholen uns immer wieder, er kann bergauf sehr gut gehen, ihm ist der CutOff komplett juck, der ist cool.

Mir ist der CutOff dann auch irgendwann juck und ich muss mich für jeden Kilometer so sehr quälen dass ich bei 12 schon beschließe, dass für mich bei 26 auf jeden Fall Schluss ist, und die zweite Runde entfällt. DNF – mir doch egal, darf ich auch mal, machen andere ständig. Wirklich, ehrlich, total egal. Natürlich schaffe ich die zweite Runde wenn ich sie laufe, aber WIE LANGE WIRD DAS WIEDER DAUERN, und wozu, hab ja schon alles gesehen…

Abgesehen davon ist die Strecke wunderschön – wenn man halt nicht rennen müsste. Frühling im Wald, und es wird auch so schön warm… Zwischen 3 und 13 gibt es ein VP-Loch, bestimmt dem Genehmigungsmoloch geschuldet, aber sonst kommen die VPs regelmäßig und sind sehr gut ausgestattet und die Helfer sind prima. Irgendwann treffe ich Carmen, die halb so alt ist wie ich und heute ihren ersten Wettkampf überhaupt läuft. Das ist mutig – auf DER Strecke. Sie macht das aber super und läuft wie ein alter Hase, so dass wir bis ins Ziel mehr oder weniger zusammen bleiben. Die letzten Kilometer werden dann natürlich schon zäh, für mich auch, und wir müssen viel gehen. Sonnenklar: Eine Runde reicht. Aber sowas von. Axel war kurz in Sicht, ist dann aber nach vorne weg und entfällt somit als Begleitung im hinteren Teil.

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Besonders hart wird es, als wir die Begegnungsstrecke erreichen, und uns die ganzen Marathonisten auf ihrer zweiten Runde schon entgegenkommen. Da sind einige sehr gute Läufer dabei, manche echt gezeichnet. Wenn die schon so kaputt sind… Und 16 km sind auf dieser Strecke verdammt lang, das ist nicht wie beim EBM früher, wo man sie halt runterschlurfte und gut war’s. Auch Andi und Daniel sind weit vor mir. Ich bin froh, dass der CutOff futsch ist. Oben am Beginn der Treppe habe ich schon 3:32 auf der Uhr, bis unten sind es vielleicht noch 5 Minuten, ich muss also so und so raus, und das ist super, denn dann kann ich ja nix dafür. Keine 100 Meter vor dem Ziel kommen mir Axel und Manfred entgegen und meinen, dass ich mich beeilen soll, der CutOff sei noch offen. Hä? So ein Mist. Ich melde, dass ich raus gehe und ernte Protest. Ich soll mich zusammenreißen, und sie würden auf mich warten. Ok na dann. Wenn die beiden weiterlaufen, dann muss ich halt auch.

Peter winkt mich freundlich durchs Ziel und ich grinse debil, muss ich jetzt wirklich diese 16 km noch laufen? Warum hat Axel nicht gekniffen und hängt seine Füße mit mir in den Brunnen? Was für eine Schinderei…

Bald fängt uns der Orga-Axel auf dem Quad ein – er sucht seinen Besenläufer. Wir meinen, der könne gern Feierabend machen, auf uns muss keiner aufpassen, und falls wir zu lange brauchen, sollen sie schonmal abbauen. Nixda, secht der Axel, Ihr lauft schön weiter, Zielschluss ist erst 6:30 und wir warten auf Euch. Ich war tatsächlich der Letzte, der durch den CutOff gekommen ist. Schade, denn kurz hinter mir war noch Thorsten, der wäre sicher auch gern weitergelaufen – die anderen kannte ich nicht. Alsbald finden uns auch die drei Besenläufer, Holger mit seiner Tochter und der Mann, der nicht der Bruder von Hans-Peter ist, mit Hund. Zum Glück wird es dem schönen flauschigen Hund zu warm, so dass ich kein Allergieproblem bekomme. Die drei Besenläufer sind super und machen uns keinen Stress. Und wir sind echt keine Helden mehr. Manfred zockt uns bis ins Ziel noch ein paar Minuten ab, aber Axel und ich reden nicht mehr viel *hüstel*. Trotzdem geht die zweite Runde irgendwie besser als die erste, vor allem die letzten 5 km.

Mit 6:11 – merke: innerhalb der offiziellen Zeit – kommen wir ins Ziel. Dort werden wir empfangen wie die Sieger, denn was wir nicht wussten: Peter erzählt dem Publikum wohl schon seit einer halben Stunde, wo sich die letzten Läufer gerade befinden, wie die heißen, und wann mit denen zu rechnen ist. Axel und ich biegen auf die Zielgerade ein und werden mit Standing Ovations und brachialem Jubel empfangen. Besonders laut schreien natürlich Axel B, Andi und Sabine, denn endlich ist ihr Fahrer im Ziel 🙂 Ja, das war dann doch nochmal richtig schön ! 🙂

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Und: Der Trailrun ist jetzt wirklich was für Trailrunner.

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Solitudelauf – 23.4.2017

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www.solitudelauf.de

INTERVALLE  DELUXXE

so ein Vereinswechsel bringt gute und schlechte Veränderungen mit sich. Heute ist erstmal die gute dran: ich darf bei dem Lauf starten, bei dem ich früher als Hund vom Dienst wichtige Stütze der Gemeinschaft, PR-Fuzzi und Gattin des Streckenpostenbeauftragten (mittlerweile Ex-, also noch Gattin, aber Ex-Beauftragter) absolutes Startverbot hatte – über die schlechte Veränderung berichte ich dann im November, falls mir bis dahin nicht ein Plan B einfällt.

Der Solitudelauf ist ein sehr schöner, aber auch sehr anspruchsvoller Lauf, der mitten in der Gerlinger Innenstadt am Verkaufsoffenen Sonntag endet – fun fact: in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Wo garantiert zig der alten Feinde am Streckenrand stehen. Wo es sich also anbietet, eine möglichst imposante Figur zu machen. Wo selbst dann noch abgelästert wird. Von derlei Überlegungen geplagt, ‚verpasse‘ ich dann auch tatsächlich die Voranmeldefrist und muss für den Start in der Nachmeldung unerhörte 25 EUR berappen.

Jo macht Wasserstation, und dort finden sich bald auch Gerry mit meiner Startnummer (danke !!), Dani, Biggi, Hannes, Bettina und Monica ein. Monica wird für den HM fast eine halbe Stunde weniger brauchen als ich, und den zweiten Platz zwischen Pam und Branka belegen, aber das ist von vornherein klar – also mir wenigstens (verbeuge mich in Ehrfurcht). Ich überlege lange, mit Hannes, Biggi und Bettina zu laufen – das wäre bestimmt sehr nett und ist lange überfällig, und die Geschwindigkeit wäre machbar. Dann entscheide ich mich aber doch für die Schindervariante. Meine Form ist nicht gut, aber wenn ich den Kopf noch länger in den Sand stecke, wird sie auch nicht besser. Auch wenn der Lauf ein Fiasko wird – und leider bin ich geländekundig genug um das genau zu wissen – dann ist es wenigstens ein Trainingsimpuls. Ich nehme mir eine 2:05 vor – ok, auf jeden Fall unter 2:10.

KLaus ist auch da und ich kann mich schonmal drauf einrichten, dass er mich an irgendeinem Berg, wenn ich so gar nimmer kann, also gefühlt so bei km 8, in gewohnter Weise stehen lässt. Otto sehe ich am Start gar nicht – ist vielleicht auch besser so – einem unserer ebenso schönen wie unausweichlichen Duelle fühle ich mich überhaupt nicht gewachsen. Kläusle und Frank sind zum Glück keine Konkurrenz.

Aus der vorderen Hälfte des Pulks rase ich los wie gestört und habe schon weit vor km 1 eine solche Luftnot, dass ich nicht weiß, wie den kleinen Anstieg am Schloss überhaupt hochkommen. Dumm nur, dass oben Martin steht, der ist für das Öffnen der Schranke zuständig. Hat aber schon jemand für ihn erledigt (Bild folgt).

Es ist schön kalt, bei strahlender Sonne. Super Laufwetter. Und es wird extrem diszipliniert gelaufen. Ich lasse krachen. Bei km 3 (pace 5:08) kann ich schon nicht mehr, bei km 5 (pace 5:20) bin ich halber hee, bei km 8 (pace 5:35) am Berg brauche ich die erste Gehpause. Danach steht die Pace bei Zielzeit knapp über 2 h und ich gucke nicht mehr, sondern kämpfe ums Überleben. Die Bruderhausallee ist wie immer mein persönlicher Alptraum und diverse Mitläufer witzeln schon rum, weil ich sie bergab ständig überhole, um dann bergauf zu gehen. Zum Schutz vor Belehrungen trage ich mein Poser Shirt vom Ballon mit km- und Höhenangaben auf dem Rücken, es wirkt. Bei km 14 (pace: kann nicht mehr lesen) bin ich tot, aber da steht Angelika in der Kurve, die viel schneller ist als ich, und feuert mich an. Ich sehe mal kurz für 20 Meter super aus.

Km 16,5 (scheintot) simuliere ich aufrechte Haltung, damit mein Kind sich nicht für seine peinliche Mutter schämen muss. Und dann kommt mein Lieblingsstück, runter nach Gerlingen. Ich lasse krachen wie blöd und überhole ungefähr 15 Personen. Unten an dem tollen Stück sollte man möglichst den Schwung mit in den nächsten Anstieg nehmen, doch ich bin so geroifelt, dass mir die Beine jetzt endgültig versagen. Ich stehe. Macht nix. Puls runter, wieder anlaufen. Den Anstieg am Pumpenwerk rennt eh keiner. Auf dem nächsten Gefälle sehe ich in der Kurve 200 Meter hinter mir den Otto und rufe ihm zu, dass er sich beeilen soll. Er legt einen Zwischensprint ein, den er dann bis ins Ziel durchhält. Ich ja nicht so.

Am letzten Anstieg – dort wo Bekannte meiner Eltern wohnen, die seinerzeit, als ich das Ding mal um die 1:50 gelaufen bin, schon an meine Eltern petzten, ich häbe nicht gut ausgesehen – muss ich natürlich wieder gehen. Ein Blick auf die Uhr sagt, dass die 2 h ganz knapp futsch sind – bei einer Zielvorgabe von bestenfalls 2:05 eine gute Nachricht.

Zielgerade. Bauch einziehen. Füße gescheit setzen. Gut aussehen. Lächeln. Gas geben. Der Zielsprecher sagt „Alle die jetzt hereinkommen, haben es noch knapp unter der magischen Marke* von 2 Stunden geschafft !!!“ – (*für Arme) – ich ich ich ich will das auch !!! Schnappatmung. Der Otto steht entspannt im Ziel und grins. 1:59,29 – Platz 5/14 in der AK und Platz 56/112 Frauen gesamt. Das lief 🙂

18056647_1346018338800203_9096597410707067837_n danke Micha für die Bilder 🙂

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Schurwald Marathon Lichtenwald – 9.4.2017

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http://www.liwalauf.tsv-lichtenwald.de/

EINMAL  TIEF  LUFTHOLEN  BITTE

Lichtenwald macht einen Marathon – ich kann’s nicht glauben.  2011 und 2013 war ich hier auf dem HM und habe den als wunderschön, aber auch als verdammt schwer in Erinnerung. Dass sich ein so relativ kleiner Lauf jetzt einen Marathon auf die Schultern packt, ist schon beachtlich. Auch wenn es vermutlich bedeutet, dass die HM-Runde doppelt gelaufen wird – was – ähm – so ungefähr ein mittlerer Alptraum ist – also mal so rein metal gesehen – zweifle ich nicht eine Sekunde daran, dass ich dort starten werde. Auch, dass ich am Tag vorher schon bei Connys legendärem 50er zum 50sten angemeldet bin, interessiert mich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich, beide Läufe sind ein absolutes Muss, und Axel, Andy, KP, Keule, Sarah und Joachim kneifen schließlich auch nicht.

Theorie und Praxis … das Triple Kandel-Ballon-Freiburg beschert mir dann allerdings doch die unschöne Erkenntnis, dass ich beide Läufe eben NICHT schaffe, also melde ich mich schweren Herzens bei Conny ab, da ihr Lauf der schwierigere und längere ist, und ich tatsächlich gerade mit einem flachen Marathon mehr als ausgelastet bin, auch im Kopp. Zwar bin ich dann am raceday schon betrübt, was ich am Vortag so alles Schönes verpasst hab, aber dafür stehe ich einigermaßen ausgeruht am Start und nehme mir vor, diesen Lauf einfach nur zu genießen. Vornehmen kannst Du Dir ja viel, wie es dann tatsächlich wird, das werden wir sehen. Mein Greppi ist auch da, aber wir sind uns relativ schnell einig, dass wir heut mal nicht zusammen laufen. Ich will versuchen, die erste Hälfte zügig zu laufen, und wenn ich dann einbreche oder es mir zu einsam wird, kann ich mich immer noch hinsetzen und auf ihn warten.

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Die Parkplatzsituation ist professionell geregelt, und in der Halle flitzt schon der Kalle (jaja, ich weiß, aber manche Lyrik drängt sich eben einfach auf…). Ein Phänomen im übrigen, dass wir Kalle erst im Vorfeld des Laufs kennengelernt haben, inzwischen treffen wir uns ständig überall. So ist das halt, wenn man jemanden dann mal kennt. Dieter läuft den Halben.

Das Wetter ist Bombe, trotzdem stehen am Start noch einige mit Ganzkörperverhüllung und sogar mit Jacken – die Kandidaten mit der Marathonstartnummer sind durchgehend nackerter. Los geht’s und ich bin natürlich zu schnell, denn erstmal geht es sowieso viel bergab. Im Marathon sind ca 120 Starter, im Halben so um die 300 – das entzerrt sich schnell, und es wird auch sehr anständig gelaufen. Partymarathons sind ja auch ganz nett, aber zum Laufen ist das hier besser. Der Andy roifelt munter vorneweg und mein Ehrgeiz verbietet mir, ihn jetzt schon ziehen zu lassen. Den behalte ich mal im Auge, das kann nicht sein, dass der von gestern nicht wenigstens ein bisschen müde ist. Wir überholen uns ein paarmal – bei km 13 ist er kurz vor mir, Axel kurz hinter mir, Greppi außer Sichtweite.

Die Steigungen sind weniger schlimm als befürchtet, zwar erlaube ich mir die eine oder andere schnelle Gehpause, aber Schnappatmung ist nicht obligat, denn das hier ist ja kein Sprint und ich darf guten Gewissens schwächeln. Alles läuft prima, viele Streckenposten sind im Einsatz – ihre Standplätze sind mit Tafeln markiert, und jeder Kilometer und jede VP sind extra ausgeschildert. Wie bei den Großen. Hinter km 14 feuert mich Jörg an, den kenne ich aus Kandel. Die nächsten Kilometer nehme ich locker, es geht ja um nix, und es läuft besser als erwartet. Nette Komplimente und Aufmunterungen aus der HM-Bevölkerung häufen sich, und jeder Streckenposten feuert uns an. Ich beginne zu spüren, dass dieser Lauf ein entspannter wird, dass ich die schöne Stimmung annehmen kann, dass mir einfach alles nur guttut. Wie wunderbar.

Die Marathonweiche ist im Ort, dort wo es früher mal Bier für den letzten Kilometer gab, der Beifall für die Rechtsabbieger ist grandios. Sehr zu meiner Freude geht es jetzt erstmal richtig ordentlich im Wald bergab. Es ist nämlich mitnichten so, dass die Lichtenwälder uns eine Doppelrunde zumuten; vielmehr lernen wir jetzt erstmal die Gegend der Ahnen kennen. Hier pflegte mein Großvater selig dazumal engagiert zu wildern, erzählt mein Papa.

Mir rollt’s. Zwar bin ich nicht schnell, aber immerhin habe ich endlich zum ersten mal seit langer Zeit das Gefühl, dass ich hinter Halbzeit immer noch LAUFE und nicht nur in miserabler Optik einem unglaublich fernen Ende entgegenschlurfe. Schrecklich ist nur, wie LANGE es hier bergab geht. Merke: das Ziel ist OBEN. An der nächsten VP gibt es Chips und Axel verliert wertvolle Minuten, weil er da hängen bleibt. Ich treffe Maria, was uns beiden gefällt. Irgendwann sind wir in Reichenbach und laufen sogar einige Meter auf der Strecke des Citylaufs.  Trotzdem ist das fies, denn selbst mit dem Auto liegen zwischen Reichenbach und Lichtenwald ein paar fürchterlich lange und ziemlich steile Kilometer. Es wird ein Alptraum. Die Sonne knallt herunter, aber ich bin so glücklich, dass ich immer noch einfach alles toll finde. Du müsstest auch ein ausgemachter Trottel sein um hier zu meckern, links ein idyllisches Bächlein, rechts die blühenden Wiesen, viel Abwechslung und überall tolle Streckenposten, denen es richtig Spaß zu machen scheint.

Auf den Greppi warten, wollte ich doch. Naja. Noch nicht, vielleicht später. Der wird sich einfach freuen, wenn er mich nicht schon wieder mitschleifen muss, das weiß ich. Es sind auch noch genügend andere Läufer in Sicht, so dass ich mich nicht unbehaglich fühle. Für das Teilstück hinter Reichenbach ist die Straße gesperrt und es geht schattenfrei sehr steil bergauf – die 25 Grad sind wir noch nicht so gewöhnt, aber es ist toll. Bald geht es wieder in den Wald und hier geht es wellig weiter, das meiste ist gut laufbar. Mir geht’s Bombe und irgendwann merke ich, dass kein Einbruch mehr kommen wird. Das Gefühl für die Marathondistanz als altem Freund stellt sich wieder ein, Kandel und Freiburg waren ja doch eher Katastrophen.

Anstrengend ist es trotzdem. Aus dem Wald hinaus geht es mit teils grandioser Weitsicht über schöne Wiesen mit blühenden Bäumen, alles ist so authentisch, so friedlich und ländlich, einfach toll. Es ist Erholung pur, und ich genieße jeden Kilometer. Das hier ist ein Lauf für die Seele, und für mich kommt heute einfach alles genau zum richtigen Zeitpunkt. Es ist ein Geschenk, und ich muss denken, dass sich das Durchhalten doch einfach lohnt, wenn dann ab und zu ein solcher Tag dazwischen liegt. Es fühlt sich an, als würde ich von ganz tief auftauchen, und ich nehme mit, soviel ich kann… breathe in – breathe out.

Ok, Sentimentalitätsmodus jetzt aber wieder OFF, das ist mir schon fast ein wenig peinlich. Durch eine VP am Bauernhof bei km 33 bei irre netten Mädels geht es weiter zum nächsten kleinen Ort und ich wundere mich immer mehr, was hier so alles am Streckenrand los ist, und wie positiv und teils begeistert die Anwohner den Lauf aufnehmen. Jeder hat ein nettes Wort. Die Gegend hier ist wahnsinnig schön. Interessant ist, dass ich von hier aus sogar schon den bunten Turm von Lichtenwald sehen kann, dort ist ungefähr das Ziel. Haben wir tatsächlich fast die ganze Höhe schon gemacht? Ich riskiere mal einen Blick auf die Uhr und stelle fest, dass die angepeilten sub 5:30 Zielzeit nicht in Gefahr sind. Mit ohne Getrödel könnte das sogar noch was um die 5 werden. Ist mir aber juck.

Schon ist die nächste VP am Ortsausgang nach einem etwas stressigen Ortsdurchlauf erreicht, hier gibt es nette Unterhaltung und Schokolade, auch Sprudel mit Kohlensäure. Im Nachhinein bin ich fast sicher, dass dies sogar eine wilde VP war, denn die nächste kommt kurz drauf. Das km-37-Schild habe ich übersehen, wir sind tatsächlich schon bei 38? Kurz vor mir taucht der Andy wieder auf, bietet der sich jetzt etwa als schwächelndes Opfer an? KLaus rollt das Feld von hinten auf und nachdem ich sein Tempo einen Kilometer mitgelaufen bin, muss ich wieder abreißen lassen. Den Andy krieg ich nimmer, der gibt auch nochmal Gas. Der Rest ist Kür, und für die 4:54 muss ich mich auch nicht mehr ins Koma laufen. Der Greppi kommt auch bald und hat mich nicht vermisst 🙂 Und dann hängen wir alle noch ganz ganz lang im Ziel herum. Nächstes Jahr am 15. April? den Termin müsst Ihr unbedingt nochmal verlegen, da ist Weinstraßenmarathon 😦

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Freiburg Marathon – 2.4.2017

www.freiburg-marathon.de

genieße den Tag. Sonne und Wolken, fast schon verrückt viele Menschen, Stadtmarathon halt… teils extrem kreative Zuschauer. Und Bands, bei denen Du Dich mitunter fragst, ob Dir die Füße wirklich mehr wehtun als die Ohren. Viel Kopfsteinpflaster und ganz ganz viele Kurven. Meine Kondition reicht genau bis km 22. Der Rest ist ein frohgemutes Dahinschlurfen mit einer Zielzeit von 4:35. So sieht’s halt aus.

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