Solitudelauf – 23.4.2017

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www.solitudelauf.de

INTERVALLE  DELUXXE

so ein Vereinswechsel bringt gute und schlechte Veränderungen mit sich. Heute ist erstmal die gute dran: ich darf bei dem Lauf starten, bei dem ich früher als Hund vom Dienst wichtige Stütze der Gemeinschaft, PR-Fuzzi und Gattin des Streckenpostenbeauftragten (mittlerweile Ex-, also noch Gattin, aber Ex-Beauftragter) absolutes Startverbot hatte – über die schlechte Veränderung berichte ich dann im November, falls mir bis dahin nicht ein Plan B einfällt.

Der Solitudelauf ist ein sehr schöner, aber auch sehr anspruchsvoller Lauf, der mitten in der Gerlinger Innenstadt am Verkaufsoffenen Sonntag endet – fun fact: in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Wo garantiert zig der alten Feinde am Streckenrand stehen. Wo es sich also anbietet, eine möglichst imposante Figur zu machen. Wo selbst dann noch abgelästert wird. Von derlei Überlegungen geplagt, ‚verpasse‘ ich dann auch tatsächlich die Voranmeldefrist und muss für den Start in der Nachmeldung unerhörte 25 EUR berappen.

Jo macht Wasserstation, und dort finden sich bald auch Gerry mit meiner Startnummer (danke !!), Dani, Biggi, Hannes, Bettina und Monica ein. Monica wird für den HM fast eine halbe Stunde weniger brauchen als ich, und den zweiten Platz zwischen Pam und Branka belegen, aber das ist von vornherein klar – also mir wenigstens (verbeuge mich in Ehrfurcht). Ich überlege lange, mit Hannes, Biggi und Bettina zu laufen – das wäre bestimmt sehr nett und ist lange überfällig, und die Geschwindigkeit wäre machbar. Dann entscheide ich mich aber doch für die Schindervariante. Meine Form ist nicht gut, aber wenn ich den Kopf noch länger in den Sand stecke, wird sie auch nicht besser. Auch wenn der Lauf ein Fiasko wird – und leider bin ich geländekundig genug um das genau zu wissen – dann ist es wenigstens ein Trainingsimpuls. Ich nehme mir eine 2:05 vor – ok, auf jeden Fall unter 2:10.

KLaus ist auch da und ich kann mich schonmal drauf einrichten, dass er mich an irgendeinem Berg, wenn ich so gar nimmer kann, also gefühlt so bei km 8, in gewohnter Weise stehen lässt. Otto sehe ich am Start gar nicht – ist vielleicht auch besser so – einem unserer ebenso schönen wie unausweichlichen Duelle fühle ich mich überhaupt nicht gewachsen. Kläusle und Frank sind zum Glück keine Konkurrenz.

Aus der vorderen Hälfte des Pulks rase ich los wie gestört und habe schon weit vor km 1 eine solche Luftnot, dass ich nicht weiß, wie den kleinen Anstieg am Schloss überhaupt hochkommen. Dumm nur, dass oben Martin steht, der ist für das Öffnen der Schranke zuständig. Hat aber schon jemand für ihn erledigt (Bild folgt).

Es ist schön kalt, bei strahlender Sonne. Super Laufwetter. Und es wird extrem diszipliniert gelaufen. Ich lasse krachen. Bei km 3 (pace 5:08) kann ich schon nicht mehr, bei km 5 (pace 5:20) bin ich halber hee, bei km 8 (pace 5:35) am Berg brauche ich die erste Gehpause. Danach steht die Pace bei Zielzeit knapp über 2 h und ich gucke nicht mehr, sondern kämpfe ums Überleben. Die Bruderhausallee ist wie immer mein persönlicher Alptraum und diverse Mitläufer witzeln schon rum, weil ich sie bergab ständig überhole, um dann bergauf zu gehen. Zum Schutz vor Belehrungen trage ich mein Poser Shirt vom Ballon mit km- und Höhenangaben auf dem Rücken, es wirkt. Bei km 14 (pace: kann nicht mehr lesen) bin ich tot, aber da steht Angelika in der Kurve, die viel schneller ist als ich, und feuert mich an. Ich sehe mal kurz für 20 Meter super aus.

Km 16,5 (scheintot) simuliere ich aufrechte Haltung, damit mein Kind sich nicht für seine peinliche Mutter schämen muss. Und dann kommt mein Lieblingsstück, runter nach Gerlingen. Ich lasse krachen wie blöd und überhole ungefähr 15 Personen. Unten an dem tollen Stück sollte man möglichst den Schwung mit in den nächsten Anstieg nehmen, doch ich bin so geroifelt, dass mir die Beine jetzt endgültig versagen. Ich stehe. Macht nix. Puls runter, wieder anlaufen. Den Anstieg am Pumpenwerk rennt eh keiner. Auf dem nächsten Gefälle sehe ich in der Kurve 200 Meter hinter mir den Otto und rufe ihm zu, dass er sich beeilen soll. Er legt einen Zwischensprint ein, den er dann bis ins Ziel durchhält. Ich ja nicht so.

Am letzten Anstieg – dort wo Bekannte meiner Eltern wohnen, die seinerzeit, als ich das Ding mal um die 1:50 gelaufen bin, schon an meine Eltern petzten, ich häbe nicht gut ausgesehen – muss ich natürlich wieder gehen. Ein Blick auf die Uhr sagt, dass die 2 h ganz knapp futsch sind – bei einer Zielvorgabe von bestenfalls 2:05 eine gute Nachricht.

Zielgerade. Bauch einziehen. Füße gescheit setzen. Gut aussehen. Lächeln. Gas geben. Der Zielsprecher sagt „Alle die jetzt hereinkommen, haben es noch knapp unter der magischen Marke* von 2 Stunden geschafft !!!“ – (*für Arme) – ich ich ich ich will das auch !!! Schnappatmung. Der Otto steht entspannt im Ziel und grins. 1:59,29 – Platz 5/14 in der AK und Platz 56/112 Frauen gesamt. Das lief 🙂

18056647_1346018338800203_9096597410707067837_n danke Micha für die Bilder 🙂

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3 Antworten zu Solitudelauf – 23.4.2017

  1. jollyjumper123 schreibt:

    Glückwunsch, Kati, erstklassig geschunden! Trolli wird bestimmt der langsamste je von uns gelaufene, aber Hauptsache dabei. 🙂

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