Schwarzwald Marathon – 11.10.2015

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logo_frei_006633_2viele Jahre stand er auf meiner Liste, aber dass er mal mein schnellster Marathon des Jahres werden würde, DAS hätt ich nicht gedacht 🙂 Häppi und total platt im Ziel mit 3:59,17

die  Glocken der Hölle – oder: Muddi will es nochmal wissen…

so stehe ich also 2 Wochen nach der 4:00,13 am letzten Marathonstart des Jahres. Ok, kleiner Scherz… am letzten, der eine einigermaßen schnelle Zeit zulässt. Aus dem Lautsprecher tönt Hells Bells, und wir rennen los. Gunter sagt, hier läuft man die zweite Hälfte schneller als die erste – ich wage das schwer zu bezweifeln, trotz des recht eindeutigen Höhenprofils. Ich tippe auf 400 Höhenmeter, der Garmin gibt später 489 aus, der von Ralf 477.

höhe

.

Birgit hat gemeint, in einigen Anstiegen seien Gehpausen durchaus legitim. Eigentlich kann ich das knicken. 400 Höhenmeter, das sind für mich 8 Minuten mehr als in der Ebene, auch wenn ich bergab rennen kann wie blöde. Den Kräfteverschleiß auf der ersten Hälfte darf man nicht vernachlässigen. Egal. Unter 4:10 heißt das Ziel, und auf 4-h-Kurs bleiben so lange es irgendwie geht.

streckeRalf und Andy wollen so 4, 4:15 laufen und im 6er-Schnitt los. Sie überholen mich dann auch bei km 2, da laufe ich gerade 5:10er-Schnitt (soviel dazu…). Die sind erstmal weg. Hadi macht auch langsam, ihn überhole ich schon bei km 3, und Axel traut sich diesmal wohl nicht, mich zu überholen *gggg* — ich drehe mich nicht um, weiß ihn aber trotzdem knapp hinter mir. Der andere Axel ist schon über den Berg, hinter Jürgen und Erwin. Gunter rennt lieber den HM in 1:46, ihm ist heut wohl danach. Klaus muss 4:53 oder sowas schaffen.

Bis km 22 ist der Kurs ansteigend, dann kommen noch ein paar Wellen bis 28, und dann geht es ANGEBLICH immer konstant bergab. Ungeachtet der heutigen Lauftaktik schreibt der Trainingsplan für ROAD TO KANDEL heute 25 km im 6:10er-Schnitt vor. Zumindest das sollte zu machen sein.

12119931_1080230238656147_6634534055149094632_o anton-1 anton-2 anton-3 anton-4 IMG_2934Ich plage mich. Ich plage mich wirklich. Die Steigungen sind deutlich sichtbar, aber alle noch in einem laufbaren Bereich. Es ist schwierig, irgendeinen Schnitt zu halten. Bei km 10 bin ich schon längst bei 5:35 durch, bei km 16 oder 17 erreiche ich den Höchststand von 5:53. Dann kommen ein paar kleine Senken, und beim Halbmarathon hab ich eine Gesamtpace von 5:48 auf der Uhr – ungefähr 2:02 / 2:03… Durch die 25 komme ich mit 2:25 – das sehe ich aber erst hinterher im Protokoll. Ist gar nicht so schlecht. Ok. Um bis hierhin zu kommen, hab ich schon so ziemlich das meiste verschossen, was ich dabei hatte. Vorteil: Es ist mit bewölkten 8 Grad für mich einfach zu laufen. Der Untergrund ist trocken und gut laufbar, Waldautobahnen und Asphalt halt, ein paar verstreute Ameisenknochen und Schlaglöcher, aber kein Träääl.

Auf dem Rückweg versuche ich, in den abfallenden Passagen Zeit rauszulaufen. Anfangs kommen ein paar schöne  Rennstrecken mit ordentlichem Gefälle. Nur leider leider, ich hab halt echt mal so gar keine Kraft mehr. Der Glutaeus maximus möchte den Dienst versagen, in meiner Wirbelsäule knackt es geriatrisch. Ab km 29 sehe ich Andy und Ralf vor mir, komme ihnen aber nicht näher. Ralf verschwindet, Andy wird langsamer. Bei km 35 hab ich ihn, und au wei, der schaut auch nimmer so aus, als könne er mich über die letzten Kilometer puschen. Jetzt ein Bier. Inzwischen bin ich schon bei 5:44 … irgendwo zwischen 5:43 und 5:35 liegt die sub4, je nachdem, wie die Messung abweicht. Da meine Uhr die km aber kurz hinter den Schildern anzeigt, könnte der obere Bereich vielleicht hinkommen, nicht so wie in Ulm.

Bei km 39 steht Gunther an der Strecke und sieht mich nicht. Ich seh ihn auch  nur unscharf und hab eh keine Luft mehr, um zu rufen. Ich bin tot, mit Andy im Schlepp 🙂 Die Uhr zeigt 5:41, und leider wird es jetzt flach. Das schöne Gefälle vom Anfang ist hinter km 32 ohnehin schon immer flacher geworden. In Ulm habe ich die Uhr beim letzten Kilometer umgeschaltet, und das war zu spät. Aber jetzt kann ich sowieso nicht mehr. Es wird, was es wird, Hauptsache nur noch irgendwie ankommen und einigermaßen das Tempo halten. Eine Zeit knapp über 4 ist super für den Lauf. Bei km 41,1 schalte ich dann doch die Uhr um. Ich habe noch 6:20 für 1.100 Meter. Den letzten halben Kilometer renne ich in 4:38, den davor in 5:13 – das hätte ich ohne die Intervalle der letzten Wochen nicht gekonnt, auch vom Kopf her nicht. Anton kniet am km 42 Schild vor mir mitten auf dem Weg für ein tolles Foto, weg, weg, aus der Bahn, ich kann nimmer ausweichen, es geht um jede Sekunde. Im Zielkanal bin ich gefühlt 50 Schläge über dem Maximalpuls. Der Zielsprecher will meine Nummer sehen, meine Not erkennt er nicht 🙂 Und dann bin ich drin, und erstmal total fertig.

3:59,17 auf diesem Lauf ist für mich sehr sehr sehr geil, und die Anstrengung hat sich absolut gelohnt. Es geht aufwärts !!!

(Statistik: Platz 5/18 W45, Platz 19/67W)

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