Ermstal Marathon – 12.7.2015

www.ermstal-marathon.de

Zu meinem 42. Geburtstag hegte ich den Wunsch, 42 Kilometer zu laufen. Da sich am 11. nix fand, wurde es der Ermstal Marathon am 12. – Der Lauf gefiel mir damals so gut, dass ich ihn jedes Jahr laufen wollte, nur wie das halt so ist mit den guten Vorsätzen… Erst im 6. Jahr klappt es.

27 Grad sind angesagt (mindestens 30 bekommen wir), und egal bei welchen Temperaturen ist es keine so besonders intelligente Idee, eine Woche nach dem TÜ gleich den nächsten Marathon rennen zu wollen – aber Ermstal war halt zuerst gemeldet. Erst am Donnerstag kann ich wegen meiner Blasen überhaupt wieder Schuhe anziehen und schon am Montag bin ich sicher: Ermstal fällt auf jeden Fall für mich aus.

241083_1472810249683677_2755180809114466395_o gise-3 gise-2 11745412_1472809719683730_6007307849197794448_n 11709773_1472810126350356_6989790956538670091_n 11707656_1472809679683734_2555515491420796692_n gise-1 11707520_1472809419683760_5427052750353739205_n 11698472_1472809999683702_1030458931959690086_n 11695750_1472809619683740_8257122972292737273_n 11694801_1472809506350418_972851206494562585_n 11692524_1472810026350366_8531981972201855129_n 11659309_1472809353017100_293686758939344204_n 11416286_1472810189683683_1125901885647354209_o 11222957_1472810269683675_8727933299092573888_n 11040509_1472809463017089_3698581326092192293_nDoch ein Blick in die Startliste … und dann ist das ja gleich umme Ecke … Birgit und Norbert sind auch … undsoweiter. Ich hecke also einen sehr genialen Plan B aus, der absolut unfehlbar ist:

Ermstal ist eine Begegnungsstrecke von 10 Kilometern. Metzingen – Dettingen – Bad Urach – Dettingen – Metzingen – Dettingen – Bad Urach – Dettingen – Metzingen. Metzingen – Dettingen – Bad Urach ist durchgehend leicht ansteigend mit einigen Schikanen. Dafür ist Bad Urach – Dettingen – Metzingen dann eine schöne abwärts-Rennstrecke.

Sigrid schreibt mir noch, dass der Grüne Stuhl, aus dem ich beim Schaichtal Marathon gar nimmer aufstehen wollte, bei halber Distanz in Dettingen an der Strecke .

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stehen wird. Sogar ein großes Schild mit „Kati“ hat sie noch gebastelt, damit ich nicht aus Versehen in den falschen Stuhl falle. Was für eine Ehre !

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Alles klar? Ich kann also erstmal gemütlich die ersten 10 km hinter mich bringen (mit Pause im Grünen Stuhl) und mich dann am oberen Wendepunkt im Stadion hinhauen und ausruhen. Gemütlich warten bis die  Spitze (km 31) an mir vorbeizieht, und mich dann entspannt in die Abwärtspassage wieder einreihen und langsam nach hinten durchreichen lassen. Mit 4:30 oder 4:45 oder 5 Stunden (je nach Dauer der nächsten Pause im Grünen Stuhl) werde ich dann die Ziellinie wieder erreichen, nur eben nicht mit 42 Kilometern, sondern mit 21. Wahlweise gäbe es auch noch weitere Optionen, nämlich die Strecke Metzingen – Dettingen – Metzingen nach obigem Muster (10 km). Das passt mir. So kann’s gehen. Uneins bin ich mir dann nur in der Frage, ob ich diesen Lauf als privates DNF werte oder buchhalterisch ganz untern Tisch fallen lasse.

Erstmal würden Birgit und ich aber eigentlich auch gern ganz in der Halle sitzenbleiben, denn da ist Familientreffen. Etwas über 100 Läufer gibt es im Marathon, mehr als 300 im Halbmarathon und noch etliche im 10er, der zeitgleich auf der anderen Seite startet. Von den Marathonisten kennen wir gefühlt jeden Einzelnen. Namentliche Aufzählung entfällt deshalb an dieser Stelle. Sogar Herr Schaichtal schaut noch am Start vorbei, als Zuschauer.

9 Uhr, und es ist schon gut warm. Sigrid will den Halben unter 2 Stunden laufen, was sie auch geschafft hätte, wenn sie weniger gebabbelt hätte (ich darf sowas sagen). Aber Sigrid ist das völlig egal, Spaß geht vor. Sie ist mir zu schnell. Ich trabe halt mal so vor mich hin und warte, bis sich das Feld entzerrt. Das dauert ein paar Kilometer, bis nach Dettingen. Der Grüne Stuhl ist noch nicht da, der kommt wohl erst in der zweiten Schicht. Sigrid zeigt mir aber, wo er stehen wird. Der 10er kommt uns entgegen, mit Mocki als Attraktion. Wahnsinn. Einmal so rennen können…

Das läuft aber eigentlich gar nicht so schlecht hier, schnell pendle ich mich bei einem Schnitt knapp unter 6 ein. Bei km 10 steht Wolfgang vor dem Stadion und fotografiert. Er hat heute Hund und kann deshalb nicht laufen. Er fragt, ob ich Pause mache oder weiterlaufe. Pause? Wenn’s EINMAL gut läuft? nee, ist nicht nötig. Kann ich später machen. Also auf die zweiten 10 Kilometer, zurück nach Metzingen (der Grüne Stuhl ist immer noch nicht da). Das Gefälle liegt mir, und ich putze Halbmarathonisten weg wie nicht gescheit. Erst die letzten flachen Kilometer vor Metzingen werden etwas zäher, und heiß wird es auch.

Sehr nett sind die vielen Begegnungen unterwegs, denn man sieht ja fast jeden. Chris will unter 3 Stunden laufen, was aber heute einfach nicht geht. Axel will unter 4:30 bleiben, hirscht aber mal wieder viel zu schnell los (ich darf das sagen). Schon auf der ersten Hälfte hole ich ihn wieder ein. Im Zielkanal steht meine Kollegin Ingrid mit ihrer Tochter und ich freu mich 🙂 Die Halbmarathonuhr zeigt 2:05 brutto. Es ist anstrengend, keine Frage, ich laufe das nicht mal eben so ganz locker runter, aber es ist keine Quälerei und ich schieße mich nicht ab damit. Es läuft einfach.

Hinaus auf die zweite Runde – der Unterschied zur ersten ist in der Temperatur messbar. Fast schattenlos geht es über die Felder und durch die Streuobstwiesen. In den Ortschaften sitzen die Zuschauer biertischweise und brunchen, es ist eine Bombenstimmung. Allein in Metzingen gibt es zwei höher gelgene Balkone, die fast durchbrechen. Jeder durchkommende Läufer wird einzeln gefeiert – es sind ja jetzt nicht mehr so viele. Olaf kommt mir als letzter entgegen, nicht in der besten Form, er will beim HM aussteigen, braucht aber keine Hilfe. Norbert treffe ich immer mal wieder, er hat Knie und macht langsam. Das dritte Teilstück ist naturgemäß etwas zäh, geht aber noch gut. Zu meinem großen Erstaunen sammle ich Geher ein, während ich selbst noch gemächlich dahintrabe. Mich überholen nur Georg und ein weiterer Läufer, und gelegentlich immer mal wieder Norbert. Annette und Hans sind vorher schon vorbei. Es sind nur ganz wenige Frauen in dem Lauf, 5 zähle ich vor mir – 8 sind es tatsächlich. Bis auf Pam sehen die alle aus wie W45, ist ja klar.

schildLetzte Wende in Bad Urach im Stadion, die Frisur sitzt. Es ist bollenheiß, der Kreislauf gibt aber deutlich mehr her als die Beine, deshalb wollte ich auf den letzten 10 mal noch was rauskloppen – geht dann aber doch nicht. Natürlich habe ich jetzt Blei in den Oberschenkeln, das kann ja nicht anders sein. Aber voll in Ordnung. In Dettingen sehe ich endlich meinen Grünen Stuhl und mein Schild. Wenn ich da jetzt reinsitze, komm ich nie nie wieder raus – man hat Verständnis für mich 🙂 Die Verpflegung im Ermstal ist übrigens lückenlos. Schon seit km 10 gibt es Cola, und im Gegensatz zu vor 6 Jahren reicht das auch bis zum Schluss. Iso, Wasser, Schwämme, immer wieder Bananen und Riegel, und total nettes Personal. Sehr viele Streckenposten in CREW-Shirts sind aufgestellt. Absolut vorbildlich, vor allem für einen so kleinen Lauf.

In Dettingen stehen gerade die Walker in der Startaufstellung, sie laufen die letzten Kilometer mit uns. Was für ein Glück, vor ihrem Start hier durchzukommen. Die Stimmung ist aber auch hier exzellent und ich werde vom kompletten Feld im Vorbeilaufen angefeuert. Bissle mitmachen musst da natürlich schon auch, und da das heute ein Spaßmarathon ist, mach ich auch schön Quatsch 🙂 🙂

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Die letzten 4 Kilometer werden dann doch etwas beschwerlich, ich laufe schon auf Reserve. Bei km 41 sehe ich, dass noch eine Zielzeit unter 4:30 drin ist, wenn ich nicht zu sehr trödle und keinen Mist mache. Doch kaum zuende gedacht, taucht eine weibliche Silhouette vor mir auf. Gehend.

Und der Verstand setzt schlagartig aus. Hier kannst Du noch kurz vor dem Ziel eine kassieren. Ich pirsche mich langsam ran und überhole dann im Affenzahn, inklusive Überraschungseffekt und Endbeschleunigung. Die Damen möchte zwar nachsetzen, aber wer vorher schon Gehpausen macht, kann so einem Angriff meist nicht mehr viel entgegensetzen – ich weiß es nur allzu gut. Die gemachte Beute (ohnehin völlig sinnlos, da falsche AK) bezahle ich damit, dass ich direkt hinterm Ziel sofort japsend auf die Zeitnehmerbank flatschen muss. Das Tempo-Personal macht ob der Belästigung kein allzu erfreutes Gesicht, sagt aber nix. Wolfgang und Hund sind da, Axel B ist schon längst im Ziel, Norbert vermisse ich. 4:27 bin ich gelaufen.

Jetzt warten wir auf Jochen (der diesmal über keinen Ameisenknochen stürzt) und Keule, sie können höchstens eine Stadionrunde hinter mir sein. Stimmt auch, sie kommen gleich. Das wird gefeiert: Jochen und Keule gnadenlos versägt 😉 Danach kommt Norbert, aber da habe ich schon längst ein Bier in der Hand und sitze im Schatten. Axel kommt dann auch gleich, und so tröpfelt langsam alles herein. Joachim, Birgit, Gise, Gerhard mit Teddy, alle halt.

Birgit ist 2. in der AK, ich 3., und so nehmen wir noch die Siegerehrung mit. Es gibt ein schön mit dem Logo besticktes Handtuch. Allein das war’s wert 🙂 Der Tag lief komplett anders als geplant, aber manchmal hat man halt einfach Schwein 😉

Danke an Wolfgang, Gise und Jochen für die Fotos !! 🙂

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