Illermarathon – 6.6.2015

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Über wieviel‘ Brücken musst Du gehn?

bernie-1 greppi-1 vroni-1 vroni-2Von Hirabira und Krötenfreunden – für den Laufbericht vom Greppi bei M4You kannst Du hier klicken.

Illermarathon in der Neuauflage – schon viele Jahre gab es ihn bei Tag und ich glaube als Begegnungsstrecke, nie bin ich ihn gelaufen. Jetzt hat Joachim Saukel die Organisation übernommen – tat er das nicht auch schonmal beim Voralpenmarathon, den es inzwischen leider nicht mehr gibt? Da er auch noch andere Veranstaltungen organisiert, darf man also getrost von „was Gscheitem“ ausgehen.

Start um 20 Uhr, das bedeutet allerdings auch schwer nächtliche Heimfahrt im post-Marathon-Modus, darauf bin ich nicht wirklich scharf. Dann lieber doch nach Schefflenz? Bis mir der Herr Schauläufer – ganz Kavalier der alten Schule – sehr nett anbietet, meinethalben einen ordentlichen Umweg in Kauf und mich mitzunehmen. Da kann ich nicht nein sagen.

Die Entscheidung erweist sich als richtig, denn wir erleben ein glutheißes Wochenende. Weit über 30 Grad am Vortag mit nächtlichen Unwettern, Schefflenz gleicht einer Waschküche, und ich denke den Tag über mitleidsvoll an Gerhard, Teddy, Conny, Dieter, Annette, Ralf, KLaus, Carmen und Edwin, die sich dort jetzt abquälen.

Auch heute 30 Grad, für den Abend sind Gewitter angesagt. Klaus holt mich um 14 Uhr ab, wir inhalieren noch schnell ein paar Nudeln, da die Zeit knapp bemessen ist und wir natürlich schon fast im Verzug sind. Er hat eine Überraschung mitgebracht: Einen Fiat Panda (love) mit ohne Klimaanlage. Kurz denke ich darüber nach, ihn zu erwürgen, denn es steht keine Alternative zur Verfügung. 200 staufreie Kilometer später stehen wir komplett gegrillt am Zielort in Kempten. Schnell umziehen und den Bus nach Immenstadt suchen, die Zeit reicht gut. Der Bus ist auf den letzten Platz voll, es bleibt aber auch keiner draußen.

greppi-2 greppi-3 greppi-4 greppi-5 greppi-6 greppi-7 greppi-8 greppi-9 greppi-10 greppi-11medailleAuch die Bayerische Fraktion hat es in den Bus geschafft: Greppi, Charly und Bernie haben noch Jan und einen schnellen Michael mitgebracht. Bernie schenkt mir eine handgefertigte Medaille zur Schönbuch Trophy (dort gab es keine), ich bin total von den Socken. Der Busfahrer erzählt, dass er nachher auch mitläuft (?), und dann erzählt er die ganze Fahrt über an jeder Ecke irgendwelche Heldentaten von 1950. Wo wir hinmüssen, das weiß er aber nicht so recht. In Immenstadt hängen zum Glück ein paar Beschilderungen.

Zwei Stunden bis zum Start hängen wir nun in dem Schulkomplex herum, uns ist mächtig langweilig und ich habe natürlich Hunger. Man kann Würstchen und Kuchen kaufen, aber es gibt keinen Eiskaffee. Eine Stunde später kommt der Bus der „Trail“-Läufer an. Der „Trail“ besteht sozusagen aus der Marathonstrecke ab Kilometer 17, ist aber kein Trail, auch wenn es hie und da ein paar holprige Stellen gibt.

Wir treffen noch Gabi und Peter, Anton, Thomas aus Sonthofen, Ingrid, Roland und Vroni, und ich sehe  Winfried, den ich von meinem ersten APM kenne. Die Warnwesten sind im Startpaket inbegriffen und eine gute Sache, vor allem da sie sehr leicht sind. Stirnlampe ab 20:30 ist Pflicht – meine funzelt nur noch so vor sich hin, aber Greppi und Bernie haben gute Scheinwerfer.

Das Wetter ist schon seit Tagen Thema Nummer 1. Es ist klar, dass da was kommt, es braut sich schon zusammen. Die Frage ist: Was, wann, wieviel und wo. Unwetter mit umherfliegenden Ästen und Hagel sind durchaus denkbar, aber trotzdem kann es kaum so abkühlen, dass man eine Jacke braucht. Die meisten Sorgen mache ich mir um meine Frisur.

In der Startaufstellung hören wir schon den Donner, und die ersten Tropfen fallen. Joachim erklärt fröhlich durch den Lautsprecher, dass es kein Gewitter geben wird 🙂 Alles johlt. Greppi sagt, ich darf nur mit ihm laufen, wenn ich ihn nicht die ganze Zeit zutexte – was denkt der eigentlich von mir *schmoll*. Die erste Stadionrunde strafe ich ihn deshalb mit eiskaltem Schweigen. Und schon sind wir draußen auf dem Illerdamm.

Die ersten 17 Kilometer laufen wir auf der einen Seite der Iller nach Sonthofen und auf der anderen wieder zurück. Klingt öde, ist aber in Ordnung, da es schön ist. Blitz und Donner begleiten uns, sind aber weit genug entfernt. Spätestens bei km 5 hat es sich eingeregnet und ein Shirt mit Ärmeln wäre jetzt doch kein Fehler gewesen *grummel*, zumal natürlich wieder Wind geht.

Axel hat die VP bei km 10 in Sonthofen, er und seine Mannen sind in bunte Ganzkörper-Regenklamotten gehüllt und sich nicht zu schade, auch die Letzten im Regen zu begrüßen. Es ist schon recht ungemütlich, aber es geht grad noch.

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Wir laufen zügig, das Tempo werd ich nicht bis zum Schluss durchhalten, aber der Greppi auch nicht 🙂 Bernie passt sich an, er hat heut nix vor. Thomas läuft auch noch lange mit uns. Wir sind von Anfang an ziemlich weit hinten im Feld, aber wen juckt’s. Der Lauf ist einsam – auch Klaus, der viel weiter vorne läuft, berichtet von menschenleeren Passagen. Müsste ich hier alleine laufen, ich würde mal wieder tausend Tode sterben und es außerdem hassen. Das war ja aber von vornherein klar.

bernie-2 bernie-3 bernie-4 bernie-5 bernie-6 bernie-7 bernie-8 bernie-9 bernie-10In der zweiten Hälfte werden wir langsamer und halten uns auch länger an den VPs auf, erschrecken ein paar Katzen und retten ein paar Kröten. Der Regen hat wieder aufgehört, die Klamotten bleiben aber noch lange nass und trocknen nur langsm. Naja – der Grundgedanke von der lauen Sommernacht am plätschernden Fluss erfüllt sich nicht ganz, aber es ist trotzdem ok. Bei Nacht gibt es natürlich auch nicht viel zu gucken. Einige Passagen stimmen mich gut auf Biel ein. Sanftes Glockengebimmel wilder Tiere und engagiertes Krötengequake erfreuen das Ohr, es duftet nach Land und Heu. Allgäu halt. Lass mich hier nochmal bei wirklich schönem Wetter laufen.

Über größere Abschnitte entfernt sich die Streckenführung auch vom Fluss, hier gibt es dann doch den einen oder anderen Höhenmeter zu überwinden, was wir zu großzügigen Gehpausen nutzen. Wir machen das Beste draus, kann man getrost so sagen, und unsere kleine Gruppe funktioniert. Die Streckenmarkierung ist eindeutig und es sind auch sehr viele Helfer im Einsatz, ausnahmslos freundlich. Die VPs kommen zuverlässig alle 5 km und sind eines Ultras würdig ausgestattet. Da kannst echt nicht meckern.

Die Strecke hat genau die richtige Länge, es passt alles, und aufgeräumt erreichen wir die Stadt. Auf dem letzten Kilometer müssen noch ein paar Meter gutgemacht werden, und wir nähern uns dem Ziel nicht auf dem direktesten Weg. Doch dann geht es plötzlich ganz schnell, Zielbogen, zack, zwei Schritte weiter und wir stehen mit einer Zielzeit von knapp unter 5 Stunden in der proppenvollen Halle. Klaus wartet schon. Es ist eng und chaotisch, Antje und Michi schuften an der Zielverpflegung. Nach uns kommt nicht mehr so viel 🙂

Ein schöner, herzlicher und sympathischer Lauf und eine gelungene Premiere, wenn man sich das ganze bei trockenem Wetter vorstellt. Organisatorisch passt alles – bis auf die lange Wartezeit vor dem Start, da wäre noch eine Hüpfburg und Kinderschminken nett gewesen, das war doch etwas arg öde, grad für Leute wie uns mit weiterer Anfahrt zieht es sich so unnötig in die Länge. Aber da bin ich zuversichtlich, dass den lieben Allgäuern bis nächstes Jahr noch was einfallen wird 🙂

PS: danke für die Fotos an Greppi, Bernie und Vroni

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Eine Antwort zu Illermarathon – 6.6.2015

  1. Thomas schreibt:

    Hi Kati,
    wie? Ein Bericht ohne Kommentar??? Geht ja gar nicht! 😉
    War super, dass wir wieder einmal zusammen laufen konnten 🙂 Von den kleinen Anstiegen war ich auch überrascht.
    Wenn du mal was lustiges lesen willst, hier ist der neueste Streich von Axel:
    http://allgaeu-ausdauer.de/2015/06/swimrun21-das-wohl-verrueckteste-training-der-saison/#more-9480
    Viele Grüße und hoffentlich bis bald mal wieder 🙂
    Thomas

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