Trollinger Marathon – 17.5.2015

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RUN LIKE AN ANIMAL – heute: Idefix

der 100. Marathon steht auf dem Programm. Ist es zu fassen. Der Kleine Statistiker in mir hüpft vor Entzücken, die Zahl an sich – und vor allem das was dahintersteckt – ist mir dann doch eher ein wenig suspekt. 100 Marathons. Was habe ich früher von „solchen Leuten“ gedacht? Hat der denn keine anderen Interessen? Doch, ich laufe auch gern Halbmarathons und wenn’s sein muss auch Zehner. Ich lese auch gern mal was, aber da finden sich ja quasi noch schwerer Gesprächspartner als beim Laufen Laufpartner. Hat der keine Familie (doch), keine Heimat (doch), keine Arbeit (doch), sonst nix zu tun (doch, leider) und keine Freunde? Doch, aber meine Freunde sind fast alle Läufer, also muss ich laufen, wenn ich die sehen will. – Seis drum. Wenn einem halt nix Neues mehr einfällt (?), dann bleibt es nicht aus, dass man irgendwann auch vor dem 100. Marathon steht. Kann auch der Laie leicht nachrechnen. Falls es jemand genau wissen will, die Ultras sind da mitgezählt (understatement rulez) und etwas mehr als ein Drittel davon.

So. Ich hoffe, Ihr seid jetzt alle ordentlich beeindruckt. Jedenfalls diejenigen, die ich heute nicht getroffen und bei denen ich nicht schon persönlich angegeben haben wie 10 nackte Neger (darf man nicht mehr sagen, und schreiben schon gar nicht, auch wenn’s nur Mundart und kein politisches Statement ist) sonstwas. st-1 OLYMPUS DIGITAL CAMERA K640_IMG_15758 Uhr Heilbronn Frankenstadion, feiertäglich gestylt im schicken ENSINGER-Dress finde ich mich am Stand meiner Wohltäter ein, die mich nicht nur zum Start eingeladen haben, sondern mich auch bestens über die Strecke hydrieren werden. Sehr nett, dass ich hier jetzt das vierte Jahr in Folge eingeladen bin, ich weiß das durchaus zu schätzen 🙂

Der Himmel ist bewölkt, es hat 14 Grad, ein Aufriss und Sonne sind versprochen. Bei der Taschenabgabe und in der Startaufstellung treffe ich viele der oben Erwähnten, alle zwei- und dreistellig, KLaus läuft heute seine Nr. 814 und ich wette, die meisten haben mehr als ich. Kleiner Check: alle normal. Gut. Langsam beruhigt sich mein Gewissen. Nur meiner Mutter darf ich das nicht erzählen. Die fragt mich immer „Wie lang willste denn das noch machen?“ und dann sage ich gerne mal „Bei 100 hör ich auf.“ Bis jetzt hat sie noch nicht nachgefragt – wahrscheinlich denkt sie sich ihren Teil.

anton-1 anton-2 anton-3 anton-4Start aus Startblock Z ist hier kein Problem, denn es hat Platz genug für alle und nach spätestens 2 km läuft man frei. Kein Gedrucke, kein Gedränge, keine nervigen Partyfritzen. Love 🙂 Für heute habe ich nur einen einzigen Plan: anständig ins Ziel kommen. Stell Dir vor es ist Dein 100. Marathon und Du machst ein DNF. Ok, wird dann auch seine Gründe haben und wäre ok, muss aber nicht sein.

<—- dieser Herr hier lief auch seinen 100., hat es aber medial deutlich weiter gebracht als ich 🙂 er wird sogar in dem Anton seim Bericht erwähnt …

Stell Dir vor es ist Dein 100. Marathon und Du leidest ab km 13 wie ein Hund (was ich beim Trolli immer tue). Nee, braucht auch keiner. Nach dem Spitzenerfolg in Mannheim letzte Woche erscheint eine Zielzeit von 4:30 keineswegs bescheiden. 2014 hatte ich 4:36, 2013 sogar 5:11 – aus Gründen, aber ist ja jetzt egal.

<—- das da war auch ne geile Aktion 🙂

Ich laufe also einfach mal los, nicht schnarchig, aber auch nicht wirklich schnell, und mir ist sowas von wurscht was auf der Uhr steht, dass ich gar nicht drauf gucke. Merkwürdig schnell sind wir bei km 5, dann bei km 10. Sogar den Kotzbuckel (der heißt offiziell so) renne ich am Stück hinauf, der kommt mir heut so kurz vor? Oben stehen Nicole und Jochen, aber ich kann nicht anhalten. 10 km deutlich unter einer Stunde. Oben bin ich mit Nici an der VP verabredet. Was ist das? Das zierliche Persönchen ist plötzlich kugelrund? Was für eine schöne Überraschung – made my day 🙂

Ich flitze den Berg hinunter und bin weiterhin verblüfft, wie kurz die Kilometer heute sind. Es wird deutlich kühler statt wärmer, die Wolken werden dunkler, der Wind nimmt zu und ist richtig unangenehm (sagte ich es nicht, 2015 das Jahr des Winds). Es regnet – na toll, jetzt ist die Frisur fürs Zielfoto ruiniert. Die Stimmung ist bombig, wie immer beim Trolli. Echtes Halligalli in jedem Dorf. An den VPs gibt es alles, den Wein lasse ich aus, nur keine Dixies. Wahrscheinlich gibt es welche, aber ich sehe erst bei km 19 eins. Gefühlte 4 Minuten Pause und Händewaschen sind heute locker drin, wozu die Hetze.

Schwupps da ist ja auch schon der Halbmarathon, Blick auf die Uhr, so um die 2:03. Mühelos. In Mannheim war das schwieriger. Öde wird es erst hinter km 25, als es auf diese furchtbare Landstraße geht. Was hab ich hier schon geschwitzt. Besser heute. Es wird aber langsam wärmer jetzt. Ängie holt mich ein und vertreibt mir ein wenig die Zeit. Sie hat – nach eigenen Angaben, merken tut man nix – schon diverse Weinproben genommen. Ich wäre tot.

Irgendwann hinter km 32 sind Nicole und Jochen wieder da und begleiten uns auf dem Rad. Mir läuft’s wieder. Hoffentlich hat Jochen jetzt nicht auch noch einen Radunfall (Achtung Insider), sonst fällt er als Unterhaltung völlig aus. Das wär blöd. Wir hecheln uns mal kurz durchs ganze Feld, sowohl läster- als auch lauftechnisch. Überhole ich etwa? Wow, das muss lange her sein. Ok, ich BIN müde, die hintere Muskulatur ist angespannt und ich spüre die Zerrung, aber das rollt einfach heute.

Bei km 38 laufen wir in den Halbmarathon hinein, und Nicole und Jochen biegen ab. Die Halbmarathonisten sind langsam, sie laufen auf eine Zielzeit von 2:40 (netto bestimmt auch 2:30) und lassen sich gut überholen. Zickzacklaufen ist angesagt, aber nichtmal das kann mich heute nerven. Bei km 40 sammle ich Hadi ein, der hat Schuh. Kann auch nicht dranbleiben. ensinger

BÄM – aufrecht und fett grinsend wie ein Weltklasseläufer frogge ich bei 4:13 durchs Ziel. Spiel, Satz, Sieg – das war geil. Jetzt noch ein paar Bier und mit Tina, Niko, Katrin, Axel, Birgit und Norbert in der Sonne sitzen. Noch Fragen?

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10 Antworten zu Trollinger Marathon – 17.5.2015

  1. Carmen schreibt:

    Glückwunsch zum „Runden“! 🙂
    War schön, Dich mal wieder zu treffen.

  2. Theo schreibt:

    Nein, keine Fragen mehr. Dem kleinem Statistiker in Dir sei gesagt: 100 x Marathon (ohne Überlängen) entspricht etwa der Diagonalen durch das zivilisierte Europa von Tallinn (Estland) im Nordosten (über Warschau, Berlin, Düsseldorf, Paris, Bordeaux) nach Lissabon (Portugal) im Südwesten. Alle Achtung und großen Respekt! LG Theo

  3. Markus schreibt:

    WOW! Glückwunsch zum 100.!

  4. Schauläufer schreibt:

    Mädle du mach’sch Sacha. Läufst du den nächsten mit gaggelichfarbenen Hemdle, wenn wir gackern.
    Gratulation, zu den 100 mal 42. Umgekehrt wäre des doch auch noch ein Ziel. Also 42 100er. Noch ein paar mal Biel und du hasch es.

    Grüssle Klaus

  5. Thomas schreibt:

    Reschpekt 🙂 🙂
    Sehen uns dann bei deinem 10x., falls die Stirnlampe nicht ausfällt 😉

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