SCHÖNBUCH TROPHY – 25. + 26.4.2015

.plakat www.eventservice-stahl.de

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Danke für die Bilder an Bernie und Greppi und Jochen 🙂

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Wenn eine Premiere so abläuft wie die der Schönbuch Trophy, dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch Axel Stahl und DANKE für diesen geilen Lauf 🙂

Ein neuer Fleggawetz in heimischen Gefilden? Ehrensache. Familientreffen. Anja, (Doppel)Axel, Birgit und Norbert, Andi, Dani mit Doris und Grace, Ewald, Jochen, Gerhard, Holle, Ralf, Teddy, Udo, da wird nicht lang gefackelt. Greppi, Charly, Bernie und Jan lassen sich auch nicht lang bitten. Branka und Heidemarie sichern das Feld nach vorne, von der Trailfraktion stehen Mauki, Johannes und einige Prominenz am Start. Der Frauenanteil ist beschämend niedrig: Von 202 Finishern gerade mal 31. – Der pedalophile Teil der Veranstaltung am Vortag scheint ebenfalls gut besucht, interessiert uns aber nicht weiter 🙂 Im Starterfeld fallen kaum „typische Radler“ oder „typische Triathleten“ auf, vermute die sind eher in der Unterzahl und mehr auf den kürzeren Strecken.

Für harten Diskussionsstoff im Vorfeld sorgt die antizipierte Streckenbeschaffenheit, denn die etwas gewöhnungsbedürftige Website lässt lange mit einem Streckenplan und den Fakten auf sich warten. Wieviel Trail wird es geben, und wieviel Trail ist echter Trail, und wenn es mehr als 0,1 % Asphalt gibt, dann ist es kein Trail … undsoweiter. Amuse me. Nachdem abgeklärt ist, dass es sich nicht um einen unverpflegten Orientierungslauf durch Gestrüpp handelt, sind mir die Feinheiten egal. Tatsache ist, dass es im Schönbuch keine hochalpinen Trails geben kann, und dass Großteile der Strecke auf mehr oder minder laufbaren Waldwegen verlaufen müssen. Bei den „Trails“ wird es sich eben um kleine Waldwege oder Trampelpfade handeln, und fertig. Johannes läuft die Strecke kurz mal ab und bestätigt das.

Für den Veranstaltungstag sind Regen und sogar Gewitter angesagt, was wir dann tatsächlich bekommen sind über 20 Grad ohne die kleinste Wolke am Himmel. Start um 11:30. Ist es herrlich? Kann man es aushalten? Genügend Parkplätze vor der Stadthalle, Infrastruktur gut geregelt, alles läuft. Mit den Startunterlagen bekommen wir ein sehr schönes Funktionsshirt. Auf dem Marktplatz sitzen unsere Bayern schon beim Kaffee in der Sonne. Dort sitzen wir dann auch noch, während der kleine Starterkorridor sich massiv füllt. Ich schätze so ca 500 Personen, etwas über 200 sind auf dem Marathon T42, der Rest verteilt sich auf den T12 und die Staffeln. Der puppenstubenartige Marktplatz ist prall gefüllt, auch mit Zuschauern.

Pünktlich schicken uns Axel und Peter hinaus, erst einmal den Anstieg hinauf. Schnell sind wir an einer langen schmalen Treppe mit vielen Kehren und stehen im Stau. Macht nix, wer vorne mitlaufen will, wird sich auch vorne reingestellt haben. Nach der Treppe hat sich das Feld schon entzerrt. Jochen hat mir sein Geleit angetragen, muss aber erst noch hinten danach schauen, dass Gerhard und Teddy nicht ganz so viel Blödsinn machen. Pfüüh es ist heiß! Charly sehe ich nur noch kurz von hinten, Anja zischt auch erstmal ab, und so laufe ich immer wieder in der Nähe von Greppi und Bernie und zeige ihnen die schöne Landschaft. Wunderbare Ausblicke bis hin zum Albtrauf. Eine ausnehmend schöne und abwechslungsreiche Streckenwahl.

Ich laufe eher verhalten los, wer weiß, was da noch kommt 🙂 Die zweite VP um km 8 herum ist schnell erreicht, Jochen hat mich inzwischen auch eingeholt. Leider bleibt unser Schaulaufen aber nur ein kurzer Spaß, denn bald schanzt er gekonnt über ein Hindernis und schickt mich nach vorne weg. Doof. Aber bald fange ich Anja, Greppi und Bernie wieder ein – Anja fehlen die langen Läufe und Bernie hat Wade. Alles ist easy, und der Planet sticht. Jetzt wäre eine VP nett, aber sie kommt erst bei km 17,5. Stand zwar alles so in der Ausschreibung, aber ist trotzdem auf die lange Restlaufzeit gerechnet nicht gut, auch bei kühleren Temperaturen als heute. Hier lässt sich sicher noch was machen.

Mir kommt es auch so vor, als seien die Riegel nicht an den Stationen verfügbar, an denen sie ausgeschrieben waren, aber wollen wir mal nicht unnötig spitzfindig werden. Jedenfalls laufe ich so langsam in ein Hungerloch, auch wenn es überall reichlich Bananen und Gels gibt, aber das nützt mir eben nix. Natürlich erwarte nicht mal ich auf einer Marathondistanz ein Mittagessen 😉 aber hier haben wir ja einen Landschaftslauf mit längerer Laufzeit, da gilt nicht das Gesetz der Straße. An anderen Stationen sind die Riegel im Überfluss vorhanden, also müssen sie im nächsten Jahr einfach nur anders aufgeteilt werden 🙂

Mit Bernie passiere ich die Halbzeit nach ca 2:30, das ist gut im Plan, ich hatte mir eine Laufzeit von 5:30 – 6 Stunden ausgedacht. Wie es im Moment ausschaut, wären sub 5 durchaus noch ein Ziel. Doch die Temperaturen sind zu hoch. Die transpirierte Salzmenge ist enorm und die Elektrolyte gehen unaufhaltsam in den Keller. Ich bin dankbar für jede lange Waldstraße, denn meine Augen machen heute so gar nicht mit, und das Laufen auf den wunderbaren kleinen Trampelpfaden und Quersträßchen strengt mich viel mehr an als sonst. Zu viele wackelige optische Signale wirken sich ja bei mir dann gerne mal auf den Kreislauf aus, und so bin ich die ganze Zeit über schon vorsichtig und wachsam. Immer wieder überholen wir Läufer, die sich schon wesentlich mehr quälen und teils auch viel zu warm angezogen sind. Ich warte auf Dani, aber sie kommt nicht.

Greppi und Anja lassen sich zurückfallen, und so laufe ich immer wieder ein Stück mit Bernie. Die Strecke ist wirklich schön und tatsächlich so abwechslungsreich, dass ich heute schon nicht mehr sagen könnte, bei welchen Kilometerabschnitten nun welcher Bodenbelag kam. Weil es mir auch wurscht ist. Es gibt einige kürzere heftige Anstiege, einige zähe lange leicht ansteigende Passagen, aber auch schöne abfallende Autobahnen. Für meinen Geschmack genau das Richtige. Der Cascadia erweist sich als der optimale Schuh, ein Nimbus hätte aber auch ausgereicht. Der Schönbuch trägt sein Prädikat „Wald des Jahres 2014“ zurecht. Die Helfer sind saunett. Die Streckenmarkierung lässt keine Fragen offen und genügt vollauf, ist wiederum aber nicht so üppig, dass man unaufmerksam sein könnte.

Punkt km 30 laufe ich auf den Axel auf, so wie immer. Diesmal hat er hintenraus aber die besseren Karten und zockt mich rigoros wieder ab 🙂 Während es mir hinter km 32 auf einmal so den Kreislauf wegzieht, dass ich mich wirklich prüfen muss, ob Weiterlaufen vertretbar ist. Mir ist dizzig und schlecht, weil ich an der letzten Station zu viel gegessen habe, bzw weil es einfach schon zu spät dafür war. Meine Augen spinnen, und in den holprigen Passagen muss ich ganz ganz vorsichtig laufen. Eine Überdosis Cola an der nächsten Station hilft, essen kann ich nix mehr. Den nächsten Sani frage ich auch gleich nach Cola, und er gibt mir noch Traubenzucker mit, der hilft. Axel und Bernie sind längst weg. Wir sind im schattigen Wald auf kleinen, verwinkelten Wegen, teils an Hängen entlang. Umfallen wäre kontraproduktiv, zumal das Läuferfeld schwer entzerrt ist. Die Sub 5 sind futsch, aber von mir aus.

„Mir geht’s dreckig“ hat sich inzwischen auf einem vertretbaren Level eingependelt, so dass ich mir keine Gedanken um meinen Verbleib mehr mache. An der letzten VP bei km 39 machen die Jungs so viel Quatsch mit mir, dass es mir schlagartig besser geht. Ab da laufe ich wieder wie ein Reh. Es geht ein Stück auf Asphalt bergab, hier sind Horden von Wanderern und ich habe keine Lust zu bremsen. Das Ziel kann nicht mehr weit sein, ist aber weder zu hören noch zu sehen und noch nichtmal zu erahnen. Die 42 km stehen längst auf der Uhr, der Weg deutet ins Tal, und – was ist das !!! – eine Kehrtwende und ein letzter senkrechter Anstieg von vielleicht 50 Metern. Der arme Streckenposten am oberen Ende hat vermutlich in den letzten Stunden sein Vokabular erweitert und ich füge noch ein herzhaftes SACKZEMENT hinzu.

Noch schnell über ein Wiesle, und hier sitzt Norbert am Einstieg zur finalen Treppe. Es ist nicht dieselbe, die wir am Anfang hinauf sind. Ich grinse über die Schikane. Nicht schlecht. Allerdings liegt Sand auf der Treppe, und was wäre, wenn hier um den Sieg gelaufen würde? Kriminell. Auch das anschließende steile Kopfsteinpflaster vor dem Zieleinlauf wäre bei Regen eine echte Herausforderung.

In der letzten Kehre vor dem Ziel strackt ein johlender Fanclub in der Sonne – dort werde ich in 5 Minuten auch sitzen. Charly, Axel 2, Bernie und Jan sind dabei. Zieleinlauf mit persönlicher Begrüßung durch Peter und Axel, und Axel 1 wartet auch gleich dahinter noch auf mich (einfach zuviele Äxel heute unterwegs). Jetzt. Ein. Bier. Leider gibt’s nur Radler, aber dafür noch Hefezopf. Schlüsselanhänger aus Holz mit eingebranntem Logo bekommen nur die Altersklassengewinner, und natürlich gehöre ich da mit 5:23 nicht dazu. So eine Medaille wäre toll! Die Zielverpflegung ist mehr marathon- als ultratauglich, was mich vollends davon überzeugt, dass dieser wunderschöne Lauf eigentlich mehr Ultra-Charakter hat und auch einer sein sollte. Axel Stahl, machst Du noch so 5 – 8 Kilometer hintendran, und das Ding hat ein Kultpotenzial wie der Albmarathon. Ich würde auf 50% mehr Starter wetten mit Selbstläufergarantie (und hätte noch ein paar Ideen zur Vermarktung).

Aber Hauptsache: Mach ihn nächstes Jahr bitte nochmal. Ich bin der Erste auf der Meldeliste.

.. und hier ist noch ein schönes Video von Kai (unbekannterweise) – der war etwas schneller unterwegs als ich 🙂

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9 Antworten zu SCHÖNBUCH TROPHY – 25. + 26.4.2015

  1. Sigrid schreibt:

    Freut mich, euch wieder mal gemeinsam auf einem Foto zu sehen
    Gruß Sigrid

  2. Gerhard Bracht schreibt:

    Kati,mal wieder prima geschrieben.Kann voll und ganz Deiner Meinung über den Lauf .Das einzige ws mich ärgert ist:WIESO LÄUFT TEDD SOOOOOOO EINE TOLLE ZEIT??? Ich kann es nicht glauben:-(((((((

    • Kati schreibt:

      der Ted ist ein Stück SanCar gefahren, weil er jemanden retten musste. Dann ist er wieder ausgestiegen und ins Ziel gelaufen 🙂

  3. Ralf Windisch schreibt:

    Hallo Kati,
    toller Bericht!

    Grüße Ralf

  4. Ralf schreibt:

    man muss halt auch mal genießen können!

  5. Greppi schreibt:

    Hascht prima gschieben Mauserl 🙂

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