Bienwaldmarathon Kandel – 8.3.2015

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Kinder, wie die Zeit vergeht. Start Nummer FÜNF in Folge in Kandel… die ersten 35 hab ich leider verpasst. Kleiner Spaß am Rande, höhöhö. Man merkt es schon, ich bin gut gelaunt, es kann also so schlecht nicht gewesen sein. Wie soll es auch, der erste richtig sonnig warme Tag des Jahres, mit vielen Freunden und Bekannten – in Gedanken schließe ich die beiden ein, die heute nicht hier sein können.

Über eine Stunde Zeit vor dem Start reicht weder Birgit noch mir aus, um alle wichtigen Fachgespräche zu führen. Meine Rennstrategie ist schon klar: Heute wird nicht getrödelt. Sub 4 kann ich keinesfalls laufen, Positives Denken Ja, Kompletter Realitätsverlust Nein. Ich wünsche mir, dass es gut läuft, und ich mit 4:08 – 4:11 ins Ziel komme. Das sind meine Lieblingszeiten, und für die muss ich mich inzwischen schon richtig richtig anstrengen. Die Ergebnisse der letzten Läufe lassen aber eher in Richtung 4:20 prognostizieren.

Das seit dem Bottwartal geplante Duell mit dem Grünen Knallfrosch muss entfallen. Er kneift und meldet sich nur auf den Halbmarathon. Nicht ohne auf den ersten Kilometern fröhlich neben mir herzutraben, um mich möglichst vom ernsthaften Laufen abzulenken. Huldvoll lasse ich mich ein paarmal fotografieren und scheuche ihn dann seines Weges.

Kaum ist er weg, merke ich aber schon, wie langweilig Kandel ist. Im Moment ist es noch voll, wir laufen noch mit dem Halbmarathonisten und Du musst gucken, wo Du hintrittst. Aber die langen Ziehwege und Geraden, die endlosen Waldstücke, die Hölle von Kandel, sie lassen sich schon erahnen. Jetzt erstmal cool bleiben und vor allem nicht zu schnell laufen. Meine Form gibt das nicht her. Ich schiele nur ab und zu auf die Uhr, es ändert nix, ich kann nur, was ich kann.

Der Schauläufer überholt mich bei km 7, ist es zu fassen, macht der Kerl sich hier einen faulen Lenz. Im Halbmarathon kommen mir Regina und Andreas mit einem Affenzahn entgegen – Regina gewinnt die AK in 1:34. Es zieht sich, bis der HM endlich abbiegt, hinter km 13. Wir sind schon längst auf diesem furchtbaren Streckenabschnitt, den es nachher retour geht. Freckenfeld – immer noch ein Schreckgespenst („v’rreckt in Freckenfeld“ – best Wortspiel ever).

Kaum ist der HM abgebogen, geht es hier richtig los. Es wird sich gleich etwas abspielen das so skurril ist, dass ich es wahrscheinlich nicht richtig aufs Papier bringe. Hast Du sowas schonmal erlebt… Stunden später muss ich immer noch darüber lachen, es ist so blöd… so blöd… das muss in den Blog, unbedingt … – kleiner Einschub: die letzten Wochen überlegte ich ernsthaft, den Blog zu schließen oder zumindest nicht weiterzuführen. Ständig von denselben Läufen zu berichten ist doch auf Dauer öde, und so viel Neues passiert nach 4einhalb Jahren Bloggen und XY Jahren Rennen nun auch nicht mehr. Wer soll das alles noch lesen wollen? Ok, aber heute lohnt es sich. Jetzt bekommt der Turbo-Gary seinen lustigen Bericht. endlich. – Einschub Ende.

Jedenfalls – verzeihen Sie mir bitte die verwackelten Buchstaben, aber es tippt sich so schlecht mit einem Lachkrampf – läuft da unweit von mir eine Dame, zusammen mit einem Herrn, und die beiden sind mir einfach ein ganz klein wenig zu langsam. Soweit so gut. Ich überhole unauffällig und gemächlich. Soll ja vorkommen. Freie Bahn. Doch wie ein geölter Blitz setzt die Dame dann wieder an mir vorbei. Auch gut. Noch denke ich mir nix. Nur dass mich die beiden irgendwie irritieren. Ich mag nicht hinter ihnen laufen, es ist nicht mein Tempo. Die Straße ist breit genug, aber sie sind mir ständig im Weg. Kann ja auch an mir liegen. Also wieder unauffällig vorbei. Keine 30 Sekunden später ist die Dame wieder vor mir. Das ganze spielt sich ohne jegliche Kontaktaufnahme ab, ihr Blick ist stur konzentriert auf den Boden gerichtet. Da ich ja nun wirklich nicht mit der größten Geduld gesegnet und außerdem schon müde bin – wir sind immerhin schon bei km 13 durch – fängt es an, mich zu nerven.

Doch erstmal werde ich abgelenkt. Gerhard läuft mit seiner Sub-4-Gruppe auf mich auf. Bisschen früh für meinen Geschmack, nicht grad gut für die Moral. Bei km 13 schon vom 4-Stunden-Pacer überrollt zu werden, ist einfach nur ÖRKS. Die 4:08 kann ich mir abschminken. Außer ich laufe da jetzt mit, wozu mich Gerhard sehr nett auffordert. – Ich beim Pacer mitlaufen. Schon öfter versucht, nie länger als 3 km ausgehalten. Die Dame latscht mir schon wieder vor den Füßen rum – sie macht auch keine Anstalten, die Gruppe irgendwie an sich vorbei oder sich schlucken zu lassen. Gerhard läuft 5:30 – das geht eigentlich noch. Bis zum Halbmarathon sollte ich das doch hinkriegen, auch wenn es mir einen kleinen Ticken zu schnell ist. Mein eigener Plan ist, den HM unter 2 Stunden durchzugehen, und Gerhard sagt, er läuft auf 1:57. Ok. Augen zu und hinein in die Pace-Gruppe. Es geht erstaunlich gut und hält mich auf Spur.

Doch jetzt entspinnt sich erst recht ein Duell mit der Dame, denn sie gibt sich nicht mehr damit zufrieden, mich ständig wieder zu überholen, sondern setzt sich jetzt fast schon demonstrativ direkt vor meine Füße. Als ob es mir nicht sowieso schon schwer fiele, überhaupt in der Gruppe zu laufen, jetzt auch noch das. Ich schlage ein paar Haken, aber sie kommt immer wieder. Gerhard bemerkt von hinten, dass ich „das“ nicht machen kann, und dass ich nicht nett bin. Ich könne doch jetzt nicht die arme Frau kaputtlaufen. – Naja. Unter uns. Ich hab nicht damit angefangen. Sich beim Marathon ab km 13 zu duellieren, und das noch mit jemandem, den man nicht mal kennt, auf sowas Hohles käme nicht mal ich…

Da ich eh weiß, dass ich mich im Moment komplett ins AUS laufe und irgendwann fürchterlich einbrechen werde, mache ich mir einen Spaß draus, ein paar gezielte Konter zu setzen. Dreimal sprinte ich richtig an ihr vorbei, um dann fünf Meter vor ihr – aber diagonal, nicht vor ihren Haxen – wieder einen gemütlichen Trab zu fallen. Autsch das tut weh. Aber es funktioniert. In der Kurve bei km 16 spielt die Musik und sie ist weg. Gerhard gibt gleich mal Prognosen ab, dass sie nicht mehr auftauchen wird – ich bin mir da aber nicht sicher – wenn ich nachher einbreche, wird sie sich bestimmt rächen. Ein Grund, den Schnitt so lange irgend möglich weiterzulaufen, nur um meine Ruhe zu haben. Ehrlich, ich bin wirklich nicht so – aber so ein komisches Verhalten, das hab ich wirklich noch nie erlebt… strange, sehr sehr strange.

Bis zum Halbmarathon ist es jetzt erfreulich, denn ich kann noch all meinen Lieben winken. Das mag ich so an Kandel. Pünktlich mit 1:57 hirschen wir über die Matte. Ich hab schon 1:58, bin ja nicht mit der Gruppe losgelaufen. Das passt. Noch kann ich den Schnitt so gut halten, dass ich fast schon übermütig werde. Ich könnte doch … schließlich laufen die hier nur sub 4 … das war doch „früher“ kein Problem … bla bla bla. Doch jeder einzelne Kilometer ist verdammt lang, und es wird wirklich schon richtig anstrengend. Ich nehme mir vor, so lange zu beißen, wie es irgend möglich ist. PEACE Mode gibt es heute nicht, heut wird sich nicht hängengelassen. Yeah.

Kurz und gut. Bei km 27 zieht mir irgendetwas gewaltig den Stecker. Der Rollladen geht runter. Isch kann net mehr !!! Ich bin noch nichtmal unterzuckert oder sowas, aber die Beine brennen und ich kann keinen Schritt mehr weiter. Nichtmal die Kinnlade bekomme ich wieder hoch als ich sehe, wie Gerhard mit seinem Trupp am Horizont verschwindet. Innerhalb von 20 Sekunden sozusagen. Ok. Ich schüttle mal meinen Schuh aus und richte mein Chipband. Hier kennt mich keiner. Dann schlurfe ich weiter. Was solls. 15 km auf dem Zahnfleisch, das ist mir ja nun auch nicht neu, und es wird vorbeigehen. Beim Zeus, bin ich PLATT !!! Irgendeiner ruft „Na, hast abreißen lassen?“ – ich kann nicht mal mehr den Kopf heben um zu schauen, wer da wohl Ärger will… mir doch egal 🙂 Ich bin soeben 14 km in einem äußerst löblich schnellen Tempo gelaufen, basta. Wenn die andere jetzt wieder kommt, ist es mir auch wurscht – was sowas angeht bin ich ein guter Verlierer 🙂 Sie kommt aber nicht. Hinter mir sind ja noch Tobi als Pacer für 4:15 und Marcel für 4:30, die wären auch eine nette Gesellschaft.

bernie-1Über den Rest gibt es nicht viel zu sagen. Es war schon schlimmer. Selbst auf der Hölle von Kandel hab ich schon mehr gelitten als heute. Ob ich jemals langsamer war – keine Ahnung — km 1 = 4:59, km 36 = 7:36 (hä?). Die letzten 3 km akquiriere ich noch einen sehr netten Mitläufer, Roland aus Tübingen, und in beachtlicher Restgeschwindigkeit rollen wir mit 4:11 über die Zielmatte.

Wunderbar. Der Empfang im Stadion ist grandios, Charly bringt Bier, wir stracken auf die Hochsprungmatte, machen uns gegenseitig Komplimente und warten auf den Greppi, Bernie, Axel, Annette und auf die anderen. Vinc ist schon da und hat seinen ersten Marathon mit 3:57 ins Ziel gebracht – Mann des Tages 🙂 Es wird dann aber doch bissle frisch, und so verpassen wir Birgit und den Turbo-Gary. Vom Greppi bekomme ich eine der limitierten Ausgaben seines Lauftagebuchs inklusive persönlichem Bravo-Starschnitt (Bild folgt) und Bernie schenkt mir noch einen großen M4you-Kalender, der hängt schon im Büro zum Angeben 🙂

what a great day – das Leben ist schön 🙂

vielen Dank an Jochen, Greppi, Bernie und Thomas für die Fotos !

 

 

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8 Antworten zu Bienwaldmarathon Kandel – 8.3.2015

  1. Joachim schreibt:

    Hi Kati,
    Gratulation zum Marathon-Finish! War wirklich ein toller Tag mit traumhaften Bedingungen!

    Schön Dich wieder einmal getroffen zu haben! Und vielleicht hast Du beim Fachgespräch mit Tina auch Anregungen für erfolgreiche Vorwettkampfverpflegung bekommen… 😉

    Viele Grüße und gute Regeneration,
    Joachim

  2. Kati schreibt:

    Hallo Joachim, nicht dass man von Euch nichts lernen könnte, aber ich bleib lieber bei meinen Käsebroten 🙂 Bis zum nächstenmal, Grüße, Kati

  3. Greppi schreibt:

    Hast Du gut geschrieben. Warum hast Du der nervigen Tante nicht einfach ein Bein gestellt?

    Griasle
    Greppi

  4. Jörg schreibt:

    Fein gemacht und mit der hinreichenden Lauferfahrung kann man solche Gegner schön platt machen – und sich selbst halt auch, aber nicht so sehr 😉

  5. Theo schreibt:

    Hi Kati !
    Blog schließen geht gar nicht. Was hätten wir dann noch Montags früh im Büro Erbauliches zum Lesen?!
    Wenn ich die Bilder so sehe, tut es mir echt leid, nicht dabei gewesen zu sein. Liebe Grüße Theo

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