Rheinzabern Winterlaufserie – 8.2.2015

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Nein, ich war tatsächlich noch NIE bei der Winterlaufserie in Rheinzabern. Das wundert nicht nur Gabi, sondern vor allem mich selbst 🙂 Dieses Jahr schaffe ich es wenigstens zum Abschlusslauf der Serie über 20 km. Die Distanz rechtfertigt die Anfahrt von einer Stunde. Doch Vorsicht – es geht in die Pfalz ! ich sag nur LEOPOLDSHAFEN… das passiert mir nicht nochmal… Wie nah dort alles beisammen liegt: Bellheim, Rülzheim, Rheinzabern, Kandel, und links unten geht es in das schöne Freckenfeld, dort wo ich schonmal tot umfallen wollte. Kandel ist auch bald, und ich kann NIX. Gut, mein Duell gegen den Grünen Superfrog steht eh auf (seinen) wackligen Beinen – aber die Performänce letztens in Rodgau hat ganz deutlich gezeigt, dass ich vom Marathon sub 4 (ich meine: DEUTLICH sub 4) weiter entfernt bin als Rülzheim von Bellheim. Also etwa so weit wie Hamburg von Sonthofen. Seis drum, ein paar schnelle Kilometer müssen her.

Der Plan ist, mit einem Schnitt von 5:30 ins Ziel zu kommen, also etwa bei 1:50. Es sind nur 20 km, und dafür darf ich keinesfalls 2 Stunden brauchen – obwohl mir danach wäre. Die letzten 3 Tage 40 km gelaufen und Rodgau steckt ja auch noch als passable Ausrede in den morschen Knochen. Ich treffe Regina. Sie will sub 1:30 laufen (und schafft das dann auch) und ich schäme mich. Schnell sammle ich noch ein paar Ausschreibungen ein, das macht einen professionellen Eindruck; das Jahr ist noch jung.

Die Veranstaltung wird überschattet vom Freitod des hier in der Gegend gut bekannten äthiopischen Läufers Abede Biruk, Jahrgang 1984, der nach den ersten beiden Läufen in der Serie führte. Ganz frisch ist die schlechte Nachricht, und vielfach Gesprächsthema. Es gibt eine Schweigeminute am Start und auch einen Spendenaufruf, damit seine Überführung nach Äthiopien finanziert werden kann. Ich schreibe das hier deshalb, weil ich immer wieder Beschwerden und Diskussionen darüber höre, dass die Afrikaner „uns alle Läufe gewinnen“, und dass die regionalen Athleten häufig einfach keine Chance haben. Dass sie extra wegen der Siegprämien anreisen und sich da auch noch absprechen, anstatt sich wenigstens richtige Rennen zu liefern. Gut – wegen MIR muss man auch keine Spitzenläufer einkaufen oder einladen, um einen Lauf interessanter zu machen… unabhängig davon, welcher Nationalität sie angehören. Weder bei den ganz großen Läufen (dort mag es im Hinblick auf Sponsorengelder gerechtfertigt sein?), und noch viel weniger bei den kleinen. Mir reicht einfacher Sport, ich brauch nicht Brot und Spiele. — Doch hier bekommen wir möglicherweise die Kehrseite präsentiert. Natürlich wäre es vermessen, über die Beweggründe zu spekulieren und das will ich auch gar nicht. Ich kannte diesen jungen Mann nicht und weiß natürlich auch nicht, ob er „nur“ zum Laufen hier war, um damit Geld zu verdienen, oder, und und und… Fakt muss aber doch sein, dass es ihm nicht gut ging, BEI UNS nicht gut ging, dass er nicht glücklich war, und dass ihn seine Probleme erdrückt haben. Lasst uns respektieren, dass viele der afrikanischen Läufer bei uns vielleicht aus ganz anderen Gründen laufen als wir. Was wissen wir schon. WIR wollen nur unseren Spaß haben. Bei allem Ehrgeiz, aber WIR laufen doch meist grad zum Jux, egal wie ernst wir uns selbst und unseren Sport nehmen.

10952261_768678946555433_5705231584561207913_n j1 K640_IMG_0338 K640_IMG_0341 K640_IMG_0342 K640_IMG_0368 K640_IMG_0384So. Nun zurück in den Lauf. Die Straßen und Wege sind frei, flach und sauber asphaltiert, es gibt ein paar Unterführungen zu durchlaufen, ansonsten ist die Strecke pfeilschnell. Die Temperaturen liegen knapp über Null. Ich treffe Ilona aus Rodgau *freu*.  Lass es krachen. Ich wünschte ich könnte. Ich kann aber nicht. Ich bin einfach langsam. Bei km 10 habe ich schon 5:30 auf der Uhr, kann das Tempo dann aber wenigstens einigermaßen halten. Gabi und Jochen tauchen immer wieder an neuralgischen Punkten sehr entspannt hinter ihren Kameras auf, während ich Radwege entlang hetze, durch Wohngebiete wetze, mich über Begegnungsstrecken schleppe und irgendwie im Kreis renne wie blöd. Ist schon ein komisches Hobby. Regina hat Andreas abgehängt. Gerhard ist immer knapp hinter mir, Ilona weit vor mir. Und auch Annette seh ich bei der ersten Wende kurz hinter mir. Das ist gut. Sie holt mich ein und läuft noch super, und so kann ich mich die letzten drei Kilometer damit motivieren, sie nicht allzu weit entkommen zu lassen. Sonst hätt ich sicher abreißen lassen. Wir kommen mit 1:52 ins Ziel, was irgendwie für heute ok ist, aber eigentlich eine grottige Zeit für 20 Kilometer. Platz 1 – 3 in meiner AK laufen um die 1:30, mir reicht es noch auf Platz 22/30. Naja. Das kann ja vielleicht noch besser werden 🙂

Übrigens, alles ist perfekt organisiert in Rheinzabern. Einweisung in die Parkplätze, große Halle, Startgebühr von 8 EUR plus 1 EUR Becherpfand (Müllvermeidung ist immer gut), eine Station mit Tee und Wasser bei km 10, eine im Ziel. Mir hat das alles sehr gut gefallen, hier war ich garantiert nicht zum letztenmal.

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