Silvesterlauf auf die Teck – 31.12.2014

teddy-1 teddy-2 teddy-3 teddy-4grande Finale – äh Fiasko

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ganz klar: Das Jahr 2014 war läuferisch einfach Bombe. Gut im Sinne schneller Zeiten war ich nicht, im Gegenteil, ich bin so lahmarschig wie lange nicht. Aber ich hatte tolle Läufe, total schöne Erlebnisse, hab wieder einige ganz ganz liebe Leute kennengelernt, und vor allem auch viel Spaß mit meinen garstigen alten Bekannten gehabt 😉 U know whom I mean 🙂 Auch ein paar herbe Enttäuschungen waren dabei, aber mei, alles andere wär auch nicht normal, da muss man durch.

Beim Silvesterlauf entscheide ich mich diesesmal gegen Weilimdorf und für die Teck, da wollte ich schon lange mal hin. Martin ist auch eher für den vermeintlich gemütlichen Lauf zu motivieren als für das Gerenne in Weil. Die Logik, dass Weil wegen ungünstigem Untergrund eh schlecht zu laufen sein wird, denke ich leider nicht zuende. Auch Schneebilder von der Alb und Hannes‘ vernunftbedingte Absage (er kennt das Gelände bei Schnee) prallen einfach an meiner Zuversicht ab.

Die Temperaturen sind freundlich, und vor dem Start treffen wir noch Axel, Teddy und Eva. Sonst kenne ich hier keinen. Dafür haben Axel und ich jetzt ein Geheimnis – gell Axel, nicht vergessen 🙂 🙂 Die Frauenquote ist für einen Silvesterlauf niedrig (geschätzt 1:6 ?), die Trailerquote dafür hoch.

Der Tecklauf ist kein Wettkampf im eigentlichen Sinn, es gibt keine Startnummern und keine Wertung. Trotzdem wird vom ersten Meter an gerannt wie verrückt. Schon nach einem Kilometer sind wir recht weit hinten im Feld. Ich habe meine ältesten und klobigsten Trailschuhe an, den Gel Trail Sensor II, mit denen ich die Füße kaum vom Boden wegbekomme und die an den Zehen drucken. Trotzdem rutsche ich schon in der Innenstadt, bei leichtem Schneematsch, wie verrückt. Die Schuhe lief ich schon ein paar Winter, aber offensichtlich hat man bei ihrer Geburtsstunde unter „Trailprofil“ noch was anderes verstanden. Mal drunter gucken wäre sinnvoll gewesen?

Anyway. Die ersten Kilometer des Laufs sind flach, dann geht es in einem eher sanften Anstieg auf geschlossener und beinhart getretener Schneedecke zwischen Feldern hindurch in den Wald. Im Anlauf sieht man die Teck, ganz hoch droben, ganz weit weg. Wow !!! Schon auf den Feldwegen komme ich kaum noch vorwärts und bin im kontrollierten Gehen fast schneller als im Laufen. Dann geht es in den Wald hinein, und bald sind wir auf einem hart durchgefrorenen und extrem rutschigen Aufstieg. Ich finde überhaupt keinen Halt und rutsche schon im Stehen weg, auch an den Rändern, die zum Teil eh nicht belaufbar sind. Die restlichen Teilnehmer überholen mich, einer nach dem anderen. Die keuchen und krauchen zum Teil ganz fürchterlich, bringen aber einen Fuß vor den anderen. Ich dagegen zapple nur noch auf den Eisplatten und stelle mir die Sinnfrage. Martin wartet.

Selbst hier sind noch Zuschauer an der Strecke, zum Teil wahrscheinlich auch von weiter oben abgestiegen. Die meisten sind arg nett und warten halt auf jemanden, den sie kennen. Hilfsangebote muss ich ablehnen, alles was mich noch mehr aus dem Gleichgewicht bringt, geht gar nicht. Ich fühle mich elefantös und ohne jegliches Körpergefühl und ohne jegliche Balance. Diesmal ist es nicht die Steigung, die mich fertigmacht, sondern die schiefe Ebene unter meinen Füßen. Ich fühle mich schrecklich und schlittere gelegentlich auch mal auf allen Vieren in die Zuschauer und einmal sogar fast in einen Hund hinein. Den absoluten Rest aber gibt mir ein fettes Kaffeekränzchen von 3 Damen, die mich aus sicherem Abstand beobachten, wie ich auf Händen und Füßen an einer Eisplatte scharre und immer wieder zurückrutsche – und das dann noch fachmännisch kommentieren, wie im Zoo. Zuschauer aus der Hölle! Mein ganz persönlicher Albtraum, gegen den ich immer noch kein Gegenmittel weiß (Ignoranz wäre sinnvoll). Ich blöke sie in meinem Frust böse an, dass es hier ja wohl ordentlich was zu sehen gibt, was sie zu allem Überfluss auch noch höflich bejahen. Nur weg hier !!!

Nach weiteren quälenden Metern haben wir eine Straße erreicht, 7 km sind auf der Uhr, nur noch lausige zwei sind es bis zur Teck, aber die Zeit ist uns längst davongelaufen. Hier ist das Hörnle. Das Stück hinter uns gilt als „Ho Chi Minh Pfad“, was ich aber in dem Moment noch nicht weiß. Erst hinterher lerne ich, dass das letzte Stück nach oben nun wohl wieder deutlich einfacher zu laufen gewesen wäre. Die Spitze kommt uns bereits auf ihrem Rückweg entgegen. Ich schäme mich wie seit den 4Trails nicht mehr.

Ich habe keinen Bock mehr, denn ich stelle mir vor, dass der Weg auf dem letzten Stück nochmal steiler und eisiger wird, und ehrlich gesagt mache ich mir auch ein paar Gedanken bezüglich des Abstiegs, denn der würde dann schon fast ohne Licht stattfinden. Martin meint auch, dass wir uns den Rest des Wegs sparen sollen. Hinter uns kommt nur noch eine einzelne Dame, die wacker weiterjoggt – mir unerklärlich – und dann kommt Teddy. Er erwägt auch kurz das Umdrehen, schleppt seinen Riesenbären dann aber tatsächlich noch bis in den Burghof weiter. Respekt 🙂

Wir reihen uns unauffällig im vorderen Mittelfeld ein und begeben uns auf den Rückweg. Abwärts geht es viel viel besser als ich befürchtet hätte. Ich lasse es halt einfach rutschen, und fertig. Über Stellen, an denen ich beim Aufstieg 3 Minuten lang festhing und um meine Restwürde strabelte, hüpfe ich zum Teil ganz locker weg, den Rest richtet die Schwerkraft. Ich bin nicht langsam und trotzdem trittsicher, und die schnelle Abfahrt ist ganz lustig. Hinaus aus dem Wald, nochmal leicht abwärts übers Feld, und dann 4 Kilometer zurück in die Stadt. Die schweren Hufe schmerzen an den Füßen. Ich schaue  mal, in welchen Schuhen die anderen so laufen. Da ist von Handball-Hallenschuhen über DS-Trainer, dünne Mizuno-Schläppchen bis zum Speedcross und zum Asics Arctic alles dabei. Die falsche Schuhwahl kann ich also nicht wirklich als Ausrede anführen, trotzdem habe ich die Schuhe heute aussortiert, die werd ich nie wieder anziehen. Wie kann es sein, dass ich der EINZIGE unter allen Teilnehmern bin, der es NICHT auf die Teck hinauf schafft? (ok, es könnte sein, dass welche schon weiter unten umgedreht haben, aber ich fürchte fast, es ist nicht so). Bin ich wirklich der schwächste Läufer im ganzen Feld, habe ich so wenig „Technik“ und ein so schlechtes Körpergefühl? Haben die anderen vielleicht gewusst, dass der Weg oben wieder besser wird?

Meinen Stimmungsverlust kann ich nach einiger Zeit wieder abfangen, denn es ist doch wirklich unwichtig und ärgern lohnt sich nicht. Als wir an die Sammelstelle der Fackelläufer kommen, haben die sich gerade in Bewegung gesetzt. Der letzte halbe Kilometer durch den Ort ist begleitet vom Beifall der Zuschauer (ich schäme mich noch etwas, weil ich den Beifall nicht verdient habe), wir laufen auf das beleuchtete Rathaus zu und auf den letzten Metern durch das Spalier der Fackelläufer. Gleich dahinter gibt es Tee, Glühwein und Kekse. Eine wirklich sehr sehr schöne Stimmung, die mich wieder aufmuntert. Man muss die guten Seiten zu nehmen wissen (und ok, ich habe da eine Rechnung offen, aber ich werde sie begleichen, darauf darfst wetten 🙂 )

Der Jahresabschluss war nicht ganz perfekt, aber trotzdem sehr schön. So wie das ganze Leben halt 🙂

(danke an Teddy für die Bilder)

 

 

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6 Antworten zu Silvesterlauf auf die Teck – 31.12.2014

  1. Din schreibt:

    Oh, oh… Auf jeden Fall dir einen wunderbaren Abend und einen fulminanten Start in das neue Jahr. Bleib immer gesund und habe viele schöne Laufstunden!

  2. top Bericht! liebe Grüße an Teddy! Von der Banane, Christopher Greenaway 🙂

  3. Schauläufer schreibt:

    Hi Kati,
    schad, da wär ich gerne mit bei der Partie, oder Party;-) gewesen. Apropos, falls du noch nicht genug Schneewalzer getanzt hast an Sylvester dann musst du am 10 Jänner ins Allgäu zum Vertical.
    Dieses Jahr bin ich dort besser vorbereitet und werde meine Spikes aufziehen. Dafür hat Axel seine Strecke nochmals verschärft.

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