im Test: die TOMTOM Runner Cardio

TomTom Runner Cardio_Gruppe_Rot-WeißWas? Ein TOMTOM? Ja, tatsächlich. Ich darf die neue TOMTOM Runner Cardio testen. Eins ist klar: Alles was nicht Garmin heißt, hat es bei mir doppelt schwer. Und so bin ich am Ende selbst positiv überrascht, wie gut die TOMTOM Runner Cardio bei mir wegkommt. Die winzigen Defizite, die die Uhr für mich hat, hängen ganz stark vom jeweiligen Nutzungsverhalten ab, müssen jemand anderen also nicht unbedingt stören. Doch der Reihe nach:

Bezugsquelle:

z.B. hier könnt Ihr die Uhr direkt bestellen:

TomTom GPS Sportuhr Runner Cardio, grün/weiß, One size, 1RA0.001.03

Optik-Check und erster Eindruck

TomTom Runner Cardio_Rot-Weiß_Zonen_1Ich bin positiv überrascht, wie klein, schmal und leicht die Uhr ist. Optisch gefällt sie mir super gut. Die Anzeige auf dem Display ist sehr groß und auch für Blindfische gut zu erkennen. Über einen 4-Wege-Schalter kann ich die Uhr steuern. Es sind einige Menüs hinterlegt, von denen der Großteil sofort verständlich ist. Gern würde ich wissen, ob ich das Display nach meinen Wünschen einstellen kann, so wie das bei Garmin möglich ist, oder ob ich mich zur Kontrolle der einzelnen Werte jedes Mal durchklicken muss. Das wäre etwas mühsam und im Lauf nicht so unbedingt praktikabel. Die Kurzanleitung gibt darüber erstmal keinen Aufschluss. Vielleicht gibt es ja eine ausführlichere Anleitung, wenn ich angemeldet bin? Erstmal gebe ich meine Parameter in die Uhr ein und spiele ein bißchen herum. Bevor ich losrennen kann, müssen noch die Formalitäten erledigt werden. Der Akku ist erfreulich schnell geladen.

Einrichten von MySportsConnect

auswertung.

Tatsache, nach der Installation von MySportsConnect und dem Anlegen meines Accounts finde ich dort, was ich suche. Hier gibt es sehr schöne Erklärvideos, grad das Richtige für Leute wie mich, die zu faul zum Suchen und zum Lesen sind. Wahlweise in Englisch und in Deutsch. Ein ausführliches Handbuch finde ich dann auch noch. Über MySportsConnect kann ich später meine Daten in den Orbit laden, sie verwalten und in andere Programme exportieren. Alles ist einfach und übersichtlich aufgebaut und intuitiv zu bedienen. Die grafische Darstellung ist modern, klar und ansprechend und bekommt bei mir volle Punktzahl. Die Uhr verbinde ich derweil übers Ladekabel mit dem Rechner, und zu meiner Freude baut sich die Verbindung zu MySportsConnect dann automatisch von selbst auf. Auch die manuell in die Uhr eingegebenen Daten werden automatisch übernommen. Die GPS-Ortung wird nun auch aktiviert. Alles geht schnell und einfach und funktioniert auf Anhieb.

Runner Cardio_USB-Anschluß

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Bombig: der Akku

Die Uhr bleibt auch in den no-sports-Phasen eingeschaltet. Sehr bequem, denn so nutze ich sie gerne auch als Armbanduhr. Außerhalb des Sportbetriebs hält der Akku mehrere Wochen – im Sportmodus reicht er gefühlt für 8 – 10 Stunden. Da die Uhr zum Übertragen der Daten eh an den Rechner gehängt wird, wird sie automatisch immer wieder nachgeladen. Hier entdecke ich einen großen Vorteil gegenüber meinem Garmin 310XT, der zwar eine Laufzeit von 20 Stunden ermöglicht (mal ehrlich, WIE OFT ist man so lange überhaupt unterwegs?), dafür aber im Standby-Betrieb eben auch schon nach einem Tag leer ist. Habe ich also eine längere Anfahrt zu einem Lauf, kann ich mit dem TOMTOM Runner Cardio meine Armbanduhr gleich zuhause lassen. Das Laden des Akkus geht wie gesagt extrem schnell.

Herzfrequenzmessung am Handgelenk

TomTom Runner Cardio_Rot-Weiß_SensorDie Herzfrequenz wird direkt am Handgelenk gemessen, ohne Brustgurt. Das wäre super, aber da bin ich eher skeptisch. Ob das funktionieren kann? Auf der Unterseite der Uhr ist eine kleine Lightshow aus Sensoren zu sehen, über die die Messung erfolgen soll. Zu Anfang mache ich die Uhr zu eng, weil ich denke, dass hier nichts verwackeln darf. Das ist aber nicht nur unbequem, sondern gar nicht nötig. Die Herzfrequenzmessung funktioniert auch bei etwas lockerer eingestelltem Armband – schlackern sollte es aber natürlich nicht. Da ich in den letzten Jahren gelernt habe, meine Werte auch ohne Uhr exakt anzusagen, kann ich den Vergleich ohne Zweitgerät durchführen. Und siehe da: Es funktioniert tadellos. Damit ist der TOMTOM Runner Cardio eine echte Alternative für diejenigen, die immer wieder unter Scheuerstellen vom Brustgurt leiden.

Armband

Gerade bei der Herzfrequenzmessung beweist das Armband Funktionalität, denn es ist auf jeden Handgelenksumfang einstellbar. Drei kleine Noppen am Bandende fixieren das Armband sicher und bequem, hier steht nix mehr über oder ab. Und vor allem die Damenwelt dürfte es erfreuen, dass es das Band in mindestens sechs verschiedenen Farbvarianten gibt. Noch dazu ist ein Bandwechsel denkbar einfach und in wenigen Sekunden durchgeführt: Man zieht das Band einfach vorsichtig vom Gehäuse ab und ein anderes wieder darauf. Fertig. Mein Favorit ist natürlich Grün.

TomTom Cardio Grau-Weiß   TomTom Cardio Turkis_RotTomTom Cardio Grün-WeißTomTom Cardio Grau-Weiß

Im Laufbetrieb

TomTom Runner Cardio_BedienungJetzt kann ich endlich losrennen. Die komplette Menüführung der Uhr wird über einen quadratischen 4-Wege-Schalter gesteuert, der in alle 4 Richtungen beweglich und mit Funktionen hinterlegt ist. Über den Befehl „RUN“ bringe ich die Uhr in den Bereitschaftsmodus und warte, bis sie die Satelliten gefunden hat. Das geht recht flott, und schon werde ich über einen Piepton und die freundliche aber bestimmte Displaymeldung „GO“ zum Loslaufen aufgefordert. Während des Laufens navigiere ich mit den senkrechten Funktionen des Schalters zwischen den einzelnen Werten. Dabei wird mir am unteren Bildrand angezeigt, in welchem Parameter ich mich gerade befinde. Das ist alles sehr komfortabel gelöst, nur kann ich leider die kleinere Schrift nicht mehr erkennen. Für jemanden mit gutem Sehvermögen dürfte dies aber kein Problem sein.

TomTom Runner Cardio_Rot-Weiß_Distanz

TomTom Runner Cardio_Gruppe_1

Ein bißchen unbequem finde ich diese Art der Displayanzeige leider schon. Ich bekomme hier nur jeweils einen Wert angezeigt und muss mich ständig durchklicken. Auch durch Werte, die mich so gar nicht interessieren, die ich aber nicht abschalten kann – den Kalorienverbrauch zum Beispiel. Garmin löst diesen Punkt durch individuell konfigurierbare Displays etwas anwenderfreundlicher.

Verwirrend ist hier auch, dass weitere Displayfelder hinzukommen, wenn ich den Trainingsmodus wechsle und zum Beispiel die Lap- oder Intervallfunktion zuschalte. Jetzt habe ich bis zu 15 Werte auf dem Display, durch die ich mich klicken kann. Möchte ich vom 15. Wert zum 1. Wert zurück, springt das Display nicht einfach weiter, sondern ich muss den ganzen Weg retour klicken. Das führt bei mir dazu, dass ich mich für einen einzelnen Parameter entscheide, den ich während des Laufs sehen will, und diesen dann beibehalte. Je nach Training kann das bei mir die Uhrzeit, der Kilometerstand oder die Geschwindigkeit sein. Dieser kleine Mangel, der andere Nutzer vielleicht auch gar nicht stört, wird aber dafür durch die besonders große Displayanzeige ausgeglichen. So bleibt die Uhr auch bei Regen gut ablesbar.

Achja, wasserdicht ist sie auch, und auch gegen Schlammspritzer und Ähnliches recht unempfindlich. Damit lässt sich die Uhr auch gut im Triathlon einsetzen. Unter dem optionalen Zubehör finde ich sogar noch eine Halterung fürs Fahrrad.

Bei Dunkelheit schalte ich das Licht über eine Berührung des Displays kurzzeitig zu. Das ist sehr komfortabel gelöst, da man den Griff schnell lernt, und dann nicht mehr suchen muss. Ist der Lauf beendet, schalte ich die Messung mit einem Klick nach Links aus und die Einheit wird gespeichert. Drücke ich dabei nur kurz auf die Uhr, kann ich die Messung pausieren und ebenso einfach wieder starten.

GPS-Messung

Die Satelliten sind schnell gefunden, und der Empfang ist auch an schwierigen Positionen gewährleistet. Die Messungen sind zuverlässig und gut. Ich bin einige meiner Standard-Runden abgelaufen, bei denen ich die Kilometrierung auswendig kann, und die Vergleiche ergaben bestenfalls eine minimale Abweichung. Die man ja immer hat, und mit der sich Generationen von Läufern endlich abfinden sollten 🙂

ausw-2

Mit der Auswertung und Darstellung der Daten in MySportsConnect bin ich sehr zufrieden. In allen Fenstern lassen sich einzelne  Streckenpunkte direkt anklicken und die entsprechenden Werte gezielt ablesen.

Die Lap-Funktion

Die Uhr bietet verschiedene Trainingsmodi an, die man möglichst schon vor Beginn des Loslaufens einrichten sollte. Auch hier kriegt man das intuitiv hin.

Ich nutze immer sehr gern die Lap-Funktion und wähle eine Rundenlänge von einem Kilometer. Während des Laufens bekomme ich akustisch und durch Vibrieren angezeigt, wenn die Runde beendet ist – diese Art der Benachrichtigung kann ich frei wählen. Zusätzlich gibt es ein optisches Signal, das mir ansagt, wie schnell ich die letzte Runde gelaufen bin. Das passt. Was mir jedoch nicht passt, ist die Darstellung der Lap-Werte in der anschließenden Auswertung in MySportsConnect. Hier werden mir die einzelnen Lap-Zeiten nicht in Zahlen aufgeführt. Ich kann zwar jeden beliebigen Punkt der Strecke anklicken und bekomme dort exakt die jeweilige Geschwindigkeit angezeigt, ich sehe aber nicht, wie schnell ich einzelne Gesamtkilometer gelaufen bin. Eine Funktion, die ich häufig zur Kontrolle von Wettkampf- oder Trainingszeiten nutze. Dieser Mangel disqualifiziert den TOMTOM Cardio Runner für mich persönlich für den Einsatz in Läufen, die ich richtig auf Zeit laufe und bei denen mich meine Laufleistung hinterher interessiert. Wie gesagt, das ist alles subjektiv, ich kenne auch genügend Menschen, die ihre Geschwindigkeit überhaupt nicht interessiert.

Gegen den Inneren Schweinehund: die Intervallfunktion

goTrainingsmuffel wie ich brauchen manchmal einen Tritt in den Allerwertesten, vor allem wenn es um Intervalltraining geht. Hier leistet der TOMTOM Cardio Runner großartige Unterstützung. Über die Menüführung kann ich mir ganz einfach mein individuelles Intervallprogramm einstellen. Dabei kann ich die Länge der Intervalle selbst auswählen und entscheiden, ob ich mein Training über Distanzen oder über Geschwindigkeit steuere. Auch die Anzahl der Wiederholungen ist individuell wählbar. Für mich perfekt, denn ich mag es gerne einfach und mache oft auch deshalb kein Intervalltraining, weil mir die Steuerung zu blöd ist. Trainingsplan-Fetischisten, die innerhalb eines Trainings unterschiedlich lange und unterschiedlich schnelle Intervalle laufen, finden hier wahrscheinlich aber nicht den gewünschten Komfort.

Mein Fazit

gefälltHier könnt Ihr die Uhr direkt bestellen:

TomTom GPS Sportuhr Runner Cardio, grün/weiß, One size, 1RA0.001.03

Die TOMTOM Runner Cardio gehört auf jeden Fall zu den Guten. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist ok, man bekommt hier einen absolut reellen Gegenwert. Die Uhr überzeugt mich optisch und trägt sich sehr bequem. Ein riesen Vorteil ist die tatsächlich sehr zuverlässig funktionierende Herzfrequenzmessung ohne Brustgurt, die über andere kleine Kinderkrankheiten wie z.B. die nicht vorhandenen Kilometerzeiten bei der Lap-Funktion hinwegtrösten kann, zumal diese vielleicht auch mit dem nächsten Update noch nachgereicht werden. Störend empfinde ich die Vielzahl der Displayanzeigen, und dass sich nicht benötigte Informationen in der Anzeige nicht einfach abwählen lassen. Beim gemütlichen Training ist das uninteressant, im Wettkampf aber unter Umständen störend. Positiv dagegen sind die sehr großen Zahlen im Display. Hartgesottene Garmin-Nutzer müssen sich auf eine etwas längere Gewöhnungsphase einrichten, auch wenn die Uhr sehr einfach zu bedienen ist. Ich nutze sie inzwischen wahnsinnig gern im Training und in der Freizeit, da sie leicht am Arm und angenehm zu tragen ist, und möchte nicht mehr drauf verzichten.

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Eine Antwort zu im Test: die TOMTOM Runner Cardio

  1. Kati schreibt:

    guter Input. eigentlich.hm.

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