Frankfurt Marathon – 26.10.2014

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??????????????????????????????? IMG_1668bk ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? IMG_1680 ??????????????????????????????? mp-1 mp-2 mp-3 ???????????????????????????????Tiefenentspannt durchs Bankenviertel

blöd. sehr blöd.
Was würdest Du machen, wenn Dir eins Deiner wenigen Laufidole – das normalerweise schon geduscht und abendgegessen hat, bis Du überhaupt mal ins Ziel kommst – also wenn der/die/das Dir gschwind so nebenbei erzählt, dass seine diesjährige Marathonbestleistung nur 10 Minuten unter der Deinigen liegt, sprich also, bei einer Zielzeit, die Du vor 2 Jahren noch relativ zuverlässig reinlaufen konntest. Auch wenn sie jetzt ziemlich außer Reichweite ist, aber man kann letztendlich ja eh nie wissen. Es haben schon Pferde vor die Apotheke und so.

Ja. hm. Da muss ich nicht lang überlegen. Diese Jahresbestleistung von 3:49 muss selbstverständlich geknackt werden, gar kein Problem, schon der Ehre halber und so. Eine Woche bleibt mir zur Vorbereitung, und ich nutze sie mit der mir eigenen Professionalität und Akribie: Das Mannheim Marathon Shirt von 2010 muss aufgefunden werden, denn da lief ich 3:48. Dazu nicht die ausgeleierten Treter, sondern das von Robert aus Boston importierte Sondermodell des Wettkampfschläppchens. Egal ob mir die Füße wehtun, ich bin vorbereitet! Frankfurt kann kommen.

Sonntag früh: Parken und Shuttle in Frankfurt wie immer problemlos und ohne Wartezeiten. Die haben ihren Laden echt im Griff. Die Messe noch leer, aber bald proppenvoll. Mir ists langweilig. Schnell besuche ich André am Polarstand, dort finden mich Tobias und seine Jungs und Marion mit Schwester. Ein bissle neidisch bin ich: ich hätt auch gern eine Schwester, die mit mir läuft. Der Zwilling kann heut nicht, der musste gestern ja unbedingt auf der Alb rumrennen.

Es wird voll, und so gebe ich den Kleiderbeutel ab, bevor es ganz schlimm wird und mache, dass ich da rauskomme. Die Schlangen vor den WCs sind schon indiskutabel. In den Startblock geht es noch gut hinein. Dort entdeckt mich Michael, was sehr nett ist. Der Moderator erzählt was von 15.200 Startern. Für meinen Geschmack sind das genau 15.000 zuviel, aber das hätt ich mir früher überlegen sollen. Zum Teil sind die Leute ruhig und entspannt, zum Teil aber auch kopflos und hektisch. Mir ist alles wurscht. Bin froh, wenn wir endlich loslaufen.

Natürlich ist es eng, aber es geht. Es wird diszipliniert gelaufen und das Anfangstempo ist hoch. Der Garmin spuckt Werte aus, die ich nur im freien Fall hinbekomme. Kilometerschnitte von unter 4 Minuten. Das ist leider in Frankfurt die ersten 15 km immer so, und man darf einfach nicht darauf achten. Mir geht es ganz gut. Aber nur, weil ich in Wirklichkeit nicht schnell genug laufe – wissen tu ich’s nicht genau, aber ich ahne es. Kann ja kaum anders sein.

An der Begegnungsstrecke fliegt ein dunkler Pulk an uns vorbei, kurz dahinter Arne Gabius auf der Jagd nach sub-2:10, er hat Pollmächer als Hasen. Im nächsten Trupp erkenne ich Florian Neuschwander in Orange. Andere Liga…

Hinter km 6 stolpere ich bei maximaler Geschwindigkeit und aus eigener Dummheit über eine Bodenwelle. Der Flug ist beeindruckend, unterwegs habe ich Muße, mir ausführliche Gedanken über den Aufprall zu machen. Und darüber, dass mehrere tausend Füße gleich über mich hinwegrennen werden. Warum eigentlich schaffe ich die 2-Meter-70 im Weitsprung nicht, die ich fürs Sportabzeichen bräuchte? Schneller als ich hingefallen bin, bin ich wieder auf den Beinen und renne weiter. Mann ist mir sowas vielleicht peinlich… jetzt bitte ganz schnell und unauffällig in der Masse verschwinden.

Die Handflächen sind offen und beide Knie schmerzen, hoffentlich hat mei Lieblingshos nix abgekriegt. Das Daumengelenk ist schon blau und es pocht ordentlich. Den offenen Ellbogen entdecke ich erst abends zuhause. Zeit kostet es mich keine, aber Moral irgendwie. Bei der 10-km-Matte habe ich schon über 53 auf der Uhr. Dahinter endlich ein offenes Dixie. Darauf kommt’s jetzt auch nimmer an.

Kurz darauf komt der René vorbei, und dann sogar Günther aus meinem Verein. Witzig, dass man sich bei der Masse trifft. Die Zeit bis zum Halbmarathon vergeht unspektakulär und realtiv entspannt. Ich bin irgendwie gechillt und weiß, dass ich eh nicht schneller kann. Trotzdem läuft es ziemlich gut und ich fühl mich wohl. Kein Wunder, bei 1:58,30 im HM kann man nicht schon so fertig sein. In München jedenfalls ging es mir um Klassen schlechter.

Ich fange jetzt ein bißchen an zu trödeln. Soll der Höschele seinen blöden Weltjahresbestzeitenrekord doch behalten, da steh ich doch drüber. Bei km 26 stehen Kerstin und Theo und haben Cola für mich. Dafür wird man genau genommen disqualifiziert, ebenso wie für die Startnummer am Startnummernband, aber bitte, ich interessiere hier keinen. Auch hinter km 29 bietet sich die private VP nochmal für ein Schwätzchen an. Hinten beim Streckensprecher gibt Mocki gerade ein Interview, und die Gelegenheit lasse ich natürlich nicht raus, mit ihr ein Foto zu machen.

Dann trabe ich weiter, ziemlich „gechilled“, wie man so sagt, und einfach zufrieden mit der Welt. Ist doch auch schön. Wie auf Schlag bei km 30 beginnt die Parade der schwankenden Untoten. Ich bin schwer beeindruckt ob der Vielfalt der Gebrechen und Leiden und der Art ihrer Ausprägungen. Mir gehts gut, ich laufe vergleichsweise locker dazwischen durch. Ein nennenswerter Einbruch scheint heute nicht zu kommen. Die Füße tun mir auch nicht weh, nur noch die Reste vom Sturz. Das Wetter ist sehr läuferfreundlich, und so genieße ich den Lauf einfach.

Tobias kommt vorbei, gegen später auch noch Jackie, und dann sehe ich Ute unter den Zuschauern. Nur Olli und seine Krankenschwestern verpasse ich leider, die kann ich später im Fernsehen bewundern. Sogar die letzten Kilometer machen noch richtig Spaß, und eigentlich könnt ich so glatt noch 10 weiter laufen. Bloß halt nicht schneller. Nichtmal das abstrakt rücksichtslose Verhalten einiger Staffeln auf dem letzten Kilometer regt mich mehr auf. Zufrieden springe ich über den Roten Teppich und mit einer 4:08,41 ins Ziel. Wenn ich 4:08 und 4:09 laufe, bin ich immer zufrieden.

Nach einem Schwätzchen mit Ute und Alex außerhalb der Zielverpflegung geht es zurück ins Gedränge, Tasche holen, und dann wieder zurück durchs Gedränge zum Shuttlebus. Auch hier keine Wartezeiten, und auch im Parkhaus nicht. Alles bestens. Ein schöner Tag, und ein schöner Lauf. Aber nächstes Jahr bin ich auf der Alb.

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12 Antworten zu Frankfurt Marathon – 26.10.2014

  1. Theo schreibt:

    Tja, dann wäre der Frankfurt-Marathon 2015 um eine Attraktion ärmer. So viele Kenianer können die gar nicht einkaufen! Für mich ein Kompliment an Dich, wie Du Woche um Woche solche Leistungen erbringst. Ob diese knapp unter oder über 4 h liegen, ist egal, wenn Du Spaß dabei hast. Herzliche Grüße von Theo

  2. Laufidol schreibt:

    Auweia, jetzt werd‘ ich aber rot….zum Glück hast Du noch einen Funken Anstand bewiesen und mir meine Bestzeit anno 2014 nicht entrissen 🙂 . Dafür gibt’s irgendwann einen exklusiven Pacedienscht, sofern ich dazu noch in der Lage bin. Uns trennen nur noch wenige Minuten….naja, zur Not kann ich ja immer noch das Rad nehmen.
    Und lass‘ Dir eines gesagt sein: Die Alb braucht unbedingt 2015 Deine Anwesenheit als Kopf des Pace-Teams. Dort gibt’s fai a Teamwertung, und wenn das Friedensteam die mal net gwennt…..;-)
    25jähriges ist dann auch noch, da gibt’s dann bestimmt äbbes spätziälles, juchu!

    Gruß vom

    Herrn H. aka Laufidol

  3. Jörg schreibt:

    Klingt doch nett, trotz Sturz und nicht erreichter Wunschzeiten. Jetzt grübele ich, ob ich nicht doch mal Frankfurt…..

  4. René Miche schreibt:

    Startnummerband war dieses Jahr erlaubt, stand in der Ausschreibung

  5. binoho schreibt:

    Hallo Kati,
    wenn ich nicht der alleine Trainierer und Läufer wäre könnten wir fast mal zusammen laufen, denn meine nächtlichen 22Runden vom vergangenen WE in 4(3)h05 🙂 passen ganz gut dazu.

    • Kati schreibt:

      hallo Norbert, das ist ja ne Bomben Zeit 🙂 Wir werden sicher mal zusammen laufen. Bin auch der notorische Alleine-Läufer

      • binoho schreibt:

        In meinem Alter soll man ja nicht mehr so viel Pläne machen, aber zum dritten mal in ULM zu laufen würde schon reizen. Warten wirs ab…..

  6. Kati schreibt:

    Ulm ist toll, da können wir uns dann auch winken 🙂

  7. Marion schreibt:

    Super gelaufen, kenn ich ja gar nicht anders von dir. Ich habe gefeiert auf der Strecke, unterwegs Heino getroffen, laut gesungen, gejodelt und getanzt – und jetzt 25 Jahre Marathonlaufen aufm Buckel. Da kann ja noch was werden. Je oller desto doller, du bist auch schon auf dem besten Weg dahin…

  8. jollyjumper123 schreibt:

    Schöner Bericht. Ich hab Frankfurt gar nicht so dolle in Erinnerung, aber ist ja auch egal.
    Liebe Grüße und bis bald mal!!!

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