München Marathon – 12.10.2014

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DSCN7838 DSCN7839 DSCN7840 DSCN7841 DSCN7842 DSCN7855 DSCN7856 DSCN7861 DSCN7869  DSCN7878 DSCN7879 DSCN7880 DSCN7881 DSCN7882 DSCN7883Mein sechster Start in München-dieser-schönen-Stadt, dawo ich Marathonzeiten zwischen 4:45 und 3:51 vorzuweisen habe. Nachdem es in Ulm zumindest schon mal wieder in die richtige Richtung ging, möchte ich auf 3:55 laufen. Müsste ja eigentlich machbar sein. Eine Woche Laufpause seit dem Schönbuch wird sich sicher positiv auswirken (denkste Dir so).

Martin und Jo kommen als Marathontouristen auf dem Fahrrad mit, und so will ich auch möglichst nicht die allerschlechteste Figur machen. Im Startblock A treffe ich Charly. Wir müssen das, denn wir sind Teilnehmer der Deutschen Marathonmeisterschaft. Noch ein Grund, sich zusammenzureißen. Nächstes Jahr wird sie übrigens in Frankfurt ausgetragen. Greppi startet weiter hinten, er hat Schnuppen und will langsam machen.

Schon ab dem ersten Kilometer habe ich Blei in den Beinen und irgendwelche Magnete unter den Schuhen, die mich an jeden Gullideckel heften. Die Kilometerschnitte fallen ins Bodenlose. Frust verdammter, was ist das jetzt schon wieder? Schon bei km 10 fühle ich mich wie bei 30 und die komplette Muskulatur ist bocksteif. Na gut. Es ist noch zu früh für Resignation. Bei km 13 steht mein kleiner Fanclub, ich tue ganz gechillt. Kurz darauf überholt mich Charly, der guckt auch nicht mehr ganz so locker. Die Sonne scheint, es hat angenehme 18 Grad, schon fast zu warm. Was für ein herrlicher Tag.

Bei km 16 wieder die private VP, an der es Bier gibt. Ich bleibe länger stehen und bin dankbar. Was soll ich machen? Mich zwingen und durchbeißen – oder lass ichs gleich bleiben? Ich vertage die Entscheidung auf die Halbmarathonmarke, die wird Aufschluss geben. Kurz darauf ein Zuschauer, der mir zuruft „Kati gleich kommt ein Hügel für Dich!“, als es in die einzig annähernd nennswerte Steigung geht. Witzig. Jetzt wissen schon fremde Menschen, dass ich keinen Anstieg hinaufkomme. Ich muss in mich reinlachen. Später zeigt sich, dass das der Norbert aus dem Forum war. Schade. Da hätt ich gern für ein Schwätzchen angehalten. Aber da ich heute das Kati-Shirt trage und mich so viele Zuschauer wie noch gar nie mit Namen anfeuern, stelle ich da natürlich keinen Zusammenhang her.

Ok, der Halbmarathon ist erreicht und die Uhr zeigt 1:58,31. Das wird nix mehr. Ich bin schon zu verbraucht um die 4 Stunden noch anzugehen, und „Negativsplit“ ist ohnehin was, was der Teufel erfunden hat. Ich bin einfach nur platt. Wenn ich mich die nächsten 21 km quäle, kann ich 4:08 laufen oder es zumindest versuchen, die Alternative ist, es einfach gut sein zu lassen…

Dreimal dürft Ihr raten, wofür ich mich entscheide. Ich würde jetzt ja gern nonchalant erzählen, dass ich die nächsten 21 km locker und entspannt ins Ziel getrabt bin, aber das wäre glatt gelogen. Selbst lockeres Laufen fordert noch richtig was ab, und die komische Verpflegung mit kaltem Wasser, UltraBuffer und Bananen tut ihren Rest. Marathon ist halt doch kein Spaziergang, egal wieviele davon Du schon gelaufen bist. Oder?

Martin und Jo wollen mir bei km 27 eine Colaflasche reichen, deshalb lasse ich die VP an km 26 aus. Die beiden stehen aber erst weit hinter km 30, bis dahin bin ich schon richtig auf dem Zahnfleisch. Ich gebe zu Protokoll, zwischen 4:15 und 4:20 zu laufen. Weiter schleppe ich meinen Kadaver über den Odeonsplatz, dort ist der Vanman im Einsatz und scheucht einen Radler von der Laufstrecke bevor er mich nett begrüßt.

Auf der Begegnungsstrecke kommt mir Robert Wimmer entgegen, ein Stück weiter hinten der Charly. Auf dem Rückweg treffe ich genau dort den Fossy. Stephan kommt gar nicht, eigentlich müsste er mich überholen, und der Greppi – WO IST DER GREPPI ??? Da die Zugläufer aus den hinteren Blöcken gestartet sind, überrennt mich der Wikinger der Herzen erst bei km 35 rum. Mann das zieht sich. Von dem vielen kalten Wasser hat sich mein Magen total verkrampft und einen Hungerast hab ich auch. Der Riegel sieht versteinert aus und schmeckt auch so, war auch schon bei einigen Läufen dabei. Es wird höchste Zeit. Für uns beide.

Auf die letzten 5 km hab ich nun so gar keine Lust mehr, aber das bringt mich dem Ziel ja auch nicht näher. Schon seit km 15 werde ich pausenlos von den schnelleren Läufern aus den hinteren Startblöcken überholt – normalerweise macht mir das nichts aus, aber heute komme ich mir vor wie der kleine rosa Elefant auf der Strecke. Und auch die 4-Stunden-Läufer sind nicht gerade Gottes Geschenk an den Marathonlauf. Das ist mein letzter Marathon, mein allerletzter, ich schwörs.

Schön ists trotzdem. Da muss ich jetzt halt durch, es ist nur ein harmloser Stadtlauf und ich weiß, dass ich irgendwann demnächst oder irgendwann oder überhaupt im Ziel ankommen werde. So ist es dann auch. Die letzten 2 km rollen wieder ganz gut, und der Zieleinlauf ist toll. Direkt bei Ertönen der Nationalhymne, denn es ist grad Siegerehrung. Tobias Sauter wäre auf Platz 2 gerannt, wurde aber wegen individueller Streckenauslegung disqualifiziert. Schöner Scheiß. Sowas darf natürlich nicht passieren, tut es aber halt doch. Und das nach Mannheim. Ohne Worte.

Beim Zieleinlauf sehe ich Anton, den ich dann auch am Bierstand wiederfinde. Mit 4:19,58 (ich lege Wert auf die 58) wahre ich wenigstens den allerletzten Rest von Würde, aber mehr auch nicht. Die Medaille am pinkfarbenen Band ist dieses Jahr besonders hübsch. Zusammen suchen wir Charly, und der Fossy kommt auch bald dazu. Wir sitzen auf dem Plüschrasen im Olympiastadion in der Sonne und wollen eigentlich nimmer aufstehen. Nur der Greppi ist noch unterwegs, wir verpassen uns leider ganz knapp. Ich will noch den Einlauf des Halbmarathonsiegers sehen, das ist wirklich beeindruckend, auch wenn er mit dem falschen Namen angesagt wird. Dann muss ich weg, nach Hause 🙂

 

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7 Antworten zu München Marathon – 12.10.2014

  1. Din schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Super durchgezogen.

    Schön gesagt. Marathon bleibt wohl auch immer Marathon. Für mich ja das Längste, was ich bis jetzt je gelaufen bin, aber immer wieder überraschend, wie es laufen kann.

  2. Marion schreibt:

    Glückwunsch! Durchgekämpft und am Ende hat die Frisur auch noch gesessen! Naja, und aus meiner Sicht auch Bombenzeit – und vielleicht ham wa a bisserl viel Marathons gelaufen in den letzten Wochen, so dass es nicht immer unter 4h sein kann? Und überhaupt: Du hast doch nicht nur für 4 Stunden bezahlt, sondern mindestens 5 oder so! Also, warum so hetzen…versuch’s mal mit Gemütlichkeit, dumdidum…

  3. Harald Lutz schreibt:

    Glückwunsch Kati
    Ich konnte leider nicht dabei sein beim Münchner Marathon.Schambeinentzündung.Die Saison ist für mich gelaufen.Ich wünsche Dir noch viele gesunde Laufkilometer.Bleib Gesund
    Zeiler Weinbergschneck (Harald)

  4. steigerungslauf schreibt:

    Glückwunsch zum Finish und Danke für den schön geschriebenen Bericht!
    Erhol dich gut!
    Jan

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