Schefflenzer Ultra – 31.5.2014

www.schefflenzer-ultra.de

höhe strecke873 Hm misst der Garmin

Schefflenz – das ist dort, wo die Pokale größer sind als die Läufer. Wo Du Dir auf dem Marathon 2 Kilo anfrisst :), wo das unausgesprochene Versprechen „welliger Kurs“ schulbuchmäßig erfüllt wird, und wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, in wunderbar sanfter Natur. Ein bis ins kleinste Detail mit Liebe durchorganisierter Lauf, den man eigentlich nicht auslassen darf. Lange hatte ich ihn als Option auf dem Plan stehen, gemeldet hab ich dann nach dem Stromberg – auch um mich bei Gerhard für seine nette Begleitung zu revanchieren. Dieser Lauf muss gewürdigt werden. Die Startlisten sind leider kurz, aber die wenigen Namen erlesen. Na gut, nicht alle, Schauläufer und ich stehen ja schließlich auch drauf. Vor 2 Jahren war ich hier mit Birgit und Norbert, die müssen aber morgen den Comrades laufen.

b0000062 b0000063 b0000314 b0000315 b0000316 b0000322 b0000323 b0000324 b0000380Die Anfahrt gestaltet sich spannend. Ich möchte tanken, merke aber nicht, dass die Tankstelle noch geschlossen ist. 6:30 Uhr? Samstag? Es will kein Benzin laufen. Es dauert lange, bis ich dahinterkomme. Nächste Tankstelle anfahren. Der junge Mann an der Kasse ist noch verpeilter als ich und schläft im Stehen. Ich empfehle ihm den Konsum von Kaffee, fürchte aber er weiß nicht was ich meine. Auf die Autobahn. Nach 2 Kilometern Vollsperrung auf der Gegenseite mit riesigem Aufgebot an Bergungsfahrzeugen. Blaulicht überall. Daran denke ich später während des Laufs, wie gut es mir geht und so. Abends erfahre ich, dass „nur“ ein LKW umgekippt und außer Sachschaden nicht sehr viel passiert ist. Eigentlich wollte ich auf der freien Autobahn die Höchstgeschwindigkeit meines neuen Schlittens (Vorsicht Ironie) testen, unterlasse dies dann aber.

Schefflenz, Start um 8 Uhr, bei 7 Grad. Es wird aber gleich warm. Kleines Starterfeld, die Üblichen Verdächtigen: Gerhard, Dieter, Klausi, Conny, Joachim und Sarah, Claudia und viele bekannte und sehr bekannte Gesichter, zu denen ich keine Namen habe. Olaf ist heute Helfer, Jörg Zuschauer, und Gerhard hat eine bemerkenswerte Frisur. Und ich vergesse die Sonnenbrille, die ich testen wollte. Dafür hab ich aber geflickte Socken an, die scheuern. Irgendwas iss halt immer.

Bis zur ersten VP laufe ich mit Klaus, der – aus Gründen – einen Bremser braucht. Laufen und Reden gleichzeitig schaff ich aber noch nicht, deshalb schicke ich Klaus weg. Hoffentlich nimmt er mir das nicht übel, aber ich bin einfach total überfordert. Er bleibt dann aber mit Abstand hinter oder vor mir, so dass wir uns an den VPs immer wieder treffen. Das ist nett. Die zweite Hälfte laufen wir dann zusammen, jetzt bin ich eingelaufen und kann es wieder.

Ich weiß nicht, was heute auf mich zukommt und rechne mit einer ganz ganz großen Quälerei. Ich bin müde, und der Lauf ist der Abschluss des – für meine Verhältnisse – echt trainings- und wettkampfintensiven Monats. 50 sind glaube ich etwas zu viel? Vor 2 Jahren sind Klaus und ich hier eine 6:03 gelaufen, da hatte ich allerdings Schmerzen im Fuß und war auch nicht fit. Für heute rechne ich mit einer 6:30 oder langsamer. Alles unter 7 Stunden ist ok.

Doch wie es halt oft so ist, wird es dann gar nicht so schlimm. Ich bin zwar müde, aber nicht gelähmt, und es rollt sich ein. Bei km 25 sind 2:53 auf der Uhr und ich fühle mich noch gut. An einer VP bei km 30 rum erfahre ich, dass ich die zweite Frau im Rennen bin. Kunststück, sind ja nur ganz wenige da. Die dritte Frau ist als grüner Umriss am Horizont zu sehen. Es ist Annette B, die seither nur ein Name für mich war, und die ich dann im Ziel kennenlerne. Viel lieber wäre es mir, 10 schnelle Frauen vor mir zu haben, denn jetzt geht es darum, die Platzierung zu halten. Ich laufe zwar nicht schneller, trödle aber weniger an den VPs. Annette bleibt immer in derselben Entfernung, und so fühle ich mich irgendwie verpflichtet, auch gut zu laufen. Um die Platzierung geht es dabei gar nicht mal wirklich, worum es aber geht, weiß ich allerdings auch nicht. Ist mir auch egal. Vielleicht nur um den Unterhaltungswert, denn sonst ist ja nicht so viel los (womit ich jetzt nicht Klaus meine).

Die letzten 4 Kilometer sind plötzlich die Pest. Im Magen grummelts und ich muss aufpassen, dass mir nicht schlecht wird. Auf dem letzten Kilometer bin ich dann regelrecht gerädert. So gerädert, dass mich sogar die Läuferische Demenz befällt: 200 Meter vor dem Ziel steht Christa, und ich kann sie nicht zuordnen. NATÜRLICH kenne ich Christa, und ich weiß doch auch, dass Dieter hier ist. Trotzdem muss ich nachfragen wen sie meint, als sie sagt, dass sie auf ihren Mann wartet. Meine Güte ist das peinlich. Komplett kein Blut mehr im Gehirn. Ist mir sowas schon öfter passiert? Kann mich nicht erinnern. Christa nimmt’s gelassen, sie hat auch schon viel gesehen.

Ich bin echt froh, als wir im Ziel sind. Schatten bitte. Der Empfang mit Namensbanner, Fototermin und Beifall ist sehr nett. Wir sitzen noch eine Weile herum, dann ist Siegerehrung, und dann mach ich, dass ich nach Hause komme.

Bericht von 2012 hier 🙂

2012 – 6:03
2014 – 5:55,57

 

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