Feuerbacher Lauf um die Mammutbäume – 17.5.2014

www.tffeuerbach.de

höhe streckeeinmal vollkommen abschießen bitte. Danke. Den Lauf um die Mammutbäume möchte ich seit 2008 machen, habe es aber bis heute nie geschafft. Der geplatzte Rennsteig macht’s möglich. Und so ziehe ich heute die familienfreundliche Variante mit kurzer Anfahrt und kurzem Lauf dem Lauffieber in Bad Waldsee vor (da wollte ich auch schon immer mal…)

315 Höhenmeter, sagt der Garmin. Das könnte stimmen.

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splits2008 haben Gitti und ich mit dem TFF auf den Berlin Marathon trainiert, und in diesen echt intensiven, exzessiven, blutigen 10 Monaten sind Freundschaften fürs Leben entstanden – oder zumindest solche, die bis heute halten. Deshalb freue ich mich besonders auf den Lauf – obwohl ich die Steigungen fürchte wie der Teufel das Weihwasser, und das Feuerbächer Terrain ist voll davon. Ich glaube dort gibt es nicht einen einzigen Meter in der Ebene und die Wege sind verschlungen und unendlich variierbar. Es wird schrecklich werden, ich weiß es. Die Sonne lacht vom Himmel.

Ich melde die 10 Meilen. 10 km sind mir bei dem Profil zu anstrengend, und 10 Meilen sind eine gute Einstimmung auf das Meilenthema, auf das ich mich gerade mental vorbereite. OMMMM. Gitti läuft auch, und dann treffen wir noch Michael. Mit Michael mache ich gleich aus, dass wir uns duellieren werden. Er gewinnt das zwar jedesmal, aber das macht nix.

IMG_8039 IMG_8048 IMG_8053 IMG_8054 IMG_8055 IMG_8058 IMG_8061Vor dem Lauf treffen wir viele liebe alte Bekannte, besonders freue ich mich über den Edgar, wir treffen uns nur ganz selten. Die Kinderläufe sind schon am Rennen. Ralf ist als Fotograf am Start, alle sind im Stress. witzig.

Es geht los, und schon nach 400 Metern in den Wald und in die erste Steigung hinein. Das Höhenprofil hab ich mir vorher nicht angesehen, sonst wär ich vermutlich nicht gestartet. Ich dachte, es geht mehr so in Wellen rauf und runter. Bei km 2 erklärt mir Michael, dass es jetzt erstmal 8 km bergauf geht, dann galoppiert er locker nach vorne weg und verschwindet mit Gitti am Horizont. Uwe leidet eine Weile still neben mir, zieht dann aber an der nächstgrößeren Steigung auch weg. Wir werden uns noch öfter treffen.

In einer Kehre steht der Josef. Überhaupt sind alle Streckenposten in diesem Lauf selbst Läufer, bis auf 2 oder 3 kenne ich sie ausnahmslos alle, die meisten mit Namen. Das ist natürlich auch klasse, dann so schön angefeuert zu werden. Mir läufts schwerfällig, das war zu erwarten, und ich kann so nicht an meine Leistungsgrenzen gehen. Was zuviel ist, ist einfach zuviel. Ich laufe so, dass es mir noch gut geht, aber schon ordentlich. Bei km 3 schaue ich mal nach hinten und sehe da schon noch einige. Ich bin aber schon in dem Abteil des Laufs, in dem geredet und gescherzt wird. Ist mir recht, ich mag keinen Nahkampf. Es sind fast nur noch Männer da, die Frauen sind alle schon weg.

Hans-Peter steht an einer Kreuzung, bei der ich mich 2008 schon nicht entscheiden konnte, in welcher Richtung ich am besten in den Wald speibe. Diese Anstiege machen mich total fertig. Und bei 10 Meilen darfst Du noch nicht gehen. Es geht keiner… Bei km 5 die erste Wasserstation, ich inhaliere einen randvollen Becher Iso-Schorrle und erkläre großspurig, dass ich es nicht eilig habe. Dann aber nix wie weiter.

Gitti und Michael sehe ich schon lange nicht mehr, aber da ist so eine kleine Frau mit Ohrstöpseln, die mich immer wieder überholt. Sie läuft gut (deshalb stört es mich nicht), will aber keinen Kontakt aufnehmen. Dafür erklärt mir einer, dass er wegen mir seinen Zug verpasst *kicher*. Die 3 Mammutbäume als Namensgeber des Laufs nehmen wir im Bergabfliegen aus den Augenwinkeln mit, interessieren mich nicht die Bohne. Bestenfalls als Brennholz.

Vorbei am Bernd mit großem Bahnhof, dann die nächste Wasserstation, oder war es andersrum. Km 8 liegt längst hinter uns, und es geht noch immer nicht bergab. Nur immer mal wieder viel zu kurz. Gottfried hat kurz vorher erklärt, dass wir bei ihm den höchsten Punkt erreicht haben. Übrigens an einer Stelle, die ich weitaus tiefer liegend eingeschätzt hätte als so manch andere.

Endlich geht es ins Gefälle. Irgendwo bei km 9 habe ich zögerlich die Aufholjagd eingeleitet. Die Müdigkeit, die mir aus den letzten Wochen in den Knochen steckt, kann ich bergab und in der Ebene überraschend gut kompensieren, das lässt auf eine gute Form hoffen. Einen nach dem anderen sammle ich ein. Und was ist das: Am Horizont leuchtet das grüne Laufshirt der Gitti auf. Was an sich kein gutes Zeichen ist. Mit letzter Sehkraft stelle ich fest, dass sie nicht ihren gewohnten Wettkampfschritt läuft, sondern sich auch schwer tut. Hm. Attacke ?

Attacke. Bei km 13 geht es noch einmal einen ganz ganz fiesen Stich hinauf, ich kann es nicht glauben, wollen die uns umbringen? Gitti ist noch 100 Meter vor mir, auf halber Höhe des Anstiegs. Oben ist ein Volksfest, da leuchten mindestens 10 orangefarbene Helfershirts und ich höre laut meinen Namen rufen. Da sitzt Ralf mit der Kamera, mindestens Bernd und Martin haben ihre Posten schon aufgegeben und sind auch dort. Hans-Peter ist glaube ich auch dabei, aber ich bin so fertig, dass ich mich am liebsten in den Graben werfen würde. Geht aber nicht, die sehen mich alle. Oben bin ich kurz vor dem Kollaps, Bernd begleitet mich 10 Meter und meint, ich soll Gitti noch versägen. „Ok“ japse ich und dann muss ich erstmal gucken, dass mein Gehirn wieder durchblutet.

Es geht nur noch bergab. Schnell kann ich zu Gitti auflaufen – sie sagt, es sei alles in Ordnung, also renne ich weiter. Ihre Zielsprints sind legendär, deshalb darf ich jetzt nicht nachlassen. Einmal vor ihr im Ziel sein, das wärs 🙂 Ganz kurz vor dem Ziel sehe ich noch Micha relativ unmotiviert vor mir joggen. Ich gebe alles, und muss auf der Zielgeraden wieder rausnehmen, damit es mich nicht umhaut. Keine 10 Meter vor der Ziellinie versäge ich ihn, nicht ohne ihm eine lange Nase zu machen. Zum Glück findet er das witzig 🙂

1:26,16 ist eine gute Zeit für die Strecke, mit der ich sehr zufrieden bin. Vergleiche hab ich keine. Das gibt Platz 5/13 in der AK 40 (10er-Schritte) und Platz 8/41 gesamt. Hoppla, DAS ist gut, das hätt ich jetzt nicht gedacht *freu*.

Kurzer Austausch von Jägerlatein an der Ziel-VP, bei der gerade die Getränke ausgehen, und dann noch ein alkoholfreies Paulaner in der Sonne sitzend mit den anderen. Mit Bernd stoße ich auf Dani an, die ihren ersten Rennsteig souverän hinbekommen hat. Made my day 🙂

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2 Antworten zu Feuerbacher Lauf um die Mammutbäume – 17.5.2014

  1. Theo schreibt:

    Mammutbäume als Brennholz! Da bin ich froh, dass der Sauerstoffmangel während des Laufens nicht nur bei mir – hoffentlich reversible – Defizite verursacht. Ansonsten: Klasse gemacht Kati, Deine Formkurve weist stetig nach oben! LG Theo

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