*** MISSION 367 *** – Etappe 2: Rottweil – Oberndorf – 18.4.2014

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Rottweil-Oberndorf

es war nie geplant, dass zwischen der ersten und der zweiten Etappe fast ein ganzes Jahr liegen soll … trotzdem, es ließ sich vorher einfach irgendwie nicht einrichten. Und so ignorieren wir sämtliche Schlechtwetter-Warnungen und stürzen uns auf den Zug nach Rottweil. Wieder zähes Warten und Umsteigen in Renningen und Böblingen. In diesem Leben werde ich kein Fan der Deutschen Bundesbahn mehr.

Kaum sitzen wir im finalen Zug nach Rottweil, lässt uns eine übellaunige Kontrolleuse trotz Zuzahlung auch gleich wieder aussteigen – denn wir sind nicht berechtigt. Nochmal eine halbe Stunde warten… Naja. Was es so alles gibt… das wär jetzt eine Geschichte schon für sich allein… Bahnhhofscafé entfällt, denn es ist Karfreitag.

Unverzagt – ok, RELATIV unverzagt – finden wir unseren Weg durch Rottweil bis auf den Neckartalradweg. Es ist kälter als zuhause und kälter als erhofft – die Winterklamotten haben wir längst weggeräumt. Schon erwartet uns die nächste Hürde – siehe oben – Radweg im Bereich der Neckarburg gesperrt. Was auch immer das bedeutet, wir orientieren uns vorsichtshalber dann doch an der empfohlenen Umleitung, die natürlich NICHT ausgeschildert ist. Karte hilft.

So laufen wir halt auf Bundesstraßen statt auf dem Radweg, und der Neckar ist meilenweit entfernt. Kannst nix machen. Es beginnt zu regnen. Dann mehr zu regnen. Dann zu schneien. Uns begegnen komische Menschen und ein toter Förster. In einem ausgestorbenen Kaff fragen wir nach dem Weg. Bzw Anja muss fragen, denn mir ist schon so kalt, dass ich nix mehr denken kann. Meine Haare sind nass und meine zwei dünnen Schichten kleben am Körper, es bläst ein eiskalter Wind. Einen Kilometer weiter kapituliere ich und setze mich in einen Hauseingang an einen Bistrotisch. Es kommt aber keine Bedienung, denn es ist Karfreitag. Mir ist sooo schweinekalt… Ich brauche 10 Minuten, um überhaupt die Jacke und die Mütze aus dem Rucksack zu holen.

An der nächsten Hauptstraße verliere ich die Nerven und will trampen, aber Anja erlaubt es nicht. Auf dem Radweg sind es noch 10 flache Kilometer bis zum nächsten Bahnhof in Oberndorf – der von unserem Ausgangspunkt Rottweil auf direktem Weg lächerliche 20 km entfernt ist. An sich indiskutabel, aber im Moment in unerreichbarer Ferne. Ich fühle mich wie Amundsen vor seinem letzten Frost, aber die Alternativen sind auch nicht wirklich überzeugend. Taxi? Wird hier erst in 200 Jahren erfunden.

Wenigstens sehen wir jetzt endlich mal den Neckar, meine Finger sind aber zu kalt, um Bilder zu machen. Bei schönem Wetter wäre es hier schon nicht schlecht. Sanfte Wiesen und ein ruhig fließendes kleines Flüsslein und so. Noch zu flach, um auch nur darin zu paddeln.

Irgendwann ist die Krise dann doch vorbei und Oberndorf nicht mehr weit. Wir freuen uns auf einen heißen Kakao am Bahnhof, aber der Bahnhof ist geschlossen, denn es ist Karfreitag. Auch an normalen Tagen lebt hier vermutlich nichts. Wir ziehen uns im Freien um, bzw das letzte trockene  TShirt an, und dann warten wir noch 45 Minuten in nassen Klamotten in der Kälte auf die Bahn. 100 Meter hinter  uns ist ein warmer Burger King, der aber nur über irgendeine nicht ersichtliche Zufahrt ins Industriegebiet zu erreichen ist. Der Bahnhof ist mit einem kilometerlangen Zaun abgeriegelt.

Anja ist schon gespannt, was wohl auf der Heimfahrt noch alles schief geht, aber ich bin nicht mehr kompromissbereit. Zum Glück klappt alles, und Anjas Tochter holt uns sogar in Böblingen vom Bahnhof ab, um uns weitere 2 Wartezeiten zu ersparen. Best child ever.

Fazit: Unsere garantiert kürzeste Etappe, und bei so einem Wetter bleiben wir nächstesmal zuhause 🙂 Wir wollen mal schwitzen am Neckar und die Füße reinhängen…

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3 Antworten zu *** MISSION 367 *** – Etappe 2: Rottweil – Oberndorf – 18.4.2014

  1. Carmen schreibt:

    Brrrrrrrr. Da friert man ja schon beim Lesen. Tja…. Solche Läufe bleiben in Erinnerung. *zwinker*
    Aber schön, dass es endlich Teil 2 Eurer Mission 367 gab. Freue mich schon auf Teil 3.
    Grüßle
    Carmen

  2. Theo schreibt:

    Hallo Ihr beiden, wenn es irgendwann im Neckargebiet zu einer Trockenheit kommen sollte, lasst Euch als Regenmacher engagieren und startet zu Eurer 3. Etappe 🙂
    Respekt vor Eurem Durchhaltevermögen und viele Grüße
    Theo

  3. Neckar Schmeckar schreibt:

    Tja, da ist der Karfreitag seinem Namen aber gerecht geworden und Ihr musstet arg leiden. Merke: Um einzukehren, ist dieser Tag der vermutlich ungünstigste des ganzen Jahres. Es sei denn, man bevorzugt die innere Einkehr (wärmt auch, manchmal jedenfalls). Ich hoffe, Ihr seid dann nicht erst am dritten Tage auferstanden……;-)

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