Thermenmarathon Bad Füssing – 2.2.2014

www.thermen-marathon.de

arthritisch, neblig, schön 🙂

a-01 g-01 m4y-01 m4y-02 m4y-03 rw-01 Thermenmarathon_2014_048 Thermenmarathon_2014_060(1)  Thermenmarathon_2014_064 Thermenmarathon_2014_079 Thermenmarathon_2014_081 Thermenmarathon_2014_119 (danke an Kerstin, Thomas und Greppi für die Fotos. Eins musste ich leider zensieren)

Schon lange wollte ich mal zum Thermenmarathon nach Bad Füssing. Aber 4 Stunden Anfahrt? Verpackt in ein verlängertes Wochenende als Weihnachtsgeschenk für den lieben Gatten ist das vertretbar 😉 Der erste Kommentar beim Auspacken des Gutscheins lautete dementsprechend „Wo ist der Haken?“

So gesehen – es gibt keinen. Der Thermenmarathon ist ein klasse Lauf. Eine pfeilschnelle und topfebene Strecke, wenn man mal von ein paar Winkeln und Kurven absieht. Super Verpflegung, leider ohne Cola, dafür aber mit gut geführten Fress-Ständchen und vielen vielen netten Helfern. Ich würd dort gern nochmal laufen.

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Bad Füssing allerdings ist gewöhnungsbedürftig. Sanatorien und Kurhotels in Plattenbauweise, ein bis zwei Rentnerboulevards à la „Manuelas Modestüble“ in der City, und man wird gebeten, nach 21 Uhr leise zu sein. Wer den Nachmittag in der Therme abhängt, liegt da aber eh schon im Koma. Ich überlege noch, wie schlecht es mir gehen müsste, dass ich hier tatsächlich zur Kur herkomme. Der Marathon kommt meinen Vorstellungen von „Wellness“ da schon sehr viel eher entgegen. Samstag Abend verbringen wir noch nett mit Kerstin und Thomas, während unsere Bayern beim Griechen versacken 🙂

Sonntag, 10 Uhr: Mit im Rennen sind Thomas-Frankenblitz, Greppi, Charly, Gerhard, Heidemarie und Anton. Martin läuft halb. Sonst noch ein paar bekannte Gesichter und die üblichen Laufpromis, und Klaus fotografiert.

Blasmusik und Schützenböller, ein robuster niederbajuwarischer Bürgermeister und ab gehts durch die Mitte, schon vor km 1 passieren wir unser Hotel. Es sind keine 300 Leute im Marathon, auch der HM hält sich mengenmäßig in Grenzen. Es ist von Beginn an ein sehr zivilisiertes Laufen, die Wege sind breit genug und rollatortauglich besenrein. Von Tina habe ich die Auflage bekommen, möglichst nicht zu schnell zu laufen. Und am besten keine lange Strecke. Ich will das Kriegsleiden endlich losbringen. Da der Kurs in 4 Schlingen alle 10 km durchs Ziel führt, ist Aussteigen gut möglich. Ich zwinge mich zu einer objektiven Analyse und ggf zum Ergreifen drastischer Maßnahmen.

Damit ich das auch wirklich durchziehe wenn es nötig wird, hab ich mir für die ersten 5 km Absolution erteilt. Ich weiß ich kann vernünftig sein, ich weiß es. Aber nicht auf den ersten 5 Kilometern. Da KANN ich einfach noch, und da reißt es mich einfach mit. Die ersten 5 km, das ist meine Welle. Peinlich, aber wahr.

Ich renne 5er-Schnitt, und zwar ganz locker und anstandslos. Doch schon bald merke ich, dass ich eh noch müde bin von Rodgau. Das ist gut, dann kann ich auch vernünftig sein. Der 3:30 Pacer läuft im Plan und ist weg, der 3:45 Pacer läuft im Plan und ist weg, und der 4:00 Pacer läuft knapp hinter dem 3:30er. Hinter km 5 nehme ich raus und laufe ganz locker weiter. Zugegeben, es ist immer noch knapp unter Wettkampftempo, aber es fühlt sich richtig an. Das Kriegsleiden zwackt, aber es wird nicht schlimmer. So muss es bleiben, dann laufe ich durch. Einmal Zieldurchlauf mit fettem Grinsen, Kerstin fotografiert. Einmal rechts abbiegen in die zweite Schleife. Klaus Duwe ist überall.

In der Pendelstrecke etwa bei km 16 sind mir Thomas und Martin hart auf den Fersen. Martin holt locker auf und hat noch Endbeschleunigung drauf, ich will nicht dranbleiben. Aber Thomas holt mich erst so knapp vor dem Ziel ein, dass es ein schönes Foto gibt 🙂 Kerstin der Superfan reicht ihm ein Gelpäckchen an. Ja, das ist ein eingespieltes Team. HM-Durchlauf recht entspannt in 1:55. Jetzt wieder links abbiegen, die Streckenposten müssen ganz schön aufpassen. Der spätere Sieger ist schon vor mir durch und rechts abgebogen, in seine 4. Schleife.

Da ist auch wieder der 4:00 Pacer, stramm auf 3:50-Kurs. Er hat keinen Ballon und so frage ich ihn, ob er nicht im Dienst ist. Der junge Mann spricht nur gebrochen Deutsch und erklärt mir voller Stolz, dass er noch gut vor der Zeit ist. Nee iss klar. Natürlich ist längst keiner mehr bei ihm, scheint ihm aber nicht aufzufallen. Von hinten überrollt mich der Charly mit einem Begleiter, völlig schmerzfrei. Ich brauche nix zu essen, obwohl es kein Cola gibt. Der warme Tee reicht mir. Da stimmt doch was nicht – ich muss krank sein.

Dritter Zieldurchlauf bei km 30 – der Klaus knipst jetzt schon Zielfotos und macht dann Feierabend, sehr schlau – jetzt bitte wieder rechts abbiegen. Bloß nicht nochmal links. Die letzten km vor dem Ziel überholen mich einige sub-3-Läufer. Einer ist dabei, der kann fast nicht mehr und muss stehen bleiben. Ich frage ihn, ob er Hilfe braucht und er meint, er wär doch SO GERN unter 3 gelaufen. Wir haben 2:45 auf der Uhr und es sind weniger als 1,5 km für ihn. Meine Ansage überzeugt, er kann ziemlich schnell weiter laufen.

Erst kurz vor km 30 geht mir etwas der Sprit aus. So ein Mist, denn bei km 28 rum hab ich ausgerechnet, dass ich jetzt nur noch 6er-Schnitt laufen muss, um sogar noch unter 4 Stunden ins Ziel zu kommen. Mir tut nix weh und ich fühl mich noch gut. Eigentlich wär ich mit 4:15 einverstanden gewesen. Bzw einfach nur damit, überhaupt durch laufen zu dürfen. Den 6er-Schnitt kann ich nicht mehr so lange halten, bis km 35 passen meine Hochrechnungen aber mit schwerer Beschönigung immer noch grad so irgendwie. Es könnt ja sein, dass die letzten 5 km wieder besser laufen. Tun sie aber nicht. Nun, dann halt nicht. Mit 4:05-irgendwas komme ich ziemlich aufrecht ins Ziel, Charly wartet schon – wenn auch auf seinen Greppi und nicht auf mich.

Bin dann doch leicht unterzuckert und unterhopft, das lässt sich aber beheben. Den Rest besorgt das 39 Grad warme Thermalwasser. Leider treiben da mehr Kurgäste drin als Läufer, und die haben heute richtig Peep Show. Hinterher bin ich so platt, als hätt ich noch ein paar Runden mehr gehabt.

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4 Antworten zu Thermenmarathon Bad Füssing – 2.2.2014

  1. jollyjumper123 schreibt:

    Ich hab’s gewusst! 😉

  2. Kati schreibt:

    geht klar. Mich hat noch niemand 36 km lang gelobt 🙂 Aber die ersten 5 waren echt auch in Ordnung, i schwör

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