Bellheimer Sommernachtslauf – 3.8.2013

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Leben Retten für Anfänger

Bilder gibt es leider keine 🙂 Start Nummer 5 in Bellheim, und weil ich diesen Lauf so mag, überrede ich noch Carmen, Volker, Theo und Kerstin zum Mitkommen. Die Feuerbacher sind ohnehin schon da. Anja, Hannes, Angelika, Bernd und ich fahren beim Eberhard mit. Schon die Anfahrt gestaltet sich – ühm – anspruchsvoll. Auf der Autobahn haben wir einige beschauliche Erlebnisse, lernen neue Freunde kennen und stecken in der Vollsperrung. Danach erwartet uns erschwerte Verkehrsführung in der Pfalz, und zum Schluss ist Bellheim mit einem ausgeklügelten Netz von Baustellen abgesperrt. Biggi holt schonmal unsere Startnummern ab, und so schaffen wir es tatsächlich um 18:56 Uhr in die Startaufstellung. Dort treffe ich dann schnell noch die anderen und Manu.

Es ist schwül und drückend, aber lange nicht so heiß, wie wir es von Bellheim gewohnt sind. Ich kann mich zu nix aufraffen. Die letzten Tage waren ziemlich aufregend, und nach meinem Kampfgeist rufe ich vergeblich. Anja ist mir auch nicht grad eine moralische Stütze, was das angeht *gg*. Dani, Ralf und Bernd wollen 6er-Schnitt laufen und zuerst denke ich, dass mir das gefällt. Dann ist es mir für den Anfang aber doch zu langsam. Irgendwann überholt mich Anja, dachte eigentlich sie sei längst weg. Mein Bein schmerzt und ich kann nicht richtig belasten. Was ich für eine leichte Zerrung gehalten und nicht recht ernst genommen hab, scheint wohl doch was anderes zu sein. Ich muss langsamer laufen, damit es nicht schlimmer wird. Schon bei km 8 befinde ich mich nur noch im Jogging-Modus und laufe so 5:30 (wofür ich mich im Training aber schon RICHTIG anstrengen muss).

Im Überholen sehe ich, dass der Läufer neben mir nur noch torkelt und schon die Augen verdreht. Ich spreche ihn an, aber der ist schon nicht mehr in der Lage, sich zu artikulieren. Also zwinge ihn zum Hinsetzen und halte ihm mal die Beine hoch. Der sieht aber gar nicht gut aus. Andere Läufer bieten Hilfe, Wasser und Traubenzucker an und ich sage, sie sollen dem nächsten Posten Bescheid geben, damit Sanität geschickt wird. Die Zeit verrinnt und es passiert nix. Mein Opfer sieht immer schlechter aus anstatt besser. Er gibt auch nicht so richtig Antwort. Eigentlich hätte ich merken müssen, dass hier was nicht stimmt, aber in dem Moment denke ich einfach nur, dass der Typ total fertig ist und deshalb nix mehr mitbekommt. Irgendwann tauchen 2 Radfahrer auf, die nicht zur Veranstaltung gehören, die Dame gibt sich jedoch als „Berufssanitäterin“ zu erkennen. Ich übergebe, denn sie weiß eh alles besser. 6 Minuten wirft mich die Aktion tatsächlich im Feld zurück, angefühlt hat es sich eher wie 15.

Als ich endlich den Staffelwechel bei km 10 erreiche, ist Theo natürlich längst weg. Da ich aber nicht weiß, wie schnell Kerstin gelaufen ist, begebe ich mich mal an die Aufholjagd und rolle das Feld wieder von hinten auf. Es geht leider nicht lange gut, denn das Ziehen im Bein wird immer stärker und wächst sich zu einem regelrechten Schmerz aus. Ab km 15 muss ich immer wieder Gehpausen machen, und wenn ich laufe, ist es nur noch ein Ge-eiere. Ich sehe scheiße aus. Das macht keinen Spaß. Bei km 17 weiß ich nicht so recht, wie ich die restlichen 8 km schaffen soll, aber es gibt keine richtige Möglichkeit, aus der Sache auszusteigen. Den Theo muss ich dann wohl ziehen lassen. In Zeiskam treffe ich Helmut als Zuschauer an der Strecke, meine nette Laufbegleitung von 2011.

Regine aus Feuerbach ist als Fotografin unterwegs und ich stelle mich bei ihr eine Weile hin um zu jammern. Irgendwann kommt Hannes mit Biggi und Bettina angerollt, da laufe ich mal ein Stück mit, aber das geht auch nicht lange gut. Ich beginne, auf Carmen zu warten, aber sie kommt und kommt nicht. Beim HM stehe ich eine Weile herum und treffe dann Birgitta. Sie ist auch nicht mehr schnell, und zusammen schaffen wir es dann ins Ziel. Inzwischen ist es dunkel und wir freuen uns über den Zieleinlauf im Fackelschein. Wenn Du schnell bist, kriegst Du das nicht 🙂 Das war jetzt echt nett. Bei einer Zielzeit von 2:43 dann noch mit „KATIS PACE TEAM“ anmoderiert zu werden, das hat aber schon bissi was leicht Peinliches *lach* – der Zielsprecher und ich, wir tragen es mit Humor. Ich möchte nur mal erwähnen, dass ich hier auch schonmal 2:06 gelaufen bin.

Im Ziel ist es nett, aber die Blutsauger sind unterwegs. Manu muss leider auch gleich weg. Also schnell in die Dusche und danach zur Hocketse. Dort treffe ich endlich Theo und Kerstin. Er hat sich den Feuerbachern angeschlossen. Theo lädt mich auf eine Grillwurst ein, und dabei stellen wir fest, dass ein Mainzer nicht weiß, was eine „Rote Wurst“ ist. Ist es zu fassen? Tatsächlich ergoogle ich heute, dass es sich bei der Roten um eine Schwäbische Spezialität handelt.

Dann humple ich zu den Sanis, um mich nach meinem Opfer zu erkundigen. Was ich dort erfahre, erzürnt mich: Der Typ sei bestens bekannt und ich muss mir keine Sorgen machen. Der wird bei jedem Lauf und jeder Radveranstaltung in der Region eingesammelt, meist wegen irgendeiner Bagatelle, und meist schafft er es noch nicht mal bis Kilometer 8. Der Sani deutet an, dass es sich hier wohl um eine ganz andere Problematik handelt. Ich bin sauer und fühle mich verarscht. Warum muss der sich ausgerechnet mich aussuchen, um seine Psychosen auszuleben. Trotzdem ist es natürlich ok zu helfen, ich war auch schon öfter mal froh an Hilfsangeboten.

Also alles in allem war es wieder nett in Bellheim. Wie ich mein Bein bis in 2 Wochen zum APM wieder hinkriegen soll, weiß ich allerdings noch nicht. Da muss ich morgen mal die Dame mit den heilenden Händen anrufen.

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9 Antworten zu Bellheimer Sommernachtslauf – 3.8.2013

  1. Carmen schreibt:

    Hallo Kati!
    Wünsche Dir gute Besserung und drücke Dir die Daumen, dass Du bist zum APM wieder schmerzfrei bist!!!!!
    Tja…. auf mich hast Du ja leider umsonst gewartet. Ich stand mir bei dem Lauf sozusagen selbst im Weg und anstatt mir selbst ordentlich in den Hintern zu treten, zog ich mich selbst „motivationstechnisch“ gesehen nur immer weiter in den Keller. Dementsprechend langsam habe ich denn auch die 25km hinter mich gebracht *schäm*

  2. Theo schreibt:

    hey Kati, da hat uns dieser Simulant tatsächlich der Chance beraubt, ein Stück zusammen zu laufen! Normalerweise wärest Du jedoch vor Kerstin am Wechsel gewesen. Umso schöner war es aber beim „Hocketse“. Und was eine rote Wurst ist, weiß ich jetzt auch.
    Man muss ihn lieben oder hassen, den Bellheimer Sommernachtslauf, sagst Du. Kerstin und ich sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Liebe Grüße auch an Deine Feuerbacher, die mich ab Km 22 ins Schlepptau genommen haben.

  3. Volker schreibt:

    Hi Kati !
    ich wünsche Dir Gute Besserung und so ein Simulant auf der Strecke braucht eh keine Sau- weiß man ja vorher leider nicht.
    Auf jeden Fall rockst Du den APM ! 🙂

  4. Dani schreibt:

    Huhu Kati, Du bist und bleibst ein Schatz! Wieder so ein schöner Bericht, so toll geschrieben und alles drin. Bellheim ist und bleibt einfach toll. Vergiss‘ den Simulanten, Deine Hilfe ist und war wichtig, das bleibt! Ich wünsche Dir ganz schnelle Besserung, so dass Du in 14 Tagen zum APM fit bist. Das muss !!!
    Und für uns Feuerbacher im 5:50er-Schnitt, in der ganzen Gruppe, war es auf jeden Fall auch ein tolles Erlebnis und hat mal wieder einfach nur Spaß gemacht. 🙂 Drück‘ Dich, Deine Dani

    • Kati schreibt:

      ja, wär ich nur mal gleich mit Euch gelaufen… ich Depp … aber am Anfang gings halt wieder mit mir durch, wahrscheinlich werd ich das in diesem Leben nicht mehr lernen….

  5. Gerhard Bracht schreibt:

    Hallo,Kati,Gratuliere zu Deinem heldenhaften Einsatz..iCH FINDE DAS PRIMA!!!!!
    Jedenfalls ist dabei jede Laufzeit egal.
    Gute Besserung für Dein Bein.Bestimmt ist beim APM alles wieder OK!!!!
    Liebe Grüsse
    GERHARD

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