Mainz Marathon – 12.5.2013

Mainz Marathon

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4:10 musst Du auch erstmal laufen

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Die Messe bietet auch wenig Unterhaltung, ich hab keine Lust auf das ewiggleiche Sortiment und sowieso den Schrank voll. Stickig und warm ist es. Draußen ändert sich das Wetter im Halbstundentakt, mal kommt die Sonne raus, mal ein heftiger Schauer vom Himmel. Die Messehalle und das Start/Zielgelände liegen direkt am Rhein. Der ist toll. Leider ist es zu kalt und vor allem zu windig, um sich ans Ufer zu setzen.

Den Nachmittag verbringe ich mit Theo, wir schauen uns den Dom an, tauschen Läuferlatein aus und schmieden einen Plan für nächstes Jahr 😉

Theo wohnt hier umme Ecke und ist den HM schon ein paarmal gelaufen. Er zeigt mir noch, was ich für morgen wissen muss. Abends bekommen Greppi, Wolfgang und ich mit viel Dusel den einzig freien Platz beim einzigen Italiener. In Mainz kann man problemlos verhungern.

Am Sonntag früh hat das Wetter extrem zugezogen, es ist plötzlich unangenehm kalt und es windet und regnet. Ich hab nur ärmellos dabei, böser Fehler. Am liebsten würd ich ins Auto sitzen und direkt heimfahren, aber isch abe ja gar keine Auto…

Mit dem Regenschirm zum Startareal, Tasche in der Tiefgarage abgeben, hier treffe ich Ulrike 🙂 Die Schlange vor der Toilette ist 50 Meter lang aber wenigstens im Warmen. Dann suche ich meinen Startblock. Es regnet nicht mehr. Gelbe Ballons kann ich keine sehen, aber im roten Startblock, der den Läufern unter 3 Stunden vorbehalten ist, sehe ich etliche Leute, die wahrscheinlich den Halbmarathon unter 3 Stunden schaffen.

Da ist es wieder, das leidige Thema: Marathon und Halbmarathon starten zusammen, ist das jetzt gut oder schlecht? In Mainz ließe es sich ganz leicht lösen, indem man den Marathon eine halbe Stunde vorneweg schickt. Bis die Schnellen .

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aufgeholt hätten, hätte sich das Feld ausreichend entzerrt. Im Startblock treffe ich Gero, der es gelassen nimmt, dass er die ersten 5 km mit Überholen beschäftigt sein wird.

Tatsächlich sind die ersten Kilometer so wie erwartet, das Feld setzt sich äußerst träge in Bewegung. Viele Läufer sind sehr undiszipliniert und offenbar nicht daran interessiert, ihre Kräfte einzuteilen. Die Blaue Linie ist als Ideallinie eingezeichnet, und manche sind geradezu besessen davon, nur ja keinen Millimeter abzuweichen. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich genervt, und natürlich stürzen sich an der ersten Wasserstation wieder ganze Trauben auf den ersten Tisch.

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Mir läuft es gleich von Anfang an nicht besonders. Von den 2 Infekten der letzten 2 Wochen fühle ich mich schlapp und müde, und die Beine sind noch bleiern vom letzten Wochenende. Merke: Das Wochenende lag zwischen den Infekten *gg*. Mir ist schon klar, dass ich heute nicht viel bringe, und der Beweis lässt nicht lang auf sich warten. Also Umschalten auf „zügiger Trainingslauf“. Trotzdem ärgern mich diese sinnlosen Verzögerungen. Außerdem ist es kalt und der Wind kommt immer von vorn. Naja.

Die Stimmung an der Strecke ist gut. Es gibt die typischen Hochburgen in größerer Anzahl, und auch so sind trotz des Wetters viele Menschen auf der Straße. Die Anfeuerungen sind verhalten bis frenetisch, aber nicht so charakteristisch, wie man sie aus Köln oder Koblenz kennt.

Von km 14 – 19 geht es in die erste Begegnungsstrecke. Hier stürmen gerade die beiden führenden Damen im Tiefflug heraus, dunkle Gazellen mit Null Gewicht. Irre. Gero kommt mir auch bald entgegen, auf dem Rückweg treffe ich Theo, dem es gut läuft, und sehe kurz dahinter noch Greppi.

Von der Lauflust her wäre ich durchaus schon bereit, mit dem HM ins Ziel abzubiegen. Aber mich schaudert auch vor den Massen, die sich dann dort in der Garage zusammendrängen. Ich will einfach nur noch meine Ruhe haben. Also brav bei „Marathon 2. Runde“ einordnen. Bin ich froh, als ich da durch bin. An der Strecke stehen etliche schnellere HM-Läufer, aber der Zuspruch und das Interesse sind gering.

Wir sind schon direkt im Anstieg auf die Rheinbrücke. Jetzt kommt das schönste Stück des Laufs, die Passage über den Rhein. Die Steigung ist moderat, tut aber schon weh. Ich mach langsam und genieße den Fluss und die Aussicht auf beiden Seiten. Diffuse Strahlung lässt die Wolkengebilde plastisch erscheinen und

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liefert ein geniales Farbschema. Liegestuhl, Kaffee, Wind abstellen. Bitte jetzt.

Nein, wir müssen weiter. Gero treffe ich am Ende der Brücke, er ruft mir zu, dass es bei ihm auch nicht so gut läuft. Das hat immerhin den Vorteil, dass er dann nicht so lange auf mich warten muss. Die Schleife in Mainz-Kastell zieht sich endlos, meine Beine werden noch schwerer und ich wär jetzt gern im Ziel. Los ist hier auch nicht so viel. Endlich wieder zurück über die Brücke. Leider bläst es jetzt so, dass ich das Visor festhalten und den Kopf senken muss.

Kurz nach der Brücke überholt mich Tobias, der den 4-Stunden-Pacer macht. Ich versuche nicht mal, da mitzulaufen. Da ist der 3/4 Marathon, auch hier könnte man super aussteigen, es ist weniger als 1 km bis zum Ziel. Wär ja aber auch blöd. In Biel will ich auch nicht bei km 28 aussteigen. 14 km sind eine überschaubare Aufgabe, und die Sinnfrage sollte ich mir jetzt am besten nicht stellen.

Die nächsten Kilometer vergehen so im Trott. So ein Marathon ist halt doch verdammt lang und immer auch eine mentale Herausforderung. Mir ists zu kalt. Bei km 33 rum beginnt es zu regnen, meine Arme sind blau vor Kälte. Da stehen 2 Frauen und verteilen Traubenzucker, das ist toll. Es gibt nämlich offiziell kein Cola in Mainz. Kurz darauf erwische ich aber einen von 3 Bechern an einer VP, und bei km 40 bekomme ich noch einen Schluck von Zuschauern 🙂

Überhaupt gibt es viele wilde Privat-VPs unterwegs, meist von Eltern mit Kindern. Sehr nett. Auf dem Rückweg in die Innenstadt werden die Zuschauer auch wieder etwas lebhafter. Dadurch sind die letzten Kilometer wieder leichter zu laufen, und als ich unter 5 bin, macht es mir auch nix mehr aus. In einer Kehre sehe ich Greppi und Wolfgang ein paar Minuten hinter mir. Noch einmal einen Kilometer über das Kopfsteinpflaster mit den vielen Glasscherben, dann um ein paar Ecken und auf die Zielgerade. Die zieht sich ziemlich lange hin. Meine Zeit ist mir egal, die Stimmung ist hier auf dem Siedepunkt und es gibt viel abzuklatschen. Leider sehe ich nicht, wo der Streckensprecher sitzt, der mich spitzenmäßig anmoderiert. Jedenfalls, der Zieleinlauf hat sich gelohnt.

Tobias wartet im Ziel, zwar nicht auf mich aber ist egal, und Greppi und Wolfgang kommen auch bald. Ulrike ist schon weg, Theo auch. Die Wolken haben ein wenig aufgemacht, trotzdem ist es schnell zu kalt zum Rumstehen. Umziehen in 2 Minuten in der Tiefgarage, damit Gero nicht noch länger warten muss. Auf dem Weg zum Parkhaus kommen wir nochmal an der Strecke entlang, da sind aber nicht mehr allzu viele unterwegs. Der Michel hält Schwätzchen und wartet auf den Besenwagen 🙂

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9 Antworten zu Mainz Marathon – 12.5.2013

  1. Regina schreibt:

    „4:10 musst Du auch erstmal laufen“
    ganz genau…….und genau darauf hatte ich heute früh getippt, ganz ehrlich Kati ;-),
    MEIN Tipp stimmte auf die Minute genau, nämlich 4.10 sind 4.10 – egal was dahinter steht, so hab auch ich gewonnen, hehe….Also einen dicken Glückwunsch an Dich 🙂
    Grüßle Regina

    • Kati schreibt:

      hihi. aber so richtig schmeichelhaft ist das ja nu auch nicht 🙂
      ich überleg mir mal, ob ich jetzt beleidigt bin 🙂

  2. Theo schreibt:

    Danke Kati, dass Du die Mühe auf Dich genommen hast nach Mainz zu kommen. Ich finde Deine Leistung klasse. Schön dass wir uns gesehen haben. Die Lauf-Zeit ist nicht Alles…
    Herzliche Grüße Theo

  3. Gerhard Bracht schreibt:

    Hallo,Kati,Haste mal wieder das Fernduell mit mir gewonnen.
    Gratuliere.
    Auch zu Deinem Bericht. ,wie immer sehr amüsant.
    Tja, wärst Du nach Bad Waldsee gekommen.Da haste nicht so eine Menge von Läufer.
    Und man musste sich nicht an den ersten Tisch stürzen.
    Und bei dem Wetter war Mainz bestimmt KEIN Gegner .
    Es gab etwas SONNE, KRÄFTIGE SCHAUER,und da das noch nicht reichte,hatten wir auch noch mit HAGEL ZU KÄMPFEN.
    Es hätte Dir sicher seeeeeeeeeeeeeehr gefallen!!!!!
    GUTE ERHOLUNG
    Gruss
    GERHARD

  4. Jott schreibt:

    Vier-Zehn ist doch okay, entre-deux-infections (bisher kannte ich nur Cantal Entre Deux, kennsch den au?). Mein Tibb (isch abbr völlich oooobrofässionäll, also niggs fir di aigndlich): Ausruha! Xond wärda! Ond erscht no widdr wettkämpfa!
    Gruß vom

    sportlichen Ritter Jott

  5. Kati schreibt:

    i ben doch xond 🙂

  6. Carmen schreibt:

    Moin, moin!
    Jajaaaaaa die blaue Linie…. :):):):):)
    Vielleicht sollte ich mich auch mal strengstens an diese halten und nicht immer -wie nein FR310XT behauptet- Mini-Ultras laufen *lach*

    Und weisst Du was? Sub 3 Schaffe ich auch. 😛
    Gar kein Problem. Da brauche ich noch nicht mal 42,195 km, sondern viiiiiiiiel weniger :):):):):D:D

  7. Joachim schreibt:

    Hi Kati,
    dann warst also doch Du das, vor der Rheingoldhalle… 🙂

    Gratulation zu Lauf und Bericht, wie schaffst Du das nur, den so schnell zu schreiben? War eine ganz schön windige Geschichte (der Lauf – nicht der Bericht!).

    In Sachen „erster Startblock“ schreibst Du mir echt aus der Seele, so schlimm habe ich das noch nie erlebt. Ich habe ja großen Respekt, dass sich einige der Gestalten überhaupt auf einen HM gewagt haben, aber warum müssen die sich im ersten Block aufstellen?

    Gute Regeneration und viele Grüße,
    Joachim

    • Kati schreibt:

      hallo Joachim, wir haben uns gesehen ? warum hast Du nix gesagt ?
      Vielleicht müssen wir toleranter werden. Marathon ist für alle da… Keine Ahnung. Noch viel viel „schlimmer“ als in Mainz ist es übrigens in Freiburg, seit HM und M gemeinsam starten. Das hält man im Kopf nicht aus.
      Grüße zurück, Kati

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