Magstadtlauf – 17.3.2013

www.winterlaufserie-bb.de

Magstadtlauf_Nwls2010_logo1

heute lass ich Anja mal gewinnen

8 Uhr: 5 Grad und Nieselregen, die Familie schnarcht noch in den Federbetten. Ich bin nicht gerade voller Tatendrang. Ein paar Veteranen stehen am Start des Trail du Petit Ballon im Elsaß und posten frustriert per facebook Wettermeldungen: Es scheint aus Kübeln zu schütten. Hat nicht viel gefehlt und ich hätte mich dort angemeldet. Also, aufgerafft: Den heutigen Lauf widme ich Greppi und Charly, die in Rouffach jetzt ihr Ultra-Debut geben (müssen) 🙂 haut rein Jungs 🙂

DSCN6445 DSCN6446 DSCN6447 DSCN6448 DSCN6449 DSCN6450 DSCN6451   profil strecke11 Uhr, Magstadt: 2 Grad und strömender Nieselregen, bissle Schnee ist auch dabei. Ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt. Sonntagsgottesdienst wär jetzt eine echte Alternative. 2011 wars schöner.

Axel macht das wieder nett mit den Kindern. Überhaupt muss ich mal sagen, dass bei allen 4 Läufen dieser Serie jedesmal alles gepasst hat. Die Atmosphäre ist immer positiv, und ich komme hier gern her.

Zuerst treffe ich Dieter mit Christa, was mich besonders freut, denn er kann seit langem mal wieder laufen. Anja finde ich mit Micha am Schuhstand; sie zeigt mir ein Hoody, das sie in Schwarz hat *Achtung*Insider*. Christoph läuft für Sanwald, die mit dem Stahl Sportshop eine tolle Aktion für den Stuttgartlauf anbieten. Ruzi hat die 10 gemeldet und Marlies ist nicht da, das erhöht meine Chancen auf eine AK-Platzierung 🙂 Die Schnellen werden eh alle im 10er starten, da die 10er Zeit in die Cupwertung kommt.

Nicole lässt heut mal den Gatten laufen, wir verständigen uns darauf, dass wir unter 2 Stunden ins Ziel kommen möchten. Am Start treffen wir noch beide Philipps, Norbert, Kai und Rolf – bloß der Gero fehlt, da ist wahrscheinlich die Anfahrt zu weit.

Nach der ausführlichen (und allerortens bis zum Abwinken ausführlich diskutierten) Analyse meiner derzeitigen Gesamtsituation erwarte ich nicht allzu viel vom heutigen Lauf, bzw. von mir selbst. Hatte sogar überlegt, ob ich ihn nicht ganz sausen lasse, um mir weiteren Frust zu ersparen. Aber das darf man alles nicht so eng sehen, da muss ich durch, und auch ein schlechter Lauf gibt immer noch ein gutes Training ab, think big. Also bin ich hier, wegen der frischen Luft und um Freunde und Bekannte zu treffen, und weil man sich selbst nicht immer so ernst nehmen soll. Illusionen hab ich aber keine. Die 17 km mit Robert gestern hätten zudem auch nicht mehr sein müssen, aber gestern war halt bombiges Wetter und es war schön. Und ich war schlapp.

Es regnet und es ist kalt. Gleich nach dem Start geht es erstmal einen Kilometer ziemlich knackig bergauf. In der ersten Runde geht das ja noch, aber in der zweiten kommt noch der Anstieg vor dem  Zieleinlauf dazu. Anja verschwindet am Horizont. Die 10er rennen wie verrückt. Ich versuchs gar nicht erst.

Nach ein paar Kilometern merke ich plötzlich etwas: Nämlich, dass ich NICHTS merke. Ich bin ein bißchen müde, aber es ist eine ganz normale Kandel-Restmüdigkeit, zu der der Lauf von gestern hinzukommt. So eine gleichmäßige Grundmüdigkeit halt, sitzt eher in der Muskulatur. Davon abgesehen fühle ich mich gut. Ich bin zwar nicht richtig schnell, aber ich LAUFE, und ich laufe GUT, und immerhin schnell genug. Es fühlt sich richtig an. Niemand hat mir den Stecker gezogen und endlich bin das wieder ICH, der da läuft, und nicht nur ein Kadaver von mir.

Das ist so schön, das fühlt sich so gut an. Bei km 8 kann ich es endlich glauben. Es regnet, es ist kalt, der Matsch spritzt bis an den Rücken hoch, der Untergrund ist teils schlammig, es hat kein Blatt am Baum und alles ist Grau und hässlich, aber ich habe ein Grinsen im Gesicht wie ein grenzdebiles Schaf und ich renne bis zur Schnappatmung. Die Welt gehört wieder mir! (und wenn es auch nur heute sein sollt)

Bei km 9 sehe ich Anja eine Stadionrunde vor mir, sehr gut, da geht was. Durch km 10 gehe ich mit 5:10 auf der Uhr (51:40), das ist für diesen Lauf voll ok. Da steht Nicole und sieht mich nicht. Zieldurchlauf bei 10,5 km, irgendeine Zeit kommt jetzt in die Cupwertung, die 10er haben fertig, die Verlockung ist kurz da, aber ich kann ihr widerstehen.

Der Anstieg wird hart und mir fehlt total die Kraft, aber es ist alles NORMAL und ich bin glücklich. Leute ich weiß, Laufen ist nicht das Wichtigste im Leben, aber JETZT, in diesem Moment, da laufe ich, und deshalb IST es wichtig. Keine Sorge, Eso-Kram liegt mir echt fern.

Meine Glücksgefühle erleiden auch bald einen herben Dämpfer, dann plötzlich bin ich allein auf weiter Flur, bzw im Wald. Wo sind denn die anderen? Kurz hab ich Angst, mich verlaufen zu haben. Ging es vorher nicht relativ schnell mal links ab? Kein Streckenpfosten weit und breit, aber zum Glück dann große Markierungen in NeonOrange. Das hätt ja grad noch gefehlt… der Schauläufer hätt sich totgelacht.

Mein 5:10er-Schnitt ist natürlich nach dem Anstieg jetzt futsch, ich bin bei 5:26 und kann das irgendwie auch nicht mehr drücken. Aber ich kann es halten bis ins Ziel, und ganz ohne Einbrüche durchlaufen. Der blöde Schlussanstieg bringt mich an den Rand der Hyperventilation, vor allem weil ich jetzt unter den 1:55 bleiben will. Da – Zielgerade, endlich. Anja und Norbert warten auf mich 🙂 Axel frierts.

1:53,57 ist wirklich keine super Zeit, aber ich fühl mich, als hätt ich den ganzen Lauf gewonnen. Und weil ich heute Glück habe, gibt das noch Platz 2/6 in der AK. In der Cupwertung komme ich auf Platz 6/12 mit 4/4 Läufen 🙂

Anja gewinnt die AK und wird 2. in der AK-Cupwertung, und Birgit staubt einen 2. Platz in der AK ab, dafür gibt es tolle Brezeln. Unsere Männer gucken wieder in die Röhre, obwohl die gar nicht so schlecht waren.

***

PS: der Greppi hats geschafft, und er ist mit 3 Min Abstand zum Axel gelaufen. Ob die beiden sich wohl kennen? Müsste eigentlich. Falls nicht, stelle ich mir da ganz lustige Situationen vor, wenn der Axel dem Greppi dann von seinem ersten Ultra erzählt *lach*

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter run veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Magstadtlauf – 17.3.2013

  1. Axel schreibt:

    So klein ist die Welt: als ich Dein Foto von Kempten mit Greppi sah, fiel ich fast vom Stuhl – wir haben uns auf dem Rückweg vom Gipfel ein paar Mal getroffen und uns unterhalten, das letzte Mal 2 km vor Rouffach. Gratuliere, Greppi, dank Kati wissen wir jetzt mehr. Gespannt bin ich auf Bernies Fotos von diesem Abenteuer auf m4y.

    • Kati schreibt:

      Axel das gibts doch nicht, Ihr müsstet Euch doch über Conny kennen. Mich verreißts glei. Glückwunsch zum Finish, das muss hart gewesen sein ! 🙂

  2. Jochen schreibt:

    Sapperlott, gratuliere! Wenn ich gewusst hätte, dass es da gleich drei Brezeln zu mampfen gab, hätt‘ ich mich beim Duschen mehr beeilt (da ist das Verbesserungspotenzial, im Gegensatz zum Laufen, noch nicht ausgeschöpft) 🙂

    Grüße vom

    Ritter Jott

    • Anja schreibt:

      Tja Jochen dätsch ned emmer vor ons wegrenna dann hetsch au von dr Brezel beißa dürfa 🙂
      Außerdem hab ich schon meine Wurscht mit Kati teilen müssen 😀

      • Kati schreibt:

        au weia, da sieht mans mal wieder. TEILEN… zwoimol abbissa habi ond des warad zwoi ganze Soida !!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s