Weinsberger Weibertreulauf – 3.3.2013

http://www.la.tsv-weinsberg.de/

DSCN6418 DSCN6422 DSCN6424 logo-burg1 strecke-hoehe (bin übrigens leidlich genervt von WordPress-seiner neuen Bildverarbeitung)

Weinsberg zum Dritten. Aus 2012 hätte ich da noch eine Rechnung offen und natürlich möchte ich es mir eine Woche vor Kandel auch noch so richtig zeigen. (Triumphatoren werden im Winter gemacht und so, Ihr wisst schon… und ich war verdammt fleißig diesen Winter !!!) Dass das mit der Regeneration dann durchaus nach hinten losgehen kann, muss man in Kauf nehmen, ein bißchen Schwund ist immer. Der vom Spezialisten (ich) ausgearbeitete Masterplan sieht die Erfüllung der kühnsten Laufträume eh nicht grad für März vor.

In der Halle treffen wir Nicole und Jochen, Gerhard, Grit und Hannes mit Dani, Biggi, Bettina und Heike. Viele bekannte Gesichter laufen herum.

Gerhard bestellt gleich mal einen „lustigen Bericht“, aber tut mir leid mein Lieber, den wirst Du heute nicht kriegen. Ich hab definitiv nicht vor, durch egal-was-für-Ausfälle zur Erheiterung beizutragen. Heut nicht – ich will rennen wie bekloppt und versuchen, ob es wie 2011 unter die 1:50 geht.

Draußen scheint die Sonne, falls es jemanden interessiert, tatsächlich zum ersten mal in diesem Jahr. Trotzdem ist es mies kalt. Anja mault auch schon herum, dass ich nicht wieder die ganze Zeit hinter ihr laufen soll. Das würde sie stressen. Anja sucht jetzt für die nächsten Läufe noch eine Mitfahrgelegenheit.

Völlig unerwartet fällt der Startschuß, jetzt wo es in der Menge grad etwas gemütlicher und wärmer geworden wär, und alles wetzt um sein Leben. Ich mit, und zwar VOR Anja. Allerdings spüre ich meine Füße nicht, knöchelabwärts alles taub vor Kälte. Die ersten 3 – 4 Kilometer gehört irgendwie alles nicht zu mir. Und diese Schuhe, das sind doch auch nicht meine? Na das kann ja heiter werden. Ich habe das Gefühl, ständig 2 – 3 Schritte hinter mir zu laufen. Muss ich mal meinem Therapeuten erzählen.

strecke-katiIch schwimme irgendwie so mit, die km-Schnitte bewegen sich im für den Lauf passenden Bereich. Durch die vielen kleinen Anstiege kann ich es nicht genau sagen. Meine Oberschenkel brennen auch schon. Was ist das für ein Käse? ich fühle mich schlapp wie ein alter Putzlumpen, die Lunge hängt mir aus dem Hals. Bei km 4 trabt Anja vorbei und gewinnt Land, allerdings hab ich sie bei km 8 schon fast wieder eingeholt. Die Wasserstation lassen wir erstmal aus. Den Hammeranstieg vor km 9 hab ich noch schlimmer in Erinnerung, eigentlich ist es gar nicht sooo steil, aber ich muss trotzdem gehen. Oben ist man dann noch gar nicht wirklich oben, sondern es geht um eine Ecke und nochmal bergauf. Ätzend.

Überhaupt habe ich diesesmal das Gefühl, dass es echt die ganze Zeit bergauf geht. Bei km 9 fordere ich 2 Männer zum Endspurt auf, aber die wollen nicht so recht. Bei km 9,5 am Begegnungspunkt zieht grad die Damenspitze (Pamela) durch, mit 2 km Vorsprung. Mist, das wird jetzt knapp. Bei km 10 habe ich 55:11 auf der Uhr, das ist nicht mal eine Minute langsamer als im letzten Jahr, und da lief es mir insgesamt deutlich besser (äh also ich meine bis dahin halt), gar kein Vergleich. Das geht ja noch. Jetzt wird gebissen, die Hälfte ist eh schon rum, und das Beste kommt ja bekanntlich hinter km 14. Anja ist längst weg, gelegentlich sehe ich ihr Grün noch weiter vorne aufblitzen, aber die krieg ich nicht mehr.

DSCN6415Ja mei so ist das halt, der Glutaeus Maximus meldet Überlastung, und da das nunmal beim Menschen allgemein und bei mir im besonderen der größte Muskel des Körpers ist, kann ich die Ansage nicht einfach überhören. Hättest halt mal was trainieren sollen. Schön blöd. Es ist die Tempohärte die mir fehlt. Ich laufe am Anschlag, vergeige es aber trotzdem an jedem Anstieg. Das einzig Positive ist, dass die Regeneration oben am Berg blitzschnell geht. So beginnt auch bald das alte Spiel, ich überhole immer wieder dieselben und die mich.

Der Abflug durch die Weinberge ist prima, hier kann ich Anja fast die Hälfte ihres Vorsprungs wieder abnehmen. Anja ist mir ja eigentlich egal, aber sonst ist halt an Unterhaltung nicht so viel geboten, und irgendwie muss ich mich bei Laune halten. Jetzt putze ich auch endlich die Dame in Kanariengelb weg, die mir seit km 2 ein optischer Dorn im Auge ist. So, zack, das wars, meine Kondition haste nicht, ätsch und auf Wiedersehen 🙂 Da wollmer mal nicht so sein. Auf Nici aus Schwaikheim wart ich dagegen vergebens, die läuft einen km weiter vorne, und auch die Gabi ist nicht aufgetaucht.

Schnell und mit gänzlich unbeteiligter Aura laufe ich an der Stelle vorbei, an der ich seinerzeit im Grase saß, und zum Glück reagiert auch keiner der Sanis an der nächsten Ecke mit Erkennen. Ich winke trotzdem huldvoll, Höflichkeit muss sein. Nur noch 3 km. Poah sind da nochmal ein paar Schikanen drin. Vor dem letzten Anstieg haben freundliche Menschen ein Holzschild aufgestellt, das den Namen des Herrn nach dem der Hügel benannt ist ausweist (Kurzzeitgedächtnis: OFF), da möcht ich gern den Hintergrund dazu haben, das ist sicher deren Bergspezialist und ein ganz böser Kalauer.

HR-Hügel(hier, Nicole hat das fotografiert…)

Hinauf, hinauf, und weiter, jetzt kommt die Burg ins Blickfeld, nie sah man sie so schön wie heute. Es wird zäh, es wird lang, und wo bleibt der elende km 19 ??? Da vorne kommt er, und es steht 20 drauf auf dem Schild.

Noch einmal durch das voll verpennte Wohngebiet, dann durch die Tunnelröhre, von links schert der 10-km-Lauf ein, aber die sind auch nicht mehr schneller als ich, da steht einer von Grits Leuten und fotografiert, aber nicht mich obwohl ich winke, da vorne geht es um die letzte Kurve. Der Streckensprecher klatscht die HM-Leute persönlich ab, die anderen habens nicht verdient. Da steht Anja und ruft, wo ich denn so lange bleiben würd. Endspurt, Endspurt, Hyperventilation, mit 1:53-irgendwas breche ich im Ziel zusammen.

Für den Lauf ist das vielleicht gar nicht so mies, aber es ist 4 Minuten langsamer als vor 2 Jahren und ich bin nicht richtig zufrieden. Egal 🙂 schee wars trotzdem.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

wir sind schon auf dem Heimweg, als Jochen sich dem Ziel nähert
ok, dann nochmal: auf dem Heimweg treffen wir noch Nicole, Michael und Jochen, die noch 10 km Auslaufen drangehängt haben.

besser so?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter run veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Weinsberger Weibertreulauf – 3.3.2013

  1. Theo schreibt:

    Na, da bin ich gespannt, was der Masterplan für Kandel vorsieht, und wie die Anja dorthin kommt.
    Alles Gute und herzliche Grüße, Theo

  2. Bracht,Gerhard schreibt:

    Hallo,Kati,
    ich sag´s ja, Du schreibst nicht nur prima Berichte,sondern kannst auch noch prima laufen.
    Hast schon wieder Deine Nase und Deine Hacksen um einige Längen vor mir gehabt!!
    GRATULIERE!!!!!!!
    Bist aber schnell wieder heimgedüst,oder etwa heimgelaufen? :-)))
    Dann bis Kandel
    Gruss
    GERHARD

    • Kati schreibt:

      jaja, habe schon gehört, dass Du mich noch auf einen Kuchen einladen wolltest *lach* Und Du hast doch keine 2:15 gebraucht, hatte ich mal wieder Recht gell 🙂 bis Kandel !!

  3. Jochen schreibt:

    Ach ja, bin mal wieder fertig gemacht worden, ich Ärmster. Mit zwei soooo schnellen Leutchen auszulaufen, überfordert mich echt. Deshalb gibt’s in Kandel nur den Halben….:-) Der Weinsberger Bericht ist sehr gelungen – und Anja kann nach Kandel gerne bei uns mitfahren, wir haben noch Platz im Zug 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s