Saisonabschlusslauf Schwaikheim – 17.11.2012

www.ek-schwaikheim.eu

(=> 88 Höhenmeter)

Ich stehe voll unter Druck. Leistungsdruck. Man kann doch nicht einen SaisonABSCHLUSSlauf vergeigen, und dann mit einem schlechten Ergebnis aus der Saison verscheiden? Heute und hier ein schlechtes Ergebnis abzuliefern und dann mit diesem moralischen Defizit in die nächste Runde zu starten, das geht gar nicht.

Andererseits: Nur weil der Lauf „Saisonabschlusslauf“ heißt, ist es ja noch lang keiner. Die Saison endet am 31.12. und keinen Tag früher 🙂 Dunkel erinnere ich mich daran, dass ich 2008 – in dem Jahr als ich meine ersten 10er überhaupt gelaufen bin – ja tatsächlich, ich hatte 7 Marathons bevor ich erfahren hab, dass man auch 10er laufen kann, kein Witz… – auch hier gestartet bin. Schaurige Anstiege hab ich noch in Erinnerung, dafür aber auch eine tolle Gefällstrecke. Bestzeit bin ich damals sogar hier gelaufen, mit 51:13.

Um bei den moralischen Aspekten zu bleiben, das Ziel für heute ist also schnell definiert: 51:12. Das wird nicht einfach, könnte aber gerade noch so machbar sein. Der Masterplan für nächstes Jahr duldet im Moment keine allzu negativen Ergebnisse auf der Kurzstrecke, wenn ich nicht den Mut verlieren will. Moral und so.

Schwaikheim ist der Hauslauf von Nicole und Jochen, von Armin und von Gerhard. Deshalb geh ich auch gerne hin. Für die Anfahrt hätt ich allerdings etwas mehr Zeit einplanen sollen, und hast Du ne Idee, wie groß Schwaikheim ist? Jetzt weiß ich es…

Das Wetter ist perfekt. Es hat laue 10 Grad oder so, die Sonne lächelt freundlich, es ist windstill. Könnte schlechter sein. Es gibt Bruttozeitnahme. Gerhard ist Streckenposten und möchte nicht mit mir tauschen, zumindest tut er so. Samuel ist auch da, sonst hat es keiner von den Unsrigen hierher geschafft.

Die Renntaktik ist einfach: Die Gesamtpace möglichst unter 5er-Schnitt halten, dann ist noch ein Puffer drin und irgendwas geht eh immer schief, in der Theorie gar kein Problem. Erwähnte ich schonmal dass ich es liebe, wenn etwas einfach zu berechnen ist? Wären da nicht die zwei Knaben neben mir, die sich über die Streckenlänge unterhalten: Beim 5-km-Lauf vorhin hätte der Kumpel Kalle schon 5,4 km auf der Uhr gehabt, der Lauf sei also länger als 10 km. Das krieg ich hin, gibt 10,8. Ich soll 2008 über 10,8 km eine 51:13 gelaufen sein? Niemals, im Leben nicht, so schnell war ich nicht mal 2010. Ich soll heute über 10,8 km eine 51:12 laufen? Genauso unwahrscheinlich. Vielleicht täuschen die sich ja. Aber meistens ist an sowas ja irgendwas dran, und der Lauf wird dann halt etwas länger sein. Vielleicht nicht 10,8 km, aber 10,4 ? Moral? Fehlanzeige… Durchschnittspace für 51:12 auf 10,x km? Kannste selber rechnen…

Los geht’s. Ich lauf was ich kann, und basta. Nach einem kurzen Bergab-Stück geht es gleich mal in den Anstieg. Der sieht ja noch echt moderat aus, den hab ich ja viel schlimmer in Erinnerung? Bis km 3 zieht sich die Steigung, ist aber immer wieder durch längere fast flache Abschnitte unterbrochen. Geht echt ganz gut. Ein bißchen schwach bin ich noch auf den Beinen, die Erkältung lässt grüßen. Der Wendepunkt ist kurz vor km 3 erreicht, hier habe ich eine Pace von 5:03 auf der Uhr. Na bitte, geht doch 🙂 Bis zum 2. Wendepunkt kurz vor dem Ziel geht es jetzt immer schön bergab, da kann ich wieder unter die 5 laufen.


(Quelle: Waiblinger Zeitung)

Ich hole das Mädel in Grün wieder ein und gerate in einen gemütlichen Trott, aus dem mich ein freundlicher Mitläufer ebenfalls in Grün mahnend wieder rausholt, ich soll mal nicht langsamer werden. Danke dafür, er hatte echt Recht 🙂 An der 5-km-Marke habe ich eine Pace von 4:56. Das passt soweit, allerdings wird es schwierig werden, das jetzt durch die zweite Runde und die Anstiege zu konservieren. Es gibt keine Wasserstation. Natürlich hätte ich angehalten, aber gebraucht hab ich wirklich keine. Niemand beschwert sich. Merke: Beim 10er nicht immer automatisch Getränk aufnehmen und Zeit verlieren, wenn es auch ohne geht.

Am Berg laufen das Mädel und der Herr in Grün ganz locker an mir vorbei. Trotzdem ist der Anstieg auch nicht schlimmer als vorhin, ich bin gut eingelaufen und guter Dinge. Wir feuern uns gegenseitig an, ist nett hier 🙂 Der übliche 10er-Horror bleibt irgendwie aus, so langsam krieg ich wohl doch wieder ein Gefühl dafür? An der Wendemarke habe ich wieder 5:03. Allerdings kommt jetzt erst mal eine lange Gerade, die nicht ganz ohne ist. Bergab kann ich nochmal ordentlich überholen, und vor dem letzten winzigen Anstieg kurz vor dem Ziel hab ich die Grüne wieder. Überholen kann ich sie aber nicht mehr, ist aber auch egal. Mit 4:56 komme ich ins Ziel. Bei mehr als 10,3 km reicht das nicht für 51:12, aber der Streckensprecher verkündet, dass wir noch unter 50 geblieben sind. Die Uhr zeigt 49:46 und 10,09 km. Es ist halt doch gut, wenn man nicht so genau hinhört, was andere schwafeln. Genial. Ich bin voll stolz auf mich 🙂 Das lief echt ordentlich.

In der Halle halte ich noch diverse Schwätzchen, auch mit Vincent, der sagt dass er einen schönen Bericht lesen möchte. Leider weiß ich gar nicht mehr so recht, woher wir uns kennen. Das ist mir immer super peinlich, aber sowas passiert mir ständig, ich erkenne die nettesten Leute nicht wieder, weil ich sie beim Laufen kennenlerne und da ja keine Brille auf habe. Aber mit Brille laufen, das geht leider gar nicht.

Dann störe ich noch Nicole beim Kuchenverkauf. Selbstzufrieden stelle ich fest, dass ich heute denselben km-Schnitt gelaufen bin wie sie bei ihrem letzten Lauf. Ihr Lauf war allerdings 100 km lang, so ist das. Das muss man jetzt gar nicht groß kommentieren, das ist einfach nur der Hammer. Es gibt auch nicht viele Mädels, die das können. Auch nicht so viele Jungs.

Bei Beate am JOLSPORT-Stand finde ich noch eine Hose, die mir total gut gefallen würde. Für schlappe 189 EUR. Ich wollte es ja nur mal so gesagt haben. Nachdem ich noch Jochen, Armin und Michael ein wenig von der Arbeit abgehalten habe, mach ich mich zufrieden vom Acker.

Statistik: Platz 5/17 W45, …

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4 Antworten zu Saisonabschlusslauf Schwaikheim – 17.11.2012

  1. Nicole Benning schreibt:

    Hallo Kathrin, schön, dass Du bei „uns“ („uns“ ist ja eigentlich wo anders, aber die trikottechnische läuferische Heimat ist halt dort) in Schwaikheim warst. Und schade, dass ich nur so abgehackt schwätzen konnt, lag nicht an der Anstrengung, nur daran, dass die Kollegen immer so schief geguggt haben, wenn ich schon wieder geschwätzt hab, statt Bons zu verkaufen.
    Bis demnächst (in Nussdorf?) und Grüße
    Nicole

  2. Theo schreibt:

    Hallo Kati,
    ganz schön geschickt der Hinweis mit der Hose, wohl wissend, dass sowohl der Nikolaus als auch das Christkind vermutlich Zugriff auf diese Seite haben… Herzliche Grüße, Theo

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