X-Cross Run Magstadt – 3.11.2012

www.winterlaufserie-bb.de

9,2 km – 302 H.meter oder: wie man 1:03 für 9 km brauchen kann…

Die Winterlaufserie BBN ist eröffnet und ich bin dabei 🙂

Eigentlich hätte ich ja heute in Troisdorf sein wollen und stand dort auch auf der Starterliste. Doch dann ist was ganz Komisches passiert: Es war mir auf einmal zu blöd. Gelaufen wär ich ja schon gern, aber 3,5 Stunden Anfahrt, eine langweilige Übernachtung allein im langweiligen Hotel, und nach dem Lauf wieder 3,5 Stunden alleine nach Hause fahren… Ich hatte keine Lust mehr. Das hätt ich mir ja eigentlich alles früher überlegen können? Hab ich aber nicht 🙂

Eine Alternative muss her: In Magstadt wird heut die Winterlaufserie eröffnet, mit einem Crosslauf über offiziell 8,6 Kilometer. Doofe Kurzstrecke eigentlich, gar nicht mein Fall. Aber für heute genau das Richtige, nämlich mal was anderes. Anja, Thommy und Volker laufen dort auch, Gero und jede Menge Familienanhang kommen zum Anfeuern. Marlies und Klaus sind auch da, Marita und Günni sind hergeradelt.


(Fotos von Katrin)

Regnet es morgens noch aus Kübeln, so wie auch schon die ganze Nacht, so kommt rechtzeitig zum Start die Sonne raus und der vermeintliche Alptraum wird zum strahlenden Herbsttag. Wir sind natürlich zu warm angezogen, aber egal. Anja und ich besichtigen schonmal ein paar der Hindernisse. Sogar mir Feigling erscheinen sie als gut bewältigbar, nur der Wassergraben kriegt Abzüge in der B-Note. Thommy ist er nicht tief genug, mir dagegen ist er hochgradig suspekt. Werde ich mich hier vor aller Augen auf die F….. legen? Das Durchkriech-Hindernis ist woanders, hoffentlich ist es keine enge Röhre… Auf das Zelt des Schreckens freue ich mich dagegen, bin gespannt, was sie sich diesesmal ausgedacht haben.

Auf dem offiziellen Streckenplan sind nur 5 Hindernisse eingezeichnet, bissle mager, oder? Das täuscht aber, denn genau die Schleife wird zweimal durchlaufen, einmal zu Beginn und einmal am Ende der Runde. Zwischendurch sind auch noch einige Schikanen eingebaut, für die ein paar örtliche Gegebenheiten ziemlich kreativ genutzt werden. Da hat sich jemand was einfallen lassen *lach*. Auch große Teile der Strecke sind an sich schon ein Hindernis und ich darf bald feststellen, dass ich ein schlechter Trailer bin 🙂

Anja und ich wollen zusammen laufen. Los geht es gleich mal durch ein Minilabyrinth aufgestellter kleiner Bierfässer, sieht harmlos aus, ist es aber 50 Meter nach dem Start nicht wirklich. Axel Stahl schickt uns auf die Strecke, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Fässer bereits leer sind.

(Gero)

(Katrin)

Nach einem kleinen Stück Vorgeplänkel stehen wir direkt vor dem Wassergraben – ja wir STEHEN tatsächlich, denn es gibt ordentlich Rückstau. Die meisten nehmen es gelassen, nur ein paar Hektiker müssen natürlich drängeln. Hinter den Absperrungen stehen die Zuschauer und skandieren „Arschbombe! Arschbombe!“ Nee Leute, echt nicht. Auch so schon spritzt mir das Wasser bis zum selbigen hoch. Nix wie weg hier. Zweimal über Baumstämme, ich klettere vorsichtig und bedächtig wie eine Omma… andere flanken hier darüber 🙂

Ein Stück matschig aufgeweichter Waldweg, dann ein befestigter Feldweg, senkrecht über eine Wiese nach oben. Knapp mehr als 1 km und mir hängt schon die Lunge am Boden, Anja wartet auf mich, meine Beine sind wie Blei, mein Puls bei 300 … Da ist schon das Durchkriech-Hindernis. Gottseidank, es ist nur eine große Plane, die über den Boden gespannt ist. Freundlicherweise so hoch, dass man nicht auf dem Bauch robben muss, sondern es auf Händen und Knien noch schafft. In der ersten Runde ist hier auch noch viel Gras am Boden. Sandra steht am Ausgang und fotografiert. Auf einmal sind da zwei laufende Duschen aufgebaut, aber kein Problem, im Duschen-Umlaufen bin ich sehr gut, jahrelanges Training. Dafür fehlt leider das Schreckenszelt, aber im Moment hab ich andere Probleme.

Jetzt in Schlangenlinien über die Wiese, sehr hügelig hier und arg unebener Untergrund. Durch den Graben über die Straße, immer die maximal welligste Streckenführung, kommen wir jetzt an die Steine. Für mich ganz schwierig – wie groß sind die Abstände? Es klappt. Danach die Strohwand. Ich lasse mir helfen, möchte ja nicht unhöflich sein, und nehme den Abstieg in der Weichei-Poporutsche.

Bei anderen sieht das so aus:

Dafür hab ich aber Zeit, mir das Stroh vom Hintern zu fieseln, wie sieht denn das sonst aus. Erster Zieldurchlauf. Jetzt geht es hinaus in die Waldrunde. Wir haben noch keine 2,5 Kilometer und ich bin schon total fertig. Anja wartet. Anhand des Streckenplans hege ich jetzt die Illusion, dass wir das meiste schon im Kasten haben, und uns jetzt ein paar Kilometer bis ins Ziel ausruhen können. Doch nix. Der größte Teil der Strecke geht mehr oder weniger querfeldein durch den Wald, unendliche Meter Flatterband sind zu beiden Seiten der Laufstrecke verbaut. Der Boden ist aufgeweicht und komplett zertrampelt. Schuhe nicht dreckig machen? Kannste vergessen. Mir fällt es schwer, hemmungslos in den Matsch zu rennen. Das Erdreich tut sich unter mir auf, meine Füße verschwinden bis zum Knöchel. Ich hab keinen Puls mehr, mir ists zu heiß, ich sterbe gleich. Was mach ich hier? Anja läuft locker vor mir her und wartet, dass ich aufhole.

Gefühlt sind wir schon 10 km gelaufen, in Wirklichkeit sind es gerade mal 4einhalb. Endlich merke ich, dass ich eingelaufen bin. Ab jetzt wird es gehen. Lustig hier im Wald. Immer wieder liegen Äste und Bäume über dem Weg. Ein Schlammloch ist ausgehoben, da müssen wir durch. Etwas später geht es über einige Stangen des Fitnesspfads. Quer natürlich. Es geht steil bergab und steil bergauf, irgendwann sogar Treppen, keine Ahnung wo wir sind. Aus dem Wald hinaus, auf einen geschotterten Weg. Hier kann ich Thommy einfangen 😉 Hier läuft auch der Halbmarathon entlang.

Es wären auf der normalen Laufstrecke vielleicht noch 2 km bis ins Ziel, laut Uhr aber noch mehr als drei. Richtig, und schon geht es wieder in den Wald hinein. Wir nähern uns direkt dem Start/Ziel-Gelände und mir kommt ein grausamer Verdacht: Müssen wir etwa noch einmal durch die erste Schleife mit den ganzen Hindernissen? Ja, wir müssen.

(Bild: Sandra)

Nochmal durch den Wassergraben und über die Baumstämme. Hier stehen Gero und Sandra und feuern uns an.

(Gero)

(Bilder: Sandra)

Ich pose ein wenig (eigentlich will ich nur ausruhen), während Thommy todesmutig Ernst macht und wertvolle Meter aufholt. Die fotografische Abdeckung dieses Laufs ist vorbildlich. Anja muss schon wieder warten. Plötzlich geht ein dramatischer Wind und das Absperrband flattert laut. Coole Kulisse. Wieder durch den Wald, über den Weg, die Wiese hoch … unter der Plane durchkriechen, hier ist jetzt mehr Dreck als Gras … oh meine Güte, das Aufstehen fällt schwer !!! Die Helfer feuern mich an, ich hab’s nötig. Über die Wiese. Anja taucht schon auf der Gegengeraden auf, ich rufe ihr zu, dass sie laufen soll und nicht warten. Über die Straße, über die Steine – ich muss vorsichtig sein – und da kommt noch einmal die Strohwand.

Hier stehen Marita und Günni und Anja hat genügend Zeit, um ganz entspannt für ein Foto zu posen. Das kriege ich aber nicht mit, denn ich hab den Thommy im Genick, der es jetzt wissen will:

Während ich an der Hand des Helfers wie ein tonnenschwerer Mehlsack über dem Abgrund hänge, flankt der Thommy stracks vorbei, grinst einmal kurz und stürzt sich dann ins Ziel. Schaut Euch das an (den Herrn in Rot müsst Ihr Euch wegdenken):

(Fotos von Sandra)

Der Gero hat das noch besser erwischt:

Ich habe nur bedingt dafür Verständnis, dass er sich nicht von etwas (Anja) und deutlich (ich) älteren Damen abhängen lassen will. Hinter der Wand steht Anja, sie hat schon ein Interview gegeben, mit dem Zieleinlauf aber auf mich gewartet. Das kostet sie den dritten Platz in der Altersklassenwertung. Mit einer Fabelzeit von 1:03,25 für 9,2 km sind wir endlich im Ziel… ich bin platt wie ein Schnitzel.


(Fotos: Katrin)

(Gero)

Ja das war ein schöner Lauf 🙂 Ein richtiger Spaßlauf, aber auch richtig anstrengend. Ich mache mir an sich nicht viel aus Dreck und Hindernissen und möchte auch garantiert nie zum Strongman Run, aber das hier war grad so richtig für mich. Stimmung prima, Organisation super, Verpflegung super (2x sind wir durch eine Wasserstation mit Tee und Wasser gekommen), nur die Startgebühr fand ich mit 15 EUR (17 EUR Nachmelder) ein klein wenig zu hoch.


(Fotos: Katrin)

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4 Antworten zu X-Cross Run Magstadt – 3.11.2012

  1. Volker schreibt:

    gehts noch weiter? Bis dahin wie immer sehr lesenswert :-).

    Gruß,
    Volker
    Ps. Soll ich dir den Film/die Bilder schicken?

  2. thommy schreibt:

    Hey,dafür sehen die Damen im Ziel nicht halbsodreckig aus wie der todesmutige Hobbytriathlet mit Schlamm-Fussball-Erfahrung!;-)

  3. Gero schreibt:

    Es hat Spaß gemacht euch zu zusehen. Aber ein bißchen neidisch war ich schon. Nächtes Jahr bin ich hoffentlich dabei.
    Gruß,
    Gero

  4. Anja schreibt:

    Klasse Bericht Kati und es war ein Mordsspaß heute wieder mit dir. Jetzt kennen wir die Strecke und nächstes Jahr gewinnen wir den Lauf 😉

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