Schönbuchlauf Hildrizhausen – 7.10.2012

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schon seit Jahren will ich hier mal her, aber nie hat’s gepasst. Und heute passt das Wetter nicht. Als Anja und ich aus der Halle kommen, regnet es schon wieder. Und wenn ich etwas wirklich hasse, dann wenn es mir schon in der Startaufstellung die Frisur z’sammenregnet. Wenn das Wasser so langsam bis auf die Kopfhaut sickert, die Ärmel nass an den kalten Armen kleben, und es einen einfach schon vor dem Start eklig friert. Nee…

Mein zaghafter Einwand, dass es genau JETZT am Kuchenbuffet die größte Auswahl und die kleinste Schlange gibt, stößt auf taube Ohren. Rein in die Startaufstellung, da treffen wir noch Marlies und Klaus, der Schauläufer hat gekniffen und Günni rollt das Feld von hinten auf. Er macht aber keine Fotos, SO mies ist das Wetter.

Die ersten Kilometer warte ich darauf, dass mir warm wird. Die Geschwindigkeit passt, aber es kostet zuviel Kraft. Eigentlich wollte ich den Lauf so schnell laufen wie es geht. Das bedeutet, voller Optimismus die 25-km-Bestzeit genommen, dazu die 300 Höhenmeter addiert, ergibt 2:12. Äh ja. Da kommen wir dann im 6er-Schnitt halt nicht allzu weit, das ist auch klar. Schon bei km 2 merke ich, dass es mir heut nicht läuft und dass ich mir was-auch-immer abschminken kann. Wenn ich mich da jetzt zu sehr abschieße, dann ist die Regenerationszeit bis München etwas zu knapp, also muss ich besser an den Steigungen ein bißchen rausnehmen und sie nicht so laufen wie die beiden 10er letzte Woche. Wie man sieht, um Ausreden bin ich auch bei Regen nicht verlegen. Und um Reime auch nicht 🙂

Anja läuft mal nach vorne weg, bleibt aber in Sichtweite. Wir scheren uns da nicht groß umeinander, aber solange ich sie noch sehe, kann ich nicht ganz so grottenschlecht sein. Eugen und Jochen joggen locker an mir vorbei, sagen was Nettes und verschwinden schnell am Horizont, Günni überholt auch bald. Durch die 10 km gehe ich mit knapp unter 49:30, das ist ordentlich schnell, aber bis hierher ging es auch fast nur bergab, gilt also leider nicht. Dafür wird es jetzt gleich ganz mies, denn bis km 20 geht es jetzt konstant bergauf. Ganz schreckliche Geschichten hab ich von diesem Lauf und seinen Bergen schon gehört.

Naja. Die Anstiege sind total ok. Natürlich kann man hier nicht das Tempo halten, aber ich kann so laufen, dass ich mich nicht total fertig mache und trotzdem noch vorwärts komme. Meistens geht es nur ganz leicht aber endlos bergauf, manchmal auch mit mittlerer Steigung, aber richtige Killerrampen gibt es keine, und zwischendrin kommen auch ein paar Flachstücke. Mit dem Wissen, dass es ab km 20 dann nur noch bergab geht, komme ich da ganz gut durch. Allerdings stimmt das gar nicht, das mit hinter km 20.

Bei km 17 geht es durch den Golfplatz, da muss man aufpassen, denn da fliegen anscheinend die Bälle immer sehr tief. Es regnet immer noch in Strömen und mich wundert, dass da wirklich echt viele Golfer zu sehen sind. Wer geht bei so einem Soich (Verzeihung, aber das ist regionaler Dialekt) schon freiwillig aus dem Haus. Wahrscheinlich treffen die sich da heute zum Jogger Abschießen. Ich beobachte allerdings, dass in den ganzen Minuten meiner Querung keiner es schafft, auch nur einen einzigen Ball abzuschlagen. Ja das ist ein schöner Sport, wo man so viel Zeit hat…

Ich muss mich jetzt ein bißchen ranhalten, denn Anja ist inzwischen komplett außer Sichtweite getrabt. Nicht dass sie noch ohne mich heimfährt. Ist das langweilig hier. Jeder Kilometer hat 1100 Meter und die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Endlich ist die vermeintlich letzte Kuppe erreicht, bei km 20 gibt es die 3. Wasserstation. Angesichts der Proteststürme, die wir letztes Jahr bei unserem Lauf wegen einer fehlenden Station bei km 5 erleben mussten, finde ich es hier recht mutig, 3 Stationen auf 25 km anzubieten. Aber es geht. Wie die alte Garde gern so treffend und unermüdlich bemerkt, ist der lahmarschige Hobbyläufer heutzutage ohnehin einfach nur verweichlicht und nicht leistungsorientiert. Übrigens: Ich hätte da mal ordentlich Durst.

Meine Durchschnittspace zeigt 5:18 an, das ist für das Höhenprofil wirklich ok, geht mir aber schon zu sehr in Richtung der 5:20 und die gilt es zu vermeiden. Na, jetzt geht es ja mal ordentlich 5 km den Berg runter, da kann ich noch was reinlaufen. Denkste. Doch ja, es geht den Berg runter. Da geht schon was. Doch es gibt eigentlich mehr flache Abschnitte und tatsächlich noch ein paar kleinere Steigungen. Und mal so unter uns: Wo sind eigentlich meine Reserven? Bei km 23 taucht Anja plötzlich wieder so 200 Meter vor mir auf, ist ja interessant, nützt aber nicht wirklich was. Bis auf 5:15 kann ich die Durchschnittsgeschwindigkeit noch drücken, und dann laufe ich völlig zusammengefroren und tropfnass mit einer 2:12,46 ins Ziel. Na bitte, geht doch.

Der Schönbuchlauf ist prima organisiert und mit 13 EUR (Nachmelder 16 EUR) auch preislich voll ok, geparkt wird auf einer großen Wiese direkt vor der Halle an Start/Ziel. Stell Dir das noch an einem schönen und leicht sonnigen Herbsttag vor, dann hast Du den perfekten Lauf auf einer schönen Waldstrecke und auf sehr guten Waldwegen. Steht auf der Liste für 2013 🙂

Statistik: Platz 9/27 W45, Platz 32/98 Frauen, Platz 315/555 gesamt
schnellster km 4:36, langsamster km 6:27

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3 Antworten zu Schönbuchlauf Hildrizhausen – 7.10.2012

  1. Vinc schreibt:

    Es hat Spass gemacht diesen Bericht zu lesen. Hast Deine Schuhe wieder sauber und trocken?

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