Esslinger Schurwaldlauf – 30.9.2012

www.schurwaldlauf.de

 

10 km. Alles um 52 Minuten wäre für diesesmal ok, 2 Wochen nach Ulm, 1 Woche nach VAM, vorgestern Bahntraining mit der Gnadenlosen. Es geht mir nicht wirklich um die Zeit, sondern ums mentale wieder-Anfreunden mit der Kurzstrecke. Wieder ein Gefühl für die Geschwindigkeit zu bekommen. Was kann ich geben, beziehungsweise, was MUSS ich geben. Laufen an der Kotzgrenze (Verzeihung), Schnappatmung, Herzkasper…

Brauch ich sowas? Der Zehner und ich, das wird in diesem Leben nix mehr. Für den Marathonbereich von dem ich träume, müsste ich 10 km in 45 Minuten laufen können und NEIN, ich träume nicht vom Marathon in 3 Stunden, und auch nicht in 3:15. Ja ich brauche das. Auch wenn ich die 45 nie im Leben schaffen kann, aber 47:56 bin ich schonmal gelaufen, und da will ich wieder hin. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Im Stadion treffe ich Carmen und Volker, der Klaus kommt mal wieder zu spät fürs Foto. Es hat Nebel und höchstens 10 Grad, die Sonne ist aber schon auf dem Weg.

Man ist gut organisiert beim Schurwaldlauf, Startnummernausgabe im Freien, keine Wartezeiten, wenig Toiletten aber viel Wald. Kein unnötiger Schnickschnack, Meldegebühr 8 EUR, Nachmelder 10 EUR. Kein Schaulauf, sondern ein Lauf. Ich treffe noch Susanne und Oscar, Sabine und Ruzika.

Es geht los mit einer Runde durchs Stadion. Regelrechte Menschenmassen laufen vor mir. Bin ich schon so weit hinten? Nein, da kommen nochmal so viele. Hinter mir stürzt jemand und schlägt hart auf die Bahn. Es ist so eng, dass ich nicht auf die Uhr schauen kann, aber das Tempo erscheint mir hoch genug. Aus dem Stadion, über die Straße, in den Wald hinein, erstmal bergab. Den ersten Kilometer knallen wir in 4:15 raus, ich glaub ich bin in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen Kilometer in 4:15 gelaufen?

Klaus ist in seiner Staubwolke verschwunden, aber hier kommt Volker wieder, wir laufen den nächsten Kilometer mehr oder weniger nebeneinander, dann bin ich platt und mache ihm Zeichen, dass er vorbei gehen soll. Uff, kein schlechter Antritt. Das war definitiv unter 5er-Schnitt. Geht doch. Da ich ab jetzt eh nur noch schlappmache, drehe ich gleich um und jogge gemütlich zurück.

Nein natürlich nicht, ich muss weiter. Der Kurs verläuft wellig aber in der ersten Hälfte tendenziell bergab, und so kann ich bis km 4 echte Spitzenzeiten raushauen. Mein Höhenflug erhält noch Vortrieb, als ich plötzlich Marian Jan Olejnik neben mir entdecke, was macht er denn hier hinten? Er erklärt, dass er nächste Woche die 100 in Hanau läuft und darum jetzt langsam macht, ist logisch. Ich frage, ob ich ihn mal kurz überholen darf – he Leute, ich hab Olejnik überholt !!! – und er macht den Quatsch mit, ist dann aber gleich wieder fort… Dann kommt der erste Anstieg und ich bin schon halb tot.

Auf allen Vieren kriechend und mit hochroter Birne erreiche ich die rettende Straße. Hier geht es direktemang zurück ins Stadion. Doch leider noch nicht jetzt, sondern erst nach der nächsten Schleife von nochmal 5 Kilometern. Und hier sind auch die Höhenmeter. Gütiger Himmel, es geht noch ein paarmal granatenmäßig rauf und runter. Zweimal möchte ich am liebsten gehen, traue mich aber nicht, weil sonst auch keiner geht und weil es einfach zu peinlich wär. Es gibt keine Wasserstation auf der Strecke, na klar man überlebt das, aber besser wär’s mit.

Kati gib alles, Du faule Sau. Ich möcht mich so gern hängenlassen, aber ich muss mich einfach dazu zwingen, einen 10er durchzubeißen, muss das lernen. Ich hab was vor im nächsten Jahr und wie sagte der Armin doch so treffend: Wenn Du überlegst mit dem Bahntraining anzufangen, dann kannst Du auch gleich anfangen. Sinngemäß wenigstens.

Endlich sind wir auf dem letzten Kilometer, nochmal ein fieser Anstieg, dann hört man schon den Stadionsprecher. Der letzte Kilometer ist nicht endlos, aber ich hab nicht mehr viel Reserven. Bisschen Beschleunigung ist noch drin, aber einen richtigen Zielsprint schaffe ich nicht mehr. Selbst gestoppte Zeit: 50:03. I’m very pleased, very very pleased sogar. Klaus wundert sich, dass ich mich über die 4 Sekunden nicht ärgere, tu ich aber nicht.

… und hier extra für Volker noch die Splitzeiten 🙂

Statistik: 50:05, Pl. 7/26 W45, Pl. 267/539 gesamt gemischt.

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8 Antworten zu Esslinger Schurwaldlauf – 30.9.2012

  1. Grit schreibt:

    .. dann gutes Gelingen!
    Grüßle, Grit

  2. Volker schreibt:

    Schöner Bericht, Kati!
    Grüssle volker&Carmen

  3. Carmen schreibt:

    Hallo Kati!
    Super Bericht! Habe mich auch genauso gefühlt, wie Du beschrieben hast :-)))))))))))
    War klasse Dich mal wieder zu treffen!
    Grüßle
    Carmen

  4. Thomas schreibt:

    Ich wär froh, ich würd die 50 Minuten mal erreichen… 😉 Naja, bis zum nächsten Frühlingslauf in Sonthofen hab ich ja noch ein paar Monate zum Trainieren.
    Fröhliches Laufen weiterhin 🙂

    • Ingrid schreibt:

      He, einer, der den Frühlingslauf in SF machen will? Von umme Ecke? Ich will auch dorthin (Start vor der Haustür), aber ich wär froh, mal annähernd an die eine Stunde zu kommen :-).
      Gruß, Ingrid

      • Thomas schreibt:

        Beim mir auch Start vor der Haustür 😉 Und seit sie dieses Jahr den Lauf von 11 auf 10 km verkürzt haben, ist die Stunde auch drin 🙂
        Viele Grüße,
        Thomas

      • Ingrid schreibt:

        Oke – meine Haustür liegt gut 547 m vom Start entfernt, gelaufen, nicht Luftstrecke. Manchmal auch 583 m oder auch nur 562 m. Je nach Laune des GPS. Das weiß ich, weil ich zum Treffpunkt des Lauftreff immer die Stopp-Taste drücke.
        Deine?
        Ich weiß nicht, ob die Verkürzung beim Frühlingslauf für nächstes Jahr noch gilt, denn die Brücke zum Ortwanger See ist wieder offen.
        Viele Grüsse, Ingrid

  5. Uwe Prior schreibt:

    Hee Kati? Ich bin da auch mitgelittengelaufen! Mir ging´s genauso wie dir! Habe dann mit 44:00 gefinischt. Platz 96.

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