Voralpenmarathon Kempten – 23.9.2012

   www.voralpenmarathon.de

Bericht von 2011 hier 🙂

(Foto vom Greppi)

Eigentlich brauch ich ja nicht alles nochmal zu erzählen, denn in meinem Bericht für marathon4you steht es ja schon drin, ein bißchen sachlicher halt. Was da nicht drinsteht ist, dass

<- der liebe Axel

hier seinen ersten 50er bestritten hat. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH 🙂 Da er mir am Start unvorsichtigerweise gestanden hat, dass er sich da von wegen der Einteilung selbst nicht über den Weg traut, hab ich gleich die Gelegenheit genutzt mich a) mal wieder so richtig wichtig zu machen und mir b) einen netten Laufpartner zu sichern. Ich sage also zum Axel, dass er einfach die ersten 25 km in meiner Geschwindigkeit laufen soll und nicht schneller. Und weil er der Grauen Eminenz was glaubt, macht er das auch, obwohl es ihm schwer fällt. Immer wieder muss ich ihn einholen 🙂 So sind wir dann zusammen gelaufen bis km 32, und am Schluss war der Axel dann glaub ziemlich froh, dass er nicht vorne alle seine Körner schon verballert hatte ((unter uns gesagt, ich war dann auch ziemlich erleichtert, dass ich mit meinen Prognosen nicht komplett daneben lag und ihn nicht doch aus Versehen mehr als nötig ausgebremst hab)). Auf jeden Fall war das eine recht entspannte Angelegenheit, und da werden wir uns beide sicher später gern noch dran erinnern.

Interessant war für mich mal wieder, wie subjektiv und unterschiedlich ein Streckenempfinden so sein kann. Letztes Jahr fand ich die langen Waldpassagen toll, denn da war es deutlich wärmer und ich war dankbar für den Schatten. Gestern fand ich sie dann irgendwie doch zu lang und ziemlich zäh. Man ist verwöhnt, man möchte Aussicht – Aussicht – Aussicht haben. Dafür aber hatte ich die Anstiege steiler und hoffnungsloser in Erinnerung, die gingen eigentlich jetzt besser.

Dass meine Zielzeit mit 6:21 genau eine Minute schneller war als letztes Jahr ist auch lustig. Vom Gefühl her hätt ich gesagt, ich bin schneller unterwegs, ist aber egal. Das gab also Platz 5/10 in der AK, Platz 25/35 Frauen, Platz 126/161 gesamt.

Danke auch nochmal an Philipp fürs Fahren 🙂 mit Marlies, Tina und Niko war es auch wieder sehr nett. Und viele Grüße an die vielen netten Leute, die ich unterwegs wiedergetroffen oder kennengelernt habe, Gabi, Peter, Helmut, Joachim, Stefan, Conny + Jörg, Wilfried, Grace, Brigitte, Erwin, … und ein paar Namen konnte ich mir dann doch nicht merken, aber Ihr wisst schon wer gemeint ist 😉

Und hier sind noch ein paar „Impressionen“:

(es gibt auch einen Link zu meiner Galerie mit über 300 Bildern, „Befugte“ bitte anfragen)

   Hier ist mein Bericht bei marathon4you:

Über Stock und Stein: Achterbahnfahrt durchs Voralpenland

Zum dritten Mal stehe ich in Kempten am Start. 2009 offiziell gemeldet aber nur als verletzter Begleitradler dabei, blieb erstmal noch eine Rechnung offen. 2010 wurde der Lauf ausgesetzt, die Organisation wechselte unter die Regie von Joachim Saukel („Laufsport Saukel“, Kempten). Zum gelungenen Relaunch 2011 auf der überarbeiteten Route meldeten sich außer mir noch 140 weitere Testpersonen für die Ultrastrecke, und es wurde ein wirklich toller Lauf. Heute gibt es neben den 51,3 km, die auch als Staffel bestritten werden können und dem 30 km Landschaftslauf erstmals auch einen 15 km Landschaftslauf.

Versprochen ist uns eine „Ausgesprochen schöne, typische Voralpen-Strecke – es geht recht hügelig durch die Wiesen, Wälder und Trails westlich von Kempten. Untergrund: ca. 20% kleine Teerstraßen, ca. 50% Wald- und Forstwege, ca. 20% Trails und Wiesenwege.“ Und genau das bekommen wir auch. Die rechten Hügel summieren sich auf der Ultrastrecke zu 1.350 Höhenmetern, über 30 km auf 780 und über 15 km auf 420 Höhenmeter. Wie eine Achterbahn schlängelt sich das Profil durchs Land, und so wechseln kurze und lange Anstiege mit rasanten Talfahrten. Durch den in weiten Teilen sehr groben Untergrund ist die Strecke insgesamt eher anspruchsvoll zu laufen, leichte Trailschuhe sind kein Fehler.

Am Start um 9 Uhr ist es noch kühl. Das Wetter soll gut werden, bis über 20 Grad, doch gestern hat es den ganzen Tag geregnet. Einige schwarze Wolken hängen noch in der Luft, die sich nach einem kurzen Schauer dann aber endgültig verziehen. Die ersten 10 Kilometer führen fast stetig ansteigend auf den Blender, den Kemptener Hausberg hinauf. Der große Fernmeldeturm dort passt zwar nicht wirklich in die sanfte Landschaft, bietet aber eine gute Orientierungshilfe. Ich wundere mich, wo der im Verlauf des Tages überall wieder auftauchen wird…

Noch läuft es sich leicht beim Voralpenmarathon, denn Strecke und Untergrund sind abwechslungsreich und die Aussicht ist einfach großartig. Bei km 7 und km 15 biegen die kürzeren Läufe ab, jetzt wird es im hinteren Drittel des Felds doch recht einsam. Schnell kenne ich die anderen Läufer um mich herum mit Namen, alle sind nett und entspannt und an den VPs bleiben wir dann schon auch mal etwas länger stehen. Die Verpflegung lässt keine Wünsche offen, alle 5 km (später alle 4) gibt es Wasser, Tee, ISO, Cola, Weißbrot, Bananen, Äpfel, Riegel und manchmal auch Salziges. Manche der Helfer kenne ich noch vom letzten Jahr. Auch Zuschauer gibt es im ersten Streckenabschnitt recht viele, die Stimmung ist ausgesprochen gut.

Axel nutzt mich heute als Bremsläufer, und so vergeht das zweite und etwas weniger attraktive Drittel der Strecke zwar nicht schneller, aber definitiv unterhaltsamer. Der Kurs führt jetzt etwas eintönig durch den Wald, es ist schön aber es zieht sich, die Füße werden durch den sehr groben Untergrund stark beansprucht. Ein wenig ist es auch eine mentale Achterbahnfahrt, denn wir kommen langsamer vorwärts als wir könnten – und wollten. Schon bei km 25 merken wir, dass wir nicht mehr ganz frisch sind. Für die Zeitkontrolle bei km 35 wird es aber gut reichen, sie ist großzügig bemessen.

Deutlich mehr als die Hälfte der Höhenmeter liegen auf der ersten Streckenhälfte, trotzdem stellt der Heimweg noch ganz eigene Herausforderungen. Viele Wege sind vom gestrigen Regen aufgeweicht, kurze Teile stehen unter Wasser. Zum Glück haben wir heute nicht das Wetter von gestern, ganz im Gegenteil, inzwischen ist die Sonne draußen und die Temperaturen steigen deutlich über 20 Grad. Einfach wunderbar. Hinter km 35 verlassen wir dann auch endlich den Wald und können wieder den weiten Blick genießen. Der Rest des Laufs ist nur noch ein Kinderspiel, ein gemütliches Nach-Hause-Laufen durch ländlich besiedeltes Gebiet. Idealerweise hat man hier seine Formtiefs bereits hinter sich gelassen.

Der Marienberg peppt die letzten 5 Kilometer zwar noch einmal ordentlich auf, ist aber für den entspannten Läufer kein ernsthafter Gegner mehr. An der Spitze des Feldes könnten hier aber schon noch Entscheidungen gefallen sein. Der steile Abstieg ins Ziel, der letztes Jahr noch über Wurzeln und Bohlen sehr anspruchsvoll zu laufen war, wurde inzwischen zu einem kleinen, schmalen Teersträßchen eingeebnet. Oben kann man schon die Zielmoderation hören, gleich sind wir da. 161 Finisher im Ultralauf erreichen das Ziel, das sind knapp 15% mehr als im letzten Jahr.

Ein weiterer Teilnehmeranstieg wäre dieser kleinen und feinen Veranstaltung sehr zu wünschen und würde der Strecke nicht schaden. Wer das Allgäu mag, gern um des Laufens willen läuft und keine organisierte Fröhlichkeit sucht, der ist hier genau richtig. Organisation, Verpflegung und Streckenmarkierung, es passt alles. Die Startgebühr von 29 EUR in der ersten und 39 EUR in der letzten Meldewelle (incl. sehr schönem Funktionsshirt) ist zudem erfreulich moderat. Ich war garantiert nicht zum letzten Mal hier.

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6 Antworten zu Voralpenmarathon Kempten – 23.9.2012

  1. Grit schreibt:

    Du bekommst nicht genug, was ;)? Viel Spaß jedenfalls!!
    Liebe Grüße

  2. Thomas schreibt:

    Gratuliere 🙂
    Ähm, und wieviel macht dann die Minute auf den Kilometerschnitt aus? 😉
    Wollt dich eigentlich höchstpersönlich angefeuern, bin aber mit ner Rüsselseuche den ganzen Tag im Bett gelegen…. (und war froh, nicht selber laufen zu müssen).
    Liebe Grüße

  3. Tina schreibt:

    Uh, da hast du aber ein gräßliches Bilc von mir gefunden. Aber der Bericht ist schön und der Lauf war es wirklich auch!!! Hat riesig Spaß gemacht. Bemerkung: Der Weg war nicht geteert, nur mit feinem Schotter eingeebnet und gewalzt, glaube ich…

  4. Jörg schreibt:

    Ich glaube, der würde mir auch gefallen!

    Grüße

    Jörg

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