6-h-Lauf Fellbach/Schmiden – 23.6.2012

Günni liefert uns eins seiner kultigen Videos dazu 🙂

http://tsv-schmiden-la.de/

 

Gute Sachen bleiben konstant gut, und so ist es auch mit dem 6- und 12-Stunden-Lauf in Schmiden. Alles ist wie im letzten Jahr, mir ist, als sei ich nur mal kurz weg gewesen. Der Himmel strahlt sogar noch schöner, bereits bei der Anfahrt um 9 Uhr gibt es 24 Grad im Auto.

Als erstes erblicke ich den Klaus, der schon seit 8 Uhr seine Runden dreht. Dann kommen Gerhard, Norbert, Birgit und Günter ins Bild. Alle sind noch gut drauf. Ein sehr angenehmes Windchen weht, und die Wolkendecke am Himmel ist dicht genug. Keine schlechten Voraussetzungen für mich, heute die 60-km-Marke zu knacken. Ich schiele auch mal ein bißchen nach der „Konkurrenz“, zwar mag ich den Konkurrenzgedanken überhaupt nicht, aber es sind halt nur 6 Frauen gemeldet. Zwei davon sehen ziemlich schnell aus, vor allem die mit den grünen Strümpfen macht einen gefährlichen Eindruck. Da ist auch der Christoph aus Schefflenz.

Schnell noch die Fahne gehisst, und schon geht’s los. Ich laufe aus der vorletzten Reihe, bei weniger als 50 Teilnehmern und ein paar Staffeln kein Problem. Das Anfangstempo ist beeindruckend, im Schweinsgalopp rauschen wir durch die VP und rasen die Straße hinunter. Ich glaub ich spinne, ich hab nen 5er-Schnitt auf der Uhr und da vorne rennen lauter Frauen? Falscher Film. Ich lass abreißen und lauf mein eigenes Ding.

Eine Weile grüble ich noch drüber nach was da heut los ist, denn die, die über 6 Stunden SO schnell laufen können die kenn ich eigentlich, und die sind da nicht dabei. Ist mir dann aber auch egal. Nach 5 Kilometern hab ich in ein gutes Tempo gefunden und bin irgendwo bei 5:30/5:35. Da steckt immer noch Biel in den Beinen, normalerweise bin ich anfangs etwas schneller, aber es fühlt sich entspannt an und ich merke jetzt schon, dass es ein guter Tag ohne große Einbrücke und Überraschungen wird. So lauf ich am liebsten.

Immer wieder trifft man sich, und da hinten am Erdbeerfeld riecht es total gut, aber wer 60 km laufen will, darf sich keine Abstecher erlauben. Vielleicht nachher, wenn die Feldarbeiter weg sind. Die Zeit vergeht recht schnell, ich frag mich nur dauernd, wo diese anderen Frauen alle hin sind? So wie die losgelaufen sind, müssten sie mich spätestens bei km 15 überrundet haben, eher vorher. Es überholen mich aber nur Staffeln. Ja der aufmerksame Leser ahnt es schon, es waren die Staffelläuferinnen, die da so abgegangen sind. Bis zu dieser Erkenntnis brauche ich Döskopp aber noch weitere 10 km. Da nämlich taucht die Dame mit den grünen Strümpfen vor mir auf, und zwar in einer absolut kontrollierbaren Geschwindigkeit. Beim Überholen erzählt sie gleich, dass das heute ihr erster so langer Lauf ist. Eine halbe Runde weiter laufe ich dann auf die nächste identifizierte Gefahrenquelle auf, die auch Katrin heißt, aber alles andere als auf Angriff gebürstet ist. Die sind total nett die beiden.

Das Wetter wird zusehends immer besser, und ab 13 Uhr reißt es dann nochmal so richtig auf. Immer mehr knallt die Sonne herein. Was ist das? Birgit, Norbert und Klaus machen tatsächlich Mittagspause und hauen sich die Spaghetti rein? Ich seh wohl nicht recht? Gegessen hab ich noch gar nix, also nehme ich alibimäßig ein paar Salzstangen und 2 kleine Stückchen Brot. Cola reicht heute. Durch den Marathon komme ich etwa bei 4 Stunden, genau lässt es sich nicht sagen, weil die Messung ja immer abweicht.

Die letzten 2 Stunden ist es grauenhaft heiß und es geht mir total auf den Kreislauf. Jetzt geht es nur noch darum, irgendwie verschleißfrei weiter zu laufen. Für mich sind es nur noch 2 Stunden, aber die 12-Stunden-Läufer haben noch 6 Stunden vor sich. Einige sehen schon nicht mehr so gut aus, aber meine Lieben sind alle noch fit. Günni musste leider schon raus wegen Wade und sitzt im Biergarten. Er filmt jetzt erst recht und führt Interviews, auf die ich wirklich gespannt bin 😉 Aus dem Erdbeerfeld wabern betörend überreife Duftschwaden, die an Tod in Venedig denken lassen und die letzten Sinne vernebeln.

Der Punkt, an dem Du beginnst die Strecke zu hassen kommt überhaupt nicht. Bei km 1 ist Petra auf dem Posten, sie feuert mich immer ganz toll an und hat eine unglaublich gute Ausstrahlung. Im Stadion bekomme ich Unterstützung von Matthias und von ein paar ganz hartgesottenen Fans. Auch der Stadionsprecher und Streckenchef Helmut Bürkle gibt alles, damit es uns hier gefällt 🙂 Schmiden ist halt klasse 🙂 Immer spannender wird der Durchlauf am Biergarten, denn irgendwer sitzt hier meistens und schreit. Immer heißer und heißer wird es, die Damen und Herren an der VP sind sehr um unser Wohlergehen besorgt und wachen aufmerksam darüber, ob man vielleicht aus den Latschen kippen möchte.

Ich bin noch ganz ok, schalte aber die letzte 3/4-Stunde die Uhr auf Zeitanzeige um. Ich weiß dass es total knapp wird mit den 60 Kilometern und dass es eher nicht reichen wird, aber es hat bestimmt schon 30 Grad. Inzwischen hab ich so viel Vorsprung, dass ich nach 5:30 einfach aufhören könnte zu laufen und den Sieg sowieso sicher hätte. Aber DAS ist dann auch etwas, was ich grundlos nie machen würde. Es ist natürlich total klasse, einen Lauf zu gewinnen, keine Frage. Aber es sagt ja nicht automatisch etwas über die erbrachte Leistung aus, der Streckenrekord liegt hier immer noch bei deutlich über 70 Kilometern…

Peng – und wir bleiben an der Strecke sitzen, die Markierer sind sofort da. Es sind 58,7 Kilometer geworden, und ich bin ein bißchen enttäuscht, aber nicht zu sehr. Die 60 sind möglich, dann halt beim nächsten mal. Ich muss noch eine Weile hocken bleiben, bis der Kreislauf wieder im Gleichgewicht ist. Diesmal sitze ich strategisch günstig, im Schatten, zwischen meinem Auto und der VP. Erstmal Austausch von Jägerlatein mit Christoph und seiner Freundin und Günni im Biergarten, dann mit den anderen Mädels unter die Dusche, dann gemächlich zu einer sehr guten Massage, und dann nochmal Biergarten 😉

Birgit sieht immer noch gut aus und läuft als ginge es grad mal 10 km um den Block. Auf Norbert bilden sich interessante Salzmuster, und Klaus findet keinen Schutz im eigenen Schatten. Gerhard ist mal wieder gegen alles resistent. Ein paar andere wirken dagegen schon arg angeschlagen. Ich bin ja sowas von froh, dass ich nicht im 12-Stunden-Rennen bin…

Es hat natürlich schon Siegerehrungen gegeben, bei denen ich mich mehr gelangweilt habe, iss klar 😉 In Schmiden machen die das immer besonders schön, denn jeder Teilnehmer wird aufgerufen. Viele sind zwar längst weg, aber bei den Herren gibt das doch eine beachtliche Schlange. Günni und Birgit sind inzwischen ein eingespieltes Team.

Als ich gegen 19 Uhr unter der Last von Pokal und Sektpulle gebeugt die Lokalität schlurfend verlasse, gehen Birgit, Norbert, Kläusle und Gerhard grad in ihre letzte Stunde.

hier ist noch dem Klausi sein Laufbericht, mal wieder genauso lang wie der Lauf selbst 🙂 Ich les das aber immer alles ganz aufmerksam, denn keiner schreibt sooo schön über mich 😉 (er übertreibt natürlich bissle, aber merkt sicher keiner)

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7 Antworten zu 6-h-Lauf Fellbach/Schmiden – 23.6.2012

  1. Jörg schreibt:

    Na dann bin ich ja mal gespannt

  2. Frank Biermann schreibt:

    Gratuliere dir zu deinen erlaufenen Kilometern!! Anscheinend mag es der Wettergott in Fellbach wenn man die Läufer mit Sonne so richtig quält! 🙂 War im letzten Jahr beim 12Stundenlauf angetreten und habe mir einen fürchterlichen Sonnenbrand zugezogen.
    Gruß aus dem Spessart
    Frank

    • Kati schreibt:

      hi Frank 🙂 dankeschön 🙂 Das Wetter war noch heißer als im letzten Jahr. Für die 12-h-Läufer ganz schlimm, ab 13 Uhr ist es zunehmend glühender geworden

  3. Birgit Fender schreibt:

    Hallo Kathi
    Norbert und ich haben beide Sonnenbrand.Bei Norbert wars aber schlimmer wegen Ärmellos. Wir hatten die Sonnencreme in der Tasche dabei, aber vergessen uns einzucremen. Eine andere Läuferin meinte, das hätte bei der vielen Sonne, dem Salz auf der Haut und dem ständigen Kühlen mit Wasser eh nix gebracht.
    Ist aber alles wieder gut.

    Grüße von Birgit

  4. schauläufer schreibt:

    Hi Kati,
    der Film muss zum Helmut auf die Schmidener Homepage, brüll, lach, wieher. Der Typ im blauen Laufshirt ist ja der letzte Heuler. Sobald die Kamera auf ihn gerichtet war hat er Phrasen gedroschen zum Wimmern (hieß so nicht der Gesamtsieger;-)), Dagegen sind Lothar Mathäus Ergüsse tiefschürfende Losungen und Weisheiten

    Grüssle Klaus

  5. Theo schreibt:

    Hallo Kati,
    Gratulation zu Deiner Leistung, für mich unvorstellbar! Was ich nicht kapiere: Wie funktioniert das mit dem Smart und den Eiern?
    Herzliche Grüße Theo

    • Kati schreibt:

      Theo, das ist nur alles eine Frage des Trainings und gar nicht sooo besonders schwierig 🙂 Dasselbe gilt übrigens für den Smart 😉

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