Trollinger Halbmarathon – 6.5.2012

www.trollinger-marathon.de

Halbmarathon, ca 140 Höhenmeter. Das Höhenprofil sieht grauenvoll aus, in Wirklichkeit ist es aber nicht sooo schlimm. Mein liebstes Stück ist natürlich das zwischen km 10 und 15 (erwähnte ich schonmal, dass ich am liebsten bergab laufe?).


Heilbronn, 9:00 Uhr, es regnet fröhlich vor sich hin und ist seit gestern eindeutig kälter geworden. Ganz problemlos bekomme ich einen der letzten Parkplätze direkt vor dem Frankenstadion – was mich echt wundert bei allein 4.500 Startern im Halbmarathon. Im Marathon sind auch noch etliche, und die müssen jetzt gleich hinaus in den Regen.

Nicht nur deshalb bin ich froh, dass ich bei ENSINGER einen Start für den Halben und nicht für den Ganzen gewonnen hab. Sondern auch, weil meine Erkältung durch die fies kalte Duschaktion gestern wieder neu rausgekommen ist. Eigentlich wäre das heute der perfekte Tag um zuhause zu bleiben, und das hätte ich auch gemacht wenn ich mein Startgeld selbst bezahlt hätte. So aber find ich ist es eine Frage des guten Benehmens, und „richtig krank“ bin ich ja nicht.

Bei den ENSINGERs ist es total nett, eine ganz gemischte Startgruppe sammelt sich da unter den großen Zelten, es gibt Getränke, Kuchen, Riegel und alle sind gut drauf und nicht zum ersten mal dabei. Wer die anderen Freistart-Gewinner sind, bleibt mir verborgen. Ich bekomme nicht nur Startunterlagen, sondern auch Singlet, Shirt, Hose, Mütze und Buff im Ensinger Blööö und bin wahrscheinlich zum ersten mal in meinem Leben bei einem Lauf ohne farbliche Entgleisungen gekleidet 😉 Hinterher gibt’s noch das Finishershirt vom Veranstalter in Schwarz und eine Flasche Marathon-Trollinger.

Es regnet immer stärker und wird immer kälter, und so fachsimpeln wir schnell über die richtige Kleiderwahl. Ein Unterhemd muss unter das Shirt, nochmal Auskühlen kann ich mir nicht leisten, und es sieht so aus als ob es sich festgeregnet hat. So spät als möglich machen wir uns auf Richtung Start. Meine Zielzeitvorgabe für heute ist 1:59, deshalb ist mir eine gute Startposition unwichtig. Erst als die vorderen Läufermassen abfließen, kommen wir überhaupt durch das Absperrgitter. Hier ist Chaos und mir sind es eindeutig zuviele Menschen auf einem Haufen.

Die ersten Kilometer sind schwierig zu laufen, und um überhaupt schneller als einen 6er-Schnitt hinzubekommen, muss man kreuz und quer überholen. Das ist nicht nur stressig, sondern nervt natürlich auch die anderen, irgendein Mittelweg muss her. Bei km 3 muss ich mal ganz dringend links raus, und in der Zeit laufen Horden der mühsam Überholten wieder an mir vorbei. Ich ergebe mich und laufe halt einfach so mit, irgendwo um die 5:30, 5:45 lässt sich jetzt machen, denn die 7er-Schnitt-Läufer fallen inzwischen nach hinten raus. Ich könnte schon etwas schneller, aber wiederum auch nicht so sehr viel, dass sich die Anstrengung wirklich lohnen würde. Krank fühle ich mich nicht, aber schlapp und müde, und ich hab mich gestern abend doch schon ziemlich abgeschossen *hihi*.

Die Menschenmassen pflügen sich über schmale Wege, der Regen hat komplett aufgehört und die Sonne kommt hin und wieder raus. Ich bin viel zu warm angezogen, aber vielleicht hilft’s ja, um die Erkältung rauszuschwitzen? Man kann sich alles einreden. Irgendwo treffe ich Daniel vom Bottwartalmarathon, der wie immer gut drauf ist. Sonst kenne ich keinen, denn die Üblichen Verdächtigen sind natürlich alle auf der Marathonstrecke unterwegs. Nett ist es, die ganzen ENSINGER unterwegs zu treffen, man grüßt sich, feuert sich gegenseitig an und ich gehöre da echt dazu 🙂 Vor allem hintenraus wird das dann nochmal lustig, wenn man wieder mehr Luft hat.

Bei ungefähr km 8 geht es voll hinein in den Weinberg, und mir scheint, 2012 ist mein Jahr der Weinberge? Weibertreu, Stetten, Weinstraße und beim Zabergäulauf gab es glaub ich auch ein kurzes Stück… so langsam hab ich die nackerten Reben ein wenig satt. Das letzte Stück des Anstiegs gehe ich, ich hab heut einfach keinen Biss und die Oberschenkel sind müde. Ansonsten wäre es schon noch laufbar gewesen.

Oben werden wir von diesem freundlichen Herrn empfangen, der eine Melodie spielt, die die Alphornbläser am Königsschlösser Marathon auch gespielt haben (das weiß ich, weil ich sie auf meinem Film hab). Etwas irritierend, aber total schön. Bitte mehr Alphornbläser an die Laufstrecken, bitte… Hier am Berg ist wohl auch eine Zuschauerhochburg, obwohl man sich über mangelnde Zuschauer bei diesem Lauf ohnehin nicht beschweren kann. Wie beim Bottwartal Marathon geht es immer wieder durch Gemeinden, in denen der Bär steppt.

Danach lasse ich rollen. Hier könnte ich noch was rausholen, aber ich hab längst auf „zügigen Trainingslauf“ umgeschaltet und bleibe so in meinem Schnitt von 5:45. Das passt schon. Hintenraus kann ich noch viele Läufer überholen, die ums Überleben kämpfen 🙂 Irgendwann fädelt auch der Marathon ein, und die paar versprengten Kämpfer haben mein vollstes Mitleid, dass sie sich jetzt in unseren Volkslauf einfinden müssen. Kulturschock, und das auf den letzten 5 Kilometern.

Ich lasse weiter rollen bis ins Ziel, mir ist klar dass die 1:59 ziemlich knapp futsch sind, aber ist mir egal. Hinein durch das Marathontor, am ENSINGER Stand vorbei freundlich winken, nur auf der Zielgeraden muss ich unbedingt noch eine wegspurten bei der ich nicht zulassen kann, dass sie vor mir im Ziel ist. Tina und Niko sind weit vor mir und nicht mehr zu finden.

Zielzeit 2:01,32, Platz 69/197 W45, 328/1068 Frauen gesamt, und noch 3.251 Männer

Ich bin froh, dass ich mich bei den ENSINGERn im Sprinter umziehen kann und nicht in die bestimmt übervollen Duschen muss. Armin holt mich dort ab, es gibt noch eine gemütliche Hocketse mit super Bewirtung und ich würd gern noch bleiben, muss aber eher zügig nach Hause 😦 Schade 😦

Unterm Strich war das eine total feine Sache und der richtige Abschluss für „4 x 0,5“ als Vorbereitung auf den Rennsteig. Höhenmeter hab ich jetzt jedenfalls einige gemacht. Wenn man den Trolli HM schnell laufen möchte, muss man aber auf jeden Fall zusehen, dass man in einen vorderen Startblock kommt.

 

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3 Antworten zu Trollinger Halbmarathon – 6.5.2012

  1. Grit schreibt:

    Du bist schon etwas verrückt ;). Habe dich heute gar nicht gesehen. War auch beim Trollinger am Start. Gratuliere dir noch für dein gestriges tolles Ergebnis in Warmbronn!! Erhol dich gut!!
    Grüße, Grit

  2. Kati schreibt:

    ha! ich glaub da muss man eher DIR gratulieren, da hast Du ja wieder mal abgeräumt !!! und das bei der Konkurrenz, bin schwer beeindruckt !

  3. Tina schreibt:

    Ja, es ist immer wieder ein schöner Lauf! Wir haben vor 2 Jahren auch so eine schlechte Startposition gehabt und daraus gelernt: Lieber im etwas langsameren Block, aber dafür weit vorne starten, dann ist der Weg frei.

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