Waldmeisterlauf Warmbronn – 5.5.2012

www.waldmeisterlauf.de

Den ganzen Tag lang regnet es schon so herum. Exakt zum Start des 5-km-Laufs fängt es aber an, richtig zu schütten. Da sind unsere Kinder drin und man sollte meinen, dass ihnen den Spaß am Laufen gründlich vergeht. Ist aber nicht so. Die Prinzessin läuft eine 28:20 heraus und meint, sie hätt noch schneller können, wenn sie nur was gesehen hätte.

Bei uns ist es dann wieder trocken, aber dafür ziemlich dämpfig, denn die Wärme kommt schnell wieder durch. Der Halbmarathon ist mit 90 Läufern wieder erstaunlich schwach besetzt, grad mal 20 Frauen sind dabei. Doro nimmt sofort nach dem Start Lichtgeschwindigkeit auf, Ollis Freundin Ina ist auch gleich weg, und dann überholen mich auf dem ersten Kilometer noch zwei. Ich warte immer auf die nächsten, aber es kommen keine mehr. Auch recht.

Die Streckenführung ist eigenwillig. Bei km 3 rum kommt uns die Spitze entgegen, einer vorne, dann lange nix, dann nochmal zwei, die Laufbahnen kreuzen sich direkt an einer Wasserstation. Der vor mir läuft gleich links, weil er die Strecke kennt, ich mache einen Schlenker nach rechts um Doro nicht zu behindern, soviel Zeit hab ich.

Das Feld hat sich schnell entzerrt, die Stimmung ist gut. Man wechselt ein paar Worte beim Überholen. Es geht ständig auf oder ab, so überhole ich immer wieder dieselben, nach einer Weile kennt man sich dann halt. Alle laufen ruhig und konzentriert, nur genau hinter mir wird gebabbelt ohne Ende. Mir war nicht klar, dass auch Männer solche extremen Schwatzbasen sind, es ist unglaublich. Ein junger Mann in DLRG-Badeshort beschallt den ganzen Wald und meine Hoffnung, dass ihm irgendwann der Sprit ausgeht, erfüllt sich leider nicht. Immer wieder kann ich ihn überholen, aber jedesmal kommt er zurück. Irgendwann nach zig Kilometern muss ich mich umdrehen und ihn freundlich bitten, ob er nicht einfach mal ein Stück vorlaufen kann, was er dann auch macht … (nenne das neurotisch, ich kann nix machen).

Dann ist endlich Ruhe. Bei km 7 hab ich so meine Geschwindigkeit gefunden, die ein kleines bisschen zu lahm ist für die angepeilten 1:50, die sich aber gut anfühlt. Ich weiß dass ich das bis zum Ende laufen kann, und schneller geht halt nicht. Der Kurs ist verwinkelt und man könnte sich leicht verlaufen, aber die Streckenposten stehen richtig. Bei km 8 höre ich rechts neben mir den 10er starten. Die Wege sind gröber als bei uns im Wald, zwar noch gut zu laufen, aber man muss schon hinschauen. In der Mitte wächst Gras, so typische Hügelwege halt. Die 300 Höhenmeter verteilen sich auf für mich noch laufbare Anstiege, aber ich muss schon ziemlich beißen.


(Quelle: Veranstalter)

Bei km 12 plötzlich Donner von rechts, da kommt ein Gewitter. Mein neuer Bekannter in Grün meint aber, dass wir da nicht reinlaufen, sondern in die andere Richtung. Sonst ist kaum noch einer zu sehen. Kurz darauf beginnt es zu hageln und es wird empfindlich kalt, außerdem ist die Friese ruiniert. Ratzfatz sind wir komplett durchnässt und es fühlt sich mies an. Der Grüne und ich bleiben zusammen, wir ziehen uns abwechselnd, das passt gut und ist hier und jetzt auf jeden Fall besser als allein zu sein. Meint er hinterher auch.

(Quelle: Veranstalter)

Nach und nach sammeln wir den Rattenschwanz vom 10er auf. Die Kilometer vergehen und mir ists kalt, ich möcht nach Hause. Mir tun vor allem auch die Mädels leid, die sich hier im 7er-Schnitt durch ihre 10 km kämpfen, bei denen es wahrscheinlich auch so schon ums Ankommen geht, und die bei sonem Wetter sonst wahrscheinlich nicht so oft laufen. Es kommen ein paar matschige Passagen, und auf dem kleinen Weg nach dem Wald über die Wiese kann man super ausrutschen. Zum zweiten mal geht es durch den Ort, die Zuschauer sind voll dabei.

Ganz am Schluss kommt nochmal ein ganz fieser Anstieg, vor dem graust es mir die ganze Zeit. Bis wir dort sind, laufen wir schon gut durch das hintere Drittel des 10ers, es wird zunehmend voller, geht aber noch gut. Die letztes Jahr neu angelegte und allseits gehasste Schleife über die Wiese wurde wegen des Regens kurzfristig gesperrt, die 300 Meter fehlen im Lauf. Ich schleppe mich den Anstieg hinauf in der Meinung, dass das steilste Stück erst noch kommt, nämlich nach dieser Kurve, in der nochmal die Zuschauer stehen.

Dort warten Karin und Jürgen mit der Prinzessin und was sehe ich: Da kommt ja gar nix mehr, sondern es geht nur noch flach ins Stadion und auf die Zielgerade, was für ein Glück. Die Anzeige zeigt 1:48, ich bin drin 🙂

Der Garmin gibt eine Streckenlänge von 20,3 Kilometern aus, mit der eingesparten Wiese müssten es immerhin 20,8 sein, keine Ahnung was da nun wieder stimmt. Mit Gudrun erwische ich eine ganz leere Dusche und wir duschen richtig lange und richtig heiß 🙂 Dann ist es noch ganz nett bei der Siegerehrung, weil von unserer riesigen Gruppe doch noch viele da sind.

Zielzeit 1:48,40, 1/6 W45, 5/20 Frauen gesamt, und noch 70 Männer

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter run veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Waldmeisterlauf Warmbronn – 5.5.2012

  1. Birgit Fender schreibt:

    Bravo Kathi Ich bin Dein Fan.
    Laut Garmin war die Strecke vor zwei Jahren auch schon kürzer.
    Grüße von Birgit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s