Heidelberg Halbmarathon – 29.4.2012

Heidelberg Halbmarathon

Facebook ist vielleicht doch gar nicht so doof, jedenfalls hab ich 2 Freistarts für den Heidelberg Halbmarathon gewonnen, und dessen 3.500 Startplätze sind meist innerhalb weniger Stunden ausgebucht. Gesagt getan, Martin muss ein bisschen überredet werden, gibt dann aber nach 😉

Der Start ist um 9:15, wir sind 2 Stunden vorher da und damit fast die ersten, finden dank guter Ausschilderung ein Parkhaus 100 Meter hinter dem Startbogen und 5 Minuten von Startnummernausgabe und Zielareal entfernt. Alles ganz easy, auch wenn wir jetzt lange herumhocken und warten müssen. Das Wetter ist bedeckt und kühl, sieht nach Regen aus. Kein Vergleich zu gestern Abend.

Heidelberg ist gut organisiert, man hat Routine. Der Start erfolgt in 4 oder 5 Blocks mit einem Abstand von 5 Minuten, das entzerrt die 3.500 Läufer auf den teils nicht gerade breiten Wegen sehr gut. Wir starten aus dem zweiten Block und sind da recht gut aufgehoben. 300 Höhenmeter hat der Lauf, und die sind in 3 wesentlichen Anstiegen ziemlich kompakt untergebracht. Den ersten davon kenne ich, der ist gleich mal brutal.

Die Kilometerschilder sind auch brutal: Auf jedem ist neben der km-Anzeige das komplette Höhenprofil ersichtlich und ein kleiner Läufer markiert den momentanen Standort. Gut gemacht, hätte ich für unseren Lauf auch gern.

Martin und ich wollen zusammen laufen, und das klappt weitgehend gut. Zwar mault er schon auf dem ersten Kilometer über mein Anfangstempo, doch mir geht eh recht schnell die Luft aus. Für mich einer der Höhepunkte an diesem Lauf ist die Überquerung der Alten Brücke. Mit der Alten Brücke verbinde ich viele Erinnerungen, sie ist für mich mehr Heidelberger Symbol als das Schloss, und es ist toll, dort zu laufen. Hier stehen schon richtige Zuschauermassen und die Stimmung ist grandiöös.

(Quelle: Rhein-Neckar Zeitung)

Auf der anderen Neckarseite laufen wir in eine warme Wand, schon bei km 3 wird es dämpfig und ein bißchen drückend. Der Kurs nimmt eine Runde durchs Wohngebiet, dabei ist ein kurzes Begegnungsstück, auf dem uns die Spitze entgegen kommt. Als wir hier zurück laufen, kommt gerade der ziemlich dicht gedrängte weiße Startblock.

(Quelle: Rhein-Neckar Zeitung)

Dann geht es in den ersten brachialen Anstieg auf den Philosophenweg, gesäumt von schreienden Menschen. Die Aussicht ist umwerfend, rechts unten der Neckar, dahinter die Altstadt wo wir gestartet sind, und alles mitten in der Natur. Martin läuft den halt mal so hoch, ich muss schon gehen. Irgendwo oben und weiter hinten treffen wir uns wieder. Es geht noch ziemlich lange immer so ansteigend, aber wieder laufbar. Am ersten langen bergab-Stück kann ich ihm dann zeigen, was eine Harke ist. Überall viele Zuschauer und Bombenstimmung. An irgendeinem Anstieg müssen wir sogar so eng Spalier laufen, dass nur noch 2 Leute nebeneinander Platz haben.

Die Verpflegung ist gut, allerdings sind die Stationen zu kurz und zu eng aufgestellt, meist beidseitig der Strecke. Iso links, Wasser rechts, ist ein bisschen lästig weil ich mischen will. Aber ich hab eh schon bald bemerkt, dass es bei dem Lauf heute für mich nur ums Überleben geht. Die Dino Challenge steckt in den Knochen und die Weinstraße ist ja auch mal grad eine Woche her. Dafür laufe ich noch ganz ordentlich, könnte schlechter sein. Passt schon.

Danach kommt noch ein zweiter kleinerer Berg, und dann geht es ein Stück eben und über die nächste Brücke zurück auf die andere Seite. Am dritten Berg hängt Martin mich komplett ab. Bei km 17 verliere ich zusätzlich Zeit an einem Bierstand (alkoholfrei), aber das ists mir wert. Der Rest geht nur noch bergab, aber Martin ist weg. Wir kommen oberhalb vom Schloss vorbei, wirklich schön. Ich erkenne die Radstrecke vom Heidelbergman. Hier ist die Radweiche, an der sie mich wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen haben, da lauf ich ganz ganz schnell vorbei, bin abergläubisch… Der letzte halbe Kilometer führt durch die Heidelberger Altstadt und ist mit Gittern abgesperrt, hinter denen die Zuschauer sich mehrreihig drängen. Die Stimmung ist bombastisch. Im Ziel ist es mir zu eng und zu unübersichtlich, und wir bleiben auch nicht lange.

Ich bin mit 2:05,48 herein gekommen, das gibt noch Platz 40/135 W45 und Platz 237/742 Frauen gesamt. Martin ist genau eineinhalb Minuten schneller, hat aber auch gut Zeit damit vertrödelt, nach den Anstiegen auf mich zu warten. Mit sind auch so ein bis zwei Minuten durchgegangen beim Warten unten an den Bergen, aber das ist heute wurscht, es war auch mal schön, miteinander zu laufen.

Unterm Strich ist der Heidelberg Halbmarathon eine super Veranstaltung und sehr gut gemacht, und die 23 EUR Startgebühr sind in Ordnung. Die Strecke mit ihren Stadt- und Naturanteilen und der tollen Stimmung macht den Lauf wirklich kurzweilig, tote Punkte gibt es so gut wie gar keine. Da waren wir wahrscheinlich nicht zum letzten mal.

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Eine Antwort zu Heidelberg Halbmarathon – 29.4.2012

  1. Philipp schreibt:

    Du läufst nicht nur mehr, als ich je laufen könnte…auch mit dem lesen komm ich nicht nach. Nette Berichte-klasse Laufleistung!

    Viel Spaß heute!

    Gruß

    Philipp

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