Zabergäulauf – 28.4.2012

ICH  HABE  EINEN  NEUEN  KULTLAUF  GEFUNDEN !!!!

www.zabergaeulauf.de

woooooo war das geil !!! die Strecke ist tatsächlich der Knaller, und dann noch 33 Grad am Start… echt hardcore 🙂

sagtmal, hört Ihr auch manchmal so Stimmen? ich ja schon hin und wieder. Objektiv betrachtet hab ich überhaupt keine Erklärung, warum es unbedingt der Zabergäulauf sein musste. Aber nachdem ich die Ausschreibung weiß-nimmer-wo mitgenommen oder gefunden hatte, war es klar, DA geh ich hin. Zementiert, unumstößlich, nicht mehr verhandelbar. Ich glaub der Dino hat zu mir gesprochen. Und diese Website ist so niedlich gemacht 🙂

Faktisch muss ich nicht zu einem Lauf, der mit 18,5 Kilometern keine vergleichbare Zeit ausgibt, und 350 Höhenmeter kann ich auch woanders machen, davon abgesehen dass ich das sowieso gar nicht will. Auch dass die Strecke was für „die ganz Hartgesottenen“ sein soll ist kein Argument. Ist doch nicht so wild, Weibertreu, Nikolauslauf und Lichtenwaldlauf haben auch solche Zahlen, wenngleich auch keine 27%-Steigung. So what… Aber ich muss dahin. Sagen die Stimmen.


(Grafiken: Katis GPSies)

Und manchmal muss man wirklich auf seine Stimmen hören, denn dieser Lauf hat mir dermaßen gut gefallen, trotz der Hitze, ich kann’s gar nicht sagen. Da war so arg viel Schönes drin… Es ist ein ganz besonderer Lauf, mit Liebe und Herzblut und vielen netten kleinen Details organisiert, und ich hoffe einfach nur, dass die Dinosaurier Challenge zum festen Bestandteil wird, sie hat das absolute Zeug zum Kultlauf, Du kannst sie nur hassen oder lieben…

Es ist eine Odyssee bis nach Pfaffenhofen, hinter Bietigheim (37 Grad) geht es noch ewig und über zig Dörfer. Ich komme an Ochsenbach vorbei, dem Zuhause des Stromberg Extrem. Ferner befinde ich mich auf der „Weinstraße Kraichgau-Stromberg“. Alles total idyllisch, und an jedem Ortsein- und -ausgang noch eine Blitzampel in Vogelhäuschenform.

In Pfaffenhofen ist alles gut organisiert und übersichtlich. Im Startsäckel findet sich ein Gutschein für „1 Pfund Zwiebeln und 1 Kilo Kartoffeln“, man ist hier auf dem Land, da gelten Naturalien noch was 🙂 Der 5-km-Lauf wird gestartet. Der 10er und die Dinosaurier Challenge starten gemeinsam um 17 Uhr, das geht aber fast in die Hosen, weil wir warten müssen, bis die letzten Läufer vom 5er zurück sind, damit wir die nicht noch auf der Zielgeraden plattmachen. Die beiden haben Glück, es reicht ihnen auf 16:57… Der Moderator möcht gern noch mehr sagen, aber lautes Murren und einer aus dem Feld schreit laut „lass laufen“ und er sieht’s ein und lässt laufen (ich war’s nicht).

Vor dem Start gibt es für uns noch ein professionelles Warm-up durch eine extrem gestählte Dame aus dem örtlichen Fitnessbunker, eigens auf einer Bühne, mit Headset und lauten Kommandos. Bei immer noch 33 Grad in der prallen Sonne tu ich mal lieber ganz unbeteiligt und schwätze mit einem der Funktionäre. Hinter dem Start spielt gleich die örtliche Bloskapelle. Es ist alles so herzallerliebst hier.

Die ersten Kilometer laufen wir im Gäu herum, ob es nun das Zabergäu oder der Stromberg oder beides ist, es ist mir wurscht. Wir laufen in der sengenden Sonne, es geht gleich mal in ein paar kleinere Anstiege, es ist wie im Backofen und einfach tödlich. Meine Knie sind wie Pudding und mein Kreislauf spinnt, perfekte Bedingungen um herzhaft aus den Latschen zu kippen. Hatte es nicht gestern noch höchstens 14 Grad? Ich bin schon bei km 1 total zerflossen und erwäge tatsächlich, bei der Weiche bei km 5 auf die 10er-Strecke abzubiegen, gesünder wär’s. Mann das hätte ich vielleicht bereut!

Als Kilometerschilder dienen uns jetzt kleine Täfelchen mit einem aufgemalten Saurier. In Grün, und auch unser Zahlenaufdruck auf der Startnummer ist Grün. Insgesamt sind nur 110 Grüne am Start, deshalb wird es hier auch keine Altersklassenwertung geben, sondern nur eine männlich-weiblich-Wertung. Bei 14 Frauen hätt zwar vielleicht auch ich mal wieder eine Chance auf ein AK-Treppchen, aber so ists auch ok. Platzierung ist hier ohnedies wurscht.

Nach der Weiche wird es steiler, und zum Glück geht es dann auch endlich in den Wald. Der Anstieg ist mörderisch und vor allem ziemlich endlos. Gefühlt 109 Läufer überholen mich, abzüglich derjenigen, die eh schon vor mir waren. Aber das stimmt nicht, hinter mir sind schon noch genügend. Der Pfad wird immer kleiner und wurzeliger. Oben wird es nicht nur etwas kühler, sondern auch richtig heimelig, jetzt sind wir auf dem Dino-Lehrpfad. Die Strecke führt einmal als halbe Schneckennudel im Kreis herum  und dann auf die kleine Holzbrücke hinauf, unter der wir vorher durchgelaufen sind. Viele Streckenwächter sind im Einsatz, falls jemand umfallen möchte. Es möchte aber niemand.

Weiter geht es in den Wald, jetzt wieder auf breiteren Wegen. Ein abgelenkter Streckenposten möchte mich geradeaus statt rechts schicken, ich muss noch fragen wo es hingeht und ich schwöre der sagt „da geradeaus“, wohin ich dann auch laufe und gerade noch rechtzeitig sehe, dass die vor mir nach rechts abgebogen sind. Naja, ist schnell vergessen. Immer wieder kommen Wasserstationen mit Ensinger Iso, das passt auch. Wir sind jetzt bei km 7 und ich weiß, dass ich das Feld ab jetzt von hinten aufrollen werde. Es dauert eine Weile, aber dann sammle ich einen nach dem anderen ein.

Die bergab-Strecke lasse ich einfach rollen. Die Temperaturen sind jetzt erträglich, aber aufpassen musst Du trotzdem. Irgendwann laufe ich auf Heike auf, das ist die Schwägerin von Biggi, die eine Freundin von Hannes ist, und wir haben uns in München ganz kurz gesehen. Heike hat das Pech, dass Ihr Chip nicht von der Zeitmessung erfasst wird und dass es sie in diesem Lauf gar nicht geben wird, aber das weiß sie noch nicht. Sie trägt auch keine Uhr, aber ich kann bezeugen dass sie da war 🙂

Irgendwann ist der Wald leider zuende und auf den Feldern wartet wieder die heiße Wand auf uns. Ist das mörderisch, ich hab das Gefühl meine Füße bleiben einfach stehen. Den anderen geht es genauso. Immer wieder kommen kleinere und mittlere Anstiege, manchmal kann man es aber auch einfach rollen lassen. Irgendwo gibt es ein kurzes steiles Teilstück über einen ganz wurzeligen Trampelpfad, hier stehen gleich mehrere Helfer und mahnen zur Vorsicht. Ich liebe es. Gerade diese kleinen Stücke sind es, die den Lauf zu was Besonderem machen. Man sieht einfach, dass die Runde von Leuten zusammen gestellt wurde, die hier jede Woche laufen und jede Abkürzung und jeden Querweg kennen.

Hinter einer Wasserstation (km 12?) bin ich abgelenkt und sehe die Bodenmarkierung hinter einer Absperrung nicht, statt rechts abzubiegen lauf ich geradeaus weiter und stehe dann ziemlich dumm auf einem Parkplatz. Hier hätt noch ein Streckenposten stehen können. Über einen Trampelpfad geht es ein Stück nach oben zurück auf die Straße, hier oben ruft mir der Sani zu, dass ich die 7. Frau bin und ich rufe zurück, dass ich die alle noch einhole. Das Zabergäu-Fernsehen mit der Taschenvideokamera dokumentiert dies, hoffentlich stellen die das nicht auf YouTube…

Die Streckenposten feuern uns alle an, und immer wieder gibt es kleine Zuschauergrüppchen, gemessen an der Charakteristik dieses Laufs ist hier richtig was los. Jetzt kommen wir zum Katzenbachsee, und hier erwartet uns eine echt skurrile Szene: auf der Wiese liegen echte Nackerte! Das ist wohl ein FKK-Bereich, und die möchten hier ungestört die ersten Sonnestrahlen genießen. Sie ignorieren uns mit großer Professionalität, und auch die Läufer vor mir tun alle so, als hätten sie keinen gesehen. Ich könnt mich wegschmeißen und krieg Seitenstechen. Ein paar nackerte Popos sind echt nix so Besonderes, aber hier treffen einfach zwei so Szenarien aufeinander, die am Limit schwitzenden Läufer und die die Ruhe suchenden Badegäste, die hier gestern noch nicht lagen, es ist einfach zu komisch.

Weiter geht es wieder in den Wald hinein und auch wieder hinaus, An- und Abstiege, über glühende Felder. Meinen Kreislauf hab ich inzwischen unter Kontrolle, aber es schlaucht wahnsinnig. 18,5 km sind doch nun wirklich keine Distanz, doch bei km 14 möchte ich am liebsten den Löffel abgeben, ich bin völlig kraftlos. Die anderen auch, immer wieder kann ich einen einsammeln, mich überholt aber nach km 7 nur noch ein einziger kurz vor dem Ziel glaub ich. Aber es ist alles trotzdem schön, weil es ja überschaubar ist und auch die Helfer in der prallen Sonne stehen und uns anfeuern. Die Strecke ist auch so abwechslungsreich, es ist einfach klasse.

Bei km 16 steht ein Pavillion ganz weit in der Außenkurve, es ist irgend etwas Offizielles, ich glaube Sanis sehe ich dort auch, aber keine Wasserstation. Der Läufer vor mir bekommt dort Wasser, aber mein Gehirn arbeitet schon zu lahm, es wären 20 Meter Umweg und ich müsste anhalten, das lohnt nicht mehr so recht wegen 2 Kilometern. Als ich vorbeilaufe ruft mir ein Radler zu, ob ich ein Wasser möchte. Ich rufe zurück „nur wenn Du es mir bringst, ich hab keine Zeit für Umwege“ und laufe vorbei. Bei den heutigen Temperaturen wäre hier eine zusätzliche Wasserstelle ganz ok gewesen.

Ich schlurfe weiter und höre vorne schon den Zielsprecher, weit kann es nimmer sein. Plötzlich taucht der nette Radler hinter mir auf und bringt mir einen Becher Wasser. Er feuert mich an, dass ich weiterlaufen und nicht stehenbleiben soll, so als wär ich grad auf Weltrekordkurs. Das ist wirklich alles so nett hier, und die Leute sind voll dabei.

Nicht mehr weit, dann taucht das letzte Dino-Täfelchen auf, und dann geht es auf die Zielgerade, der Sprecher begrüßt mich als 6. Frau im Ziel. Ich habe 1:55,56 gebraucht, langsamster Kilometer mit 13:17 (km 6), schnellster mit 4:45, letzter mit 5:37. In der Gesamtwertung macht das Platz 76/110.

(Quelle: die Fotos stammen von www.pimpmyshirt-online.de – Anbieter diverser Foto-Produkte. Nach dem Zieleinlauf konnte man sich seine Bilder sogar direkt vor Ort ummesonst ausdrucken lassen – hab ich aber leider verpasst)

Im Sportheim gibt es 5 EUR Chippfand zurück, die netto Startgebühr beträgt 8 EUR. Eine Hocketse ist aufgebaut und gut besucht, aber ich muss nach Hause. Um 19:30 Uhr hat es immer noch 30 Grad.

Hier werde ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder laufen, der Termin bekommt Prio 1. Sowas von nett, und eine wirklich tolle Strecke. Bleibt zu hoffen, dass die Zabergäuer mit dem Ausgang ihrer ersten Dinosaurier Challenge zufrieden sind und sie fest in ihrem Lauf etablieren. Wenn sich das herumspricht, tippe ich auf einen ziemlichen Teilnehmeranstieg. Und bitte bitte, macht KEINEN Halbmarathon daraus (lieber nen 25er).

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