Pleidelsheimer Süwag Lauf – 17.3.2012

www.suewag-lauf-pleidelsheim.de

Pleidelsheim 13:30 Uhr. Ich suche den Lauf. Keine Ausschilderung weit und breit. Den Ort strategisch 2x durchkreuzt, ist das Problem schnell erledigt. Zwischen dem Rathaus und einer Sporthalle ist ein kleiner, heimeliger Start aufgebaut, daneben eine Hocketse in der Sonne. Alles klein, unaufgeregt, überschaubar. Nachmelden für 10 EUR, keine Schlange an der Bedürfnisanstalt, alles echt easy. Gelaufen wird mit dem Champion Chip, es gibt Nettozeit; für einen Lauf mit nur knapp über 200 Teilnehmern echt ungewöhnlich. Aber positiv.

Während ich in der Sonne auf den Schauläufer warte, werden die Kinderläufe anmoderiert. Es hat sensationelle 23 Grad, eigentlich bin ich zu warm angezogen mit der 3/4-Hose, aber der Wind ist auch noch da. Pleidelsheim ist zwar schnell angefahren, trotzdem so gar nicht mein Revier. Hier kenne ich keinen. Da kommt Grit mit ihrem Verein. Das sind die ganz Schnellen. Dann Daniel, unser Novize vom Bottwartal 🙂 Und Eva. Kein Klaus weit und breit.

Ich geh mal einlaufen und fühle mich genauso schlapp wie gestern. Naja, Wunder dauern halt doch etwas länger. Dann ist Klaus da und Armin kommt auch noch. Ich glaube seit ich Armin beim EBM im September kennengelernt hab, hab ich ihn wirklich auf JEDEM Lauf getroffen, egal welche Distanz.

Es geht los. Den ersten Kilometer schaffe ich in 4:30, aber dann brennt mir auch schon die Lunge und es kommt ein kleiner Anstieg auf die Brücke über die Autobahn. Naja. Mir sticht es hinten im Oberschenkel, das Zipperlein von gestern. Wahrscheinlich eine Zerrung. Ich kann gar nicht richtig laufen, der Schmerz strahlt fröhlich aus und verteilt sich über die ganze hintere Muskulatur. Na super, das war’s dann mit der Moral.

Ich überlege ob ich bei 5 km gleich rausgehe, es lohnt sich ja nicht, dass ich mir jetzt was reinlaufe. Jetzt laufen wir unter der Autobahn durch, auch hier wieder ein kleiner Anstieg. Über 2 Runden summiert sich das auf knapp 50 Höhenmeter, also nicht so wirklich der Rede wert. Bei km 3 gibt es Wasser, ich muss kurz stehenbleiben so tut das weh. Der Rest ist Schmerzvermeidungslaufen.

Bei km 4 kommen auf einem ganz kurzen Begegnungsstück die Schnellen entgegen, aber die Spitze ist längst durch. Bei 5 der Zieldurchlauf, da stehen Ramona und ihr Mann und feuern mich an, dahinter gibts wieder Wasser. Es ist warm, aber der Gegenwind kühlt ausreichend. Ich laufe so gut es geht, bringe aber nicht wirklich Leistung. Mein langsamster Kilometer liegt bei 5:33, der letzte dann aber wieder bei 4:50. Egal.

Ein Heini nervt mich, der Anschluss sucht und total an mir dranklebt, egal wie oft ich die Spur wechsle. Sehr penetrant. Irgendwann pfeife ich ihn an, dass er mich in Ruhe lassen soll. SO nett kann ich sein. Er labert was von „Zugpferd“ und Windschatten und läuft nach vorne weg und ich schäme mich, aber nicht lange. Dass das ein für allemal klar ist, die Assoziation „Pferd“ in jeder Variante ist bei Damen unerwünscht.

Meine Füße sind ganz wunderbar entspannt und haben Platz in den nagelneuen Schuhen. Die Dämpfung scheint ganz hervorragend zu sein, die Stütze dagegen gar nicht störend. Der Tri Noosa 7 soll ein schneller harter Straßenschuh sein, läuft sich aber so locker und federnd wie ein Hausschuh, fast wie ein Nimbus. Ich bin begeistert. Ob der wohl für einen Marathon geht?

Auf den letzten Kilometern geben die Zuschauer alles und auf einmal macht es mir doch noch Spaß. In meiner Muskulatur hat sich inzwischen eine Kokosnuss gebildet, zumindest so fühlt es sich an. Ich biege auf die Zielgerade, vor dem Ziel stehen Zuschauer. Klaus hüpft auf und ab wie ein Feuerteufel und schreit und schreit und schreit und feuert mich an. Was hat er denn? 10 Meter vor dem Ziel überhole ich die letzte Walkerin des Laufs. Klaus ist zufrieden. Yeah.

51:31 ist nicht was ich laufen wollte, aber wohl das, was ich grad drauf hab. Eine Woche nach dem Marathon hätt es auch noch schlechter sein können. Das gibt Platz 4/6 W45 und 15/40 Frauen gesamt. Männer im Lauf 184. Klaus ist mit 42-flach eine Bestzeit gelaufen, das sagt vor allem etwas über seine alte Bestzeit aus. Die Wette halte ich, dass er dieses Jahr noch ganz locker unter 40 laufen wird 🙂

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5 Antworten zu Pleidelsheimer Süwag Lauf – 17.3.2012

  1. Philipp schreibt:

    Sie läuft in der Nacht, am Tag, kurz, lang, mit Hunger, Sie läuft mit vollem Magen, mit Schmerzen… für mich bist Du kein Pferd – perpetuum mobile trifft es ggf eher ? 😉

  2. Philipp schreibt:

    tja – Klaus braucht in der Geschichte ja auch noch Platz =)

  3. Schauläufer schreibt:

    Ach Kati,
    ich hab den Schuß gehört ,-))) Wie du mir so ich dir. Ich gelobe Besserung im nächsten Laufbericht. Kann aber noch dauern, bis mich die Muße küßt. Die fällt nämlich nicht so razfaz mit der Tür ins Haus und will erobert werden. Ich werde mich also bemühen, die richtigen Worte zu finden für meine erlebten Gefühle

    Grüssle Klaus
    P.S. Zum Glück konntest du meine Zieleinlauf mit Schaum vorm Mund nicht filmen 😉

    Grüssele

  4. Frank schreibt:

    Der SÜWAG-Lauf in Pleidelsheim. Das war mein 2. Volkslauf den ich je gelaufen bin. Damals bin ich die 10km in knapp unter 50 Minuten gelaufen. Mangels Erfahrung habe ich eine halbe Stunde vor dem Start noch eine Rote Wurst vom Grill verspeist. Die ist mir natürlich während des Laufs 100 mal aufgestoßen. Wähhh!
    Ich hatte damals auch noch ein paar Kilo mehr auf den Rippen =>
    https://picasaweb.google.com/lh/photo/HOdFtPOQyFEjQA-qF-OuwSoV7aczLFq3IEEmyH5HKq0?feat=directlink

    Schön dass ich hier bei dir daran erinnert wurde.

    Grüßle
    Frank

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