Rodgau Ultramarathon – 28.1.2012

   (Grafik: Veranstalter)

www.rlt-rodgau.de

4:39, Marathondurchlauf mit 3:52 – kann ein Saisonauftakt besser sein? (ja ich hab den Schuss gehört)

Rodgau, das ist wie nach Hause kommen, auch wenn ich letztes Jahr zum ersten mal hier war. Das Wetter ist optimal. Zwar hässlich verhangen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, aber so knapp über 0 Grad und windstill. Letztes Jahr hatten wir am Start -7 Grad und auf den ausgesetzten Passagen hat es ziemlich gepfiffen, das war schon anders. Die leichte Schneeschicht die am Start noch zu sehen ist, wird innerhalb der ersten 2 Runden zu Matsch zertrampelt. Wie überhaupt die ganze Strecke von Runde zu Runde matschiger und weicher wird. Vor allem die ganz schnellen Läufer sehen bald aus wie echte Erdferkel, die sind zum Teil bis zu den Haaren hinauf eingesaut. Unsereins schluft ja eher so dahin, trotzdem fühlen sich die kalten Schlammspritzer an den Waden und Oberschenkeln in den ersten Runden eklig an. Danach bildet die getrocknete Schlammschicht einen guten Schutz und sowieso hab ich dann bald ganz andere Sorgen.

   
(Quelle: go4it-foto.de)

Aber so weit sind wir noch nicht. Norbert findet uns einen guten Parkplatz für den Bus, genau zwischen Halle und Start. Bei der Startnummernausgabe ist es ziemlich voll und ich treffe René aus Frankfurt. „Angriff“ steht ihm nicht wirklich auf die Stirn geschrieben heute, das kennen wir anders 😉

(Bild von Joe)

Am Start sammeln sich viele bekannte Gesichter und die Üblichen Verdächtigen, aber da ist die Kamera schon mit der Jacke in eine Ecke der Waldhütte gepfeffert.

Am Start stehe ich mit Hannes. Die Moral ist gut, ich will wissen was geht. Das ist heute kein Trödel-Lauf, dazu bietet sich die Veranstaltung einfach nicht an, und zu sehen gibt es auch nix. Die Runde ist so gut wie flach, allerdings werden im ersten Teil ein paar Höhenmeter auf einer langgezogenen Geraden gemacht. Dafür gibt’s aber auch einen leicht abschüssigen Zieleinlauf, den wir ja immerhin 10x laufen dürfen. Dieses Teilstück mag ich am liebsten, aber auch die ganze Strecke ist ok und für mich abwechslungsreich genug. Hinten am Wendepunkt ist wieder 70er-Disco 😉


(Fotos: Runner’s World)

Zu Anfang der 3. Runde kommt der Führungsläufer vorbei. Es ist ein bißchen skurril, denn es ist nicht nur derselbe wie im letzten Jahr, sondern er trägt auch immer noch dieselben Klamotten, war er womöglich das ganze Jahr hier unterwegs? Dieser Evgenii Glyva ist groß, irre dünn und irre schnell, aber der Laufstil inspiriert mich gar nicht. Letztes Jahr musste er bei km 46 aus dem Rennen, sicher nicht freiwillig. Dieses Jahr packt er es und läuft mit 3:02 einen neuen Streckenrekord. Was für ein Hype. Bei der Siegerehrung lächelt er bescheiden. 6 Minuten hinter ihm kommt Wataru Iito mit seiner gräuslichen Mütze ins Ziel, so groß wie ich, läuft wie ein Tornado und absolut rund, einfach wunderbar. Bei seinem Zieleinlauf komme ich gerade mit 3:09 durch meinen km 35 und er grinst beim Schlussspurt so entspannt, als hätt er sich grad ein großes Eis gekauft.

Aber so weit sind wir noch nicht. Es läuft sich gut und bei km 15 rum beschließe ich, dass die 4:48 vom letzten Jahr doch wieder drin sein könnten. Sub 5 hieß eigentlich das erklärte Ziel, die Form stimmt soweit, aber mir fehlen eigentlich noch ein paar lange Läufe. Zwischenzeiten aus dem letzten Jahr hab ich keine mehr im Kopf. Bei km 20 komme ich bei 1:46 durch, das ist doch echt ziemlich ok. Jetzt muss ich theoretisch nur noch einen 6er-Schnitt bis ins Ziel halten, im Moment laufe ich aber noch gut 5:20/5:25. Hoppla, da geht echt noch was…

Fotos von Jörg, der immer noch nicht wieder laufen darf, sondern ein Fan-Dasein fristen muss. Er trägt’s wie’s scheint mit Fassung.

Bei km 30 hab ich schon einen Vorsprung von fast 10 Minuten rausgelaufen, allerdings beginne ich jetzt bereits zu merken, dass 2 lange Läufe eben doch zu wenig waren. Die Standfestigkeit hintenraus fehlt. Die Riegel an der VP sind steinhart, die Alternativen sind mir suspekt und so verliere ich hier immer fast eine Minute. Die muss auf den nächsten 4 km wieder reingelaufen werden, doch es wird immer schwieriger. Steile Falten bilden sich auf meiner Stirn 😉

Mir fällt schon seit einer Weile auf, dass es sehr voll ist auf der Strecke. Beim Überholen dann nicht die Schnelleren zu behindern ist gar nicht mehr so einfach. Da kommt auch schon der Günni vorbei, aber nicht ganz so schnell wie sonst. Nicole macht nur einen Trainingslauf, wird aber trotzdem Gesamt-Vierte. Norbert ist die erste Runde mit Birgit gelaufen und scheint es nicht eilig zu haben, denn er braucht bis Runde 6, bis er überhaupt mal zu mir aufläuft. Auch gut, dann muss er nachher schon nicht so lange warten 😉 Das Überrunden ist so eine Sache, gelegentlich komme ich mir doof vor, nur so im Vorbeirennen zu grüßen, aber was willst auch sonst machen. Meinen Gerhard hab ich überhaupt noch nicht gesehen, dafür taucht aber irgendwann seine Marianne auf und versichert mir, dass er vor mir läuft. Dieter und Eberhard laufen ihr Ding in aller Gelassenheit und haben auch hintenraus noch genügend Luft für einen Wortwechsel und den Austausch von Komplimenten. Alte Schule 😉


(Fotos: Runner’s World)

Durch den Marathon komme ich mit 3:52, das sind saubere 8 Minuten schneller als im Vorjahr. I’m very pleased, allerdings die nächsten 8 Kilometer werfen jetzt doch ein ziemliches Problem auf. Ich könnte die relativ entspannt und gut noch im 6:30er Schnitt laufen, aber das wär schad um den schönen Vorsprung. Ein 6er-Schnitt muss es sein, doch der wird immer schwieriger. Und schwieriger. Und schwieriger.

hier sieht man’s, genau eine Stunde bleibt mir noch (Quelle: go4it-foto.de)

Bei km 47 taucht Armin wieder vor mir auf. Ihn kenne ich als 3:30 Pacer vom EBM, und er kann Marathon glaub ich unter 3:10. Er hat mir aber vorhin schon erklärt, dass er zu wenig trainiert und keinen so rechten Antrieb hat. Das ist jetzt mein Mann 🙂 Er rafft sich netterweise und ziemlich selbstlos nochmal auf und zieht mich die letzten Kilometer unter die 6 Minuten. Allein hätt ich das nicht mehr hinbekommen, DANKE Armin 🙂 Den letzen km laufen wir noch in 5:31 und schwupp, mit der Nettozeit reicht es noch zu einer Zielzeit von 4:39. Ich bin fertig wie ein Schnitzel, aber sowas von. Eine Zeit, die ich mir im Leben nicht zugetraut hätte.

(Quelle: Laufreport)

Hannes hat sich mit 4:55 auch um fast 10 Minuten verbessert und wie im letzten Jahr sind wir quasi mit gleichbleibendem Abstand hintereinander hergelaufen ohne uns zu sehen. Das hat was 😉 Norbert und Günni sind soweit zufrieden, derweil die arme Birgit von Krämpfen gebeutelt noch die letzten Runden zieht, damit die Mannschaftswertung nicht platzt (und weil Birgit sowieso nie im Leben freiwillig aufgeben würde *lach*).

Praktischerweise gibt es heute noch die Siegerehrung des DUV 6-Stunden-Laufcups, bei dem man mit 2 Starts in die Wertung gelangt. Dass ich daran teilgenommen und sogar den 6. Platz gemacht habe, wurde mir erst nach dem Lauf in Troisdorf von Frau Werwolf mitgeteilt. Als Siegprämie gibt es ein mit Veranstaltung, Platzierung und Name graviertes Woiza-Glas. Für die abonnierten Preisabräumer ist das eher Pillepalle und ein Staubfänger, aber ich freu mich da echt drüber 😉 hihi

Die passende Befüllung gibt es kurz darauf auch noch, denn Annette, Birgit und ich haben als Mädelsmannschaft den dritten Platz gerissen. Ich sag jetzt nicht von wievielen, ist doch nicht mein Problem, wenn die alle nicht durchlaufen 😉

So. Insgesamt war das einfach wieder ein klasse Tag mit prima Reisebegleitung und Shuttle Service und vielen netten Leuten. Watt willste mehr…

Statistik:
Platz 235/554 gesamt, 24/118 Frauen, 8/27 W45

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8 Antworten zu Rodgau Ultramarathon – 28.1.2012

  1. Thy schreibt:

    Glückwunsch! Da sind wir wohl die ganze Zeit voreinander hergelaufen (du etwas weiter vorne). 🙂

  2. Philipp schreibt:

    nice nice nice! Glückwunsch – freu mich schon auf den ersten Ultra bei dem wir beide am Start sind 😉

    Gruß

    Philipp

  3. schauläufer schreibt:

    Hallole,

    weiowei, da bisch ja g’saut wie de Blitz, Mädle. Hasch vor denne Angst kriegt:

    Was kommt denn da für ’n wüster Krach aus Frankfurt Darmstadt Offenbach
    was lärmt in Kassel Gießen und Wiesbaden bloß so gnadenlos
    was tut den Bayern Schwaben Friesen gründlich jeden Spaß vermiesen
    was tobt seit vielen Wochen schon ’ne schaurig schöne Invasion

    Erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme

    München stöhnt entsetzt jo mei Oktoberfest mit Äppelwoi
    Hamburgs heller Stern versinkt wenn der Fischmarkt erst nach Handkäs stinkt
    die ganze Westberliner Scene gibt sich Kraut mit Rippchen hin
    und sogar das Ruhrgebiet kaut Hartekuche statt Pommes Frites

    Erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme

    Weil Breakdance zu gefährlich ist gibt’s Electric-Bembel und Gummitwist
    schneller noch als Curtis Blow babbelt Lia Wöhr in ihrer Show
    Discos geben nichts mehr her denn Heavy-Schunkeln bringt viel mehr
    was ist das größte Scratcher-Ass gegen das Gerausche in der Klappergass

    Da packt euch das kalte Grausen unser David Bowie heißt Heinz Schenk
    hallo ihr Kulturbanausen seht die Sache einfach nicht so eng

    Erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme

    He was machst dann du mit meim Pladdespieler kaputt – Drecksack

    Haste ma e Mark oder e Kipp du Depp
    ah da muss ich ma gucke ei dann guck doch in de Tasch
    ich glaub du bist doch überhaupt net hip du Depp
    muss mer des sein ei du Hippie-Arsch
    hör mer doch uff mit dem bekloppte Rap
    das ist doch alles nur Nepp ist doch billisch und lasch
    was hier da haste dei Kipp du Kapp
    komm mach disch dünne Typ schwirr ab

    Was hat ’n da de Babba da der hat e Flasch Grappa da de Babba
    wo hat dann der Babba die Flasch de Babba hat de Grappa in de Tasch
    was hat ’n da de Babba da der hat e Flasch Grappa da de Babba
    wo hat dann der Babba die Flasch de Babba hat de Grappa in de Tasch

    Un de eins und de zwei un de Äppelwoi
    un de drei un de vier der schmeckt besser wie Bier
    un de hip un de hop und de Schoppe in de Kopp
    un de fünf und de sechs do lacht die Gummihex

    Erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme
    erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme
    erbarme zu spät die Hesse komme erbarme zu spät die Hesse komme

    Gratulation zum gnadenlos guten Ergebnis. Und warum der Rennsteig, Rennsteig heißt wirst du mir dann wohl demnächst erklären;-)

    Grüssle Klaus

  4. Sabine aus Wien schreibt:

    Toll hast Du das gemacht! Und Preise abgeräumt!!! Gefällt mir! Schön langsam (aber nur ganz, ganz schön langsam) komme ich auch wieder in Wettkampflaune. Derweil trainiere ich aber so vor mich hin und bewunder die anderen, die sich schon in die Bewerbe stürzen!

    Liebe Grüße aus Wien
    Sabine

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