lesen statt laufen (23): Haruki Murakami – Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

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Biografien lese ich besonders gern. Murakami ist einer meiner liebsten Schriftsteller, und anscheinend ist er auch noch „Läufer“? („…“ denn, das kennt man ja…). Das ist erstaunlich, denn in keinem bisher gelesenen Buch war das Laufen jemals ein Thema. Man sollte annehmen, dass mich das interessiert?

Und trotzdem habe ich das Buch lange nicht gelesen. Einerseits, weil mich Laufgeschichten und Laufexkurse meistens langweilen. – Denkpause – Was bedeutet das für diesen Blog? – Andrerseits vielleicht weil ich nicht enttäuscht werden wollte. Denn irgendwer sagte mal, das Buch sei nur seitenlanges Gefasel und selbstverliebte Betrachtung. *gähn*

Endlich habe ich es dann doch gelesen. Es ist schön. Nachdenklich. Leise. Mit einem intelligenten Humor, der nicht die großen Brüller sucht. Murakami stellt sich nicht als den einzig wahren Läufer dar. Man erfährt tatsächlich wenig Neues und wenig Einzigartiges. Wer zu Murakami noch keinen literarischen Bezug hat, wird vielleicht auch wirklich gelangweilt sein, denn das Buch handelt nicht in erster Linie vom Laufen selbst, auch wenn es sein Laufen beschreibt.

Für mich war es eine ganz feine Lektüre, weil ich mich in vielem selbst wieder gefunden habe. So beschreibt er sehr einfach, was das Laufen für ihn bedeutet, und warum er sich im Laufen wohl fühlt. Er fasst manches ganz klar in Worte, analysiert und definiert. Zum Beispiel beschreibt er ganz selbstverständlich den Umstand, dass er sich bei Mannschaftssportarten nie wohl gefühlt hat. Ein Tatsache, die bei mir über Jahre hinweg unnötigerweise immer wieder für ein schlechtes Gewissen gesorgt hat, die er aber für sich als schlichte Gegebenheit interpretiert. Sehr beruhigend.

Murakami erzählt seine Geschichten mit einem bescheidenen Selbstbewusstsein und mit viel Stärke. Ohne dass er dabei nach Effekten schreit und der Größte sein möchte. Das hat mir gut gefallen.

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Eine Antwort zu lesen statt laufen (23): Haruki Murakami – Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

  1. Jörg schreibt:

    Bei mir sprang da der Funken nicht über. So ist das Leben.
    Grüße

    Jörg

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