Hockenheimring Lauf – 1.11.2011

www.asgtria-hockenheim.de

also wenn Ihr mich nach einem Geheimtipp fragt, dann empfehle ich in Zukunft diesen Lauf. Es MUSS einfach ein Geheimtipp sein, anders kann ich mir nicht erklären, dass nur („nur“ ?) 1.244 Starter hier sind.

Genial in mehrerlei Hinsicht: Erstens einmal total stressfrei. Anfahrt ohne Stau (da ja Geheimtipp), Parken direkt innerhalb des Rings und umsonst, von dort aus 200 Meter zur Startunterlagenausgabe, alles in 10 Minuten erledigt. Gut, die sanitären Anlagen könnten ein bisschen üppiger sein, aber für 7 EUR Meldegebühr sagen wir da mal nix. Einen 5er und diverse Kinderläufe gibt es auch.

Ein paar Fußmeter zum Start, die man aber gerne läuft, weil es watt zu gucken gibt. Vor allem natürlich für die Herren der Schöpfung, mich interessiert Motorsport ja nich so. Ist aber trotzdem total witzig da auf der Rennstrecke. Am Anfang ists mir unbehaglich, hab dauernd das Gefühl, dass gleich ein Auto kommt. Bolide heißt das, sagt Martin, nicht Auto.

Vor dem Start geht noch ein kalter Wind, Jacke aus, Jacke an, Jacke doch lieber aus… immer dasselbe. Einlaufen? Fehlanzeige. Ich hab den Muskelkater des Jahres und der ist heute noch schlimmer als gestern, eigentlich kann ich nicht mal ordentlich Gehen… 50 gelaufene Meter sind eine Qual, und mir kommen langsam Zweifel. Naja, wenn Mocki das kann, dann kann ich das auch, und vorhin am Orthomol-Stand hab ich sie schon gesehen, sah topfit aus. Martin hat Jetlag und sagt ich soll aufhören zu jammern, sei schließlich auf meinem Mist gewachsen das ganze.

5 Minuten vor dem Start und kaum jemand steht an der Startlinie. Die Menschen verteilen sich locker auf den nächsten hundert Metern, obwohl es keine Nettozeitnahme gibt. Hier hat es kaum einer eilig. Die Strecke ist offiziell vermessen und offiziell bestenlistenfähig, topfeben und trotzdem abwechslungsreich. Gestartet wird gleichzeitig aus zwei Blöcken, die sich dann etwa bei km 1 locker zusammenraufen. „Dualstart“ heißt des, und wieder was gelernt. Wir nehmen den vorderen Block, ist klar 😉 Da wird die Sachs-Kurve durchlaufen, hinten nicht.

Meine Beine werden immer steifer und schon das aufrechte Stehen tut weh, ich krieg es mit der Angst und suche nach welchen, die optisch noch langsamer aussehen als ich, Fehlanzeige. Naja es werden zwei Runden gelaufen, notfalls geh ich halt bei 5 km raus. Bloß erstmal dahin kommen.. es fühlt sich nicht machbar an. Mocki erzählt uns grad über Mikrofon sehr einnehmend, dass sie gern mit uns laufen würde, dass das aber nicht geht, weil die letzten 8 km in Frankfurt doch echt hart für sie waren – klar das versteh ich, bei mir waren es die letzten 40. Stattdessen darf sie den Startschuß geben und wird uns auf dem Rad begleiten. Bloß ich bin wieder so blöd und hab kein Rad dabei. Ich trage natürlich das Frankfurt-Angeber-Shirt, vielleicht radelt sie ja ein Stück mit mir?

 

Piff Paff Startschuß und es geht los, sehr entspannt alles. Martin hab ich gleich verloren, und die Leute laufen mir viel zu langsam, hab mich eher weiter hinten reingestellt. Meine Beine haben in den Race Mode geschaltet und der Schmerz ist spürbar, aber erträglich, und schwuppdiwupp überhole ich außen am Feld entlang, wassdas? Grad noch sterben wollen und jetzt 5er-Schnitt laufen? *autsch*

Wir laufen durch die Sachs-Kurve, alles so schön bunt hier, da stehen Leute, da vorne stehen Manu und Roland, Martin ist immer noch weg, verdammt ist der schnell, den seh ich wohl erst im Ziel wieder. Kurz nach dem Start laufen wir zum ersten mal durchs Ziel, dahinter gibt es eine winzige Wasserstation, die lass ich aber aus. Nun geht es den Kurs entlang. Außen in den Kurven ist die Straße tatsächlich leicht hochgezogen, aber man muss schon genau hingucken. Steilkurven gibt es leider keine. Alles topfeben. So bei km 3 oder 4 hab ich mich dahin vorgearbeitet, wo in meiner Geschwindigkeit gelaufen wird, Platz ohne Ende, wir sind so irgendwo zwischen 5:10 und 5:15 und das kann ich problemlos mit 80 – 90% laufen ohne dass es mich zu sehr anstrengt oder irgendwas in der Muskulatur passiert. Auch recht.

Vorne kommt eine Spitzkehre, dann kommen wir auch schon wieder unterm Startbanner durch und dann Sachs-Kurve zum Zweiten. Jeder Kilometer ist ausgeschildert, ich achte aber nicht drauf. Der Streckensprecher sagt durch, dass der führende Mann jetzt zwischen km 8 und 9 ist. Bis zum Ziel ist es nicht mehr weit, also wird der  mich bestimmt gleich überrunden, Platz ist genug. Im Ziel warte ich kurz, aber leider ist er noch nicht zu sehen. Danach erstmal kurz Aufenthalt an der Wasserstation. Die könnt jetzt etwas größer sein, vor allem für die Schnellen. Für uns Touristen ist sie nett und heimelig.

Der Sieger ist 30 Minuten gelaufen, lautet die Durchsage. Ich hab noch eine Runde. Das find ich komisch, dann hätt ich ja für 5 km auch 30 Minuten gebraucht? Ist mir zwar wurscht, aber schon strange irgendwie, doch hier kommt schon das km-6-Schild. Klar, es sind ja mehr als 2 Runden… Inzwischen leiden die Menschen um mich herum zusehends, und ich geb großzügig ein paar Durchhalteparolen aus und biete Windschatten an. Eine Dame nutzt ihn unbemerkt und bedankt sich im Ziel extra noch bei mir, wie nett.

Wo ist der Wind hin? Es ist absolut angenehm von den Temperaturen her und die Sonne kommt ein wenig raus. Das ist schon eine klasse Umgebung hier. An den Ecken stehen Ordner mit Rennfahnen, damit keiner über’s heilige Kiesbett abkürzt (wer käme wohl auf die Idee…). Denke die stehen einfach so zur Deko da, wegen der Authentizität und so. Sehr charmant. Nur Mocki will nicht mit mir radeln, die ist weg…

Ein letztes mal unter dem Startbanner hindurch, dann Sachs-Kurve zum Dritten, schnell anhalten für ein Foto mit Manu. Die Leute sind alle gut drauf und die Stimmung ist wirklich gut. Hinein auf die Zielgerade, durch die Zuschauer durch, da ist Manu wieder, Handzeitnahme am Barcode, Uhr abstoppen und alles schon vorbei.

Die Uhr zeigt 54:03, offiziell 54:00, na also, geht doch. Ich humple zur Getränkestation, suche Martin und dann drehen wir noch eine Runde um den Zielkanal, weil’s so schön ist. In der Boxengasse ist Läufermesse und Bewirtung, wir bleiben aber nicht mehr allzu lang.

Also Fazit: Eine absolut gelungene und sympathische Veranstaltung, die sich auch lohnt, wenn man so wie ich da einfach schon immer mal hin wollte. Wer es hier zum Saisonende nochmal richtig krachen lassen will, ist ebenfalls genau richtig. Perfekt saubere und flache Strecke mit Platz ohne Ende. Ich finde das hat Kultpotenzial.

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5 Antworten zu Hockenheimring Lauf – 1.11.2011

  1. Horst schreibt:

    Da sagst du zu mir Wildsau und was soll das. Am Sonntag Marathon und am Dienstag gleich noch mal ein 10er. ;-)))

  2. Laufhannes schreibt:

    Glückwunsch zu dem Ergebnis trotz der Vorbelastung!

    Ich war letztes Jahr da. Nett und mal etwas anderes auf der Strecke zu laufen, aber irgendwie für mich nicht soo spannend, als dass ich dieses Jahr hätte wiederkommen müssen. Für Bestzeitambitionen aber sicher zu empfehlen.

  3. Philipp schreibt:

    Kurzweiliger Bericht & netter Film! Glückwunsch also – auch an Martin 😉

  4. Gitti schreibt:

    Hi ihr beiden,
    Glückwunsch, den Lauf merk ich mir mal fürs nächste Jahr vor.

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