Frankfurt Marathon – 30.10.2011

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das war halt ein Satz mit X. Es lief so gar nicht. Schon am Anfang total schwere Beine, keine Kraft und überhaupt, wurde das dann auch nicht besser. Hintenraus hab ich die letzten 2 km nochmal alles gegeben, um dann wenigstens unter 4 Stunden zu bleiben => 3:58,47 immerhin persönlicher Frankfurt-Streckenrekord gell… (1999 5:06, 2008 4:08, 2009 4:09) Naja, da muss ich halt nächstes Jahr nochmal hin…

Unter 4 Stunden zu bleiben ist für mich jedesmal immer noch toll, egal was ich laufen wollte oder was ich laufen zu können glaube. So insgesamt war der Tag trotzdem klasse, mit lieben Freunden unterwegs, ist halt immer arg schön 🙂

Statistik: Platz 204/510 AK, Platz 829/2384 Frauen gesamt, Platz 7015 gesamt. Der Frauenanteil ist für einen Stadtmarathon echt gering, weit entfernt vom viel zitierten Viertel, sogar weniger als ein Sechstel. Und dabei hab ich so viele richtig gute Frauen gesehen !!!

Mit 15.000 Startern allein im Marathon war der Lauf komplett ausgebucht. Ich kenne Frankfurt aus 2008/2009 mit um die 11.000 Teilnehmern, und da war es schon immer nicht leer. 1999 liefen dort so um die 7.000, 8.000 Männekens. Die Straßen sind breit, aber vor allem auf den ersten Kilometern (und auf den letzten, aber bis dahin ist es weitgehend egal) geht es um viele rechtwinklige Kurven und Ecken. Gibt das Stau?

Mir grausts auch vor dem Gedränge in den Hallen. Wir (Dani, Bernd, Martina) sind zum Glück vor dem großen Ansturm da und kommen noch ganz gut durch. Bei der Kleiderabgabe wird es aber schon bissle arg unübersichtlich und rempelig.

Hannes und ich dürfen heute für das Team TradePort Hanau laufen und müssen schnell noch zu René zum Fototermin. Schaffen wir auch grad noch pünktlich, allerdings nicht alle anderen, und so wird das erstmal nix mit dem Gruppenfoto. Bis es dann klappt, muss ich aber dringend nochmal wohin und die Schlangen sind endlos, so dass die Gruppe weg ist, bis ich zurück komme. René sehe ich nachher im Lauf wieder, der ist aber zu schnell 😉

Auf den letzten Drücker quetsch ich mich in meinen Startblock, ein furchtbares Gedränge, da jeder einzeln kontrolliert wird. Und prompt stehe ich am falschen Eingang und die Helferin will mich gegen den Strom 200 Meter weiter schicken. Das kannste glatt vergessen. 10 Minuten vor dem Start und nix geht mehr. Sowas kostet Nerven, aber ich bin drin 😉

Auf der Strecke geht es grad noch so mit den vielen Leuten. Wir sind relativ weit vorne, das Feld läuft eine einheitliche Geschwindigkeit Richtung 3:30 und die Leute sind größtenteils sehr diszipliniert. Überholen wäre schwierig, muss ich aber nicht. Bis ich die Geschwindigkeit nicht mehr halten kann, hat es sich soweit entzerrt, dass es ok ist. Meiner Meinung nach ist die Strecke bis kurz vors Limit gefüllt, etwas weiter hinten laufen ja mehr Leute auf einem Haufen, dort möchte ich jetzt aber lieber nicht sein.

An den Wasserstationen geht es zum Teil zu wie im Krieg. Die sind an sich gut gemacht und groß genug, nur manchmal gibt es Engpässe. Ich versteh immer nicht, wie manche Leute so wenig Rücksicht nehmen können. Den Tisch hinten anlaufen, Becher nehmen, und zurück in die Straßenmitte, dann gäb’s gar kein Problem. Aber nein. Tisch vorne angelaufen, kleine Frauen vor sich weggeschubst, Becher genommen, und dann genau an der Tischkante bis nach hinten durchgegangen und am besten noch mitten im Weg stehen geblieben. Immer dasselbe. Ich beschließe, einen  MARATHON  KNIGGE  zu verfassen. Wer was beitragen möchte, bitte mailen oder Kommentar nutzen.

Dafür ist die Stimmung aber bombig. Zuschauermassen am Straßenrand, all Naslang ein Humbatäterä, mehrere Moderatoren und Grobildleinwände, auf denen seh ich Mocki und Steffny, zum Glück nicht mich selbst. Hermes, Goethe und den Dinosaurier seh ich auch nicht, muss mich auf die Leute vor mir konzentrieren. Es hat 12 Grad und der Himmel ist bedeckt, die hohen Gebäude hängen in den Wolken. Ich hab nur ein T-Shirt und eine kurze Hose an, aber mir ist richtig heiß. Das ist doch nicht normal. Brauche Wasser wie im Sommer und schon bei km 6 glüht mein Kopf wie ein Bügeleisen. Irgendwas iss hier faul, hoffentlich kommt da jetzt nix?

Meine Beine werden immer schwerer. Bei km 18 fühle ich mich schlechter als in Biel bei km 88. Kurz nach dem HM (katastrophal in 1:53, jetzt ist es endgültig aus…) treffe ich den Dietmar, wie immer nur am Quatschmachen, und der nimmt mich gleich an der Hand und läuft ein langes Stück mit mir. Was kann der rennen, und natürlich wieder barfuß. Er erklärt mir, dass „Zeit“ doch Quatsch ist, und ich lieber Spaß haben soll. Schon klar was er meint, aber ich glaub nicht, dass ich viel Spaß hätte, wenn ich mich jetzt auch noch hängen lassen würde. Lieber zieh ich das durch und bring es zügig nach Hause. Spaß gibt’s dann übermorgen 😉

Der Zieleinlauf in die Halle ist leider diesmal sehr grenzwertig. Der Bär steppt in Form von 7.000 Zuschauern, die zusammen mit den 7.014 vor mir angekommenen Läufern der Luft bereits den letzten Sauerstoff entzogen haben. Es duftet nach Atem, Schweiß und alten Socken. Man läuft wie gegen eine Wand und obwohl ich die paar Meter in der Halle wieder langsamer laufen und sie genießen wollte, muss ich jetzt so schnell machen wie überhaupt nur geht, damit ich überhaupt noch ankomme und nicht vorher aus den Latschen kippe. Luft anhalten und Durchtauchen… Und wo ist überhaupt mein silbernes Konfetti? Zielmatte, Uhr abgestoppt, PUFF und alles ist vorbei, die Treppen runter, mist hab ich da eine Zerrung im Oberschenkel oder was ist das… da vorne ist der Ausgang, durch die Tür kommt Frischluft, davor falle ich auf eine Bank. Achja, die Vorfreude ist halt doch immer die schönste 🙂 und wo sind überhaupt meine Kumpels?

(Foto von René)

Die ganze Zeit hab ich drauf gewartet, dass der Bernd endlich zu mir aufläuft. Er wollte auch sub 3:45 laufen und vor allem schneller als ich. Wir pflegen unsere Feindschaft, da kennen wir nix. Ulrich hat eine Wette vorgeschlagen, dass wir um den schnelleren zweiten Halbmarathon kämpfen sollen. Die Sache ist klar: Der erste Halbe gehört mir, der zweite Halbe dem Bernd. Doch diesmal ist es grad andersrum. Das gab’s auch noch nie. Insgesamt trennen uns 25 Sekunden, und Bernd hat gewonnen. Pf. Ulrich freut sich über eine neue Bestzeit mit 3:57 und dass er schneller war als ich. Dani ist mit 4:12 auch zufrieden und Hannes ist 4:00,22 gelaufen, weiß es aber nicht genau weil die Uhr spinnt.

Der Garmin: Anzeige und Wirklichkeit

Ein Marathon hat 42,195 Kilometer, so weit so gut. Man darf auch davon ausgehen, dass die Strecke in Frankfurt optimal vermessen ist und stimmt. Trotzdem hab ich nach dem Lauf 43,3 km auf dem Garmin. Wie kommt’s? Oder war das jetzt ’n Ultra? – Bei den meisten großen Läufen sammeln sich ein paarhundert Meter an, weil es einfach nicht möglich ist, immer alle Kurven innen und exakt auf der blauen Linie zu laufen. Ich bin aber inzwischen ein ganz guter Sparläufer und hab das Innenlaufen ziemlich gut gelernt, so dass bei mir auf gar keinen Fall ein ganzer Kilometer zusammen gekommen sein kann.

Nein es ist was ganz anderes: Durch die Hochhäuser und die vielen Kurven misst der Garmin nicht anständig. Ich merk das gleich, denn schon auf den ersten Kilometern lauf ich total abgefahrene Schnitte und Zwischengeschwindigkeiten im 4:30er-Bereich bis runter zu 4:07. Was absolut außerhalb meiner Möglichkeiten liegt, und schon zweimal heute… So hab ich beim 10-km-Läuten grad mal 48:04 Minuten auf der Uhr, das sind 8 Sekunden über Bestzeit und so bin ich nicht gelaufen. Tatsächlich kommt das 10-km-Schild mit Messmatte dann erst bei 51:30…. ja das stimmt schon eher, nicht gut… Der Garmin rechnet die gemessenen 10,5 km dann in eine Pace von 4:50 um. Beim km-15-Schild habe ich bereits 15,8 Kilometer auf dem Tacho. Das spricht übrigens für die Theorie mit den Hochhäusern und den Ecken, denn offensichtlich misst die Uhr auf den langen Geraden dann wieder einigermaßen anständig.

Mir ists ja heut echt wurscht, da geht eh nix, aber die Leute die ihre Kilometer streng nach dem Garmin laufen, die sind bei sowas total verratzt. Wenn ich meine Geschwindigkeit jetzt noch kontrollieren wollte, dann wäre das nur noch mit Stoppuhr und den offiziellen Wegmarken möglich. Dazu müsste man aber seine Durchgangszeiten alle ganz genau im Kopf haben. Ich kenne z.B. nur meine Zeiten bei 5, 10, HM und 32 km. Da hat es unterwegs sicher einige verspult. In München war das auch so ähnlich, da hatte der Marathon am Schluß auch 43 Kilometer. Allerdings hat es sich dort linear durchgezogen und nicht schon am Anfang dermaßen krass bemerkbar gemacht.

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4 Antworten zu Frankfurt Marathon – 30.10.2011

  1. Harald schreibt:

    Um vier Sekunden verpasste Wilson Kipsang den Weltrekord. Wirklich schade. Das wäre es gewesen. Aber trotzdem kann man feststellen. Der BMW Frankfurt Marathon erlebte ein grandioses Jubiläumsrennen. Die 30. Auflage der Veranstaltung wurde zu einem der hochkarätigsten und dramatischsten City-Marathonrennen aller Zeiten. Mal schauen wie der 31. Marathon wird und ob da der Weltrekord fällt.

  2. Theo schreibt:

    Hallo Kati,
    Glückwunsch zu Deiner Zeit unter 4 Stunden! Das muss man erst mal laufen! Wir mit unserer Staffel hätten eine Flasche Sekt darauf getrunken. Als Du bei der Staffelwechselzone bei Km 19 vorbeikamst, war für mich zu erkennen, dass es nicht so gut läuft bei Dir (Hoffentlich hast Du Dir nichts eingefangen). Akkustisch bin wohl nicht zu Dir vorgedrungen.
    Deine Erklärung für den Garmin ist plausibel, die Ungenauigkeiten der Positionsbestimmungen werden wie Umwege gerechnet. Ich habe mir aus der Karte die Entfernungen zwischen eindeutigen Punkten (Kirchturm, Niddabrücke usw.) abgegriffen und eine Pacetabelle gebastelt, damit kam ich gut zurecht. Ist natürlich bei 10 Km auch einfacher.
    Viele Grüße
    Theo

  3. Erich schreibt:

    Mahlzeit! wo ist der like Button? 😉

  4. Ulrich schreibt:

    Hallo Kathrin,
    freu Dich über die Sub-4 – vor gut einem Jahr war das noch für uns beide ein Traum. Und lass Dir gesagt sein, so schnell 😉 zu laufen wie ich hat seinen Preis. Während Du Dich in Frankfurt geschont hast und am Dienstag schon wieder im schicken Frankfurt-Shirt (ich hab nur das kurze….:-( ) in Hockenheim rennen konntest, musste ich mich erst mal erholen. Heute war ich endlich wieder zu einer kurzen Runde fähig…

    In Frankfurt hat sich einmal mal mehr die „Den seinen gibts der Herr im Schlaf“-Theorie bestätigt, nach der Bestzeiten im Bett erarbeitet werden, nicht mit „Geschwindigkeitsuhren“ oder hartem Training: die TFFler, die in Frankfurt Bestzeit gelaufen sind, haben alle in Frankfurt übernachtet, ich z.B. habe mein Hotel nach gemütlichem Frühstück kurz nach 9 Uhr verlassen…

    Gruß
    Ulrich

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