Einstein Marathon Ulm – 18.9.2011

www.einstein-marathon.de

3:43,41  ohne Worte

aber nein, der Einstein Marathon hat schon ein paar Worte verdient. Volker hat uns ein paar Freistarts für das Team Bantleon organisiert und so waren Anja, Bernd und ich im Marathon unterwegs, Robert und Hans-Dieter im HM. Für mich war der HM durchaus auch eine Option, denn man kann sich im Lauf noch umentscheiden und einfach mit rauslaufen. Das wollte ich machen, falls es eine zu große Quälerei wird. Losgelaufen wird aber mal nach dem Prinzip „man kann’s ja mal probieren“ in der maximalen Geschwindigkeit. Sonst macht’s mir keinen Spaß 🙂

Ulm ist ein genialer Lauf und super organisiert. Alles sehr übersichtlich und großflächig, so dass man mit der frühen Anreise und der Startnummernausgabe etc überhaupt keinen Stress hat. Parken ist bissle doof, das System hab ich nicht so recht verstanden. Die Kleiderbeutel werden in einer riesigen Halle direkt in Lastwagen mit Nummernkreisen abgegeben, auch das völlig stressfrei. Auch die Startaufstellung ist gut gemacht. Die Startkarten für die schnellen Blocks will allerdings keiner sehen. Ich hab ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil ich aus Block B starte, da stehen ANGEBLICH die Marathonläufer unter 3:30 und die HMs unter 1:45. Da das aber meine Geschwindigkeit der ersten 5 bis 10 km ist, bin ich dort eigentlich schon richtig.

Es schüttet. Wir wollen gar nicht raus. Ich hab noch einen Schirm für den Weg vom Auto zur Halle und für den Rückweg dabei, da der aber gleich kaputt geht, kann ich ihn auch mit in den Startblock nehmen und kurz vor dem Anpfiff einer Zuschauerin geben. Die ist froh dran. Es ist ätzend, und auch kalt. Es regnet schon seit ein paar Stunden und sieht auch nicht so aus als ob es aufhört. Was für ein krasser Vergleich zu den 31 Grad vom letzten Sonntag. Anja läuft bei der 3:30 Zugläuferin mit, ganz hinten im Block B. Kurz vor dem Startschuß schüttet es sogar noch ein bisschen mehr und wir werden mit „Final Countdown“ und „Hells Bells“ eingestimmt. Im Marathon sind so etwa 700 Läufer, im HM ein Vielfaches davon.

Es geht los und schon auf den ersten Metern wird es eng. Da laufen Leute paarweise seelenruhig im 6er-Schnitt in der Mitte der Straße. Nach einem halben Kilometer lasse ich Anja und die Zugläuferin links liegen, denn bei ihr funktioniert die Uhr nicht und sie läuft erstmal viel zu langsam. Mir ist das zu stressig und sowieso alles viel zu eng. Zwar finde ich mein Tempo, aber viele laufen irgendwie total chaotisch und kreuz und quer.

Die ersten Kilometer gehen ganz langsam rum, und ich hoffe immer nur, dass sich das Feld entzerrt. Bei km 5 kommt die Zugläuferin vorbei und ist wieder im Plan, Anja schaut locker aus. Hans-Dieter sehe ich auch zwischen km 2 und 8 immer wieder, dann hängt er mich an einer VP ab. Die VPs sind super gemacht, immer beidseitig der Straße. Vor der ersten steht ein Helfer wie ein Bahnhofseinweiser und ruft „20 Tische ISO und Wasser, bitte nach hinten durchlaufen“. Vielen Dank dafür, denn tatsächlich funktioniert das dann auch. Es regnet weiter immer gleichmäßig aber schon so stark, dass das Funktionsshirt den Dienst quittiert. Es klebt mir nass zwischen den Schulterblättern und den ganzen Rücken hinunter. Dazu geht ein kalter Wind. Meine Finger sind schon abgestorben, und ich hätt auch gern eine 3/4 Hose an. Das nasse Shirt kühlt die Arme aus und die Schultern, die Muskulatur ist immer so kurz vor dem Krampf.

(Quelle: Sportonline)

Mir läuft’s aber trotzdem gut, ich kann die Geschwindigkeit erstaunlich gut halten und bin immer noch unter 5er-Schnitt. Allerdings ist die Strecke länger als die Garmin-Messung und so hab ich doch schon 50+ auf der Uhr beim 10-km-Schild. Das ist aber trotzdem super, zumal es mich gar nicht so sehr angestrengt hat. Jetzt wird es auch richtig interessant, denn es geht in die Stadt hinein, ins Gedröhne und Gewummere, ein paar gnadenlose Bands spielen da. Das erste was ich höre ist „Doctor Doctor“ von UFO mit einer extrem eigenwilligen gesanglichen Interpretation. Das würd ich gern vertiefen, aber keine Zeit. Danach höre ich noch mehrfach „Highway to Hell“ und irgendwo singt ein Solo-Barde etwas in der Richtung von „Karl der Käfer“. Hey es hat was. Auch wenn das Gedränge immer noch total nervt, Stadtmarathon ist halt Stadtmarathon.

Und auf einmal merke ich, dass ich FLIEGE. Was? Heute ist ein FLIEGEN-Tag? Kann das wahr sein? Ich horche eine Weile in mich hinein. Doch, tatsächlich. Ich schaue in ein Schaufenster und sehe mich mit großen, langen Schritten dahinschweben. Tatsächlich. Ist es zu fassen. Fliegen. Ausgerechnet heute. Aber es kommt halt immer, wenn man nicht damit rechnet, oder? Wow ist das geil !!!

Durch die Stadt windet sich der Lauf um zig Ecken und Kurven, nicht gerade eine schnelle Strecke. Nasses Kopfsteinpflaster gemahnt zur Vorsicht, a weng leicht hügelig ist es hier schon auch. Kilometerschilder seh ich keine mehr, ist auch egal (ich FLIEGE schließlich), irgendwo zwischen 13 und 16 sind wir wahrscheinlich und ich rolle immer noch mit 5:00. Auf der Gegenfahrbahn kommt der 3:30 Ballon entgegen, Anja winkt mir noch, das ist ein gutes Zeichen. Gleich darauf kommt eine kleine Wendeschleife und ich merke, dass ich tatsächlich gar nicht weit hinter diesem Ballon bin! Mehr als 3, 4 Minuten sind es nicht. Zurück geht es und wieder um ein paar Ecken und Zickzack, eine Bombenstimmung und viele Zuschauer im strömenden Regen. An einer Stelle laufen wir vielleicht 200 Meter lang dreireihig, 2 Spuren gegenläufig. Es ist total verwirrend. Sind die rechts und links daneben nun vor oder hinter uns? – Etwas komisch find ich, dass ich diese 3er-Spur nur einmal wahrgenommen habe, dabei muss ich doch eigentlich 3x dort gelaufen sein? Es gab wahrscheinlich einfach zuviel zu gucken. Was ich allerdings sehe ist, dass das Feld hinter mir noch viel viel enger ist. Leider ist es viel zu schnell vorbei.

Schon sind wir bei km 18 und nun geht es auf den Donau-Uferweg, der ist recht schmal, und es wird wieder enger. Allerdings sind die Mitläufer jetzt besser, denn die die vorher planlos mit 5:00 losgerannt sind, sind jetzt schon nach hinten weg 🙂 Hier laufen eigentlich nur noch Leute, die so laufen wie ich. Der Regen und der Wind nehmen stark zu, und wir kommen unter riesigen Kastanienbäumen durch. Das bemerke ich, weil ein grüner Meteorit auf meinem Visor einschlägt  mit einer enormen Wucht. Lieber Himmel. Hätt ich ein Stirnband getragen, wär der Lauf jetzt vorbei. Man stelle sich das vor: Marathonabbruch wegen Kastanien-Knockout. Da hättet Ihr aber was zu lachen gehabt. Kaum von diesem Schrecken erholt, erkenne ich die Streckenführung: Hier kommt die Ulmer Laufnacht so bei km 46 rum durch. Die Bodenbeschaffenheit ist auch ohne die vielen herumliegenden Kastanien und ihre rutschigen Schalen schon ziemlich schwierig, da uneben.

Kopf runter, Augen auf und durch, aber aufgepasst jetzt, denn irgendwo bei km 19 muss doch die Marathonweiche kommen, damit dieser Partylauf endlich von unserer Strecke abbiegt! Bis dahin muss ich den Pulk noch aushalten, danach dürfte dann endlich genug Platz sein. Natürlich fangen jetzt einige mit ihrem Endspurt an, muss ich also mal versuchen, denen nicht im Weg zu sein. Irgendwann kommt ein Schild, das die Marathonweiche ankündigt. HM links umme Kurve, Marathon geradeaus. Da die Schilder für die VPs auch immer einige hundert Meter vorher stehen, nehme ich das kleine Schildchen mehr so als ersten Hinweis auf und bleibe mal rechts. Gerade will ich mit nach links um die Kurve laufen, da schreit die Helferin „Marathon hier, Marathon hier“ und fuchtelt wild mit den Armen. Was? Ich soll hier einfach geradeaus laufen? Da ist doch gar nix ??? 300 Meter vor mir gähnende Leere, kein einziger Läufer zu sehen, aber die Frau sieht nicht so aus als würde sie Scherze machen. Wie ein willenloses Schaf laufe ich also geradeaus, auch wenn ich der Sache nicht traue. Es ist wie wenn Du im Kino sitzt und der Film reißt, oder wie wenn man nach einem langen Tunnel wieder ins Licht hinaus fährt. ZACK. Innerhalb von 50 Metern bin ich aus dem Gewummer und der Party draußen und in der Einsamkeit eines Landschaftslaufs. Rechts die Donau, links verschlafenes Ulm, nur hinter mir sanfte leiser werdende Bässe. Würde da nicht das Kilometerschild mit der 20 stehen, wär ich echt verunsichert.

Hinter mir kommen noch welche, denen geht es ähnlich, die gucken ganz bedröppelt. Wir müssen uns erstmal wieder zurecht finden. Es geht nun so knapp 3 km die Donau hinauf bis zu einem Wendepunkt (von dort aus 200 Meter Luftlinie zu unserem Auto), und dann wieder hinunter. Es kommen einige wenige ganz schnelle Läufer entgegen, die Spitze ist schon durch, aber hier sind die führenden 3 Frauen, jeweils mit Begleitradler. Kurz dahinter kommt der 3:30 Ballon mit Anja, die mir immer noch winkt. Für Anja ist es heute eigentlich viel zu kalt, deshalb bin ich froh, dass sie noch gut dabei ist. Lass laufen.

Mir geht’s immer noch gut, aber FLIEGEN nähert sich schon so langsam seinem Ende. Mal sehen was danach kommt. Über den Halbmarathon gehe ich in der sensationellen Zeit von 1:47,37 – das ist eindeutig rekordverdächtig. Nebenbei auch der schnellste Halbmarathon dieses Jahr überhaupt. Auf dem Rückweg hinter dem Wendepunkt sehe ich Bernd und Gerhard und viele sehr gute Läufer, vor allem sehr gute Frauen, die hinter mir sind. Oh meine Güte, wenn die mich dann alle überholen? Auch der 3:45 Ballon ist irgendwann zu sehen, aber noch ziemlich weit hinter mir. Das ist gut, denn es killt meine Moral jedesmal, wenn mich irgendein Zugläufer überholt. Zwar werd ich ja wohl kaum heute unter 3:45 laufen können… oder vielleicht doch?

(Quelle: Sportonline)

Jetzt kostet es schon mehr Energie, die Geschwindigkeit oben zu halten. Bei km 24 oder 25 sind wir wieder dort, wo sich HM und M getrennt haben, nur auf einem höher gelgenen Weg über eine Mauer. Unten ist das HM-Feld immer noch dicht besetzt. Was laufen die? So 2:15 rum? Das sind eigentlich immer noch keine siechen Gestalten. Derart beflügelt laufe ich weiter, in die Südschleife hinein, die immer am Wasser entlang führt. Es ist schön, aber auch total trostlos. Auf der mythischen Königsdisziplin sind die Königstiger jetzt unter sich, wir sind bei km 28 durch und es wird zunehmend schwieriger.

Ich habe keinen Einbruch, werde aber dennoch konstant langsamer. Noch immer bin ich sehr gut auf Kurs in Richtung irgend einer neuen Bestzeit, und da kann ich mich doch jetzt nicht so hängen lassen und das vergeigen? Die Verpflegung ist übrigens genial. In der Ausschreibung stand, dass es alle 5 km ISO und Wasser gibt, und dazwischen auch nochmal Wasser. In Wirklichkeit gibt es an jeder Station Wasser und ISO, und die Stationen liegen sehr dicht aufeinander, jedenfalls viel dichter als 5 km. Seit km 20 gibt es durchgehend Cola, sehr oft auch Bananen und Riegel.

Hier ist absolut nix los, die einzige Unterhaltung bietet der Dauerregen, und der Weg ist auch nicht der Brüller. Fette Pfützen allerorten und so blöde Kieselsteine. Ist bei schönem Wetter sicher alles super idyllisch und bei Hitze unerträglich. Mich frierts aber bloß. Aber die Sani-Dichte ist beeindruckend, gefühlt jeden Kilometer steht ein Sanitätsposten mit mehreren Leuten an der Strecke. Ich hab jedesmal Angst, dass die mich rausnehmen, weil ihnen vielleicht langweilig ist. Bei km 35 kommt das Kloster Wiblingen, das mich als beleuchtete Kulisse beim Nachtlauf sehr beeindruckt hat. Doch bis dahin ist es noch verdammt weit. Ich möchte gern nachlassen. Kati, verkack das jetzt nicht !!! reiß Dich zusammen !

Es klappt. Auf die Uhr schau ich schon gar nicht. Meine schlimmsten Kilometer im Marathon sind immer zwischen 22 und 32, und dafür bin ich jetzt noch gut beisammen, da braucht’s keine Uhr. Nur bei 32 möchte ich mal auf die Zeit umschalten, doch leider scheint der Garfield komplett unter Wasser zu stehen und reagiert nicht mehr auf Knopfdruck. Etwas später geht es dann, und ich bin bei 2:48. Für eine Bestzeit muss ich jetzt im 5:30er Schnitt weiterlaufen um auf der sicheren Seite zu sein. Das ist schwierig, aber fühlt sich noch machbar an, zumal die Müdigkeit nur linear zunimmt.

Die Strecke ist immer noch furchtbar öde und absolut nix los. Vor mir ist es ausgestorben, hinter mir sind allerdings noch welche. Bestimmt kommt jetzt bald Bernd und der 3:45 Ballon. Vom Ballon ist noch nix zu sehen, und so beschließ ich mal, den nicht vor km 37 vorbei zu lassen. Nur so für die Moral. Dann dreh ich mich aber auch nicht mehr um, keine Kraft mehr für Spirenzchen. Das Kloster Wiblingen ist schnell durchlaufen, man läuft dort hinaus, wo man beim Nachtlauf hinein läuft. Die Wasserstation ist draußen, wie schade. Haben sie wohl nimmer genehmigt bekommen.

So jetzt sind es noch 7 km, das heißt, vielleicht noch 4 in der Ödnis und dann müsste doch eigentlich auf dem Weg zurück in die Stadt so langsam wieder mal irgendwas los sein, was einen aus der Lethargie reißt. Doch nach einigen Metern kommt das Schlimmste: Wir biegen auf den Illerdamm ab. Hölle. Hier geht es ewig geradeaus, und auf dieser Strecke wollte ich beim Nachtlauf schon zweimal sterben. Der Weg ist schmal und ich schlurfe nur noch so dahin. Hinter mir schlurft jemand im Gleichschritt. Es gibt viele Pfützen und auch viel Dreck. Meine Güte ist das verdammt trostlos hier, was machen wir hier, was soll der Quatsch – kann mir doch keiner sagen, dass hier noch jemand Spaß hat? KATI  VERKACK  DAS  JETZT  NICHT !!!Meine Kilometerzeiten bewegen sich irgendwo zwischen 5:17 und 5:55, aber ungleichmäßig.

Ich kann nix mehr ausrechnen oder hochrechnen oder die Uhr hin- und herschalten, mir ist alles egal. Bei km 39 hab ich einen km mit 6:05, das ist nix, muss wieder schneller werden. Ich weiß dass ich noch schnell genug für eine Bestzeit bin, eine 3:46 müsste es gefühlt so werden. Dass der Zugläufer noch hinter mir ist, ist mir wurscht. Vielleicht läuft der ja 3:50.

Auf den letzten Kilometern kommen noch ein paar mordsmäßige Schikanen. Ein Stück müssen wir neben dem Weg laufen, da der nur noch aus Matsch besteht. Durch ein paar tiefe Pfützen müssen wir mittendurch. Dann gibt es so kleine Steigungen, die aber wie der Mount Everest aussehen. Und jetzt noch so ein beknackter Kiesweg, auf dem einem die Füße wegrutschen. Frisch geschottert mit 4 cm großen Kieseln. Danke nein.Ich will nicht mehr. Km 40 und ich bin tot und keine Motivation in Sicht.

Mich überholen auf einmal ganz viele Frauen, aber keine Männer. Was bitte ist das jetzt? Bei km 41 sind wir durch. Kati  REISS  DICH  ZUSAMMEN, nur noch 6 Minuten !!! Ein netter Läufer muntert mich noch ein bißchen auf, gleich sind wir da. Vorne ist das Münster zu sehen, aber wir sind irgendwo hinter einem SBahn-Bahnhof oder sowas, total hässlich und nix los. Soll das etwa der letzte Kilometer eines Stadtmarathons sein? Nicht zu fassen. Flatterband markiert die Strecke, aber keine Menschenseele weit und breit. Das km 42 Schild kommt und kommt nicht.

Nun geht es durch eine Einkaufsstraße, hier sind Menschen, aber nicht viel Stimmung. Vom Münsterplatz hört man es wummern. Endlich. Da. Zuschauer hinter Absperrgittern. Ein Bogen. Aber keine Zeitmatte darunter? Wie weit ist es denn noch, ich kann nimmer !!! Rechts neben mir ist noch eine separate Spur, auf der gerade ein wahnsinnig schneller Mensch einen wahnsinnig schnellen Endspurt ansetzt. Das ist einer der Führenden aus dem 10-km-Lauf, aber da ich nix vom 10-km-Lauf weiß, bin ich voll verwirrt. Oh mein Gott müssen wir etwa noch eine ganze Stadionrunde um das Münster laufen, bevor es ins Ziel geht?

(Quelle: Südwestpresse)
ich bin der Zwerg in Rot ganz hinten

Nein müssen wir nicht, 100 Meter weiter vorne ist der Zielbogen, dort läuft eine Uhr, auf meiner Seite liegen die Messmatten, dahinter ist Schluß. Die Uhr springt auf 3:46 als ich durchlaufe, aber das ist natürlich die Bruttozeit. Oh mein Gott ich bin schneller als 3:46?

Der Garmin zeigt 3:43,43 und ich kann es gar nicht glauben. Was das? Was mach ich jetzt? Vor 10 Sekunden ging es noch ums nackte Überleben und – äh ja ich sollte mich freuen gell? An der Seite steht einer, den ich von unterwegs kenne und der gratuliert mir und hopft mit mir im Kreis herum. Offensichtlich denkt er nicht, dass ich total bekloppt bin. So jetzt schnell weiter zur Medaille und zur Verpflegung. Es ist schnatterkalt, lang kann ich mich da nicht aufhalten, die Klamotten sind immer noch patschnass.

(Quelle: Sportonline)

Ein paar Minuten später treffe ich den 3:45-Mann. Axel heißt er und ist echt nett. Ich erkläre ihm, dass ich ihm jetzt irgend eine Trophäe abnehmen muss, weil ich ihn besiegt habe. Der versteht das und gibt mir dies hier:

Ich laufe damit vom Platz wie Old Shatterhand mit seinem ersten Bärenfell, kein Witz. Der Kleiderwagen ist auch schnell gefunden, nur das Bantleon Zelt im Firmenareal nicht. Dafür krieg ich beim Uni-Stand Asyl und kann mir schnell ein paar trockene T-Shirts übereinander anziehen. Dann beginnt das große Suchen nach Anja und Bernd. Stunden später sitzen wir dann zusammen in dem von Bantleon gemieteten Café und wärmen uns auf. Da wollen wir auch gar nimmer weg, denn jetzt müssen wir zu Fuß zurück zum Auto. Im strömenden Regen, 3 km die Begegnungsstrecke ab km 20 flußaufwärts. Mich juckt heut nix mehr 🙂

Statistik: Platz 11/26 AK, 30/97 Frauen, 296/642 gesamt. Kannst nich meckern 🙂

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12 Antworten zu Einstein Marathon Ulm – 18.9.2011

  1. Axel Ott schreibt:

    Hallo Kati,

    herzlichen Glückwunsch, bei gutem Wetter kann jede laufen,

    Gruß Axel

  2. Schauläufer schreibt:

    Heilandsack, da bisch ja saumäßig schnell gloffa, Mädle. Hasch’s ganz schee laufa lasse. Desch isch doch net gsond :-))) Geb’s zu du wolltest bloß möglichst schnell fertig sein und ins trockene kommen. Und i han denkt für dich gilt: Schnell kann jeder, aber lang net. Mannmannmann, goaht die ab wie dar Blitz. Bisch so richtig heimlich, oheimlich.

    Keep on running
    Grüssle Klaus

  3. Birgit F schreibt:

    Mensch Kathi
    ich bin vom lesen ganz platt.
    So ein Tempo bei der unebenen Strecke. Wie wird das erst in Frankfurt?

    Nur am Wetter solltest du vielleicht noch arbeiten.

    Grüße von Birgit

    • Kati schreibt:

      nach Frankfurt geh ich perfekt vorbereitet und 100% ausgeruht, es wird 12 leicht sonnige und absolut windfreie Grad haben, ich kann vom ersten Kilometer an frei laufen und auch sonst ist alles bestens, und dann lauf ich 4:08 oder sowas 🙂 Wie immer halt

  4. Sabine schreibt:

    YIPPPPPIIEEEEEE!!!!! SUPER!!! Hast es geschafft – was für eine tolle Zeit! Ich freu mich ganz riesig für Dich und drück Dich einfach virtuell gaaanz fest zur Gratulation!! (und mach sogar eine 1-Frau-Welle…) Du bist mein Marathon-Ultra-Berglauf-Vorbild!
    Ganz liebe Grüße aus Wien im Starkregen!
    Sabine

  5. thommy schreibt:

    Schon komisch,wie schnell Frauen laufen können,damit der Regen nicht die Frisur vermatscht…^^

    Glückwunsch zur PB,Große!!!!!!

  6. Philipp schreibt:

    hm – meinen Kommtar vom Handy hat es geschluckt. Seh ich jetzt erst. Also nochmal:

    Genial, super, Glückwunsch!

    Die sub 3:40 in Frankfurt sind ja somit für Dich fest gebucht!

    Gruß

    Philipp

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