lesen statt laufen (18) – Ian McEwan: Der Zementgarten

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„Bei dem Versuch, den häuslichen Garten zu zementieren, überanstrengt sich der Vater und stirbt an einem Herzinfarkt. Jack, den vor allem seine gerade erwachende Sexualität beschäftigt, ist von dem Wunsch getrieben, eine engere Beziehung zu seiner Mutter aufzubauen, scheitert jedoch an seiner eigenen Indifferenz. An seinem 15. Geburtstag stirbt die Mutter nach einer längeren Krankheit, so dass die vier Kinder fortan auf sich allein gestellt sind. Aus Angst, von den Behörden getrennt zu werden, verschweigen sie ihre Situation und zementieren die Leiche in einer Kiste im Keller ein. Da gerade die Zeit der Sommerferien begonnen hat, reduzieren sich die ohnehin spärlichen Außenkontakte auf ein Minimun. Doch nicht nur die Gruppe kapselt sich immer mehr von ihrer Umgebung ab, auch jeder Einzelne ist in zunehmendem Maße der Isolation ausgesetzt.“ – Amazon

abgefahren. Schon nach der Lektüre von Abbitte dürfte eigentlich klar sein, dass Herr McEwan nur vermeintlich an der Oberfläche dahin erzählt, und dass seine harmlos gestrickten Szenarien im nächsten Halbsatz komplett ins morbid Makabere kippen und extrem abgleiten können. Der Wahnsinn lauert hinter jeder Ecke, und meist kann er sich ungehindert und vor allem unspektakulär entfalten.

Dass Leichen im Keller eingemauert werden, das ist nun wirklich nicht neu *gähn* – meist sind es aber Mordopfer, die verschwinden müssen, und nicht Mütter, um die keiner trauert. Die Selbstverständlichkeit der Problemlösung und die totale Emotionslosigkeit sind geradezu bestechend. Der Spannungsbogen baut sich auf, während Mutti im Keller vor sich hin modert und der Zement immer mehr Risse bekommt. Es geht jedoch nicht darum, dass am Ende des Buches Entdeckung lauert und schon gar nicht darum, was dann passiert.

Ein echt abgefahrener Plot, Prädikat: Extra.

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