lesen statt laufen (15) – Philip Roth: Nemesis

guckstdu hier bei Amazon

Einen Philip Roth kann man immer lesen. Und so hab ich dieses Buch angefangen, ohne mich um die Bedeutung des Titels oder um das Erscheinungsjahr zu kümmern. Die Handlung spielt in den 1930er Jahren und wird aus der Perspektive einer der Rand-Rand-Randfiguren erzählt, was der Leser aber nur kurz mal in einem vermeintlich achtlos dahingeworfenen Nebensatz erfährt. Wird der Protagonist anfangs  noch konsequent als „Herr Cantor“ bezeichnet, so schleicht sich, hat man ihn näher kennen gelernt, der Name „Bucky“ ein. Ein sehr spannend gemachter Perspektivenwechsel erfolgt auf den letzten Seiten, in denen die Rand-Rand-Randfigur plötzlich in den 1970er Jahren wieder sehr plakativ als Erzähler auftaucht, und innerhalb weniger Zeilen eine komplette sozialpsychologische Analyse präsentiert. Ein krasser Abschluss für ein Buch, das mit einer fast nicht auszuhaltenden gutmenschlichen Schilderung des klassischen amerikanischen Idylls und Helden begann.

Nemesis, die Göttin der Rache, kann erbarmungslos zuschlagen, weil die Hauptfigur es ihr erlaubt. Interessant wäre zu erfahren, was Herrn Roth im Jahr 2010 zu diesem Stoff inspiriert hat.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter lesen statt laufen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s