Bieler Lauftage, 100 km – 17./18.6.2011


www.100km.ch

Untertitel: Die Nacht der Nächte – Der Alptraum der Alpträume

Vieles unterscheidet mich vom Ultraläufer. Und deshalb bin ich auch nicht furchtlos und mutig, sondern ein Weichei mit Angst um seine Fönfrisur. Den Spruch mit dem Wetter und der unpassenden Kleidung, den hat jemand erfunden der mich nicht versteht.

Ich will einmal im Leben diese 100 km laufen, und „einmal im Leben“ ist heute. Ich bin bereit. Alles was in meiner Macht liegt passt, auch wenn das bei sonem Lauf alles andere als eine Garantie ist. Nur, was wenn es wirklich so schüttet wie der Wetterbericht ansagt? Nämlich die ganze Nacht hindurch, ohne Pause, und aus Kübeln? Auf der ersten Streckenhälfte 11 Liter, auf der zweiten nochmal 9? Dieter meint lakonisch „Ha dann werdmer halt nass.“ Er will auf jeden Fall ins Ziel kommen und gibt mir noch schnell den Tipp mit dem Gehwohl. Der ist zwar nicht neu, aber vergessen hätt ich’s trotzdem. Bei km 75 soll er mich retten.

Ich fahre nach Biel. Pünktlich ab der Grenze regnet es. Beim Festzelt angekommen schüttet es bereits so, dass man für 20 Meter den Schirm braucht. Das hat alles keinen Sinn, das höchste was ich mir unter diesen Bedingungen grad noch vorstellen kann ist vielleicht ein HM, den man schlotternd halt irgendwie ins Ziel bringt. Aber die ganze Nacht durch? Unterkühlt und aufgeweicht, keine Haut mehr an den Füßen, stundenlang den Regen im Gesicht und im Kragen und das alles noch bei Finsternis? Nicht ich…

Das halbe Festzelt steht auch schon unter Wasser und so richtig wirtlich ist es da nicht. Der Boden ist mit Rindenmulch ausgestreut, das mit dem Regen entstehende Gemisch mag ich nicht an den Schuhen haben. Es riecht mir auch zu rustikal. Es gibt einen Umkleide- und Ruhebereich, der scheint aber frei einsehbar von allen Seiten und nicht nach Männlein und Weiblein getrennt. (Andere Umkleiden gibt es irgendwo auch noch, sehe ich aber nicht.) Nicht so attraktiv. Auf den Sitzbänken liegen schon welche und versuchen zu schlafen. Die Stimmung ist ziemlich gedrückt, viel gemurmeltes Fachsimpeln ist zu hören, auch die Begleitpersonen machen lange Gesichter. Die können sich auch was Besseres vorstellen. Allerdings scheint keiner daran zu denken, dass man ja einfach auch NICHT starten könnte. Wetter ist Schicksal, und gegen Schicksal kann man nix machen. Schicksal trennt die Spreu vom Weizen, aber wenn ich mich so umsehe, da sitzt keine Spreu herum. Was hab ich hier verloren zum Teufel?

Schnell Formalitäten erledigt und dann Biwak im Kofferraum. Die Kamera muss hierbleiben, zuviel Stress. Wenn ich das schaffen will, dann keine Nebenkriegsschauplätze. Ich packe den ganzen Notfall-Rucksack wieder aus und stopfe mir alles in die Taschen der Jacke, von der ich sicher bin, dass ich sie eh nicht anziehen werde, weil es bestimmt viel zu warm ist. Noch hat es nämlich 15 Grad und ist recht dämpfig. Andrerseits, bei Dauerregen nur im Hemd? auch nix. Hinterher werde ich alles, was in den Taschen ist, komplett aufgebraucht und nichts Unnötiges mitgenommen haben. Für den Weltmeister der Vorratshaltung keine schlechte Bilanz.

Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht besser gleich nach Hause fahre. Das macht alles keinen Sinn, und wenn ich überhaupt durchkommen will, dann brauche ich absolut optimale Bedingungen. Selbst dann ist es noch hart genug und ich weiß nicht, wie es mir unterwegs geht. Erschwerende Faktoren – egal welcher Art – und ich kann das vergessen. Ich rufe mal Martin an um mir noch ein wenig Zuspruch zu holen, doch der meint nur „Komm nach Hause, das kann doch keinen Spaß machen!“ Ähm ja.

Der Regen hört eine Stunde vor dem Start (22:00) mal kurz auf, was toll ist, so kann ich ein wenig der sagenumwobenen Biel-Atmosphäre zumindest erahnen. Die Stadtrunde ist toll, sehr schöne Kulisse und viel los. Doch es regnet schon wieder ab km 1. Bei km 5 schüttet es bereits so, dass ich freiwillig die Jacke anziehe und die Basecap aufsetze, es hat auch schon merklich abgekühlt. Ich wette, niemand von Euch hat mich jemals mit einer MÜTZE laufen sehen, jedenfalls nicht im Sommer. Es kachelt. Bei km 10 bin ich nass bis auf die Haut. Bei km 17 rum laufen wir über die berühmte Holzbrücke, dort haben sich massenweise Zuschauer untergestellt. Ein paar Bilder davon gibts bei Laufreport, falls Ihr mal sehen wollt, WIE nass nass ist.


(Quelle: Alphafotos)

Es geht über dunkle Feldwege, auf denen Wasser und Matsch stehen. patsch patsch patsch. Man muss ziemlich viel Kraft für’s Pfützenspringen aufwenden, Laufrhythmus Fehlanzeige. Mir fällt auf, dass kaum jemand eine Stirnlampe trägt. Dunkel genug wär’s aber. In Ulm trägt jeder eine.

Schon seit einiger Zeit haben wir HM-Nordic-Walker, HM-Läufer und Marathonläufer der etwas langsameren Kategorie vor uns. Versteh ich nicht. Die starten regulär 15 Min nach uns und drehen dann nochmal eine extra Stadtrunde. So dass wir eigentlich nur die Schnelleren sehen dürften, die auf uns auflaufen, nicht umgekehrt. Viele viele Stunden später ergibt sich auf dem Parkplatz ein Schwätzchen mit dem außerordentlich netten OK-Chef Jakob Etter. Völlig zerknirscht erzählt er mir, dass die Läufer versehentlich an einer Schlüsselstelle falsch geleitet wurden, und deshalb bei beiden Distanzen 7,5 km fehlen. Ui. Dass auch den Schweizern sowas mal passiert, find ich lustig. Hauptsache nicht auf meiner Strecke 😉 Wen’s erwischt hat, der bekommt einen Freistart in 2012 – bei dem Sauwetter eigentlich kein schlechter Tausch.

Jedenfalls. Ich kann wenig vom Lauf berichten, es ist kuhnacht, von der Schweiz sehe ich nicht viel, und als es hell wird, hätten wir auch im Schwarzwald oder Allgäu sein können. So durch den Nebel nehme ich hin und wieder sehr große und sehr schöne und sehr alte Häuser wahr, kann aber keine Energie ans Herumschauen verschwenden. Schon bei km 20 rum ist die Lage eigentlich total hoffnungslos, und es wird nicht besser. Üble Regengüsse mit kaltem Wind wechseln sich mit seichtem etwas wärmerem Regen ab. Ein- oder zweimal auf der zweiten Hälfte ist es auch für eine halbe Stunde trocken, die Klamotten bleiben aber  nass, und dann kommt gleich der nächste Guss. Bleibst Du an der VP stehen, kühlst Du sofort aus. Die durchnässten Lumpen mit hochwertigen Markennamen kleben wie Klarsichtfolie am Körper und ziehen kilowattweise Energie ab. Ich will auch gar nicht erzählen, wo das überall reibt. Die Muskulatur ist arg beansprucht, viel Konzentration und kontrollierte Bewegung ist gefragt, alles will gut überlegt sein und diese Anspannung kostet zusätzlich Kraft, ausrutschen sollte man besser nicht. Krämpfe sind quasi vorprogrammiert, ich spüre meinen ganzen Körper langsam von der Kälte steif werden. Ein lockeres unbekümmertes Dahintraben durch die laue Sommernacht, so wie letztes Jahr die ersten 50 km in Ulm, davon kannst heut nur träumen. Schon bei km 25 fühle ich mich gar nicht mehr gut, ich spüre auch die Uhrzeit und möchte am liebsten SCHLAFEN. Aber: Rausgehen ist keine Option, irgendwann ist heute.

  der Garmin-Beweis. Die ersten paar km fehlen mangels GPS-Empfang

Bei km 27 halten 2 Leute ein Plakat mit der Aufschrift „nur noch 73 km“. Ich brauche eine andere Strategie, das ist alles nicht mehr überschaubar. Zeitweise gelingt es mir sogar, die Restdistanz auszublenden und nur noch bis zum nächsten km zu denken. patsch patsch patsch. So schleppe ich mich bis km 50, dann fällt mir was Neues auf: Die Distanz wird alle 5 km angezeigt, jeweils dazwischen ist eine VP. Also schleppe ich mich von der VP zum km-Schild und von dort weiter bis zur nächsten VP, das ist ne super Motivation, die Teilabschnitte von 2 und 3 Kilometern sind absolut überschaubar. Trotzdem bleibt es total trostlos, und es ist unglaublich, wie lang so zwei, drei Kilometer sein können. Läufer sind noch genug unterwegs, aber kaum einer schwätzt was. Jeder will nur, dass es v-o-r-b-e-i ist.

Die Anstiege kann ich längst nicht mehr laufen, den Rest schon. An manchen Abschnitten peitscht der Regen mit einem Wind daher, dass alle ihre Kappen festhalten müssen. Kein Körnchen ist mehr übrig, jeder Kilometer ist die Selbstüberwindung pur, und nichts läuft rund oder locker oder VON SELBST. Es ist ein absoluter Kraftakt. Die Läufer sind aufgereiht wie an einer Schnur, ich schwimme so an einem ziemlich konstanten Platz im Feld mit und die anderen leiden genauso. Aufgeben ist keine Option. Ich will das Shirt 😉 und das kriegt nur, wer alle Kontroll- und Zielstempel auf der Startnummer vorzeigen kann.

Zuschauer sind verständlicherweise auch nur die ganz hartgesottenen Ehefrauen an der Strecke und ein paar wenige Ehemänner. Der Frauenanteil ist gering. Insgesamt sind 1.600 Starter gemeldet, aber nur 1.015 werden das Ziel erreichen (wieviele angetreten sind weiß ich nicht). Davon sind 154 Frauen – ich bin auf Platz 50 und auf Platz 14/36 in der AK – und 861 Männer. So ist Biel heute wohl nix Besonderes, sondern man rennt bei absoluter Dunkelheit über Asphalt, der überall sein könnte.

Man muss wissen bis wohin man zu weit gehen kann. – Jean Cocteau

Dass es so kalt ist, ist auf der anderen Seite ganz ok für den Kreislauf, aber das System ist fragil und kann schnell kippen. Was, wenn ich nicht mehr heizen kann? Aber die Nahrungsaufnahme klappt, Brot und Cola, Brot und Cola, Brot und Cola, keine Experimente. Die Linzertörtchen sehen gar nicht mal so verlockend aus, und so reicht mir ein einzelner Versuch bei km 60 rum, als der Hungerast sich meldet. Schnell einen halben Riegel hinterher, aber mit Vorsicht. Solange es Nacht ist, ist an den Stationen nicht immer alles friedlich. Bei 1600 Startern wird es da schonmal etwas enger, und kaum einer hat ein nettes Wort übrig. Sind alle mit sich selbst beschäftigt. Die Begleitradler machen es auch nicht grad einfacher. Viele haben ihr Licht auf Stroboskop geschaltet, und das zusätzliche Geflacker in Kombi mit dem Regen ist für mich anstrengend. Viele verhalten sich sehr rücksichtsvoll, andere sind aber unabsichtlich mehr im Weg. Das Feld wird bis zum Schluss so dicht bleiben, dass jemand der zwischen 11 und 13 Stunden läuft, keine Begleitung bräuchte. Vielleicht bin ich auch nur neidisch, aber hätt ich eine Begleitung dabei gehabt, dann hätt ich sicher nicht durchgehalten.

wer jetzt denkt, die übertreibt doch maßlos, der lese mal den Bericht von Joe Kelbel bei Marathon4you. Das sind Leute, die mehr laufen als ich und die so leicht nix draus bringt, und auch die haben gelitten 😉

Bei km 56 ist die Busstation. Elke hat gesagt, da darf man nicht einsteigen, da kühlt man total aus und ist sowieso gelaufen schneller im Ziel, das sei ganz furchtbar. Danke Elke 🙂 Hoch erhobenen Hauptes und mit hängenden Schultern trabe ich mit einem verächtlichen Seitenblick vorbei. So arg viel Platz hat’s da aber nimmer in dem Bus. Ein Läufer sucht seinen Chip. Der Chip ist mit einem lappigen Papierstreifelchen an die Startnummer getackert, die ebenfalls alles andere als wetterfest aussieht. Weil ich die 50 Franken Pfand bei Verlust sparen will, hab ich den gleich mal mit einer Kette aus Sicherheitsnadeln zusätzlich am Shirt befestigt. Punk’s not dead. Beim Suchen finden wir gleich noch eine komplette Startnummer mit Chip, und keine 10 Minuten später baumelt meine auch schon an der Kette. Schwein gehabt. Alles in die Tasche und weiter des unwirtlichen Wegs. – Später höre ich ein paar Geschichten, dass tatsächlich Läufer wegen „unsportlichen Verhaltens“ disqualifiziert wurden, weil sie Chip und/oder Startnummer verloren haben. Keine Ahnung ob es stimmt, aber ohne die Sicherung hätt ich auch dazu gehört.

Der berüchtigte Ho-Chi-Minh-Pfad, ein Teilstück des Emmendamms mit ca 8 Kilometern, geht ganz gut. Für viele ist es der gefürchtetste Streckenabschnitt, es gibt nicht nur Wurzelwerk und Steine, sondern auch tief hängende Äste (bis auf meine Höhe hängen allerdings nicht so viele herunter). Man muss schon sehr konzentriert laufen, und das ist nach einer durchgemachten Nacht nicht so einfach wie sich’s anhört. Aber das Stück Single Trail entspannt die Fußsohlen, die ich eh längst nicht mehr spüre. Matsch hält sich absolut in Grenzen. Die Sonne geht auf und die Vöglein pfeifen, aber ehrlich gesagt, darauf pfeif ich auch. Wenigstens kann die Stirnlampe jetzt runter, die mir schon eine Beule auf die Stirn gedrückt hat 😉 Danach sind wir bei km 64 und es fehlt immer noch fast ein ganzer Marathon.

An der VP merke ich, dass der Pfad doch noch einmal mehr Energie gekostet hat als gedacht, ich spüre einen Spannungsabfall und dann kommt ein tiefes tiefes Formloch. Schnell setze ich mich auf eine Trittleiter und will gar nimmer aufstehen. Mein Magen rebelliert, ich brauch was zu essen, aber ich kann nicht. Na dann bleib ich halt mal sitzen und schaue, was passiert. Aufgeben ist immer noch keine Option, allerdings ist der kritischste Punkt erreicht. Jetzt geht es hü oder hott.

Das Brot bleibt im Magen, und ich kann sogar das Dixi aufsuchen. Das mag sich jetzt nach zuviel Information anhören, ist aber bei so einem Lauf einfach ein gutes Zeichen dafür, dass der Organismus noch nicht völlig streikt. Ich kann mich zum Weiterlaufen aufraffen. Ein Fuß vor den anderen, nur nicht zu schnell wieder anlaufen. Ich kann eigentlich nimmer, bin damit aber in guter Gesellschaft. Die Strecke zieht sich endlos und zäh wie Kaugummi auf irgendwelchen Landstraßen. Los ist überhaupt nix, und man ist einfach müde müde müde, während es von oben immer noch ohne Unterlass gießt. Soviel Wasser kann es doch eigentlich gar nicht geben? „Starkregen“ haben die angesagt, und Starkregen haben wir bekommen. Konsequent auf 100 Kilometern.

(Quelle: Alphaphotos)

Zum Glück kommt bei km 75 Peter, den schickt mir der Himmel. Kurz davor hab ich mir den einzigen Luxus des heutigen Tages gegönnt: Neue Socken und neu eingekremte Füße. Ein rechter Balanceakt, aber ein netter Zuschauer gibt mir Standhilfe und beobachtet fasziniert, wie ich trockene Socken und eine Portion Gehwohl aus der Plastiktüte zaubere. Was Trockenes… himmlisch… Meine Füße sehen aus wie 2 Quallen mit dem Teint einer Wasserleiche, aber es sind noch keine Blasen oder offenen Stellen da, was für ein Geschenk!

Mit Peter passt es gut und die Ablenkung ist meine Rettung. Bei einer der nächsten Stationen steht Manfred, der in den Bus gestiegen ist. So vergeht die Zeit. Nur noch ein lumpiger Halbmarathon, jetzt weiß ich, dass ich es schaffe. Leider hat Peter Knie und kann ab km 91 nur noch gehen, also trennen sich unsere Wege wieder.

Ich will es nur noch hinter mich bringen und laufe die restlichen 9 km ziemlich zügig durch, tatsächlich gibt der Garmin hinterher eine ziemlich gleichmäßige 6:30er-Geschwindigkeit aus. Die Strecke führt schon seit km 80 immer an der Aare entlang, das ist gelinde gesagt extrem eintönig. Doch auf einmal geht es wieder, obwohl schon wieder Regen quer kommt. Merk ich schon gar nimmer. Sammle noch mindestens 15 – 20 Läufer ein, und bin dann ENDLICH bei km 99. Der letzte km zieht sich nochmal endlos, dann kommt der blaue Teppich und mir die Tränen. Ich kann nix machen, ich bin so erschöpft und so stolz… Es gibt Wichtigeres im Leben als Laufen, das ist klar, aber nicht, wenn Du grad bei km 99,8 von 100 bist !!! Im Ziel steht Manfred, der wartet zwar nicht grad auf mich, aber ist trotzdem schön dass einer da ist. Schnell hole ich Medaille und Finisher Shirt ab, umziehen auf dem Parkplatz, kurz nach Hause telefonieren und 20 Minuten nach dem Zieleinlauf bin ich schon auf der Heimfahrt. Dieter kommt 2 Stunden nach mir rein, ziemlich problemlos.

   Zieleinlauf bei 12:38,10
(Quelle: Alphaphotos)

Ich sag Euch was: 100 km ist kein Bambinilauf. Das überlasse ich in Zukunft den Ultraläufern. Ich bin stolz wie Bolle dass ich das mal geschafft hab, aber jetzt NIE WIEDER. ich-schwörs ! (ok, vielleicht wenn der Lauf tagsüber stattfindet und der Schlafmangel nicht dazu kommt, und wenn es durch interessante Gegenden geht…)

und noch ein Leidensbericht

Nachtrag: in vielen Berichten wurden etliche organisatorische Details bös kommentiert. Es stimmt, auch ich hätte in der Schweiz einfach „mehr“ erwartet an Infrastruktur, Service und Sauberkeit, zumal die Startgebühr mit 105 EUR auch nicht grad niedrig und Biel schließlich kein Feld-Wald-und-Wiesen-Lauf ist. Aber Motzen ist immer leichter als selbst machen. Sicher wäre das Gelände am See mit den Zelten bei gutem Wetter richtig toll gewesen, so war’s es halt einfach ganz und gar nicht – einen Plan B hätt man schon haben können. Die Duschen müssen ne Katastrophe gewesen sein – ich hab nicht mal ein HINWEISSCHILD in Richtung Duschen gesehen, war mir aber auch egal, noch ein Tropfen Wasser und ich muss schreien… Im Ziel gab es eine Zielverpflegung, der Stand war aber wegen des Wetters irgendwo weiter hinten unter gebracht, weshalb ihn viele Läufer (ich auch) nicht gesehen haben und sich dann im Zelt eine Zielverpflegung kaufen mussten (wer meine Vorratshaltung kennt, kann sich meinen Kofferraum-Inhalt vorstellen *gg*). Unterwegs die Versorgung an der Strecke war eher üppig, auch wenn ich noch gern Salzstangen und Wasser mit Kohlensäure gehabt hätte. Streckenausschilderung, Streckenposten, Infrastruktur auf der Strecke alles mehr als gut. Die Helfer waren toll, hilfsbereit und fröhlich, für die war es ja auch kein Spaß. Für meine Begriffe war es auf der Laufstrecke gut, die sonstige Infrastruktur aber eher ausreichend bis mangelhaft. Da könnten die Schweizer sich gerne mal am APUT orientieren ;-), so wie ich das jetzt erlebt habe, kann ich Biel nicht als Veranstaltung auf dem hohen Niveau wahrnehmen, das gerne beworben wird. Denke aber, da wird sich im nächsten Jahr einiges verbessert haben.

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19 Antworten zu Bieler Lauftage, 100 km – 17./18.6.2011

  1. thommy schreibt:

    Ich verbeug mich,ich knie nieder,und ich zieh den Hut!!!!

    Glückwunsch,da hast echt was ganz großes geleistet!!!!!!

    Was kommt als nächstes?;-)))

    Hoffentlich ein Regenerations-ultra…den hast du dir nun wirklich redlichst verdient!

    LG,thommy

    • Kati schreibt:

      Danke, aber steh Er nur wieder auf, zuviel der Ehre 🙂 Als nächstes kommt der Leonberger Stadtlauf am Samstag. Da werd ich mir die Freiheit nehmen, als ZUSCHAUER an der Strecke zu stehen und mich über schwankende Gestalten zu beömmeln.

      • Volker schreibt:

        Klasse Bericht Kati! Zu den 100KM hab ich ja schon genug gesagt!

        Freu mich schon auf unseren nächsten Lauf, wir sehen uns sicher am Samstag beim Leo Lauf, ich wurde zwangsverpflichtet, werde meine Frau bei ihrem Debüt begleiten.

        Erhole dich gut!

        Gruß Volker

        Ps. sprich Ulm ist für dich gestorben?

      • thommy schreibt:

        Ok,langsam tun mir eh die knie weh…-)))

        Dann sieht man sich Samstag bestimmt,mein Heimspiel…;-)

  2. Tina schreibt:

    Liebe Kati, einfach irre und unvorstellbar!
    Danke fürs Mitnehmen durch deinen Bericht, aber das hat mir -glaube ich- schon gereicht. ;o)

    Und Volker: Grüße an deine Frau, ich wünsche ihr viel Erfolg!!! Finde ich ganz toll. :o)

  3. Annette schreibt:

    Super klasse!!! Hab‘ dir vorhin gemailt!
    Dass du die 100er in Zukunft den Ultras überlassen möchtest.. du bist doch jetzt selbst ’ne frischgebackene Ultröse, die was Hammerstarkes geleistet hat! Respekt, wie du dich durch den Dauerregen gekämpft hattest!

    In den letzten beiden Jahren hatten wir richtig Glück mit dem Wetter gehabt! O.k., letztes Jahr war’s
    beim Start recht schwül, was auch einigen Läufern nicht behagt hatte. Doch der nächste Morgen war dafür schön kühl. Vorletztes Jahr war’s abends und nachts sehr angenehm, dafür war es schon morgens um 8:00 Uhr sehr warm. Nachts duftete es nach Heu, hie und da blökte ein Schaf, dort bimmelte eine Kuhglocke und immer wieder durchbrachen Läuferbäuerchen und -fürze die Stille der Nacht.. Dann das Dschungelcamp-Feeling auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad! Die Aare-km sind bei jedem Wetter öde, denn bei km 85 sehnt sich jeder „normale“ Mensch das Ziel herbei! 😉 Schlaf‘ also nochmals darüber!

    Werner Sonntag schreibt übrigens in seinen „Bieler Juninächten“, dass in Biel wettertechnisch alles von 5 – 35°C drin liegt! So ein Regenlauf wie dieses Jahr gab’s wohl schon einmal.

    Frohes Regenerieren und halte dir das Shirt in Ehren!

    Annette 🙂

    • Kati schreibt:

      🙂 ich gedenke das abzutragen, bis es mir in Fetzen vom Leib fällt 😉 Ja, vor 25 Jahren war schonmal so ein Wetter. — ok ich denk mal drüber nach, aber nicht mehr dieses Jahr. Leipzig wär ja noch ganz nett 🙂

  4. Gitti schreibt:

    Genialer Bericht, man leidet richtig mit! Dies erinnert mich an meinen Berglauf in Arosa, auch bei so einem S..wetter!
    Geniale Leistung, schreib bitte auch was für den GAZ. Am besten mit einem Foto von dir und Dieter.
    Erhol dich gut und bring das Shirt in den Lauftreff

  5. schauläufer schreibt:

    Klasse gemach Kati,

    und beim nächsten Mal hast du 3Wetter Taft dabei. Und die Frisur sitzt. Seit ich meine Haarpracht offen tragen kann bin ich natürlich der volle Fachmann für die perfekte Fön(wasser)welle, Hahaha. Bei mir als Blindschleiche der keine Contacters hat tauchen (Nomen est omen) da ganz andere Problemchen auf. Deshalb renne ich auch immer mit diesen tollen (unaufälligen, Hihi) Sonnencaps durch die Gegend.

    Grüssle und erhol dich dich gut.
    P.S. Bei deinem Burgenläufle warst du ja in netter Gesellschaft. Schön das wir dich auch drüben bei uns Berg- und Lanschaftsläufern begrüßen durften. Und: Der Berg liebt dich am 09.07.(Daumen hoch) Willst du eigentlich mit dem Holle bis zum Gornergrat? (Neid)

    • Kati schreibt:

      hi Klaus, ja, beim Gornergrat hab ich ganz-oder-gar-nicht gemeldet. Rausgehen kann man immer noch. Allerdings wird der Holle schon wieder geduscht beim Cappu sitzen, wenn ich je da oben ankomme. Das Brillenproblem musst Du mal mit Horst diskutieren 😉

  6. Niko schreibt:

    Liebe Kati,

    meine absolute Hochachtung vor Deiner Leistung. Unter Anbetracht der Bedingungen fehlen mir die Worte!!!
    Ich verneige mich vor Dir und Deiner „übermenschlichen“ Willensstärke.

    Übrigens, sag niemals nie 😉
    Ich suche noch eine Laufbegleitung für den 1. Advent 😉

    Grüßle
    Niko

    • Kati schreibt:

      sehr schmeichelhaft mein Lieber, aber fast zuviel des Guten. 1. Advent, watt-issn-da? Adventmarathon bad arolsen? der hat aber keine 100, oder?

  7. Birgit Fender schreibt:

    Hallo Kathi
    Große Hochachtung vor Deiner Leistung. Wir haben hier auf Lanzarote gerade das Gegenteil.

    Bleibts bei Ulm?
    Viele Grüße von Birgit und Norbert

  8. Jörg schreibt:

    Gratulation zum Durchhalten. Mich graust es regelrecht, wenn ich die Berichte von diesem Jahr lese. Letztes Jahr im Trockenen hatte ich Biel als großes Erlebnis empfunden. Ob ich dieses Jahr im Ziel angekommen wäre, weiß ich nicht.

    Jörg

    P.S. einen schönen Blog hast du

  9. Ingrid schreibt:

    Boah, ich bin ja sowas von sprachlos!
    Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für den tollen Bericht!
    Ich bestell dir für den APUT extra angenehmes Wetter: nicht zu warm, leicht bewölkt, trockener Boden, wenig Kühe, vielleicht ein bißchen Nieselregen und ich werde dich unterwegs anfeuern!
    Grüssle und viel SPaß heut abend in Leonberg *snieff*
    Ingrid

    • Kati schreibt:

      danke 🙂 für das Wetter 🙂 bin der Meinung, dass ich mir das verdient habe – die restliche Saison bitte nur noch blendendes Wetter beim Laufen. achja, Blick aus dem Fenster, dichter werdende Regenwolken. Gehe jetzt mal meinen Mann nachmelden, der fährt aber im Moment noch seit Stunden Rennrad *kein*Kommentar*

  10. Sabine schreibt:

    Wow, ich bin schwer beeindruckt. Gratulation und Respekt! Wie kann man nur sooo viele Wettbewerbe laufen und soolche Distanzen absolvieren?!? Unfassbar und genial! Mach weiter so – Deine Berichte sind wunderbar zu lesen!
    lg aus Wien
    Sabine

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