Challenge Kraichgau – Olympische Distanz – 5.6.2011

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Kraichgau. Olympische Distanz (1,5 – 40 – 10). Ich habe nur EIN Ziel: Nicht vom Rad fallen. Alles andere ist mir wurscht.


hier ein paar „Impressionen“, Diashow läuft 2:30 Min. Leider hat der Fotodienst nicht wirklich was von der Strecke geliefert 😦

Angefangen hat der Kraichgau dieses Jahr so, wie er sonst immer endet, nämlich mit einem Gewitter, das im Nachbarkaff herniedergeht. Bis 13 Uhr ist das Wetter bombig, dann zieht eine schwarze Wand auf. Nebst stärkerer Windentwicklung ist die Chance groß, dass Blitz und Donner auch den See erleuchten werden. So wird das Rennen kurzfristig um 15:10 Uhr gestartet statt um 14:00 Uhr. Die Abstände der 4 Startwellen werden von 15 auf 5 Minuten verkürzt. Nachteil 1: Es wird auf der Radstrecke verdammt eng im Feld und einige Probanden (größtenteils Herren) haben durch die Verzögerung schon erhebliche Stimmungsverluste erlitten und sind bereit zum fight… Nachteil 2: BEVOR der Veranstalter sich entscheidet, das Rennen zu verschieben, treibt bereits die erste Startwelle, die mit den roten Badekappen, seit geschlagenen 15 Minuten auf den Startschuß wartend im Wasser herum. Hätt man die dann auch pünktlich starten lassen, wären sie schon wieder draußen gewesen, bevor es überhaupt gewittert. Aber kann man ja nicht wissen. Nachteil 3: Ich habe natürlich sone rote Badekappe.

Also wieder raus aus den Kartoffeln und sich über eine Stunde an Land herum getrieben, in dem nassen Fummel. After Race Beutel mit Handtuch natürlich schon weg, ist klar, ist ja alles blendend organisiert dort und klappt wie am Schnürchen. Wer jetzt denkt, so ein Neopren hält doch schön warm, der irrt. Meine Hände und Füße sind blau gefroren. Die Informationspolitik aber funktioniert, wir werden vom Sprecher alle 5 Minuten über den neuesten Stand unterrichtet. Der meistens lautet, man wisse noch nicht und würde beobachten. Unweit entfernt blitzt und donnert es, und das Gewitter kommt auch näher, aber zum Glück fängt es nur leicht an zu regnen. Recht schnell kommt dann aber auch die Zeitansage, für die eine Entscheidung versprochen wird, und die wird dann auch eingehalten. Alles in allem korrekt, aber trotzdem halt irgendwie blöd.

Um 14 Uhr heißt es, die erste Startwelle startet in 5 Minuten. Also schnell schlotternd zurück in das inzwischen gefühlt nicht wirklich warme Wasser. Kaum losgeschwommen, geht das Gedresche auch schon los. Zuerst ein fester Kinnhaken, dann ein harter Schlag aufs Ohr, einer schiebt mich einfach zur Seite, und überhaupt. Immer Männer, elende Grobmotoriker (bitte, nicht alle). Nächstes Problem, die Orientierung. Es gibt eine leuchtend rot-orange Boje, irgendwo ganz dahinten am Horizont. Nur blöd, wenn um einen herum lauter rote Bademützen schwimmen. Wo ist die verfluchte Boje ???

Mir ists schnatterkalt und ich nehme mich dann einfach zurück und schwimme ohne Kraftanstrengung. 27 Minuten für 1,5 km, ist nicht wirklich gelungen… egal. Uhr habe ich eh keine an, denn das Ziel lautet ja, nicht vom Rad zu fallen. Und nicht, möglichst schnell nicht vom Rad zu fallen. Am Ende der Strecke bin ich einigermaßen aufgetaut und hätt gern noch ne Runde drangehängt. Von mir aus auch zwei oder drei, Hauptsache nicht Radfahren.

In der Wechselzone regnet es, alles am Rad ist nass und kalt und rutschig. Alles unterm Rad auch. Der Triathlonanzug fühlt sich eklig an und trocknet nicht, die ersten Kilometer friert’s mich richtig. Das Gefühl wird auch von der Tatsache nicht besser, dass der blöde Anzug S ist und ich M, und dass ich auf dem Rad sitze wie ein fettes Grillwürstchen. Ganz rechts fahren geht auch nicht, wegen Straßenschäden und Pfützen. Während so die ganzen aerodynamisch behelmten 5.000-EUR-Radbesitzer tiefergelegt und surrend an mir vorbeipfeifen, fühle ich mich mit Mountainbike, Aldihelm und Laufschuhen schrecklich fehl am Platz. Aber egal, das vergeht, das kenn ich schon, immer dasselbe.

Ich radle die 42,5 km halt so runter und bremse gewissenhaft bergab auf maximal 40 km/h, denn mehr hab ich einfach nicht im Griff. Die Berge fallen mir leichter als vor 2 Jahren. Ab km 15 ist die Straße wieder trocken, und langsam bessert sich das Wetter. Martin überholt mich bei km 31, hat wohl mal wieder beim Schwimmen getrödelt. Was ich ja total liebenswert finde: Er schämt sich nicht für mich, sondern behauptet standhaft, auf mich stolz zu sein. Ganz großes Kino. – Naja, das muss man mental auch erstmal wegstecken, dass die Konkurrenz an einem vorbeifährt als sei man ein Zuschauer. Ehrlich, ich sehe ungefähr 500 Rückansichten. Eine einzige Frau kann ich überholen. Bei km 28 sichte ich den Besenradler, der mir mit 10 km Rückstand entgegen kommt. Da sind tatsächlich immer noch etliche unterwegs, der wird mich also nimmer kriegen, ich bin in Sicherheit. Bei vielen, die mich so ab km 25 überrollen, unterstelle ich ganz deutlich den Materialvorteil. Die hocken nicht auf einem 14-Kilo-Mountainbike. Nach 1:54 schnell auf die Laufstrecke.

Jetzt kommen die härtesten 10 km des ganzen Jahres. Inzwischen ist’s auch wieder gut warm. Schnell laufen kannst vergessen, der Kreislauf und die Beine arbeiten nicht zusammen, und verdammt, warum ziehe ich die Knie jetzt so hoch? Die Bewegung will einfach nicht kommen… Es sind 2 Runden à 5 km zu laufen, und in der zweiten wird es besser. Martin hat etwas mehr als einen km Vorsprung, wir treffen uns in jeder Schleife, und der Abstand bleibt gleich, obwohl ich noch das Toilettenwägelchen inspiziere und mit den Jungs an der VP ein wenig Blödsinn mache 😉 *hihi*.

Auf der ganzen Strecke überholen mich nur 2 Personen, ich dafür gefühlt alle anderen. Viele können gar nicht mehr. Bei mir geht’s ganz gut, solang ich nicht versuche, schnell zu laufen.

Die Zeitmessung gibt an, dass ich 53:34 gelaufen bin, nachgemessen hab ich’s nicht, aber 5:20er-Schnitt kann das eigentlich nicht gewesen sein. Also ergo ergibt eine Zielzeit von 3:21 – vor 2 Jahren hatte ich 3:22 in einer ganz ähnlichen Zusammensetzung. Damit gewinnt man weiß Gott keinen Blumentopf, aber für jemanden, der nicht Radfahren kann, find ich das voll ok. Und ich bin nicht runtergefallen 😉

Unterm Strich: War der Kraichgau wieder mal richtig super. Eine perfekt organisierte Veranstaltung mit einer wirklich guten Logistik und es riecht nach Neopren und Kettenfett 😉 Der neu gestaltete Zieleinlauf ist unheimlich schön geworden, ganz toller Aufbau. So richtig zum Feiern-lassen. Sogar ich werd im Ziel noch mit Handschlag vom Moderator begrüßt. Die großen Namen der Triathlonszene waren diesmal leider auf der Halbdistanz und nicht mehr zu sehen, bis wir ankamen.

  ziemlich abgeschossen 😉

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7 Antworten zu Challenge Kraichgau – Olympische Distanz – 5.6.2011

  1. Philipp schreibt:

    viel Spaß/Erfolg!

  2. Volker schreibt:

    Na, der Start wurde ja schon mal auf 15.15 Uhr für die erste Startgruppe verschoben, da hat es wohl 2h später gewittert …….bin mal gespannt….

  3. Sabine schreibt:

    Hey, super, toll gemacht! Ist ja gar nicht so schlimm mit dem Radlfahren!!! 🙂 Gefällt mir von Dir einen Tri-Bericht zu lesen :-)) Also nur weiter so!
    Liebe Grüße aus Wien
    Sabine

  4. Schauläufer schreibt:

    Hallole, Kati,

    mein Montag ist durch deune klasse Bericht gerettet (habe grad per Email erfahren, dass der Kanzelwandlauf nächstes Weekeend kastriert wurde weil die Öschis für die EM Kräfte sparren müssen, gggrrrr.) Also deine Schwimmleistung finde ich persönlich super, die werde ich als Beckenrand-Brustschwimmer nie erreichen. Neid. Wenn ich dann noch Feindkontakt abkriegen würde wie du, würde ich wohl hoffnungslos absaufen (mich irritieren schon Spritzer von Ar….bomben denen ich im heimischen Bädle ausgesetzt bin.) 🙂 Ich hab jetzt eine ganze Woche das Laufttraining geschwänzt (peinlich). Nur etwas Ausgleichsport in den Allgäuer Bergen mit dem Jüngsten war angesetzt. War aber eine schöne Abwechslung.

    Grüssle Klaus

  5. Volker schreibt:

    So, jetzt hab ich den Bericht gelesen…..gefällt mir gut wie du einen immer auf die Reise mit nimmst! Kurz, klasse Bericht und tolle Leistung!

    Gruß Volker

  6. thommy schreibt:

    Kati,du bisch voll fies…jetz hannimi für dees do omelda miasa…http://www.laufkalender24.de/cgi-bin/redirect.pl?language=1&page=weiterleiten&mode=homepage&lid=142564
    ;-)))
    Ich find,du hast nen genialen tri hingelegt!!!!!Glückwunsch!!!!

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