Stuttgartlauf, HM – 29.5.2011

www.stuttgarter-zeitung-lauf.de

(Foto: Baumann)

So geht’s auch: Die Sieger Markus Weiß-Latzko und Martin Beckmann laufen in 1:08 und ganz entspannt Hand in Hand ins Ziel  😉

Matthias und ich kommen eine Stunde später im vollen Sprint rein 😉 (rechter Bildrand)

Aufstehen nach 4 Stunden wenig erholsamen Schlafs fällt mir schwer. Die Nase läuft, im Hals kratzt’s, und dann sagt Martin zu allem Überfluss noch, dass er nicht mit kann und ich allein fahren soll. BÄH. Aber umdrehen und weiterpennen geht nicht, wegen dem Fontanis Team.

der Stuttgartlauf ist hierzuland umstritten und spaltet wie kein anderer die Gemüter: Von „DA geh ich nimmer hin!“ bis zu „Den lauf ich auf jeden Fall immer.“ ist alles dabei, es diskutieren Vollverweigerer gegen eingefleischte Stammbesatzung. Ich bin beides in Personalunion. Seit 1998 hab ich nur 2 Stück auslassen müssen, obwohl ich oft im Ziel „nie wieder“ denke.

Unnötig sind auch die Startgebühren von 30 EUR in der ersten Meldewelle. Für einen HM, bei dem nicht wirklich so viel geboten ist. Man kann froh sein, wenn auf der Strecke nicht das Wasser ausgeht, und die Zielverpflegung ist auch nicht sooo üppig. Oft gab es nur Wasser und ein Joghurtgetränk. Heute der Krombacher-Stand, war der eigentlich neu?

Nach dem katastrophalsten Jahr, 2008, mit neuer Strecke und 300 Hitze-Kollabierten gingen 2009 die Teilnehmerzahlen um 1/3 zurück. Der Lauf war erstmals so besetzt, dass man Platz für die eigenen Füße auf der nochmals „optimierten“ Strecke hatte, aber der Veranstalter war natürlich not amused. Headcount muss her, das ist das oberste Ziel. Noch mehr Läufer, noch mehr, noch mehr… Und der Lauf muss durch die Innenstadt führen – erst heute in der vierten Auflage hatte man den Eindruck, dass das langsam auch die Zuschauer interessiert. Dennoch – ich will die alte Strecke zurück – da hinten durch das Wohngebiet bei km 12/13, da war die beste Stimmung. Und an der Gnesener Straße. Hintenraus am Neckar entlang, das war einfach SCHÖN. Auf der aktuellen Strecke ist die zweite Hälfte dagegen wirklich hässlich und total unattraktiv.

(Foto: Baumann)
Christiane, kontrolliert und guter Laune wie immer.

2010 hat erstmals alles gepasst. Zum einzigen mal in meiner Erinnerung erfolgte sogar der Startschuß pünktlich. In allen anderen Städten eine Selbstverständlichkeit, aber in Stuggi gehen die Uhren halt anders. Jährlich präsentieren die Veranstalter neue unheimlich überzeugende Erklärungen und „können nichts dafür“ – ist sowas nicht auch eine Frage von Planungskompetenz meine Herren? Im Nachhinein erfährt man heuer z.B., die Streckenabnahme begann immerhin eine ganze Stunde vor dem Start (auf 21 km ???), und dann wurde noch über das Aufstellen diverser Kegelhütchen an strategischen Punkten diskutiert? Mei, das nenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein…

„Heute also mindestens 25 Min Verspätung“, verkündet mir der Bernd im Startbereich, als ich dort nach dem obligaten Foto bei Fontanis und dem Austausch von ein paar Hau-Rein-Parolen eher sehr pünktlich eintrudle. Ok, so bleibt wenigstens noch Zeit für ein Schwätzchen mit den Eigenen, ein paar Feuerbachern und wen man sonst noch trifft. Es hat aber schon saubere Temperaturen, das Volk sucht Schatten.

Es ist gedrängt voll im Startbereich und wieder mal hat es dort nur 5 Dixies. Da man aber nie weiß, wann der Start tatsächlich ist, trau ich mich nicht so recht in die Halle zurück. Hannes finde ich dann leider gar nicht, auch Manu seh ich überhaupt nicht.

Jürgen (hinten in Gelb) läuft seinen ersten Halben, aber ich trau mir heut nicht zu, ihn so zu begleiten, dass es ihm was bringt. War leider ne Fehlentscheidung, es hätt wunderbar gepasst. Vorne der Herr ist auch nicht schlecht, hat „Rolling Bones“ auf dem Shirt *grins*. Robert gibt mal den für ihn eher bescheidenen Plan aus, so auf 1:55 loszulaufen und ggf in der zweiten Hälfte einen zuzulegen. Das taugt für mich für den Anfang, zügig los ist immer gut, wir laufen so mit 5:30 an. Robert eher so mit 5:15, und dann ist er auch gleich nach 2 oder 3 km weg. Ich finde mich nicht so richtig ein. Alles gesteckt voll, und es stockt immer wieder.

Man findet in keinen Rhythmus, was in Stuttgart auch wegen der vielen Kehren nix Neues ist. Die Mitläufer aufgrund der Masse auch reichlich unkoordiniert, nicht unbedingt jeder scheint zu wissen, was er tut. Natürlich sind auch sehr erfahrene Läufer dabei, aber viele starten halt nur einmal im Jahr und dann hier. Das merkt man dann auch an den Wasserstationen daran, dass viele nur auf sich selbst achten und sich riesige Trauben jeweils um den ersten Tisch bilden. Ist ja ok, aber es ist im Epizentrum des Mittelfelds halt mehr ein Volksfest denn ein Lauf. Mir fällt das Laufen natürlich schwer, die Oberschenkel sind von gestern noch wie Blei, die ersten 2 km tut mir einfach alles weh, dann hat es sich irgendwann festgetreten. Gebe ich mir jetzt Mühe oder lasse ich abhängen? Kann mich nicht entscheiden… Es sieht aber schon so aus, als ob ich das Tempo noch ne Weile halten könnte. Bei km 6 rum winken  Gitti (leider immer noch außer Gefecht) und Micha, und ich geb mir Mühe eine anständige Figur zu machen 😉

(Foto: Baumann)
Die da sind echt die Besten 🙂 vor allem bei den Temperaturen, Respekt die Damen 🙂

Bei km 8 sammle ich Matthias ein, den seine Trainingspartner grad nach hinten ausgespuckt haben. Der sieht gar nicht gut aus, deshalb bleib ich mal bei ihm um zu schauen, ob er vielleicht was braucht oder zum Rausgehen überredet werden sollte. Erstmal ist eine ordentliche Gehpause angesagt, dann berappelt er sich aber und kriegt wieder Farbe. Hat einen ganz ganz harten Tag erwischt und lässt sich zu sehr von der Welle mitreißen. Wir laufen zusammen bis zum Schluss, ich kann ihn abwechselnd ziehen und bremsen und für mich ists ok, dann muss ich mir keine Gedanken über meine eigene Ausrichtung machen, ihm scheint’s zu helfen und das moderatere Tempo ist sehr angenehm für den Kreislauf. Fast schon regenerativ, täten die Oberschenkel nicht so verdammt weh… Matthias beißt sich gnadenlos durch, bin echt total beeindruckt. Rausgehen kommt überhaupt nicht in Frage, egal wie schwer das Anlaufen nach VP und Steigung immer wieder fällt. Auf der Zielgeraden muss er sogar noch sprinten *stöhn*. So kommen wir mit 2:10 ins Ziel und sinds beide zfrieden.

(Foto: Baumann)
Vom Zieleinlauf gibt’s auch ein völlig entgleistes Bild, das ist so bekloppt, dass es schon wieder gut ist 🙂   (die dunklen Stellen sind übrigens nur Abschürfungen)

Im Zielbereich treffe ich noch ein paar hartgesottene Tresenhänger (ui das gibt Schläge), schwatz ein bißchen mit Birgit und Norbert, und dann finde ich den Maultaschenstand nicht, an dem Gitti auf mich wartet.

PS: zwischen den beiden Zieleinläufen in diesem und im vorigen Bericht liegen 14 Stunden *gg*

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6 Antworten zu Stuttgartlauf, HM – 29.5.2011

  1. Philipp schreibt:

    Viel Erfolg und Spaß!!

  2. schauläufer schreibt:

    Hallole Kati,

    du bist mir ja eine, binnen nicht mal 24 Stunden zwei Läufe (davon ein Marathönle)samt Laufbericht abzuliefern. Ich bin sprachlos ob der furiosen Leistung. Faas hätt ich gesagt: Je oller, je doller, aber ich will mir’s ja nicht verscherzen. Denn vieleicht kom ich dann auch mla in den genuß neben dir so entspannt ins Ziel einzulaufen wie der Mathias. Wobei bei großer Hitze könnte ich nicht so viel Schatten bieten wie er.:-)). Apopros, Hitze. Sorry, dass ich dann noch nicht auf dich gewartet habe. So gegen 12:10 bin ich aus dem Zielbereich raus. Mein häuslicher Freigang war dann zu Ende:-)). Die halbe Stunde Startverzögerung war eben nicht beantragt. Dafür blieb dir der Anblick eines total verschwitzen, brotfertigen Schauläufers erspart. Ich bin dann sofort ins heimische Freibad und nach 500 meter schwimmen ging es mir wieder gut. Einen Laufbericht kann ich mir eigentlich sparen, denn meine Vorstellung war eine Wiederholung von 2010. Wieder g’rennt wie d’Sau und bis auf die Sekunde die gleiche Zeit damit geschafft:-((. Ab Mittwoch geht es erstmal in die Berge mit meinem Jüngsten.

    Grüssle Klaus

    • Kati schreibt:

      hi Klaus, klingt als seist Du schnell gewesen. Das will ich Dir nicht wünschen, dass Du mal mit mir ins Ziel schleichen musst. Seit Schmiden geht bei mir irgendwie nur noch langsam.. wir treffen uns 🙂 grüße, Kati

  3. thommy schreibt:

    Kati,Hut ab….

    Erstens,2 Halbe (marathöner) an einem Wochenende sind echt aller Ehren wert!!!!
    Zweitens,sich für den zweiten halben ausgerechnet durch Stuttgart zu quälen…bin das ding zweimal gelaufen,der ist echt ätzend!!!
    Das einzig gute ist aus meiner Sicht die Zielgerade…sonntags vom Haupttor des Arbeitgebers weglaufen,das schiebt so richtig!;)))
    Grüßle,thommy

  4. Mauki schreibt:

    Da hsat Recht, bei dem Lauf spalten sich die Gemüter und wirklich geboten wird echt nicht. Ich war die 2010 und 2011 dabei und mir langt das erstmal mit Stuttgart.

    • Kati schreibt:

      ja, bald sind nur noch die dabei, die eben „schon immer“ dabei waren. Ich hab glaub 11 Starts dort… Martin noch mehr.

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