6-Stunden-Lauf Fellbach-Schmiden – 14.5.2011

(Bild geklaut irgendwo im Netz)

http://tsv-schmiden-la.de/

wow wie geil ist das denn !!! endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis 😉 Ein klasse Lauf, prima Stimmung, und zudem noch ein optimaler Output 😉 Ich hab tatsächlich die 60-km-Marke geknackt, Hauptgewinn 😉 Ok, die offizielle Wertung bescheinigt 59,3 – mein Garmin sagt 60,9. Ich find auch 59,3 sehr gelungen, da mach ich nicht lang rum… Getoppt durch die Tatsache, dass ich damit noch die Frauenwertung gewonnen hab. Es waren zwar nur 5 Frauen insgesamt, aber das ist nun wirklich nicht mein Problem 😉

Am Start die Üblichen Verdächtigen:

Günter und ich dürfen mal wieder bei Birgit und Norbert im Bussle mitfahren. Sehr feine Sache, völlig stressfrei. Diesmal verschlafe ich nicht, das ist dann für alle entspannter…

Als wir ankommen, ist der 12-Stunden-Lauf bereits seit 47 Minuten auf der Strecke. Zu sehen sind extrem entspannte Menschen wie Carmen und ihr Begleiter, aber auch einige Läufer, denen das Lachen bereits vergangen zu sein scheint. Interessant.

Uns erwartet ein amtlich vermessener Rundkurs von 2.090 Metern mit ganz leichten „Höhen“differenzen. Eigentlich flach, obwohl es an einem Teil ein Stück bergab geht. Die einzig spürbare Steigung ist an einer Brücke über die Schnellstraße. Wie das wohl nach 10 Runden wird?

Für mich ist es der erste 6-Stunden-Lauf, aber nicht der erste Lauf, der 6 Stunden dauert 😉 Im stumpfen Rundenlaufen sehe ich kein Problem, auch wenn mich ein Landschaftslauf wie der Stromberg mehr reizt. A propos Stromberg: Inzwischen hab ich meine Enttäuschung weggesteckt und meine Kampfansage manifestiert: JETZT  ERST  RECHT. Deshalb bleibt die Kamera zuhause, keine Zeit verschwenden. Alle Bilder hier sind vom Günter – Danke dafür !!!

Schon beim Abholen der Unterlagen ist es ganz offensichtlich: Dieser Lauf ist mit Liebe, Herzblut und viel Erfahrung ganz fein organisiert. Es herrscht eine sehr freundliche, familiäre Atmosphäre, entspannt und ohne Hektik. Mich beschleicht das Gefühl dass ich der einzige bin, der zum ersten mal hier ist.

Mit den Startunterlagen bekommen wir extra noch eine Liste, auf der die Verpflegungsstation erklärt ist. In welcher Reihenfolge was wo steht. Das kontrollieren wir gleich mal gründlich und nehmen ein paar Proben. Die Helfer machen den Spaß mit. Es stimmt: Die Verpflegung lässt keine Wünsche offen und auch später im Lauf wird immer alles da sein.

Wann bitte geht es endlich los? Birgit und ich sind schon ganz zappelig.

(Bildrechte: Schmiden)

Endlich auf der Piste. Die ersten beiden Runden laufe ich fast im 5er-Schnitt, aber es geht nicht anders, ich muss, und das reguliert sich dann von selbst auf irgendwas um 5:30. Am Start unterhalte ich mich noch mit Ingrid, sie läuft hier jedes Jahr und immer 55 km. Zweimal hat sie den Lauf damit schon gewonnen. Das ist ganz interessant, denn 55 km traue ich mir eigentlich auch zu. Aber in erster Linie will ich mal anständig durchkommen, so wie in Rodgau.

Na und das passt auch wie am Schnürchen. Es läuft rund und es macht einen riesen Spaß. Leider wird es aber immer heißer und heißer, und Christianes Sonnenmilch schmilzt mir von den Schultern. Die Wärme kann ich aber noch ganz gut wegstecken.

Nach jeder Stunde verkündet der Stadionsprecher die Zwischenstände. Das bekommt man aber nur mit, wenn man gerade in der Nähe ist. An der Verpflegungsstation hängt nochmal eine aktuelle Liste, aber da vertrödle ich keine Zeit, erstens ändert es nichts an den Tatsachen, und zweitens kann ich das eh gar nicht lesen 😉

Nach Ablauf von 2 Stunden höre ich, dass ein Mensch meines Namens die Frauenwertung anführt. Das ist nett, aber bei so einem Lauf sagt das GAR NIX. Interessiert mich auch nicht wirklich. Wir sprechen uns bestenfalls wieder, wenn 5 Stunden um sind, vorher ist das eh alles nur Spekulatius. Im Unterschied zu den Ultra-Profis kalkuliere ich mit dem Langsamer-werden, also werden die mich schon noch überrollen. Aber warum soll ich langsam laufen, solang ich noch schneller kann *gg*

Mist, irgendwann steht Christiane an der VP und meint, dass ihr die Hitze zusetzt. Es ist ein schwieriges Wetter heute, nicht einfach nur warm. Als ich sie das nächste mal sehe, winkt sie mir aus dem schattigen Läuferbiergarten, wo schon einige andere sitzen und zuschauen, wie wir uns abquälen. Sie nimmt’s glaub ich gelassen.

So ein Rundenlauf in kurzen Runden ist ganz lustig, denn immer wieder trifft man seine Bekannten. Günter und Niko überholen mich vielfach, und ich komme immer mal wieder an Birgit, Dieter und Klaus vorbei. Nur Norbert sehe ich nie. Eigentlich müsste er mich längst überrundet haben, aber der Stromberg sitzt ihm noch in den Knochen. Außerdem hält er vermutlich immer wieder ein Schwätzchen bei Birgit, das ihn ausbremst. Egal, er wird schon noch da sein. Tatsächlich, hier kann man ihn schon sehen 🙂

  (Bildrechte: Schmiden)

Die Runden misst das Kästchen mit einem akustischen Signal. Ist auch gut so, denn schon in Runde 4 oder 5 hab ich den Überblick verloren 😉 Na die werden schon wissen, was sie tun…

Durch den Marathon komme ich mit 4:00, exakt wie in Rodgau. Allerdings bin ich schon ziemlich platt, und es sind immer noch 2 Stunden. Seitlich vor mir sehe ich einen pinkfarbenen Blitz auf einem Rennrad, das muss Elke sein. Ich freue mich so, sie zu sehen, aber ich hab keine Kraft mehr anzuhalten. Kann nur noch weiterlaufen, bitte keine Ablenkungen, nix was mich aus dem mühsamem Kreislauf-Atmung-Magen-Kontroll-Gleichgewicht bringt. Elke muss man sowas natürlich nicht erklären, die sieht mit einem Blick was Sache ist und nimmt mir das auch nicht übel.

Beim nächsten Durchlauf verkündet der Streckensprecher mal wieder, dass ich in Führung liege, und er sagt auch, dass Ingrid auf Position 2 ist. Kurz darauf sehe ich Ingrid 200 Meter vor mir. Das ist ja mal interessant. Wenn sie mich einholen will, müsste sie mir in den nächsten 2 Stunden fast 2 km abnehmen. Die Rechnung hat was, vor allem weil es wirklich echt anstrengend wird so langsam und ich nun einen Fixpunkt habe, der mich bei der Stange hält. Ich brauche tatsächlich weitere 30 Minuten um zu begreifen, dass es nicht schneller vorbei ist, nur wenn ich jetzt schneller laufe… Ach so? Zum Glück ist es wenigstens nicht mehr so heiß.

Die nächsten Stunden laufen wir alle wie die Hamster im Rad, und pro Runde wird der Abstand zu Ingrid 10 Meter kürzer, das ist ganz unterhaltsam. Ich würd gern zu ihr auflaufen und die restliche Zeit gemeinsam mit ihr verbringen, wäre bestimmt nett, aber ich schaff es einfach nicht. Um den Sieg geht es mir gar nicht, aber irgendwie um die Herausforderung, ihn nicht einfach so nach über 40 km zu verbummeln. Wenn Ingrid jetzt noch einen Turbo zünden kann, dann ist das voll ok, aber ich will nicht nur aus Bequemlichkeit einbrechen. Das ist mal echtes Quäl-Dich-Du-Sau, und ich habe einen Tag erwischt, an dem das funktioniert. Sowas mag ich.

Beim 50-km-Klingeln bin ich exakt eine Minute langsamer als meine Zielzeit in Rodgau. Das bedeutet, ich habe noch 70 Minuten für die letzten 10 km, dann kann ich die 60 km knacken, was ich nicht wirklich ernsthaft auf dem Plan hatte. Sollte aber kein Problem sein, vom 7er-Schnitt bin ich noch weit entfernt. Zu Beginn der letzten Stunde bin ich allerdings doch schon so müde, dass ich den Garmin auf Uhrzeit umschalte und wie bei einer Sanduhr nur noch die ablaufenden Minuten verfolge. 60 Kilometer? Mir doch egal… Wenn hier nochmal einer in die Vuvuzela bläst, dem dreh ich den Hals um, ich schaff keine Geräuschkulisse mehr 😉

Noch 15 Minuten, ich laufe auf Dieter und ein paar andere auf, und sie gratulieren mir lautstark und klopfen mir auf die Schulter, dass ich fast zusammenbreche. Nix da, ich will nix hören, noch ist das Rennen nicht beendet. Gern würd ich die restliche Zeit mit Dieter laufen, aber die Geschwindigkeitsveränderung krieg ich nicht mehr geregelt. Never change a running system 😉

An der VP läuft Günter zu mir auf, und netterweise begleitet er mich den letzten Kilometer. Ich geb nochmal alles, denn tatsächlich nähere ich mich der magischen 60, und die verschenk ich jetzt doch nicht !!! Noch eine Minute…

Der Schuß ertönt und wir bleiben auf der Stelle stehen. Ich muss mich sofort hinsetzen. Der Garmin gibt 60,9 km aus, absoluter Volltreffer. Habe das 60er-Klingeln nicht gehört… Günter grinst sich eins. Jaja ich weiß, wir müssen auf die offziellen Messwerte warten, aber ist-mir-doch-wurscht… Fast jeder 12-Stunden-Läufer, der jetzt an uns vorbeikommt, bleibt kurz stehen und gratuliert uns mit Handschlag. Zum Durchhalten, nicht etwa zu Platzierungen. Das find ich einen sehr netten Brauch.

Leider kann man sich hier gar nicht ausruhen, denn ein großer und ein kleiner Streckenvermesser sind innerhalb weniger Minuten bereits bei uns, sammeln die Transponder ein und markieren unsere Position nebst Startnummer. Jetzt müssen wir uns auf den unendlich weiten Weg zurück ins Stadion machen. Murphy  ist mitgelaufen, wir sind fast genau auf der Hälfte der Runde. Der Rückweg ist gefühlte 8 Kilometer lang. Entgegen der Laufrichtung, und immer noch wird uns herzlich gratuliert.

Das Wetter hat schon lange umgeschlagen, es geht ein kalter Wind und gleich wird es regnen. Zum Glück sind die Duschen warm. Im Biergarten finde ich ein Plätzchen bei Dieter und Gerhard, der nicht mitlaufen konnte, aber zum Anfeuern gekommen ist. Nach einer richtig fies guten Currywurst und einem Erdinger fühle mich langsam wieder wie ein Mensch, und wir warten auf die Siegerehrung.

Die findet bei strömendem Regen statt. Birgit ist dritte geworden und Günter zweiter, in der AK-Wertung sind wir noch besser. Dieter findet es mal wieder doof, dass er die solobesetzte AK gewonnen hat und auch noch als „ältester Teilnehmer“ hervorgehoben wird. Er hat 46 km mit gleichbleibender Leistung abgelaufen und dabei immer gut ausgesehen, damit muss man sich mit 70 Jahren nu echt nicht verstecken, hörmal… Das haben etliche nicht hinbekommen, die viel jünger sind.

Die Stimmung ist gut, und trotz der widrigen Bedingungen sind noch sehr viele Läufer anwesend. Die stehen alle unter dem Stadiondach, während wir auf dem Rasen geehrt werden. Zwischendrin laufen noch ein paar vereinzelte 12-Stunden-Läufer auf der Tartanbahn durch. Viele sind nicht mehr übrig, und sie müssen immer noch 2 Stunden durchhalten. Carmen und ihr Begleiter werden in jeder Runde mit La-Ola-Wellen durchgeschleust, und die lachen tatsächlich immer noch und machen Blödsinn. Von Erschöpfung keine Spur, und der Regen macht ihnen auch nichts aus? Wie zäh muss das sein?

Eins ist sicher: Für einen 12-Stunden-Lauf melde ich mich garantiert NIE an…

Die FellbacherZeitung schreibt.

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6 Antworten zu 6-Stunden-Lauf Fellbach-Schmiden – 14.5.2011

  1. Volker schreibt:

    Klasse Kati! Na also da ist es doch dein Erfolgserlebnis, musst nur lange genug darauf warten und dann kommt es!

    Gruß und lass dich feiern!

    Volker

    Ps. Gibt es irgendwo im Netz ne Ergebnisliste? Von uns hat sich Klaus zum ersten Mal auf die Distanz gewagt, bisher haben wir leider noch nichts von ihm gehört.

  2. Philipp schreibt:

    gleich gehts weiter? Ich warte hier seit 2 Tagen!! 😉

    Glückwunsch hier auch noch mal!

    Grüßle

    Philipp

  3. Ingrid schreibt:

    Sag NIEMALS NIE….. Kati, wir kennen dich doch!
    Herzlichen Glückwunsch nochmal und danke für den tollen Bericht!
    Grüssle, Ingrid

  4. Klaus Mantel schreibt:

    Hallo, Kati,

    auch für mich war es der erste 6-Stunden-Lauf, noch dazu der allererste Ultra. O.K. als Fellbacher hatte ich vielleicht etwas Heimvorteil. Lustigerweise stand ich direkt hinter dir als du dir deine wohlverdiente „Rote“ Currywurst abgeholt hast und saß dann auch am anderen Ende der Bierbank als ihr über verschiedene nette Unternehmungen geplaudert habt. Den Günter habe ich dann bei der Siegerehrung direkt angesprochen, weil ich da erst geblickt habe, dass FLBWler da sind. Ich treibe mich als „schauläufer“ im Runnersworld-Forum vornehmlich bei den Berg- und Landschaftsläufern rum. Die warten jetzt schon auf meinen Laufbericht. Na mal sehn wann ich endlich die Muse hierfür finde. Dank Volkers Bemühen hab ich auch noch eines euer Fotos erhalen wo ich drauf zu erkennen bin. Danke auch dafür und für den gerade verschlungenen Bericht. Vielleicht sieht man sich mal irgendwo wieder, obwohl mein nächster Ultra frühestens im Herbst stattfinden wird, vermutlich Schwäbischer Albmarathon. Aber psst, meine Frau weiß noch nicht’s davon. Und das ist gut so

    Grüssle vom Schauläufer Klaus
    (Platz 1, AK 40 mit 61,994 km)

    • Kati schreibt:

      hi Klaus, willkommen hier, ja DAS Problem kenn ich… was glaubst Du, was mein Mann alles noch nicht weiß 🙂 Der Albmarathon ist herrlich, schau mal in den Oktober bei mir, dort findest Du Bilder. grüße, Kati

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