10 km Geislingen – 9.4.2011

www.geislingen21.de

es ist gut, wenn man einen Plan B hat. Vor allem wenn er so aufgeht wie dieser *grins*.

Ich hasse es, 10er zu laufen, aber sie müssen nunmal sein, wenn man schneller werden will. Nachdem Calw letzten Samstag flach fiel, war Geislingen eine gute Alternative. Vor allem weil meine liebe Petra dort ihren ersten HM laufen musste, damit ihre Mannschaft nicht schon beim ersten Wertungslauf platzt. Ein ziemliches Harakiri-Unternehmen angesichts der Tatsache, dass sie nur so einmal die Woche 11 km läuft (oder trainiert die vielleicht heimlich?)

Der Plan B geht also so: Zuerst den 10er laufen, der 15 Min vor dem HM startet. Dann entlang der HM-Strecke rückwärts laufen, bis Petra kommt, und sie dann ins Ziel begleiten. Vom Trainingseffekt her ziemlich gut, eine kurze schnelle Einheit mit ein bißchen Auslaufen am Schluß.

Olaf nimmt Marlies, Marita und mich mit nach Geislingen, übrigens Geislingen bei Balingen, ziemlich ländlich gelegen. Die laufen alle den HM, und ich bin wirklich kurz versucht, noch umzubuchen. Ich HASSE 10er. Und ich könnt doch soo schön gemütlich mit Petra auf 2:20 … nein. gibbet nich …

Die Startaufstellung ist außergewöhnlich: Da ist nur ein versprengtes Häuflein im Rennen? Keiner will vorne an der Startlinie stehen, zumal da auch schon Presse lauert. Ich hab da auch nix verloren, andrerseits was solls. Lust hab ich ja wirklich echt keine auf die Quälerei, und es ist warm wie Bolle. Meine Moral ist seit Kandel schon bissi angeschlagen, subjektiv gesehen. Es geht los. Vor mir rennen 10 schnelle Männer weg, aber keine Frauen. Hä?

Ein absolut komisches Gefühl, bei km 2 immer noch die erste Frau im Rennen zu sein. Dann kommt eine Wasserstation und zwei Damen laufen an mir vorbei. Die hole ich aber ohne große Ambitionen wieder ein, obwohl die eine echt schnell aussieht. Es geht ziemlich bergauf. Bei km 4 kommt die nächste von hinten, sie sieht zäh aus, die kann beißen. Und die beiden anderen sind auch schon wieder da. Ich weiß schon, dass ICH kein Rennen gewinnen kann. Und der direkte Zweikampf liegt mir eh nicht, Killerinstinkt fehlt mir völlig. Aber irgendwie überhole ich sie dann doch alle wieder und bin wieder vorne. Gefühlt laufen sie aber alle 10 cm hinter mir. Ich guck nicht, ist doch eh egal, ich lauf was ich kann und basta. Einen ganzen Lauf gewinnen, das ist doch eh voll unrealistisch. (Hätte mir zu dem Zeitpunkt jemand gesagt, dass da grad mal 14 Frauen im Lauf sind, ok…)

Das bleibt so bis km 7, als ich mich umdrehe und gar keine Frau mehr hinter mir sehe. Ich überhole noch einen, der mir sagt, dass jetzt keine Anstiege mehr kommen. Ok denk ich, wer bis km 7 noch hinter mir ist, der wird mich bergab nicht zwangsweise überholen müssen. Ich muss mich schon ziemlich anstrengen, aber ich geb halt mal Gas. Hintenraus fühle ich mich immer besser, nur der letzte Kilometer vor dem Ziel wird etwas zäh. Irgendein Döskopp hat noch gesagt, die Strecke sei 10,6 km lang, was überhaupt nicht stimmt. Es ist zu heiß, Kreislauf und so. Ich muss da irgendwie durch, und plötzlich sehe ich das Ziel, hurra.

Auf der Zielgeraden erklärt der Streckensprecher, dass jetzt die erste Frau kommt und nennt meinen Namen. Geiles Gefühl. Ich freu mich wie doof. Ich bin nur 51:00 gelaufen, das ist wirklich keine Zeit, mit der man Gesamtsiege holt. Für mich ist die Zeit aber ok, der Lauf war nicht einfach, und weder war ich ausgeruht noch sonstwas. Im Ziel beantworte ich noch schnell die Fragen einer Journalistin, deren Zeitung ich mir nicht merken kann, ein XY-Kurier, und hinter mir kommen schwitzende Männer reingelaufen *grins*. Zu meiner Ehrenrettung: Im Gesamteinlauf liege ich auf Platz 18 von knapp unter 70. Also bitte…

Ich bilde mir da jetzt nix drauf ein, aber ich finds einfach total klasse. Klar, im Halbmarathon laufen gerade 10 – 15 Frauen (?), die die 10 km schneller gelaufen wären als ich. Aber die sind halt jetzt nicht hier, gell… so what.

Also mach ich mich dann rückwärts auf die Strecke, der Petra entgegen. Macht Spaß. Ich sehe die HM-Spitze und Sabine, Marlies, Marita, Olaf, Stefan, Uta… und viele schwankende Gestalten 😉  Petra kommt zwischen km 16 und 17 und ist erstaunlich gut drauf. Die hat Potenzial, man muss ja schließlich immer sehen, woher und wohin. Wir haben noch ziemlich Spaß und laufen bei 2:21 ins Ziel.

Bei der sehr lustigen Siegerehrung gibts einen großen und einen kleinen Pokal (die AK hab ich ja auch noch gewonnen), davor noch eine Medaille, eine Urkunde, eine Tafel Schokolade und – gigantisch – einen RIESIGEN Schoko-Osterhasen mit 1.260 Gramm. sehr sehr geil.

Wie das überhaupt alles recht nett und locker war dort. Schöne saubere Halle, neue Duschen und alles gut organisiert. Ok, beim Halbmarathon gab es zwischen km 5 und 19 für alle langsamer als 1:45 keine Getränke mehr, das geht natürlich nicht, aber sowas passiert halt auch mal.

Hier gibt’s auch noch ein kleines Spaß-Video. Wer es angucken möchte, kann gern das Passwort bei mir abfragen.

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3 Antworten zu 10 km Geislingen – 9.4.2011

  1. Sabine schreibt:

    Ja hallo, das gefällt mir! GRATULIERE! Nur nicht nachdenken, ob da noch andere mitlaufen hätten können. Hättens, tätens,… Wer sich nicht traut, kann nicht gewinnen! Ich gönne Dir diesen tollen Sieg von ganzem Herzen! Hatte gestern beim Mürzman ein ähnliches Erlebnis – ich finde, das ist ein Teil des Lohnes für’s Training!

    Also: Weiter so! Alles Gute!
    Sabine aus Wien

  2. Birgit F schreibt:

    Hey Kathi!!!!!!!! Glückwunsch, Glückwunsch, Glückwunsch
    Ich will auch einen 1260g Hasen. Und einen Pokal, und noch nen Pokal.
    Hast Du Dir aber auch echt verdient.

    Grüße von Birgit

    • Kati schreibt:

      das kriegst Du hin, Du musst nur nächstesmal bei dem Lauf starten 😉
      Mir ist das nächstes Jahr zu weit. guck mal in Deine mail…

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