Magstadtlauf – 20.3.2011


(Quelle: Veranstalter. Kurs und Höhenverlauf des 10,5 km-Laufs, HM identisch doppelt)

www.winterlaufserie-bb.de

Samstag: Fieser Niesel, der grad noch rechtzeitig zum Lauftreff aufhört. Mieser Matsch im Wald, eigentlich ein Wetter, bei dem man keine Sau vor die Tür jagt. „Wieso willste denn jetzt schon wieder nen Wettkampf laufen, eine Woche nach Kandel?“ Den Unterton „wo Du doch eh so eingebrochen bist“ bilde ich mir vermutlich ein *gg*. Nuja, ich bin halt mal schon angemeldet, dann geht man auch hin, oder? Lust hab ich keine. Und keinen, der auf das liebe Kind aufpasst. Doch Gitti guckt abends Wetterbericht und findet, dass sie zum Zuschauen ja doch mit gehen könnte. Leider zwickt’s noch hinten links, so dass Wettkampf noch nicht sein muß. Prima. Mit Gitti dabei ist der Tag auf jeden Fall gerettet.

Sonntag: Was willst Du: Strahlendes Wetter und vielversprechende Temperaturen. Sogar der Streckensprecher kann’s kaum fassen „Das gab’s noch nie beim Magstadtlauf!“ – tolle Werbung *kicher*. In der Tat, 2009 sind wir hier bei üblen Temperaturen und fiesem Wind gelaufen, vor allem da unten am Feld entlang ist das ganz blöd.

Als wir ankommen, formiert sich gerade die Startaufstellung für den Schülerlauf. Der geht über 1 km, und das liebe Kind hat ihn bei meiner vorsichtigen Anfrage vor 3 Wochen gleich mal kategorisch verschmäht. 1 km ist unter ihrer Würde… Doch jetzt ein zartes Stimmchen: „MAMA !!!! WARUM laufe ICH da nicht mit !!!!!“ – ok. Im Turbo rein in die Halle, den wirklich netten Damen an der Anmeldung eine Startnummer entrissen (vielen Dank dafür), und wieder raus, Gitti macht im Rennen die Sicherheitsnadeln fest, ich füll schnell das Formular aus. Kostet nix? Moment, Schüler, nicht Bambini. Schüler kosten auch nix. Draußen geht’s schon los. Jo muss in Jeans laufen, ist ihr wurscht.

5:18 läuft das kleine Ding. Das dauert nicht mehr so lang, bis die mich abhängen wird *seufz*.

Wir lungern dann noch ein bißchen in der Halle und in der Sonne rum. Schön. Frühling. Herrlich. Fast vergesse ich den Leihchip im Auto. Das wär’s ja noch 😉 Wir treffen Birgit und Norbert, Doris, Samuel, Günni, Martin, Manne und die üblichen Verdächtigen.

In Magstadt gibt es 10,5 km und HM – die Strecken sind identisch, der Start gemeinsam. Der Lauf ist der letzte Lauf für die Cupwertung der Winterlaufserie, also sind wirklich viele gute Läufer dabei. Doro wird gleich den HM mit 1:20 laufen. Interessant ist, dass für die Winterlaufserie die 10,5er-Strecke gewertet wird – die kann aber auch in der ersten Runde des HM absolviert werden. Die Veranstalter haben ihren Lauf total im Griff, da passt alles. Die da vorne rennen los wie die Irren. Es geht gleich bergauf, und zwar nicht nur kurz. Stöhn. Was mach ich hier…

Norbert holt mich gleich ein. Er hat auch noch Rest von Kandel und will gemütlich laufen, wir probieren es mal zusammen, ich kann aber nur bis km 3 mithalten bei ihm. Kannst nix machen, der Kerl ist mir einfach zu schnell. Er kommt nachher 10 Min vor mir ins Ziel, was glaube ich ziemlich repräsentativ für unsere Hierarchie ist.

Ich weiß nicht, was ich von dem Lauf erwarten kann. Die Strecke ist nicht ohne und hat schon ein paar Höhenmeter. Schwer zu sagen wieviele, aber schon so, dass es die eine oder andere Minute kostet. Der Marathon hängt natürlich noch in den Gräten, und gestern bin ich auch noch gelaufen. Sagen wir mal so: Unter 2 Stunden sollte es schon sein, alles unter 1:50 wäre richtig gut, ist aber eher unrealistisch. Aber in erster Linie will ich den Lauf machen, und gleichmäßig und mit Kraft durchlaufen, und nicht so dermaßen eingehen wie in Kandel.


(1. Bild: Veranstalter)

Klappt auch. Bei 10 km hab ich noch einen Schnitt von 5:08 auf der Uhr und fühle mich gut. Der Günni joggt nach seinem 10er um die Wasserstation herum und ist ganz froh, dass er nicht die zweite Runde bei mir mitlaufen muss 😉 Nee klar die olle Kampfsocke ist das Ding mit einer 42er-Zeit gelaufen, kein Kommentar. Damit ist er zwar „nur“ Zweiter in der AK geworden, aber die Cupwertung hat er riesig gewonnen. Gratuliere Dir herzlich lieber Günter, ich sonne mich in Deinem Glanz *grins*

In der zweiten Runde ist es leerer und die wenigen Leute um mich herum sind nett, wir überholen uns immer wieder gegenseitig. Gegen Ende läuft eine Dame mit Kollaps-Atmung auf mich auf. Sie schreit bei jedem Schritt, es ist unerträglich, das ganze Feld ist mehr als irritiert. Es hört sich an, als wäre sie kurz vor dem Herzkasper. Wie kann man sich bloß so quälen, vor allem, bei unseren lumpigen Zeiten? Am liebsten würd ich dem Kollegen neben mir den Player aus dem Ohr reißen, ich halt’s gleich nicht mehr aus. Blick nach hinten: Etwa mein Alter, läuft auch ganz ordentlich, aber der Blick ist leer geradeaus. Ich nutze die Gelegenheit, sie beim Sanitätsdienst zu verpfeifen avisieren. Nachher haben es wieder alle gemerkt und keiner hat was getan. Die sollen zumindest mal schauen, ob sie ok ist. Den Jungs ist langweilig, sie stürzen sich auf sie, lassen sie aber weiter laufen. Sie schreit jetzt ein bißchen weniger, es ist aber immer noch echt schlimm. Auf dem letzten Kilometer muss sie unbedingt noch an mir vorbei, ist ganz wichtig. Mir ist das völlig wurscht, ich lauf eh nie auf Platzierung (vergebliche Mühe). Ich spreche sie an, ob es ihr gut geht, sie meint – überraschend locker – sie läuft immer so. Ich bin dermaßen irritiert… Hoffentlich bin ich in Zukunft schneller und außer Hörweite. Könnte auch ne Form von Renntaktik sein, mich jedenfalls hat sie komplett aus dem Konzept gebracht damit. Zwei Jungs aus Ostelsheim meinen, wir sollen jetzt mal laufen und uns lieber im Ziel unterhalten 😉

Die letzten paarhundert Meter geht es nochmal stramm bergauf. Ich lass schleifen, hab keine Lust, mich jetzt noch zu verausgaben, obwohl schon noch Reserve für einen anständigen Endspurt gewesen wäre. Aber der Puffer für unter 2 Stunden ist groß genug, so what. Zwei weitere Mitläuferinnen lasse ich ziehen, da hätt ich aber echt dranbleiben können. Doof eigentlich, genau jene drei kommen auf Platz 3, 4 und 5 in der AK, ich auf Platz 6. Das wär machbar gewesen. Aber ist doch piepswurscht.

Mit 1:51,44 komme ich ins Ziel. Bin voll zufrieden – ein schöner Lauf und ohne weiteres gut durchgekommen. Als einziger Läufer im ganzen Rennen bekomme ich sogar eine Medaille – die von meinem Schätzlein aus dem Kinderlauf. Wie süß.

Birgit kommt auch gut ins Ziel und schaut aus, als wolle sie gleich weiterlaufen. Halt Birgit, das hier ist nicht Rodgau, gut iss…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter run veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s