Athens Classic Marathon – 31.10.2010 – Das Original

www.athensclassicmarathon.gr

Die Geschichte
ist 2.500 Jahre alt und eigentlich so piefig wie ein alter Schlappen: Im Ziel des ersten verbrieften Marathonlaufs forever bricht der Bote Pheidippides tot zusammen, nachdem er den Sieg verkündet hat – nämlich den der Griechen über die Perser in der Schlacht von Marathon im Jahre 490 v.C. – und Handys gab’s halt damals noch keine, also musste eben einer mal schnell hinlaufen in die Hauptstadt zu den Großkopferten. Schwupps ist die Legende geboren, im Stadtmarketing hat einer gut aufgepasst, und bis heut laufen wir wie die Lemminge in ein unsicheres Verderben: 2.500 Jahre Marathon? Großer Jubiläumslauf auf der Originalstrecke? Hurra, da MUSS ich doch hin … da hängen wir gleich noch einen netten Urlaub dran, der Martin und ich. Robert und Hans-Dieter mit Gattinnen sind auch dabei.

Nachdem ich am Sonntag mit nochmal 12.500 Leuten und gefühlten 3 Millionen feiernden Griechen auf der Originalstrecke war, ist mir jetzt klar:
– kein Wunder ist der tot umgefallen, bei der Strecke. Wir hatten ja immerhin noch Verpflegung und so.
und:
– Marathon ist halt doch nicht Ringelpietz. Ganz neue Erkenntnis.

Marathonmesse location deluxe, aber völlig chaotisch

Eigentlich hab ich gar keine Lust, jetzt einen ausführlich langweiligen Bericht über den Lauf zu schreiben. Vorab gibt erstmal mein Garmin den Geist auf. Nachdem ich 10 Jahre lang fast nur nach Gefühl gelaufen bin, war ich überrascht, wie abhängig man sich innerhalb eines lumpigen Jahres machen kann. Vor allem musst Du Dir mal die Gesichter der Mitläufer vorstellen: Ich hab den RIESEN Garmin am Arm, und frage dann die neben mir nach der Uhrzeit und der Pace. – ???

War aber wurscht. Ich rechne mir ohnehin nicht viel aus, das ist der 4. Marathon in 5 Wochen für mich, das ist eh schon total gesponnen, sowas macht man nicht. Ein Blick aufs Höhenprofil zeigt, dass man hier gar nicht auf Sieg laufen kann. Zwischen km 10 und 32 geht es konstant bergauf, da nützt es auch nix mehr, dass es dann ab km 32 bis ins Ziel nur noch bergab geht (aber es HILFT)… Es hat schattenfreie 25 Grad und viele sagen hinterher, das sei der härteste Marathon, den sie je gelaufen sind. Kann ich aber nicht finden (der APM war da ne ganz andere Nummer), anspruchsvoll ja, vor allem für den Kopf. So bin ich halt schnell gelaufen, aber nicht bis ans Limit. Hab unterwegs noch mit vielen Leuten unzähliger Nationen geschwätzt und eher so die Atmosphäre genossen, und war bei km 28 noch relativ frisch, als Martin zugestiegen ist.

Den Griechen ein ganz großes Lob: Die mitgeschleppte Wasserflasche konnte ich bei km 10 abwerfen, es war alles da. Wasserstationen mehrere hundert Meter lang, Iso in 3 Farben, Riegel, Gels, Bananen… alles mehr als ausreichend, und alle Getränke in Flaschen. Hab ja im Vorfeld eher an die Schlacht am kalten Buffet gedacht und mit allem gerechnet. Bzw mit NICHTS hab ich gerechnet… Wenn die in Wien das schon nicht hinkriegen, was erwartet uns dann erst in Athen… weit gefehlt…

Die Strecke an sich ist reichlich unattraktiv. Der Athener Speckgürtel reicht bis fast nach Marathon, von ländlich-griechischer Idylle nix mehr zu merken. So läuft man eben auf einer Durchgangsstraße und sieht Tankstelle, Lampengeschäft, Schuhladen, Bauruine und wieder von vorne. Grüne Hügel sind in der ersten Streckenhälfte im Hintergrund zu sehen, das Meer nicht. Danach nur noch Stadtgebiet. Die Zuschauer reißen es aber raus. Keine einzige Band, aber eine Stimmung fast wie in New York. Party pur.

Dass der Einlauf ins Panathinaikos Stadion der Kracher wird, ist auch klar. Vor allem, wenn man noch nicht komplett auf dem Zahnfleisch ist. Wir sind dort noch 2 Stunden in der Sonne gesessen und haben das genossen. wonderful 🙂

Meine Zielzeit waren sagenhaft typische 4:00,02… das krieg auch nur ich hin, und ist klar, da hat halt die Uhr gefehlt. Aber ist eigentlich völlig wurscht. Bei diesem Lauf hätt ich auch 4:15 und sogar noch 4:30 ok gefunden, und weiß eh nicht, wie ich an die 4 Stunden gekommen bin. Platz 52/388 in der AK und 280/2.333 bei den Frauen ist doch mehr als ok 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter run veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s