Filderstadt HM, Bernhausen – 19.9.2010

info und Ergebnisse:     www.lg-filder.de

Der letzte Formcheck vor dem Marathon, noch ein schneller HM, nach Möglichkeit unter 1:45. Das Streckenprofil sieht harmlos aus. Zwar ein paar Zacken drin, aber von den Höhenmetern her nichts so Wildes.

Habe Kopfschmerzen und kann kaum geradeaus gucken. Und überhaupt seh ich morgens schon aus, als sei ich den HM bereits gelaufen. Das Navi ist weg? Folge also den Anfahrtstipps auf der Homepage, was mir eine komplette Besichtigung von Flughafen und Messe beschert. Aber macht nix, als ich das Areal endlich finde, ist Parken kein wesentliches Problem und auch die Nachmeldung ist sofort erledigt. 15 EUR ohne Nachmeldegebühr sind ok, und im Startersackerl findet sich vorbildlich Banane, Äpfele, Wasser und Müsliriegel, und dazu noch eine Tafel  RITTER  SPORT  OLYMPIA  🙂

Von dem Stand der 5 Jungs, die selbst gehäkelte Mützen verkaufen, berichte ich dann morgen. Bin begeistert 🙂   *** den Beitrag und sämtliche relevanten Keywords musste ich wieder löschen, da er mir eine endlose Flut Häkelwilliger auf der Seite beschert hat ***

Dann treffe ich Manu. Die hatte gestern ein Tennisturnier (6 Stunden Spielzeit) und sieht aus, als hätte sie gleich durchgemacht. Wir begrüßen uns gegenseitig mit den Worten „Mann siehst Du aber mal scheiße aus!“ – Seht Ihr mal, sowas geht nicht nur unter Männern…

(Foto: Veranstalter)
Suchbild 🙂

Im HM starten heute 400 Teilnehmer, das ist mehr als sonst. Der Lauf dient gleichzeitig zur Austragung der Baden-Württembergischen Halbmarathonmeisterschaften. Einen gültigen Startpass hätt ich zwar vom Mannschaftslauf noch gehabt, bin aber der Meinung gewesen, dass das eine Wertung für die RICHTIG Schnellen ist, und man mich da nicht braucht. Viele Läufer kommen auch wegen Herbert Steffny, der den Hasen für 1:29,59 macht und sicher auch viele wegen Walter Koch, der die 1:44,59 anführt. Walter Koch läuft M70, hält alle deutschen Marathon- und/oder HM-Rekorde ab M50 und kann HM jetzt noch in 1:26.

(Quelle: LG Filder)

Mir gruselt’s. Ich kann im Wettkampf nicht in der Gruppe laufen, ich muss immer mein eigenes Ding laufen. Pacemaker wirken sich auf meine Psyche extrem kontraproduktiv aus.. vielleicht sollte ich darüber mal nachdenken… Also muss ich gucken, dass ich möglichst schnell einen Sicherheitsabstand zwischen mich und das Gefolge des Herrn Koch bringe. Hätt ich den Gedanken mal zuende gebracht, wär mir sicher aufgefallen, dass 2 Minuten nicht viel ist, wenn man über die Schulter schaut. Hab ich aber nicht.

Stelle mich also am Start direkt neben Walter Koch und höre noch, wie er seinen Mannen erzählt, dass man einen gleichmäßigen 5er-Schnitt laufen wird. Was im übrigen eine Endzeit von 1:46 gibt, aber ich halt den Mund. Und rase los. Wie blöd. Wie immer. Erster Kilometer in 4:37. Bei 800 Meter werde ich schon von Koch überholt, der bei der Kilometermarke dann ungerührt bemerkt „Wir sind etwas zu schnell“, aber keineswegs langsamer wird. Er ist nett und sehr verbindlich und gibt seinen Läufern gute Tipps, es wäre sicher ein Spaß, da jetzt mitzulaufen. Aber wie gesagt, ich kann das nicht, das ginge wohl bei 1:59, aber nicht auf diesem Niveau. Während sich vor mir das Feld schon etwas entzerrt, fühle ich, dass ich jetzt nicht in diesem Trupp stecken bleiben darf. Aber ich  kann echt nicht schneller !!!

Um es kurz zu machen: Die nächsten 20 Kilometer renne ich wie bekloppt und voll am Limit, und jedesmal wenn ich mich umdrehe, sind das blaue Shirt und seine Meute 200 Meter hinter mir. Wer nun denkt das müsse eine tolle Motivation gewesen sein, der irrt. Unterwegs freunde ich mich mit einem Ultraläufer an, der 1:44 laufen will und ein super konstantes Tempo hält. Wenn er mich bergauf überholt, laufe ich mit, ansonsten ist er immer knapp hinter mir. Das hilft, er stört auch nicht, sondern konzentriert sich. Mit solchen kann ich gut. Deshalb gönne ich ihm auch, dass er mich auf der Zielgeraden noch gnadenlos übersprintet 🙂 Er sagt, das hätt jetzt sein müssen *grins*

Der Kurs führt 2x über 10 km und endet mit einer 3/4-Runde im Stadion. Ich komme mit 1:43,39 mit hochroter Birne und völlig auf den Felgen ins Ziel, grad mal 40 Sekunden vor Walter Koch, der im übrigen weder Atemnot noch sonstige Anzeichen von Schwäche zeigt. Ist klar, ne? – Steffny? Hab ich nicht mal am Start gesehen, so schnell waren die weg !

Bin total zufrieden. Derselbe Kilometerschnitt wie bei meinem schnellsten Lauf, das sagt mehr aus als eine Endzeit. Zum dritten mal unter 1:45 gelaufen, jetzt kann’s so langsam kein Zufall mehr gewesen sein. Mit Romeo warte ich noch auf Manu, die es trotz Tennisturnier noch in 1:56 hinkriegt. Hätte ich sicher nicht geschafft. Zumal die Strecke auch wirklich nicht ohne ist, vor allem die erst halbe Runde ist schwierig zu laufen, dafür kann man’s aber hintenraus noch ganz gut rollen lassen 🙂

bei der Siegerehrung kommt dann das  HÄTTE – WÄRE – WENN, von dem ich ja immer sage, dass es das im Sport nicht gibt: HÄTTE ich mich für diese BaWü-Halbmarathonmeisterschaft gemeldet, dann WÄRE ich tatsächlich 3. in der AK geworden. WENN ich nicht so blöd wäre… So komme ich nur in die Wertung des Gesamtlaufs und werde dort 4. in der AK – was mich aber übrigens nicht ärgert oder so, über sowas bin ich ja erhaben 😉

Übrigens: Im nächsten Jahr soll der Lauf nicht mehr durch die Pampa, sondern mitten durch die Stadt gehen (wollen wir mal hoffen, dass es trotzdem nicht mehr als 2 Runden werden…)

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4 Antworten zu Filderstadt HM, Bernhausen – 19.9.2010

  1. Holle schreibt:

    Hey … das ist mal ein richtig klasse Bericht, klingt nach einem tollen Lauf. Herzlichen Glückwunsch zu hätte würde wäre wenn … hast Du gut gemacht 🙂

    • Marlies schreibt:

      Servus Kati,
      wusste doch, dass du einen tollen HM hinlegst — Glückwunsch zu deiner Leistung und super Zeit ! hab auch fest im Wechsel an dich/meine Schwester gedacht und euch beiden hat`s wie ich sehe wunderbar geholfen ! dein Bericht zu lesen ist wie im Film — man erlebt`s hautnah ; meine Schwester machte ihren Testlauf in Ulm ( HM ) als Vorbereitung für`s kommende WE ; da sie seit ihrem Besuch bei mir ihre einzigste Langstrecke trainierte und seitdem kaum mehr Zeit fand zu laufen, dazu sich verdammt gut fühlte während und nach dem Zieleinlauf beim gestrigen Einstein-Marathon lt. ihrer Erzählung, hat sie das Talent schneller zu laufen als ich ! Find ich klasse! Ich glaub ich muss auch mal mehr Pausen/Ruhetage einlegen ; wollte ich heute auch — aaaaaber nachdem ich den ganzen Tag in der Apo stand, verleitete mich das tolle Wetter — hielt mich nicht`s davon ab in der Mittagspause schnell in meine Laufschuhe zu rutschen und `ne Runde zu
      laufen — so ist es mit den guten Vorsätzen !
      Gestern konnten Esther und ich leider nicht bei Günter`s Zehnkampf/Stabhochsprung dabeisein und zujubeln ! Esther war leider krank ( Kopfschmerzen / Brechdurchfall/) — den ganzen Tag im Bett, aber heute ist sie schon wieder fit — Gott sei Dank!
      morgen sehn wir uns leider nicht und am Mittwoch bekommen wir wahrscheinlich noch abends Besuch ; wäre nicht traurig, wenn dieser Besuch absagen würde; falls wir uns nicht mehr sehen in dieser Woche — viele liebe Grüsse Marlies

  2. Sabine schreibt:

    Coole Zeit, herzliche Gratulation! Cooler Bericht! Coole Reaktion auf Platz 4. Das hätte ich nicht so gelassen gepackt – ich mag meine 4. Plätze ganz und gar nicht! In diesem Sinne – weiter so! Und wie ein Freund meinerseits immer zur Motivation zu sagen pflegt: Hau eine! (frei aus dem Wienerischen ins Hochdeutsche übersetzt: Schlag hinein!) Ich weiß nur nie, wo „hinein“, werd aber nochmal nachfragen! 🙂 lg aus Wien, Sabine

    • Kati schreibt:

      🙂 also „hau rein“ secht man hierzuland auch 🙂 Tatsächlich, WO hinein ? Werde das mal verfolgen. — weißt Du, ich bin immer noch in der Phase, in der man einstellige Platzierungen ungläubig mit offenem Mund anstarrt. Hat den unschätzbaren Vorteil, dass man sich wenigstens nicht auch noch der „Konkurrenz“ gegenüber unter Druck setzt 🙂

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