im Test: der Garmin Reparaturservice, Vol. II

Meinen ersten Forerunner 305 erstand ich Ende September 2009. Er hielt genau ein Jahr, um mich dann an der Startlinie des Athen Jubiläumsmarathon 2010 ohne einen Abschiedspieps zu verlassen => Zielzeit 4:00,02 ;-) Eingeschickt und umgehend nagelneues Austauschgerät erhalten, da Garantiefall, Bericht dazu hier. Mit extrem kurzer Bearbeitungszeit und mit freundlichen Menschen am Telefon.

Letzte Woche: Forerunner 305 Nr. 2 mit einer regulären Akkuleistung von 12-13 Stunden meldet nach 4 Stunden “Batteries low” und verlässt mich endgültig auf dem letzten Kilometer des Rennsteigs. Das darf doch nicht wahr sein, nach 1,5 Jahren den zweiten Garmin kaputt gelaufen…

Wieder Hotline angerufen und folgende Auskunft bekommen: Garantiebeginn = Kaufdatum, Garantiedauer 2 Jahre, ist also abgelaufen. Forerunner 305 ist nicht mehr im Handel und wird auch nicht mehr repariert, kein Akkutausch möglich. Ich kann ihn einschicken und bekomme dafür einen 310XT (Neupreis je nach Anbieter ca. 300 – 350 EUR), muss aber eine Aufzahlung von 151 EUR leisten. Ist ja an sich ein faires Angebot, denn das würde auch gelten, wenn ich z.B. ein 5 Jahre altes defektes Gerät hätte. – Trotzdem war ich not really amused, denn ich hätte gern einen Akkutausch gehabt und auch ein neues Armband und sehe eigentlich nicht ein, dass ich nach 1,5 Jahren ein Neugerät kaufen muss, egal zu welch gutem Preis. Martin besitzt einen voll funktionsfähigen Polar, der ca 30 Jahre alt ist (!!!) und bei dem immer noch problemlos alles getauscht wird.

Also Forerunner 305 mit einem Küßchen verabschiedet (wir haben VIEL zusammen erlebt) und abgeschickt. Habe noch ein höfliches und in freundlichem Ton verfasstes Schreiben beigelegt, Sachverhalt geschildert und meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, ob Garmin Geräte wirklich nur so eine kurze Lebensdauer haben und dass ich als jahrelang zufriedener Kunde mit einem großen Garmin Fuhrpark mir eine solche Produktpolitik ausgerechnet bei Garmin nicht so recht vorstellen kann. Das stimmt alles auch, wir haben 2 Nüvis und einen Edge 800, die sind klasse.

Heute morgen bringt mir mein Lieblings-DHL-Mann ein Päckchen von Garmin: Einen 310 XT als Ersatzgerät auf Kulanz, keine Zuzahlung.

Deshalb schreibe ich auch diesen Post: Wenn Ihr einen ähnlichen Fall habt, nicht gleich ärgern. Garmin scheint großen Wert auf die Zufriedenheit seiner Kunden zu legen und Rückmeldungen amerikanisch zu bearbeiten. Das zeigt auch die kurze Durchlaufzeit: Montag abends eingeschickt, Donnerstag früh Ersatzgerät erhalten (ohne Feiertag wäre es Mittwoch gewesen).

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im Test: BROOKS Versatile EZ Racerback Shirt

meinen Testbericht gibt es hier. Ich hab’s mir mittlerweile auch noch in Rot bestellt.

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Rennsteiglauf – 12.5.2012

(Foto: Klaus Duwe)

www.rennsteiglauf.de  

Rennsteig reloaded. Gut ins Ziel gekommen mit 8:51,07, das sind 80 Minuten Verbesserung zu 2009. Da kannst nich meckern.


Passwort einfach anfragen wie immer :)

2009 war der Rennsteiglauf mein erster Lauf abseits der Straße, mit Höhenmetern und länger als Marathon. Mit Gerhard hatte ich da einen ganz tollen Begleiter, er hat mich nicht nur mit vielen dollen Geschichten bei Laune gehalten, sondern mir auch viel über das Laufen langer Stecken erzählt und mich vor den typischen Anfängerfehlern bewahrt. Einige davon hab ich hinterher trotzdem noch verifiziert :) Jedenfalls kamen wir damals mit 10:11 ins Ziel und ich fand, dass mir das gut gelaufen ist. Als ich dieses Jahr meine Zielzeit anhand sonstiger Läufe zu überschlagen versucht hab, kam ich (best case) bei 9 Stunden heraus. Das bedeutet, pro Kilometer eine Minute schneller zu sein als 2009. Das erschien mir dann doch eher unrealistisch. Ein Schnitt von 7:20 dagegen hört sich eher lahm an, das täuscht allerdings ganz schön. Die Uhr kann mir bei solchen Distanzen eh nur zur Orientierung dienen, mehr nicht.

Die ersten 25 km bis zum Großen Inselsberg geht es konstant bergauf, die sind am schwierigsten. Das zeigt sich auch in den Splitzeiten, denn schon 2009 hab ich für die zweite Hälfte der Strecke nur 10 Minuten länger gebraucht als für die erste. Ein sehr praktischer Richtwert. Hannes und ich spielen ein paar Szenarien durch und gehen davon aus, dass wir uns unterwegs auf der Strecke ein paarmal gegenseitig überholen werden. Ob er am Berg soviel Vorsprung rauslaufen kann, dass ich ihn hinter km 50 nicht mehr einhole, das wird spannend. Klaus und Norbert werden eh meilenweit vor uns laufen und Birgit werden wir eher auch nicht sehen.

Grundsätzlich ist es mir total egal, wer von meinen Freunden und Bekannten schneller oder langsamer ist, oder wer mich wie oft überholt oder was auch immer. Aber solche Rechenspielchen machen halt einfach Spaß :) Außerdem hat man dann unterwegs auch was zu tun.

Als wir am Freitag Abend in Eisenach ankommen, herrscht Rennsteig-Wetter, dichte schwarze Wolken ziehen herein. Das Festzelt ist größer als beim letztenmal und steht zentral auf dem Marktplatz, im Freien sind zusätzliche Bierbänke aufgebaut. Der Rennsteiglaufverein hat sich auf den erhöhten Andrang zum Jubiläum eingerichtet. Schon 2.600 Teilnehmer sind für den SM vorangemeldet, einige werden sicher noch nachmelden und morgen Abend werden 2.500 Finisher das Ziel erreicht haben. 2009 waren es 1.000 weniger.

Es könnte richtig klasse sein, würde es nicht gerade anfangen zu regnen. Das Festzelt ist brechend voll. Es regnet sich fest, Schirme nützen nicht mehr viel und wir verlassen fluchtartig die Szenerie. So schade, hier hätt man es wirklich noch aushalten können. Der Regen hört erst um 22:30 Uhr wieder auf, das kann also schlammig werden morgen.

Samstag früh, 5:25 Uhr auf dem Eisenacher Marktplatz, noch steht der Startbogen in seiner ganzen Pracht, Hannes, Kläusle und ich haben es ohne Pannen bis hierher geschafft. Ich treffe Annette und Natascha, Didi sucht seinen Guide der wohl nicht kommt, und dann lerne ich schnell noch Gerd und Franz kennen, bisher reine Internetbekanntschaften, aber hier verabredet. Wie schön, und das Rennsteiglied wird rauf- und runtergenudelt. Erwin ist auch da und coacht mindestens ein Mädel, das ich noch vom EBM kenne. Er will mit ihr auch auf 9 Stunden laufen und ich dürfte mich anschließen wenn ich wollte. Die Zeit vergeht rasend schnell, nur nicht in der Schlange vor den Dixies. Kurz vor dem Startschuß sackt der Startbogen in sich zusammen, was der Klaus gleich mal als schlechtes Vorzeichen für seinen Lauf wertet und mit allen nur denkbaren Wortvarianten von “Luft raus” kommentiert. Mei ist das schön hier :)

Auf dem ersten Kilometer überholt mich Jochen, dem ich natürlich zu langsam bin. Ich bin mir selbst eigentlich auch zu langsam, aber es ist so wahnsinnig voll und eng, dass man eh nicht überholen könnte. Wäre ja auch total blöd. Mir ist es recht, wenn ich bis km 25 eher gebremst als gezogen werde, wer möchte, der kann ja auf den hinteren 50 Kilometern dann gern noch 4er-Schnitt laufen. Und so trabe ich halt die Geschwindigkeit mit, bei der ich mich grad befinde.

Arg viel zu sehen gibt es unterwegs nicht, recht schnell sind wir im Wald drin und dort werden wir auch bleiben. Hannes berichtet hinterher sehr angetan von immer wieder wechselnder Vegetation, das stimmt auch, ich muss aber mehr auf den Boden schauen als in die Gegend. Der Untergrund ist tatsächlich noch so uneben und mit großen Steinen und Wurzeln gespickt wie ich das in Erinnerung hatte, und zum größten Teil wirklich schwer zu laufen. Ich war mir ja nicht mehr so sicher, ob ich das mangels Erfahrung 2009 vielleicht etwas dramatisiert hatte und jetzt darüber lachen muss. Yepp, es sind Wanderwege. Zwar noch keine Trails, aber eben auch keine Waldwege. Total interessant, welche Spielarten es da so gibt. Schaut man sich z.B. bei RunnersWorld oder Laufen.de die Fotos vom Rennsteig an, so stammen die meisten von der Marathondistanz, und da ist sehr viel Asphalt zu sehen. Asphalt gibt es auf dem SM aber nur, wenn man grad mal eine Straße queren muss.

Mir ist es eigentlich sehr viel zu voll und es entzerrt sich auch überhaupt nicht. Da jeder aber besonnen läuft und die Stimmung total gut ist, ist es nicht nervig. Die erste Wasserstation wird hoffnungslos überrannt, da die hinteren nicht sehen können, dass es vorne noch weitere Tische gibt. Naja. Auch bei der ersten VP ist das Gedränge groß, und ich hab wenig Lust, da 5 Minuten anzustehen. Wie lange das wohl noch dauert, bis es sich einigermaßen entzerrt? Mir fällt auf, dass ich kaum nach hinten durchgereicht werde an den Anstiegen.

Bis km 25 kommt alles an mir vorbei, was Rang und Namen hat. Norbert, Carmen und Begleiter (wenn ich mir vielleicht mal seinen Namen merken könnte), Tobias auf der Suche nach Oliver (den er erst im Ziel wieder finden wird), Erwin mit seinen Mädels und da ist auch Annette dabei, leichtfüßig als wenns nix wär und fröhlich schnatternd. Weg sind sie. Gerhard B kommt nicht, dafür aber der Herr Alpenkiwi. Mit Conny rechne ich erst hinter km 50, auf Hannes warte ich quasi minütlich. Zifix i bin wirklich zu faul die ganzen Bilder hier hochzuladen, die findet Ihr dann eben alle im Film.

Inzwischen ist es wieder kälter geworden und es geht ein unangenehmer Wind, so dass ich an meiner Jacke doch noch froh bin. Zwischen 6 und 9 oder 12 oder 15 Uhr ist es keineswegs wärmer geworden, und die Sonne kommt auch überhaupt nicht durch. Gefühl sind wir so knapp bei 10 Grad, 2 oder 3 mehr wären wirklich schön, aber auf jeden Fall besser als die schwüle Hitze gestern mittag.

Nach dem Inselsberg geht es erstmal steil bergab, zum Teil SO steil, dass ich Schlangenlinien laufen muss, und auch der Untergrund bleibt schwierig. Dann geht es eine Weile eher flach glaub ich. Weil überall immer nur Wald ist, verwechsle ich wahrscheinlich auch die einzelnen Streckenabschnitte. Zu erzählen gibt es nicht viel, überall eben viel viel Grün und Natur, und wenig Abwechslung. Die Stimmung bleibt nett, deshalb ist es kein größeres Problem. Aber was die Landschaft so angeht, fand ich den Rennsteig ja schon beim letzten mal eindeutig überbewertet. Ist Geschmackssache, klar.

(ohne Mampf kein Kampf)

100 Meter hinter der Halbzeit ist die Ebertswiese erreicht, hier warten Martin und die Prinzessin auf mich und laufen die letzten Meter zur VP mit mir. Da hängt auch meine PACE Fahne :) Die Uhr sagt exakt 4:30, das passt super zu den angepeilten 9 Stunden und ich freu mich. Leider meldet der Akku schon Schwäche, und so ist das Display nur noch mit fröhlichem Zahlenraten abzulesen. Ich erkenne eine Durchschnittspace von 7:22, es könnte aber genauso gut 7:33 heißen. Trotz Unterhaltung mit den Lieben schaffe ich es, mich anständig zu verpflegen. Das ist nämlich nicht so einfach, wenn man abgelenkt ist, man lässt sich gern zu was hinreißen oder so, was man hinterher dann büßt. Zu viel, zu wenig, zu hektisch, alles gefährlich. Die Kamera lasse ich jetzt auch hier, weil mir am kalten Material dauernd die Finger absterben.

Weiter geht’s, der nächste Treffpunkt ist schon in 18 Kilometern beim Grenzadler, dort wo müde Helden mit Wertung aussteigen können. Davor liegt noch ein giftiger und längerer Anstieg irgendwo zwischen km 40 und 45. Die Landschaft ändert sich kaum, der Untergrund auch nicht, nur ist es jetzt nasser und matschiger als vorher. Wir laufen Schlingerles zwischen großen Pfützen durch, aber 2009 war das noch schlimmer. Auch die Wanderer sind jetzt schon eine Weile auf unserem Kurs, sie laufen ebenfalls bis zum Grenzadler. Ab und zu mal laufen sie stockschwingend in 4er-Phalanx, aber die meisten haben die rechte Fahrspur eingenommen und sich dort arrangiert. Viele feuern uns sogar noch an. Klar es ist immer schwierig, dann in unterschiedlichen Geschwindigkeiten aber gleichzeitig eine Pfütze zu umrunden, viele der Wanderer sind schon ältere Semester, doch es klappt ganz gut. Am Grenzadler werden sie alle beim Passieren der Zeitmatte die Stöcke hochreißen und kurz den ganzen Platz für sich brauchen.


Hannes wird hier auch bald durchkommen.

Die Kilometer sind nur in 5er-Schritten markiert, aber die Distanz geht schnell vorbei, und da wartet schon wieder die Prinzessin auf mich. Nächste Großverpflegung, alles klappt prima. Die verbleibenden 18 km kommen mir vor wie ein lockeres Auslaufen und ich habe keinerlei Probleme. Und weiter geht’s. Jetzt kommen ein paar Streckenabschnitte, bei denen ich 2009 der Verzweiflung nahe war. Heute machen sie mir wenig aus, den Wechsel vom Laufen ins Gehen und zurück ins Laufen bekomme ich noch gut hin. Erst bei km 62 wird es schwierig, ich bekomme Hunger. HUNGER ist immer ein ganz schlechtes Zeichen. Ich möchte eigentlich nichts mehr essen, zwinge mich aber an der nächsten Station dazu. Die Cola am Rennsteig schmeckt nach Orangenlimo, ziemlich grausig das Zeugs, aber es hilft.

Über die restlichen Kilometer gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die sanften bergab-Passagen überwiegen, und ich kann ein paar Minuten rauslaufen. Tatsächlich sind einige Kilometer im 5:30er- bis 6er-Schnitt dabei. Zuerst überhole ich Erwin, und dann bei km 70 taucht plötzlich Annette wieder auf. Da sind wir beide aber gerade so kaputt, dass wir nur noch kurz eine Hand heben. Es wird Zeit, dass ich ins Ziel komme. Schon seit 10 Kilometern zähle ich die Kilometer am Piepsen des Garmin mit, schaue aber längst nicht mehr auf die Uhr. Es wird was es wird, und ich rechne mit einer Zielzeit von knapp über 9 Stunden. Ist es bis hierher wirklich gut gelaufen, so wird der letzte Kilometer zu einer regelrechten Qual. Nur mit Mühe kann ich den Leuten noch danken, die hier stehen und uns anfeuern. An der Absperrung im Zielkanal hüpft ein kleines blaues Männchen auf und ab und schreit sich die Lunge aus dem Hals für mich. Ihr zuliebe bekomme ich noch einen (hoffentlich) einigermaßen souveränen Zieleinlauf hin, damit sie stolz auf mich ist. Die Uhr am Zielbogen sagt 8:51-hoch und ich kann’s kaum glauben.

Statistik: Platz 48/115 W45, Platz 172/398 Frauen gesamt, Voranmeldungen ca. 2600, Finisher 398 Frauen und 2101 Männer.

Dahinter wartet Reiner, zwar nicht auf mich, aber wir machen trotzdem schnell Heldenfotos, Klaus von M4you schießt auch schnell noch ein paar Bilder. Wenn es nicht so kalt wäre, könnte man hier eine Weile bleiben, aber es IST kalt. Natascha kommt mir schon geduscht entgegen, sie ist bei ihrem ersten langen Lauf 7:30 gelaufen – wie irre ist das denn !!

Die Zielverpflegung lässt zu wünschen übrig, es gibt nur Cola und Limo. Das Zielbier nur gegen Gutschein und nicht alkoholfrei, und keine feste Nahrung. Wahrscheinlich gehen sie hier nicht ganz zu Unrecht davon aus, dass man sich unterwegs schon den Bauch vollgefressen hat. Langes Anstehen für ein gelungen neonfarbenes Finishershirt, tatsächlich noch in XS. Im Festzelt gibt es noch gegen Gutschein “Läufersuppe”, unter der ich mir einen schönen warmen Erbseneintopf vorstelle, die aber aus einem kleine Becher Bouillon besteht. Was man sonst noch möchte, kann man käuflich erwerben, so man noch die Kraft zum Anstehen hat. Das Mobilfunknetz ist kollabiert, und so treffen wir das Kläusle gar nicht mehr und den Hannes erst Stunden später, dafür aber Birgit und Norbert mit zwei super Ergebnissen und viele andere. Vor dem Klohäusle treffe ich sogar noch Axel, was mir ä besondere Freude ist.

Die Rückfahrt mit dem Auto dauert mehr als eine Stunde und es ist weit, sooo weit, sooo unendlich weit… Ein paarmal passieren wir Streckenabschnitte. Meine Güte, DAS sind wir alles gelaufen ???

Fazit: Der Rennsteig ist super organisiert und ein toller Lauf, der seinem Kultcharakter gerecht wird. Die Strecke selbst gibt für meinen Geschmack zu wenig her, vor allem zu wenig Abwechslung. Ich habe schon beim ersten mal gesagt, dass EINMAL reicht, und bin auch jetzt wieder der Meinung, ZWEIMAL reicht auch. Es ist nicht so, dass ich unbedingt gleich nochmal wiederkommen möchte, aber auch gewiss nicht so, dass ich es grundsätzlich ablehnen würde, dafür ist es einfach viel zu nett. Wir werden sehen :)

Die wahren Helden sind für mich heute Martin und die Prinzessin, Martin ist bestimmt über 200 km in der Gegend herum gefahren, nur um mich 2x vorbeirennen zu sehen und dann meinen Zieleinlauf zu verpassen. Und das stundenlange Herumstehen und Warten bei 10 Grad, klammer Kälte und Wind war bestimmt auch nicht so witzig. Ist schon toll, wenn man sone Familie hat, die dann trotz allem auch noch stolz auf einen ist :)

Abends finden wir einen schönen Italiener und am Sonntag besichtigen wir noch den Burschenschaftsturm und die Wartburg. Im Steigenberger Wartburghotel speisen wir in einem wahnsinnig tollen Raum mit einer runden Glasfront und gigantischem Blick schön mit Hannes und Gisela zu Mittag. Rouladen mit Klößen und Blaukraut, wie sich das in Thüringen halt so gehört :)

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Trollinger Halbmarathon – 6.5.2012

www.trollinger-marathon.de

Halbmarathon, ca 140 Höhenmeter. Das Höhenprofil sieht grauenvoll aus, in Wirklichkeit ist es aber nicht sooo schlimm. Mein liebstes Stück ist natürlich das zwischen km 10 und 15 (erwähnte ich schonmal, dass ich am liebsten bergab laufe?).


Heilbronn, 9:00 Uhr, es regnet fröhlich vor sich hin und ist seit gestern eindeutig kälter geworden. Ganz problemlos bekomme ich einen der letzten Parkplätze direkt vor dem Frankenstadion – was mich echt wundert bei allein 4.500 Startern im Halbmarathon. Im Marathon sind auch noch etliche, und die müssen jetzt gleich hinaus in den Regen.

Nicht nur deshalb bin ich froh, dass ich bei ENSINGER einen Start für den Halben und nicht für den Ganzen gewonnen hab. Sondern auch, weil meine Erkältung durch die fies kalte Duschaktion gestern wieder neu rausgekommen ist. Eigentlich wäre das heute der perfekte Tag um zuhause zu bleiben, und das hätte ich auch gemacht wenn ich mein Startgeld selbst bezahlt hätte. So aber find ich ist es eine Frage des guten Benehmens, und “richtig krank” bin ich ja nicht.

Bei den ENSINGERs ist es total nett, eine ganz gemischte Startgruppe sammelt sich da unter den großen Zelten, es gibt Getränke, Kuchen, Riegel und alle sind gut drauf und nicht zum ersten mal dabei. Wer die anderen Freistart-Gewinner sind, bleibt mir verborgen. Ich bekomme nicht nur Startunterlagen, sondern auch Singlet, Shirt, Hose, Mütze und Buff im Ensinger Blööö und bin wahrscheinlich zum ersten mal in meinem Leben bei einem Lauf ohne farbliche Entgleisungen gekleidet ;-) Hinterher gibt’s noch das Finishershirt vom Veranstalter in Schwarz und eine Flasche Marathon-Trollinger.

Es regnet immer stärker und wird immer kälter, und so fachsimpeln wir schnell über die richtige Kleiderwahl. Ein Unterhemd muss unter das Shirt, nochmal Auskühlen kann ich mir nicht leisten, und es sieht so aus als ob es sich festgeregnet hat. So spät als möglich machen wir uns auf Richtung Start. Meine Zielzeitvorgabe für heute ist 1:59, deshalb ist mir eine gute Startposition unwichtig. Erst als die vorderen Läufermassen abfließen, kommen wir überhaupt durch das Absperrgitter. Hier ist Chaos und mir sind es eindeutig zuviele Menschen auf einem Haufen.

Die ersten Kilometer sind schwierig zu laufen, und um überhaupt schneller als einen 6er-Schnitt hinzubekommen, muss man kreuz und quer überholen. Das ist nicht nur stressig, sondern nervt natürlich auch die anderen, irgendein Mittelweg muss her. Bei km 3 muss ich mal ganz dringend links raus, und in der Zeit laufen Horden der mühsam Überholten wieder an mir vorbei. Ich ergebe mich und laufe halt einfach so mit, irgendwo um die 5:30, 5:45 lässt sich jetzt machen, denn die 7er-Schnitt-Läufer fallen inzwischen nach hinten raus. Ich könnte schon etwas schneller, aber wiederum auch nicht so sehr viel, dass sich die Anstrengung wirklich lohnen würde. Krank fühle ich mich nicht, aber schlapp und müde, und ich hab mich gestern abend doch schon ziemlich abgeschossen *hihi*.

Die Menschenmassen pflügen sich über schmale Wege, der Regen hat komplett aufgehört und die Sonne kommt hin und wieder raus. Ich bin viel zu warm angezogen, aber vielleicht hilft’s ja, um die Erkältung rauszuschwitzen? Man kann sich alles einreden. Irgendwo treffe ich Daniel vom Bottwartalmarathon, der wie immer gut drauf ist. Sonst kenne ich keinen, denn die Üblichen Verdächtigen sind natürlich alle auf der Marathonstrecke unterwegs. Nett ist es, die ganzen ENSINGER unterwegs zu treffen, man grüßt sich, feuert sich gegenseitig an und ich gehöre da echt dazu :) Vor allem hintenraus wird das dann nochmal lustig, wenn man wieder mehr Luft hat.

Bei ungefähr km 8 geht es voll hinein in den Weinberg, und mir scheint, 2012 ist mein Jahr der Weinberge? Weibertreu, Stetten, Weinstraße und beim Zabergäulauf gab es glaub ich auch ein kurzes Stück… so langsam hab ich die nackerten Reben ein wenig satt. Das letzte Stück des Anstiegs gehe ich, ich hab heut einfach keinen Biss und die Oberschenkel sind müde. Ansonsten wäre es schon noch laufbar gewesen.

Oben werden wir von diesem freundlichen Herrn empfangen, der eine Melodie spielt, die die Alphornbläser am Königsschlösser Marathon auch gespielt haben (das weiß ich, weil ich sie auf meinem Film hab). Etwas irritierend, aber total schön. Bitte mehr Alphornbläser an die Laufstrecken, bitte… Hier am Berg ist wohl auch eine Zuschauerhochburg, obwohl man sich über mangelnde Zuschauer bei diesem Lauf ohnehin nicht beschweren kann. Wie beim Bottwartal Marathon geht es immer wieder durch Gemeinden, in denen der Bär steppt.

Danach lasse ich rollen. Hier könnte ich noch was rausholen, aber ich hab längst auf “zügigen Trainingslauf” umgeschaltet und bleibe so in meinem Schnitt von 5:45. Das passt schon. Hintenraus kann ich noch viele Läufer überholen, die ums Überleben kämpfen :) Irgendwann fädelt auch der Marathon ein, und die paar versprengten Kämpfer haben mein vollstes Mitleid, dass sie sich jetzt in unseren Volkslauf einfinden müssen. Kulturschock, und das auf den letzten 5 Kilometern.

Ich lasse weiter rollen bis ins Ziel, mir ist klar dass die 1:59 ziemlich knapp futsch sind, aber ist mir egal. Hinein durch das Marathontor, am ENSINGER Stand vorbei freundlich winken, nur auf der Zielgeraden muss ich unbedingt noch eine wegspurten bei der ich nicht zulassen kann, dass sie vor mir im Ziel ist. Tina und Niko sind weit vor mir und nicht mehr zu finden.

Zielzeit 2:01,32, Platz 69/197 W45, 328/1068 Frauen gesamt, und noch 3.251 Männer

Ich bin froh, dass ich mich bei den ENSINGERn im Sprinter umziehen kann und nicht in die bestimmt übervollen Duschen muss. Armin holt mich dort ab, es gibt noch eine gemütliche Hocketse mit super Bewirtung und ich würd gern noch bleiben, muss aber eher zügig nach Hause :( Schade :(

Unterm Strich war das eine total feine Sache und der richtige Abschluss für “4 x 0,5″ als Vorbereitung auf den Rennsteig. Höhenmeter hab ich jetzt jedenfalls einige gemacht. Wenn man den Trolli HM schnell laufen möchte, muss man aber auf jeden Fall zusehen, dass man in einen vorderen Startblock kommt.

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Waldmeisterlauf Warmbronn – 5.5.2012

www.waldmeisterlauf.de

Den ganzen Tag lang regnet es schon so herum. Exakt zum Start des 5-km-Laufs fängt es aber an, richtig zu schütten. Da sind unsere Kinder drin und man sollte meinen, dass ihnen den Spaß am Laufen gründlich vergeht. Ist aber nicht so. Die Prinzessin läuft eine 28:20 heraus und meint, sie hätt noch schneller können, wenn sie nur was gesehen hätte.

Bei uns ist es dann wieder trocken, aber dafür ziemlich dämpfig, denn die Wärme kommt schnell wieder durch. Der Halbmarathon ist mit 90 Läufern wieder erstaunlich schwach besetzt, grad mal 20 Frauen sind dabei. Doro nimmt sofort nach dem Start Lichtgeschwindigkeit auf, Ollis Freundin Ina ist auch gleich weg, und dann überholen mich auf dem ersten Kilometer noch zwei. Ich warte immer auf die nächsten, aber es kommen keine mehr. Auch recht.

Die Streckenführung ist eigenwillig. Bei km 3 rum kommt uns die Spitze entgegen, einer vorne, dann lange nix, dann nochmal zwei, die Laufbahnen kreuzen sich direkt an einer Wasserstation. Der vor mir läuft gleich links, weil er die Strecke kennt, ich mache einen Schlenker nach rechts um Doro nicht zu behindern, soviel Zeit hab ich.

Das Feld hat sich schnell entzerrt, die Stimmung ist gut. Man wechselt ein paar Worte beim Überholen. Es geht ständig auf oder ab, so überhole ich immer wieder dieselben, nach einer Weile kennt man sich dann halt. Alle laufen ruhig und konzentriert, nur genau hinter mir wird gebabbelt ohne Ende. Mir war nicht klar, dass auch Männer solche extremen Schwatzbasen sind, es ist unglaublich. Ein junger Mann in DLRG-Badeshort beschallt den ganzen Wald und meine Hoffnung, dass ihm irgendwann der Sprit ausgeht, erfüllt sich leider nicht. Immer wieder kann ich ihn überholen, aber jedesmal kommt er zurück. Irgendwann nach zig Kilometern muss ich mich umdrehen und ihn freundlich bitten, ob er nicht einfach mal ein Stück vorlaufen kann, was er dann auch macht … (nenne das neurotisch, ich kann nix machen).

Dann ist endlich Ruhe. Bei km 7 hab ich so meine Geschwindigkeit gefunden, die ein kleines bisschen zu lahm ist für die angepeilten 1:50, die sich aber gut anfühlt. Ich weiß dass ich das bis zum Ende laufen kann, und schneller geht halt nicht. Der Kurs ist verwinkelt und man könnte sich leicht verlaufen, aber die Streckenposten stehen richtig. Bei km 8 höre ich rechts neben mir den 10er starten. Die Wege sind gröber als bei uns im Wald, zwar noch gut zu laufen, aber man muss schon hinschauen. In der Mitte wächst Gras, so typische Hügelwege halt. Die 300 Höhenmeter verteilen sich auf für mich noch laufbare Anstiege, aber ich muss schon ziemlich beißen.


(Quelle: Veranstalter)

Bei km 12 plötzlich Donner von rechts, da kommt ein Gewitter. Mein neuer Bekannter in Grün meint aber, dass wir da nicht reinlaufen, sondern in die andere Richtung. Sonst ist kaum noch einer zu sehen. Kurz darauf beginnt es zu hageln und es wird empfindlich kalt, außerdem ist die Friese ruiniert. Ratzfatz sind wir komplett durchnässt und es fühlt sich mies an. Der Grüne und ich bleiben zusammen, wir ziehen uns abwechselnd, das passt gut und ist hier und jetzt auf jeden Fall besser als allein zu sein. Meint er hinterher auch.

(Quelle: Veranstalter)

Nach und nach sammeln wir den Rattenschwanz vom 10er auf. Die Kilometer vergehen und mir ists kalt, ich möcht nach Hause. Mir tun vor allem auch die Mädels leid, die sich hier im 7er-Schnitt durch ihre 10 km kämpfen, bei denen es wahrscheinlich auch so schon ums Ankommen geht, und die bei sonem Wetter sonst wahrscheinlich nicht so oft laufen. Es kommen ein paar matschige Passagen, und auf dem kleinen Weg nach dem Wald über die Wiese kann man super ausrutschen. Zum zweiten mal geht es durch den Ort, die Zuschauer sind voll dabei.

Ganz am Schluss kommt nochmal ein ganz fieser Anstieg, vor dem graust es mir die ganze Zeit. Bis wir dort sind, laufen wir schon gut durch das hintere Drittel des 10ers, es wird zunehmend voller, geht aber noch gut. Die letztes Jahr neu angelegte und allseits gehasste Schleife über die Wiese wurde wegen des Regens kurzfristig gesperrt, die 300 Meter fehlen im Lauf. Ich schleppe mich den Anstieg hinauf in der Meinung, dass das steilste Stück erst noch kommt, nämlich nach dieser Kurve, in der nochmal die Zuschauer stehen.

Dort warten Karin und Jürgen mit der Prinzessin und was sehe ich: Da kommt ja gar nix mehr, sondern es geht nur noch flach ins Stadion und auf die Zielgerade, was für ein Glück. Die Anzeige zeigt 1:48, ich bin drin :)

Der Garmin gibt eine Streckenlänge von 20,3 Kilometern aus, mit der eingesparten Wiese müssten es immerhin 20,8 sein, keine Ahnung was da nun wieder stimmt. Mit Gudrun erwische ich eine ganz leere Dusche und wir duschen richtig lange und richtig heiß :) Dann ist es noch ganz nett bei der Siegerehrung, weil von unserer riesigen Gruppe doch noch viele da sind.

Zielzeit 1:48,40, 1/6 W45, 5/20 Frauen gesamt, und noch 70 Männer

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lesen statt laufen (31) – Paul Frommeyer: Lasse laufen

direkt bestellen bei Amazon: Lasse Laufen: Von Joggern, Möpsen und inneren Schweinehunden

Wie man ja weiß bin ich humor-resistent und mag solche Bücher nicht sonderlich, keine Ahnung also, warum ich es trotzdem gekauft hab. Die Kapitel sind 2 – 5 Seiten lang und werden von mir auf den nächsten Bus- und Autofahrten zu den Läufen vorgelesen :)

Amazon sagt dazu: Lasse Laufen nomen est omen ist ein Laufmuffel vor dem Herrn und scharfzüngig noch dazu. So stänkert er über Lauftreffs, mokiert sich über Trends wie Rückwärtslaufen und tüftelt an akribisch ausgearbeiteten Ausredenkatalogen, mit denen man sich vor sportlicher Ertüchtigung retten kann. Liebste Zielscheibe seines Spotts aber ist sein aufreizend vitaler Nachbar, die leibhaftige Verkörperung von Lasses schlechtem Gewissen. In Begleitung von Mops Spiridon (!) nervt dieser Nachbar mit einem geradezu missionarischen Eifer in Sachen Lauffreude. Und das auch noch mit Erfolg: Selbst Lasse Laufen wird schließlich bekehrt. Sein innerer Schweinehund ist die ewigen Ausreden leid.

Über den Autor: Paul Frommeyer, geboren 1957 in Ibbenbüren (Westfalen), gehörte Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre zu den besten deutschen Hochspringern. 1983 nahm er an den Weltmeisterschaften teil und war mit 2,34 Meter Dritter der Weltrangliste. Seit 1990 arbeitet er als Freier Journalist und hat unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und das Handelsblatt geschrieben. Paul Frommeyer lebt und arbeitet in Millienhagen (Mecklenburg-Vorpommern).
PS: im schwarzen Menü-Balken oben findet Ihr jetzt eine eigene Seite mit Lauf-Büchern. wird fortlaufend erweitert.
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von Graubünden nach Rotterdam

Das Blaue Wunder

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Ernst Bromeis schwimmt den Rhein “hinauf” – mit der Strömung – vom Rheinursprung am Tomasee / Graubünden bis zur Mündung in Rotterdam. Was ein Wahnsinn…

 

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